Radon im Haus

Radon im Haus: Symptome, Messen, Abhilfe

Häuslebauer müssen so einiges beachten und sind häufig überrascht davon, wie vielseitig die Anforderungen sind. Regelmäßig gibt es neue Bauvorschriften, verbotene Stoffe oder Vorgaben für Bauherren – da den Überblick zu behalten, kann an die Substanz gehen. Doch Richtlinien sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn häufig dienen sie schlichtweg dazu, uns vor schadhaften Stoffen zu schützen, die sehr schnell die Gesundheit angreifen könnten.

Radon ist ein solcher Stoff. Wenn Radon ins Haus gelangt, ist höchste Eile geboten. Wir schildern, wie Sie dem giftigen Gas auf die Spur kommen und was bei Bedarf zu tun ist.

Kurze Frage vorab:

Warum informierst du dich gerade jetzt über Radon im Haus?

 

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Punkt 1

Was ist Radon eigentlich?

Eine solche Richtlinie betrifft die Radonbelastung in Wohngebäuden und vor allem in Neubauten. Radon ist gefährlich und wird deutschlandweit für nahezu 2.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich gemacht.

Den Begriff haben die meisten schon einmal gehört, doch dass es sich dabei um ein radioaktives Edelgas handelt, ist nur wenigen Bauherren bewusst. Radon kommt ganz natürlich im Boden vor. Der strahlende Stoff ist ein Zerfallsprodukt, der seinen Ursprung in Uran findet. Dort, wo die Radonbelastung besonders hoch ist, lassen sich gehäuft Fälle von Lungenkrebs nachweisen. Auch wenn die Häufigkeit der Fälle eines Lungenkarzinoms wegen Radonstrahlung nicht so hoch ist wie die durch Nikotin, sind die Zahlen besorgniserregend. Doch auch andere Krebsarten, beispielsweise Hautkrebs, können durch den radioaktiven Stoff begünstigt werden.

Schätzungen zufolge ist jedes zehnte Haus in Deutschland mit einer Strahlenbelastung von über 100 Becquerel belastet.

Radon liegt Studien zufolge als Krebsauslöser weit vor Asbest, Arsen, Chrom oder Nickel – vor Stoffen, die allesamt als gefährlich eingestuft werden. Eine Gefahr, die kaum jemand kennt, wie auch dieser NDR-Beitrag zeigt:

„Das wissenschaftliche Beratungsgremium des Bundesumweltministeriums, die Strahlenschutzkommission, hat mit seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2005 nach Auswertung aller vorliegenden Gesundheitsstudien zum Radon festgestellt, dass ab dem Bereich 100 bis 200 Bq/m3 eine statistisch signifikante Erhöhung der Lungenkrebsrate durch Radon gegeben ist."

Zitat von: lungeninformationsdienst.de 

Punkt 2

Das müssen Bauherren beachten

Gewisse Gebiete in Deutschland sind als Radon Risikogebiete ausgewiesen. Das bedeutet, dass an diesen Orten die Strahlenbelastung besonders hoch ist. Vor allem in Bayern und Sachsen häufen sich die Gebiete, wo das Radonmessgerät besonders hoch ausschlägt.

Eine zoombare Darstellung dieser Karte findet sich in der Fachanwendung BfS-Geoportal: www.bfs.de/geoportal-radon

Tipp Nummer 1: Vor dem Kauf/Bau recherchieren

Wer also einen Hausbau oder den Kauf einer Wohnung plant, sollte vorab einen Blick auf die Radon Karte werfen. Diese gibt an, wo Risikogebiete liegen. Ebenso sollte man vor dem Bau und Umzug recherchieren, was die aktuelle Gesetzeslage besagt. Im Moment hat das BfS, also das Bundesamt für Strahlenschutz, einen Wert von 300 Becquerel als Richtwert festgelegt. Übersteigt das eigene Zuhause laut Radonmessgerät diesen Wert, wird es Zeit für den Eigentümer Maßnahmen zu ergreifen, um die Strahlenbelastung zu reduzieren.

Hält man sich internationale Zahlen vor Augen, wird auch schnell klar, wieso das so ist. Bei dem radioaktiven Edelgas Radon handelt es sich nicht um ein regionales oder deutsches Problem, auch in Europa lässt sich die Grenze nicht ziehen. Das Uran Zerfallsprodukt ist ein weltweites Problem.

Die WHO arbeitet sogar mit einem Richtwert, der nur ein Drittel von dem in Deutschland beträgt, nämlich 100 Becquerel.

Ist dieser Richtwert erreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit, durch Radon an Lungenkrebs zu erkranken um 16 %. Bei 300 Becquerel liegt dieser Wert deutlich höher.

Punkt 3

radon messgeraete 3 1000Typische Radon-Messgeräte

Das können Bauherren tun

Was also, wenn das eigene Zuhause im Risikogebiet liegt und die Radonbelastung die 300 Becquerel überschreitet? Zunächst sollten Eigentümer sich ein Radonmessgerät zulegen und mit diesem das eigene Grundstück begehen. Die ermittelte Radioaktivität sollte er dann in einen Chart eintragen, sodass sich Hotspots herauskristallisieren.

Tipps zum Messen

Zuerst den Keller messen, dort sollten die höchsten Werte gemessen werden.

  • Man messe jeden Raum über längere Zeit. Vor allem Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer, weil man sich dort lange Zeit aufhält.
  • Radon-Messgeräte können bei Messlaboren bestellt werden (Kosten inklusive Auswertung ca. 40-50 € pro Messgerät) oder selbst gekauft werden.
  • Das Messgerät auf ein Regal oder ähnliches abstellen. Nie in einem Schrank oder einer Schublade.
  • Manche Messgeräte liefern bereits nach 10 Minuten ein erstes Ergebnis. Aber idealerweise sollte über 12 Monate gemessen werden.
  • Im Sommer ist die Radon-Konzentration oft niedriger als im Winter, weil häufiger gelüftet wird.

Hohe Messwerte? Der Experte muss ran

Vor allem, wenn die Belastung dort hoch ist, wo die Familie viel Zeit verbringt – also in Küche, Schlafzimmern oder Wohnzimmer -, sollte der Eigentümer tätig werden – auch dann, wenn der Wert noch unter den 300 Becquerel liegt. Die permanente Aussetzung der Radonstrahlung ist ein bekanntes Problem, das vermieden werden sollte.

Um die Radonbelastung in den eigenen vier Wänden zu minimieren, sollte man direkt mit einem Experten in Kontakt treten. Der sogenannten "Zertifizierte Radon Fachperson" (für die Google-Suche). Dafür eignen sich z. B. Architekten, die auf gesundheitsschädigende Baustoffe und Umgebungsstoffe spezialisiert sind.

Punkt 4

Maßnahmen zur Minderung der Radonbelastung

  • Der erste Tipp heißt: häufig lüften. Experten empfehlen als erstes diese Maßnahme und prüfen, ob sich die Radonbelastung hierdurch signifikant reduziert.
  • Da Radon durch den Boden in Häuser eindringt, konzentrieren sich die ersten Maßnahmen immer auf den Untergrund. Eine Radonschutzfolie kann dabei helfen, die Strahlenbelastung im Boden zu belassen, wenn das Uran zu Radium und dann weiter zu Radon zerfällt.
  • In einigen Fällen wird eine umfassende Radonsanierung fällig, die ordentlich zu Buche schlagen kann. Es lohnt sich für angehende Bauherren auf jeden Fall, schon in der Planungsphase abzuschätzen, welche Maßnahmen während des radonsicheren Baus erforderlich werden. So kann man Budget und Maßnahmen frühzeitig anpassen und zusätzliche Kosten, die erst während der Bauphase bekannt werden, vermeiden.

Auch im Risikogebiet ist mit den passenden Vorkehrungen ein gesundes, krebsfreies Leben möglich. Wichtig ist, dass man das Problem ernst nimmt.

Punkt 5

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