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Welches Material sollte ich bei meinem Hausbau verwenden? Von der Haltbarkeit bis zur Ökologie

Die Auswahl der in Deutschland für den Bau von Häusern angebotenen Materialien ist riesig! Eine kluge Wahl gründet sich auf moderne Baustoffforschung, den eigenen Geschmack, den Preis und die örtlichen Gepflogenheiten. Wir gehen einmal die wichtigsten Baustoffe von der Bodenplatte bis zum Dachfirst durch.

 
 

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Von Außen nach Innen

Eigentlich müssen wir mit unserer Auflistung unter dem Haus anfangen. Hier verlaufen die Zuleitungen ins Haus und das Abwasserrohr. An diesen Stellen gilt es besonders, höchste Qualität zu verbauen, denn Schäden an den dortigen Leitungen verlangen teure Spezialreparaturen. Von daher würden wir an kritischen Punkten immer auf erprobte Qualitätsprodukte und Markenanbieter setzen.

Firmen wie Wavin bieten z.B. DGVW-zerfitizierte Trinkwasserleitungen an. Solche Zerfizierungen und Prüfungen geben ein hohes Maß an Basissicherheit und finden sich in ähnlicher Form für viele Materialien im Hausbau.

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Der Klassiker: Beton

Beton besteht aus Gesteinskörnung, die mit Bindemittel (meist in Form von Zement) zusammengehalten wird. Das Gestein besteht zumeist aus Kies und Sand, dem Wasser und Zement kurz vor der Verarbeitung beigemischt wird. Daraus ergibt sich ein hochfester und belastbarer Baustoff, der durch Einbindung von Baustahl noch einmal an Festigkeit gewinnt. Mit Beton sind langlebige und offene Raumstrukturen möglich.

Stahl

Stahl besteht hauptsächlich aus Eisen und verstärkt bzw. stützt viele weitere Baumaterialien beim Hausbau. Im Verbund mit dem erwähnten Beton oder in Kombination von Glas lassen sich kreative Hauskonzepte realisieren. Stahl ist für die Raumluft unbedenklich und in gewissen Sinne ein ökologische Material, da Stahl zu 100% recycelbar und wieder verwendbar ist

Porenbeton

Porenbeton war als verhältnismäßig leichter Baustoff lange Zeit Maurers Lieblingsstein. Der mineralische Baustoff auf Basis von Kalkmörtel, Kalkzementmörtel oder Zementmörtel ist porös und dampfgehärtet. Bekannte Marke ist z.B. Ytong.

Beim Verbau als Außenwand kann Porenbeton seine Vorteile (Wärmedämmung und homogenes Vollmaterial) voll ausspielen. Aber das Material hat auch Nachteile in Form von ungünstiger Feuchtigkeitsaufnahme und nur begrenztem Schallschutz.

Wegen der leichten Bearbeitbarkeit wird Porenbeton auch gerne für den Innenausbau und sogar Kunstobjekte verwendet.

Kalksandstein

Kalksandstein (KS) ist ebenfalls ein künstlich hergestellter Stein für den Hausbau, der aus Sand und durch Dampfhärtung erzeugtem Calciumsilikathydrat als Bindemittel gefertigt wird.

Der Kalksandstein ist ein schwerer Baustoff. Dadurch dämmt er den Schall deutlich besser als der leichte Porenbeton. Zudem ist er hochfest, das KS-Mauerwerk kann bereits in 11,5 cm Dicke tragend ausgeführt werden. Dafür schwächelt er im Bereich Wärmedämmung und benötigt zusätzliche Dämmmaterialien bei Verwendung als Außenwand.

Kalksandstein-Mauerwerk kann Wärme und Feuchtigkeit eine gewisse Zeitlang puffern und zeitverzögert wieder abgeben. Natürlich ist er nicht brennbar.

Vault of Roman Bath in Bath - England
Ziegel halten tausende von Jahren, wie man sieht: Türbogen eines römisches Bades in England 

 

Ziegel

Der klassische Mauerziegel, welcher seit über 8.000 Jahren im Mauerbau verwendet wird und durch die Römer seine hohe Popularität gewann, ist ebenfalls ein klimaregelnder Baustoff. Im Einklang mit sehr guter Wärmedämmung ist er ein Speicher und Puffer für Wärme und Feuchtigkeit. So unterstützt er im Sommer die Kühle des Hauses und im Winter dessen Wärme.

Ziegel können auch in Form von Lehm verbaut werden, finden dabei aber meist nur im Innenbereich Verwendung. Lehm ist ein für Allergiker interessanter Baustoff. Wer sich für Lehm interessiert, findet beim Dachverband Lehm eine Fülle an positiven Informationen und Vorteilen zu und von Lehm. Mit kritischen Stimmen sollten man sein Wissen an anderer Stelle ergänzen. 

Holz

Ein vielseitig verwendbarer, ökologischer und gemütlicher Werkstoff im Hausbau, der vom Fußbodenbelag bis Ständerwerk Verwendung findet. Die Verwendung will allerdings gelernt sein, unvorhergesehene Feuchtigkeit kann große Schäden verursachen. Diesem Baustoff haben wir ein eigenes Kapitel gewidmet.

 Die wichtigsten Holzarten und ihre Eigenschaften:

Ahorn

AhornBrinellhärte in N/mm2, circa-Werte: europäischer A. 27-30, kanadischer A. 35.

Ahorn, Berg-, Feld- und Spitzahorn

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): Bergahorn: 0,56, Spitzahorn: 0,59, Feldahorn: 0,68

Erscheinung: Alle Splintholzbäume, Bergahorn: Holz weiß bis gelblich, später nachdunkelnd, vereinzelnd dunkle Streifen und Flecken.
Spitzahorn dem Bergahorn sehr ähnlich, etwas dunkler, Feldahorn rötlichweiß bis hellbraun.

Eigenschaften: Bergahorn mäßig schwer, aber gleichmäßig dicht und fest, ziemlich elastisch, gut biegsam, gutes Stehvermögen. Spitz- und Feldahorn etwas schwerer, aber weniger biegsam und grobfaseriger.

Verwendung: Möbel, Furniere, Küchengeräte, Parkett/Diele, Musikinstrumente, Arbeitsplatten in der Küche.

Besonderheiten: Nicht witterungsbeständig, anfällig gegen Pilz-und Insektenbefall, Holz ist sehr gut zu bearbeiten, zu beizen und zu polieren.

 

 

Eiche

Eiche

Eiche ( Stiel-oder Sommereiche, Trauben-oder Wintereiche)

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 34-41

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,63

Erscheinung: Kernholzbaum, Splint gelblichweiß, schmal und unbrauchbar, Kern gelblichbraun bis rötlichbraun. Im Radialschnitt sind die Markstrahlen als große Spiegel sichtbar.

Eigenschaften: hart, sehr fest, elastisch, schwindet wenig, sehr gutes Stehvermögen.

Verwendung: Innen- und Außenarbeiten, Möbel, Parkett/Diele, Brücken- und Wasserbau.

Besonderheiten: Kernholz sehr dauerhaft, beständig gegen Pilz-und Insektenbefall, sehr gerbstoffhaltig, Holz verfärbt sich nach Berührung mit Eisen. Gut zu bearbeiten, gute Öberflächenbehandlung.

 

Buche (Rotbuche)

Buche

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 32-34

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,66

ErscheinungReifholzbaum, gelblichrot bis rötlichbraun, Markstrahlen gut sichtbar, im Radialschnitt als Spiegel, im Sehnenschnitt als feine Striche.

Eigenschaften: schwindet, reißt und arbeitet sehr stark, schwer, mittelhart, wenig elastisch, läßt sich gedämpft gut biegen.

Verwendung: Sitzmöbel, Treppen, Parkett/Diele, Sperrholz, Drechslerarbeiten, Maschinenbau, Küchenarbeitsplatten.

Besonderheiten: nicht witterungsfest, anfällig gegen Pilz- und Insektenbefall, läßt sich gut beizen und polieren.

 

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Brinellhärte

Mit dem so genannten Brinell-Verfahren wird die Härte eines Holzes bestimmt. Zu diesem Zweck wird eine 10 mm dicke Stahlkugel mit 500 N - das entspricht der Gewichtskraft von 50 kg - 15 Sekunden lang in das Holz gedrückt und 30 Sekunden festgehalten. Aus der Fläche des Eindrucks und der Druckkraft errechnet man mithilfe einer speziellen Formel die Brinellhärte. Ein höherer Wert entspricht einer höheren Härte.

Gemessen wird meist quer bzw. senkrecht zur Holzfaser, da die Parkettstäbe auch so verbaut werden. Bei Holzpflaster und Hirnholzboden werden die Klötze "stehend" verbaut. Die Druckfestigkeit in Faserrichtung ist höher als die Brinellhärte quer zur Faserrichtung.

Harthölzer weisen, wie der Name leicht andeutet, eine höhere Härte auf als weiche Nadelhölzer.

 

Esche

EscheBrinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 37-42

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,69

Erscheinung: Kernholzbaum, Splint breit und gelblichweiß, Kern erst bei älteren Bäumen sichtbar bräunlich abgesetzt, Faserverlauf oft wellig.

Eigenschaften: hart, schwer, zäh und biegsam, gute Stehvermögen, schwindet wenig.

Verwendung: Feines Möbel- und Furnierholz, Sportgeräte, Werkzeuge, Drechsler- und Bildhauerarbeiten.

Besonderheiten: gering witterungsfest, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, läßt sich gut bearbeiten und oberflächenbehandeln.

 

Kirsche

Kirsche

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: europäisch 29-31, amerikanisch (Black Cherry) 25

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,60

Erscheinung: Kernholzbaum, Splint rötlichweiß, Kern dunkler, oft grünstichig, stark nachdunkelnd, Jahresringe und Markstrahlen deutlich sichtbar. 

Eigenschaften: mäßig hart, mittelschwer, gutes Stehvermögen, schwindet wenig, elastisch, feinfaserig.

Verwendung: Möbelholz, Parkett, Furniere, Musikinstrumente.

Besonderheiten: wenig witterungsbeständig, anfällig gegen Pilz-und Insektenbefall, sehr gut zu bearbeiten, zu beizen und zu oberflächenbehanden.

 

Birke

BirkeBrinellhärte in N/mm2, circa-Wert: europäisch 22-27,  kanadisch (Yellow Birch) 34

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,62

Erscheinung: Splintholzbaum, Farbe gelblich bis rötlichweiß, Jahresringe sehr fein und schwer zu erkennen, im Längsschnitt unregelmäßiger, geflammter Faserverlauf, auffällige "Spiegel ".

Eigenschaften: mäßig schwer, relativ hart, zäh und ziemlich elastisch, gutes Stehvermögen, schwindet relativ wenig.

Verwendung: Möbel, Furniere, Tische und Stühle, Parkett/Diele, Drechsler- und Schnitzarbeiten.

Besonderheiten: nicht witterungsbeständig, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, sehr gut zu beizen und gute Oberflächenbehandlung möglich.

 

Kiefer

Kiefer

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 19-20

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,52

Erscheinung:  Kernholzbaum, Splint gelblichweiß, Kern ist dunkler und dunkelt stark nach. Spätholz gegen Frühholz deutlich abgegrenzt. Kleine Harzgänge erscheinen im Längsschnitt als feine Streifen.

Eigenschaften: mäßig hart, elastisch und sehr fest, mäßig leicht, gutes Stehvermögen, schwindet sehr wenig.

Verwendung:  Tischler- und Bautischlerarbeiten, Möbelholz, Fußböden, Sperrholz, Furniere.

Besonderheiten: Muß vor dem Beizen entharzt werden. Splintholz nicht beständig gegen Pilz-und Insektenbefall.Der Kern ist wesentlich beständiger.

 

Fichte

Fichte

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 12-15

Rohdichte (in g/cm³ bei 15% Holzfeuchte): 0,47

Erscheinung: Holz gelblichweiß bis bräunlich. Reifholzbaum, Kern unterscheidet sich farblich nicht vom Splint, ist jedoch glänzender. Wenige Harzgänge, die jedoch sehr harzreich sind.

Eigenschaften: mäßig leicht, weich bis mittelhart, elastisch und fest, arbeitet wenig, leicht zu bearbeiten, gut zu beizen, zu verleimen und zu imprägnieren.

Verwendung:  Tischler- und Bautischlerarbeiten, langsam gewachsenes Holz wird als Resonanzböden von Klavieren und Decken von Geigen benutzt, Industrieholz, z. B. für Kisten.

Besonderheiten: das Holz ist bedingt witterungsbeständig, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, Astquerschnitte in der Regel oval, vorhandene Harzgallen müssen ausgebohrt werden.

 

 

Nachhaltige Rohstoffe

Neben Holz und Lehm finden sich im modernen Hausbau eine Vielzahl ökologischer Materialien. Immer wieder werden für konventionelle Baumaterialien problematische Auswirkungen bekannt gegeben. Zum Beispiel warnen Wissenschaftler seit einiger Zeit vor den gesundheitsschädlichen Risiken von Styropor

Hier wollen Öko-Baustoffe für gesunden Ersatz sorgen. Beispielhaft seien Flachs, Hanf, Schafwolle, Schilfrohr oder Kork genannt, die ebenfalls an vielen Stellen im Hausbau eingesetzt werden können. Jedes dieser Materialen besitzt unterschiedliche Vor- und Nachteile. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, mit einem dieser Öko-Baustoffe zu arbeiten, informieren Sie sich jeweils über

  • Brennbarkeit,
  • Haltbarkeit,
  • Empfindlichkeit gegenüber Feuchte,
  • Ausdünstungen und
  • Dämmeigenschaften

des Materiales.

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