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Geld sparen durch energetische Sanierung – So rechnet sich die Modernisierung für Sie

Unter einer energetischen Sanierung versteht man in der Regel die Modernisierung eines Gebäudes, mit dem Ziel den allgemeinen Energieverbrauch zu senken. Seitdem in Deutschland die Energiewende ausgerufen wurde, nehmen mehr und mehr Hausbesitzer energiesparende Maßnahmen, wie den Kauf neuer Fenster oder eine Fassadendämmung vor.

Hauptmotiv für eine energetische Sanierung ist für die meisten Deutschen aber nicht der Umweltschutz, sondern das Sparen von Heizkosten. Denn wer schlau saniert, spart auf lange Sicht bares Geld.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Maßnahmen sich für Sie lohnen und wie Sie finanziell von der Hausmodernisierung profitieren können.

 
 

Punkt 1

Welche Sanierungsmöglichkeiten gibt es?

1. Dämmen der Fassade

Laut einer Studie des Leibniz-Instituts für Informationsstruktur geht über die Fassade, mit etwa 20-25 % der größte Teil an Energie verloren. Daher ist eine Fassadendämmung die Maßnahme, mit der in der Regel die größte Energiesparwirkung erzielt werden kann. Als Dämmmaterial kann aus einer Reihe von natürlichen und synthetischen Stoffen gewählt werden.

Besonders beliebt sind Hartschaumstoffplatten aus Styropor, da sie sehr leicht sind, gleichzeitig aber eine gute Wärmeisolierung gewährleisten. Besonders in den letzten Jahren wird vermehrt auch Mineralwolle als Dämmungsmaterial eingesetzt, welche zwar nicht ganz so gut isoliert wie Schaumstoff, aber dafür in Brandschutz und Ökobilanz vorne liegt.

2. Austausch von Fenstern und Türen

Da über die Fenster und Türen ebenfalls etwa 20-25 % der Energie verloren gehen, können Sie mit einer besseren Verglasung langfristig Geld sparen. Während bei jedem Neubau heutzutage Fenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung verbaut werden, finden sich gerade bei älteren Bauten noch einfachverglaste Fenster, die naturgemäß schlecht isoliert sind.

Der überwiegende Teil aller Gebäude, die vor 1995 gebaut wurden, haben im Bereich der Fenster ein hohes Optimierungspotenzial. Mit einem sorgfältigen Preisvergleich der Fensteranbieter kann sich die Maßnahme schon nach wenigen Jahren für Sie rentieren.

3. Dach und Obergeschossdecke

Wärme zieht nach oben, weshalb etwa 15-20 % der Wärme über das Dach entweicht. Um diesen Verlust zu minimieren, muss entweder das Dach oder die Decke des obersten Geschosses besser gedämmt werden.

Was für Sie sinnvoll ist, hängt davon ab, in welchem Ausmaß sie den Dachboden benutzen. Ist er nur Stauraum und wird nicht geheizt, können Sie einfach die Obergeschossdecke dämmen lassen. Ist der Dachboden jedoch auch Wohnbereich, dann muss das Dach als letzte Schicht den Wärmeverlust aufhalten.

4. Dämmen der Kellerdecke

Ein kalter Keller entzieht dem Haus die Wärme von unten. Obwohl der Wärmeverlust hier im Vergleich eher gering ist, kann eine Kellerdämmung dazu beitragen die Heizkosten zu minimieren. Der Vorteil ist, dass die Kosten für eine Kellerdeckendämmung geringer sind, als zum Beispiel der Preis für neue Fenster oder die Dämmung des Daches.

Punkt 2

Was sollte ich als Erstes sanieren?

Die Komplettsanierung eines Hauses kann schnell sehr teuer werden und ist auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht immer sinnvoll. Zuallererst ist es wichtig für Sie festzustellen, wo die größten "Schwachstellen" Ihres Hauses liegen.

Hierfür ist es meistens sinnvoll einen Energieberater zu befragen, denn jedes Haus ist unterschiedlich und hat andere Dämmungsanforderungen. Dieser kann mit einer Wärmekamera genau sehen, an welchen Stellen Ihr Haus auskühlt und so eine genaue Analyse des Energieverlustes Ihres Hauses erstellen.

Als generelles Schema lässt sich aber festhalten, dass es sinnvoller ist von "Außen nach Innen" zu sanieren. Denn haben Sie den Dämmungsgrad Ihres Eigenheims optimiert, können Sie den Heizkörper an den neuen Bedarf anpassen und entsprechend dimensionieren.

Um das eigene Budget zu schonen ist, es auch sinnvoll Dämmungsarbeiten mit ohnehin notwendigen Renovierungen zu kombinieren. Planen Sie zum Beispiel Ihr Haus neu zu streichen, dann kann das eventuell mit einer neuen Fassadendämmung verbunden werden. So muss das Gerüst nur einmal aufgebaut werden und Sie sparen Zeit und Geld.

Der erste Schritt zur energetischen Sanierung ist für die meisten Leute weiterhin der Austausch Ihrer alten Fenster gegen moderne Energiesparfenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung. Diese Maßnahme liegt im mittleren Preissegment und ist verhältnismäßig einfach durchzuführen. Darüber hinaus kann ein älteres Haus durch neue Fenster auch optisch aufgewertet werden.

Punkt 3

Wie viel kostet mich eine energetische Sanierung?

Die Kosten einer Sanierung unterscheiden sich individuell und hängen stark davon ab, welche Maßnahmen vorgenommen werden sollen. Dabei spielt natürlich auch die Größe Ihres Hauses und die Wahl des Handwerkers eine große Rolle für den Gesamtpreis.

Wie schwierig die Kalkulation eines Sanierungsprojekts ist, zeigt sich gut an der Maßnahme Fenstermodernisierung. Wollen Sie wissen, wie hoch zum Beispiel der Preis für eine Dreifachverglasung pro m² Fensterfläche ist, müssen sie auch das Fenstermaterial, den Dämmungsgrad und Extras wie Lärm- und Einbruchssicherung in die Kalkulation mit einbeziehen. Abhängig davon welche Wahl Sie jeweils treffen, entsteht eine Spanne von mehreren Tausend Euro.

Als groben Orientierungspunkt gibt eine Forsa Studie zum Thema energetische Sanierung die folgenden Durchschnittswerte an:

Sanierungsmaßnahme Geschätzte Kosten
Dämmung der Fassade  ca. 18.000 €
Dämmung des Daches ca. 16.000 €
Fensteraustausch ca. 13.000 €
Dämmung der Kellerdecke ca. 2.500 €

 

Um die passende Sanierungsmaßnahme für Sie zu finden, sollten Sie auch berechnen, nach wie vielen Jahren sich eine Maßnahme für Sie amortisiert hat. Also ab wie vielen Jahren Sie die Investitionskosten durch gesparte Energiekosten ausgeglichen haben.

Ein einfacherer Weg die wirtschaftlichste Sanierungsmaßnahme für Ihr Haus zu finden, ist es den Sanierungskonfigurator des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu nutzen. Dieses Tool übernimmt das Rechnen für Sie und schlägt Ihnen passende Maßnahmen vor.

Soll auch bei Ihnen der ersten Schritt zu einem energieeffizienteren Haus die Fenstermodernisierung sein, ist ein detaillierter Preisvergleich ratsam. Die Preise für Fenster unterscheiden sich je nach Ausstattungswünschen stark.

Punkt 4

Videos zur energetischen Sanierung

Punkt 5

Die Spartipps in der Zusammenfassung

  • Prüfen Sie im Vorfeld wo die ‚Schwachstellen‘ Ihres Hauses sind
  • Nutzen Sie den Sanierungskonfigurator um so effizient wie möglich zu sanieren
  • Sanieren Sie von ‚Außen nach Innen‘
  • Kombinieren Sie Dämmungsmaßnahmen mit Renovierungsarbeiten, die sowieso geplant sind
  • Ziehen Sie bei Bedarf einen Energieberater zu Rate
  • Prüfen Sie, ob Sie Förderprogramme der KfW oder BAFA in Anspruch nehmen können

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