abbruch stein drei r 564

Abriss vom Haus – diese 9 Punkte sind beim Abbruch zu beachten

Wer sich nach einer gebrauchten Immobilie umsieht, steht öfters vor der Frage: Sanierung oder Abriss und Neubau – was lohnt sich mehr? Schon vor einigen Jahren kam eine Studie der Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau" zu dem Ergebnis, dass bei jedem zehnten Haus in Deutschland eine Sanierung der Bausubstanz teurer käme als Abbruch und Neubau.

Ein Abriss geht schneller und leichter vonstatten, als man denkt. Doch sollte der Bauherr die folgenden 9 Punkte bei der Planung und der Durchführung des Abbruchs beachten.

 
 

Inhalt: Abriss – was ist zu beachten?

Punkt 1

Wann kommt es zu einem Abriss?

Hauptmotiv eines Abrisses ist zumeist, dass sich die Sanierung der bestehenden Bausubstanz wirtschaftlich nicht sinnvoll rechnet. Seltener wünscht ein vermögender Bauherr einfach eine völlig andere Hauskonzeption und hat das Haus nur wegen der guten Lage des Grundstücks gekauft.

Es kann auch sein, dass die Statik eines Hauses derart gefährdet ist, dass zum Schutz für Mensch und Tier das gesamte Gebäude neu aufgebaut werden muss. Manchmal muss man hierfür ein Haus nur "bis auf die Grundmauern abreißen", zumeist wird auch das komplette Fundament mit entfernt.

Das Fundament kann tief in den Grund vom Grundstück reichen. Bei Abtragen des Fundamentes werden auch eventuelle Bodendämmungen und umliegende Dränagen rausgeholt und entsorgt.

Tipp

Bestehen Sie darauf, dass die Grube bzw. der Boden vor dem Gießen des neuen Fundamentes wieder ausreichend verdichtet wird, damit es später nicht zur Absackung des Neubaus kommt.

Anbau abreissen

Wenn nur ein Teil des Gebäudes, z.B. ein Stockwerk oder ein Anbau abgerissen wird, spricht man von Teilabriss oder Teilabbruch.

abriss fenster 3t 564

Punkt 2

Ist eine Abrissgenehmigung notwendig?

Der Abriss von einem Haus bedarf oftmals der Genehmigung durch das örtliche Bauamt. Egal ob München oder Münster: Sie müssen zunächst den Abriss anzeigen, indem Sie dem Bauamt das Abbruchvorhaben mitteilen. Dort erfahren Sie, ob Ihr Abriss genehmigungspflichtig ist.

Die Abriss- und Bauverordnungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden und müssen daher im konkreten Fall geprüft werden, schon allein um Strafzahlungen zu vermeiden.

Sie dürfen auf keinen Fall mit dem Abbruch beginnen, bevor die eventuell erforderlichen Genehmigungen vorliegen.

Die Abbruchgenehmigung enthält weitere Arbeitsanweisungen hinsichtlich Umweltschutz und Entsorgung. Diese Abbruchgenehmigung sollte der Bauherr dem Abbruchunternehmen zukommen lassen. Ab dann ist das Abbruch-Unternehmen für die Einhaltung der Auflagen verantwortlich.

Versorger benachrichtigen!

Wichtig ist auch, dass die umliegenden Nachbarn sowie die Strom-, Gas- und Wasseranbieter vorab vom Abbruch informiert werden.

Punkt 3

Vorgehen bei einem Abriss

Je nach Material der Gebäudehülle, der Qualität der Bausubstanz und der Hausgröße kann es beim Abriss zu folgenden Arbeiten kommen:

  • Abgreifen
  • Einschlagen
  • Eindrücken
  • Einziehen
  • Stemmen
  • Pressschneiden
  • Scherschneiden
  • Spalten
  • Demontieren
  • Sprengen
  • Bohren
  • Sägen
  • Thermisches Trennen (Brennen, Sauerstoffkernlanze)
  • Fräsen
  • Hochdruckschneiden und -fräsen

Nur in seltenen Fällen wird ein Gebäude gesprengt und der übrig gebliebene Schutt dann nur noch abgetragen.

Erstmal alles raus

Vor dem Abbruch wird die Immobilie entrümpelt. Die Türen und Fenster werden sicherheitshalber abgebaut und alles, was am Ende kein Bauschutt ist, wird aus dem Gebäude entfernt. Dazu gehören auch Elektrogeräte und Teppiche. 

Nach dem Abriss wird der Bauschutt nach Möglichkeit sortiert und materialspezifisch entsorgt. Siehe dazu den folgenden Artikel:

Baumischabfall – was ist das und was darf rein?

baumischabfall was ist das rt 564

Bei jeder größeren Renovierung fallen erhebliche Mengen Schutt an, die nicht mehr in der schwarzen Tonne beseitigt werden können bzw. dürfen. Bei der Entsorgung unterscheidet man zwischen Bauschutt und Baumischabfall. Wir zeigen, was in Baumischabfall mit und ohne Mineralik rein darf und wie sich bei der Entsorgung viel Geld sparen lässt.

Der Abfall, welcher beim Abriss entsteht, muss entsprechend getrennt und entsorgt werden. Es besteht eine Pflicht zur Abfalltrennung.

Je leichter der Bauschutt sortiert werden kann, desto geringer fallen in der Regel die Kosten für die Entsorgung aus.

Punkt 4

abrechnung euronoten 564

Was kostet der Abriss von einem alten Haus?

Die Abrisskosten sind individuell und hängen von vielen verschiedenen Gegebenheiten ab. Wie teuer der Abriss letztendlich wird, hängt von

  • der Lage des Hauses,
  • dessen Größe,
  • dem Schadstoffgehalt der vorhandenen Bausubstanz,
  • den Zugangsmöglichkeiten zum Gebäude,
  • ob ausreichend Raum zum Rangieren der großen Geräte verfügbar ist,
  • ob Nachbargebäude abgesichert werden müssen

und einigem mehr ab.

Faustformel Abrisskosten

Als Faustformel gilt, dass der Abriss eines mittelgroßen Einfamilienhauses mit 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu Buche schlägt.

Bei kleineren Häusern ohne Keller kann ein Abriss schon ab 5.000 Euro möglich sein. Bei normalen Einfamilienhäusern belaufen sich die Kosten vom Abriss meist zwischen 10.000 und 25.000 Euro.

Punkt 5

Wann lohnt sich ein Abriss?

Abreißen oder renovieren? Nicht immer ist die Aussage aufgrund nackter Zahlen zu treffen, wie der folgende Artikel aufzeigt:

Wann lohnt sich eine Sanierung gegenüber einem Neubau?

abriss haus jg 564

Abbildung 1: Wer sich gegen eine Sanierung entscheidet, muss bedenken, dass auch für den Abriss noch Kosten anfallen, die auf die Kosten für den Neubau on top kommen.

Auf den ersten Blick scheint es eine Glaubensfrage zu sein, die Privatpersonen dazu ermutigt, einen Neubau zu initiieren oder sich für die Sanierung eines Altbaus zu entscheiden. Oder fallen vielleicht auch finanzielle Überlegungen ins Gewicht – und apropos: Was ist eigentlich günstiger? Welche Vor- und welche Nachteile beim Neubau bzw. beim Sanierungsobjekt anfallen und wie es in beiden Fällen um die Kosten bestellt ist, soll Thema in diesem Beitrag sein.

Punkt 6

Wer macht den Abriss?

Vom Prinzip her darf jeder einen Abriss durchführen, aber nicht jede Baufirma ist auf einen Gebäudeabriss spezialisiert. Ein Abbruchunternehmen sollte bestimmte Befähigungen nachweisen. Dazu gehört grundlegendes Wissen zum Abbruch sowie nachgewiesene Erfahrungen in Arbeitsschutz und Statik. Kurz: Die Firma muss berechtigt sein, Abrissarbeiten auszuführen. Die meisten Rohbauunternehmen verfügen über diese Befähigung, es gibt aber auch spezialisierte Abrissfirmen. Oft bedienen sich normale Hausbauunternehmen derartiger Firmen als Subunternehmer.

Finanziell kann es günstiger werden, wenn Hausbau und Abriss von einem Unternehmen durchgeführt werden.

abriss gross bagger 91 564

Punkt 7

Wer darf Asbest abreißen?

In alter Bausubstanz findet sich oft Asbest. Diese so harmlosen Silikat-Minerale besitzen hervorragende Baueigenschaften, sind hitzebeständig und lassen sich gut mit Zement vermischen. Leider können sie bei Freisetzung, wie es bei einem Abriss geschieht, schwere Lungenschäden hervorrufen. 

Der Abriss von Asbest verlangt daher weitere Qualifikationen. Sollte es sich um ein schadstoffverdächtiges Haus handeln, wird in der Regel zunächst ein erfahrener Fachgutachter zur Hilfe geholt. Wenn dann im Abriss-Haus größere Mengen an Asbest verbaut sind, bedarf der Abriss spezialisierter Abbruch-Unternehmen. Diese müssen für einen fachgerechten Abriss und die entsprechende Asbest-Entsorgung garantieren können.

Punkt 8

Wie lange dauert der Abriss eines Hauses?

Wenn Sie ein Profi-Unternehmen mit dem Abriss beauftragen, dauert ein normaler Abriss ein bis drei Tage.

Der Abbruch von einem mittelgroßen Einfamilienhaus ohne Keller nimmt mit Aufräumen rund anderthalb Tage in Anspruch.

Punkt 9

Muss ich den Abriss versichern?

Je nach Lage des Gebäudes und dessen Umgebung sollte ein Abriss unterschiedlich versichert werden. Vor allem Schäden an Nachbargebäuden sollten abgesichert werden. In der Regel ist der Abriss in der Bauherrenhaftpflicht mitversichert, sofern dieser im Zusammenhang mit einem Neubau steht. Reine Abrissarbeiten müssen eigenständig versichert werden.

Die Versicherungen sollten stets in Absprache mit der Abriss- bzw. Baufirma erfolgen, um unnötige Doppelversicherungen zu vermeiden.

Teilen macht Freude:

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant