Duschkopf

Duschwanne – was beachten? Die Wahl des richtigen Materials

Die Dusche ist ein Punkt, der bei jedem Neubau, jeder Sanierung und jeder Neugestaltung des Badezimmers eine prominente Stellung einnimmt. Für viele liegen dabei vor allem eine möglichst große Fläche sowie die Ausgestaltung mit Features – etwa multifunktionalen Brausen – im Fokus. Dabei befindet sich am Boden ein Gegenstand, der tatsächlich das Fundament für den gestalterischen Rest ist: Die Duschwanne. Bei ihr gibt es nicht nur eine passende Form auszuwählen, sondern auch das richtige Material. Wir stellen die möglichen Materialien vor und erläutern, worauf jeweils zu achten ist.

Inhalt: Duschwanne – was beachten? Die Wahl des richtigen Materials

Punkt 1

Sanitär-Acryl

Wir beginnen bei einem Material, das mittlerweile eine sehr große Verbreitung hat, Sanitär-Acryl. Dabei handelt es sich letztendlich um einen klassischen Kunststoff, eben Acryl, oder, technisch ganz korrekt, Polymethylmethacrylat. Dieses Acryl ist im Urzustand transparent. Das ist insofern für die Produktion von Duschwannen ein Vorteil, als dass das Grundmaterial, feinstes Pulver, sich sehr leicht in allen möglichen Tönen einfärben lässt – und zwar durch und durch.

Darin liegt auch der Grund, dass Sanitär-Acryl seine Farbgebung sehr lange behält, auch unter dem Eindruck starker UV-Einstrahlung – wichtig nicht zuletzt für Badezimmer mit großen Fenstern. Darüber hinaus lässt sich der Kunststoff in nahezu beliebige Formen gießen, ist sehr schlagfest und, mit entsprechenden Versiegelungen, unempfindlich gegen Kratzer und Schmutzablagerungen.

Ein weiteres Plus: Acryl fühlt sich inhärent warm an; es gibt also kein Problem mit „kalten Füßen“ in den ersten Augenblicken des Duschvorgangs.

Diese Vorteile sind auch der Grund, warum es als Ausgangsmaterial für sehr viele verschiedene Duschwannen Designs herangezogen wird – zudem rangiert Acryl auch preislich in einer angenehmen Liga; selbst wenn es sich um besonders große und/oder ungewöhnlich geformte Duschwannen handelt.

Der einzige kleine Nachteil: Das Material ist, wie alle Kunststoffe, etwas flexibel. Daher kann es sich bei höchsten Belastungen verformen, benötigt dementsprechend einen durchgängigen Unterbau, meist einen Styropor-Wannenträger.

Punkt 2

Emaillierter Stahl

Wir kommen zu einem Klassiker, emaillierter Stahl. Dafür wird bei der Produktion zunächst eine Platte aus handelsüblichem Stahlblech herangezogen. In einer oder mehreren Stufen (je nach Komplexität der Endform) wird diese nun unter dem Druck von hunderten Tonnen in Pressmaschinen allmählich zu einer Wanne geformt – bereits das garantiert, dass sich nach menschlichen Maßstäben auch niemals mehr etwas an der Form ändern kann.

Ohne Weiterbehandlung würde der (rostende) Stahl aber immer nach Stahl aussehen und wäre je nach Härtegrad auch recht schnell mit unschönen Kratzern überzogen, in denen sich überdies leicht Schimmel einnisten könnte. Also wird die fertiggeformte Wanne emailliert. Dabei handelt es sich um ein aufwendiges technisches Verfahren. Der Stahl wird zunächst mit der mineralischen (ebenfalls frei zu färbenden) Emaille-Masse bedeckt – das geschieht entweder durch Eintauchen in eine sahnige Masse oder Aufbringen einer pulvrigen Masse. Anschließend wird das Produkt in einem Ofen für etwa eine halbe Stunde bei rund 800°C gebrannt.

Dadurch passiert folgendes:

  • Die Emaille geht eine extrem robuste Verbindung mit dem Stahl ein.
  • Die Masse selbst wird durch und durch sehr hart.
  • Es entsteht eine glatte, extrem kratzfeste und widerstandsfähige Oberfläche.

Aus diesem Grund gelten Duschwannen aus emailliertem Stahl auch als sehr langlebig und härtesten Ansprüchen gewachsen – ohne stützende Form darunter.

Das allerdings buchstäblich zu einem gewissen Preis und einem recht hohen Gewicht. Außerdem benötigt es in solchen Duschwannen etwas Vorsicht: Fallen harte, schwere Dinge herab (etwa Rasierer aus Metall) kann mit Pech an dieser Stelle Emaille abplatzen. Zudem fühlen sich diese Duschwannen wegen dem Stahl zu Anfang kalt an.

Punkt 3 

Sanitärkeramik

Was gut genug ist, um daraus Waschbecken und Toilettenschüsseln zu fertigen, ist natürlich auch kompromisslos zur Herstellung von Duschwannen geeignet, also Keramik. Die Herstellung lässt sich komplett mit der anderer Keramikprodukte vergleichen, auch aus anderen Bereichen als dem Badezimmer: Zunächst wird die Grundform der Wanne aus einer formbaren Masse hergestellt, diese besteht unter anderem aus Ton.

Dieser Gegenstand wird anschließend ofengetrocknet. Dann erfolgt eine Glasur aus weiteren mineralischen Stoffen. Zuletzt wird die fast fertige Duschwanne in einem Brennofen bei über Tausend Grad Celsius gebrannt. Dadurch verdampft sämtliches Wasser, das sich in der Formmasse und der Glasur befindet. Zudem findet auf kristalliner Ebene ein Prozess statt, durch den sich die Materialien zu einer sehr harten Masse miteinander verbinden.

Dadurch entsteht eine abermals sehr robuste Duschwanne mit einer gegen Kratzer sehr unempfindlichen Oberfläche. Zudem eine, auf der sich bakterielle Verunreinigungen und Schmutz nur schwer halten.

Allerdings zu dem Nachteil, dass Sanitärkeramik sehr schwer wiegt. Zudem werden wegen der glatten Oberfläche mitunter rutschhemmende Helfer (etwa Matten) benötigt. Und: Zwar ist es sehr selten, aber dennoch besteht eine Bruchgefahr für die ganze Wanne.

Punkt 4 

Mineralguss

Bei Mineralguss handelt es sich um ein vergleichsweise neues Material. Es wurde mit dem Ziel entwickelt, die guten Eigenschaften von Sanitärkeramik mit denen von -Acryl zu kombinieren, ohne dass dabei die jeweiligen Nachteile in Kauf genommen werden.

Die Ausgangsbasis dafür sind mineralische Werkstoffe, beispielsweise Quarzsand. Diese werden zu einem sehr feinen Pulver zermahlen. Das wird anschließend mit flüssigem Acrylharz und gegebenenfalls Farbpigmenten vermischt. Es entsteht eine auch in kaltem Zustand gussfähige Masse, die sich deshalb ähnlich leicht verarbeiten lässt wie Beton.

In diesem Zustand wird die Masse in Formen gegossen. Wenn das Acrylharz aushärtet, bindet es gleichzeitig das Keramikpulver und es entsteht ein sehr langlebiges Produkt, das nur etwa halb so schwer ist wie eine vergleichbare Duschwanne aus Sanitärkeramik. Zum Schluss erfolgt eine Politur und der Auftrag eines robusten Schutzlackes, der das Material vollständig von der Umgebung abkapselt.

Solche Wannen haben ebenfalls ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings ist die Auswahl recht gering, da Mineralguss erst seit vergleichsweise kurzer Zeit auch im Sanitärbereich verwendet wird.

Punkt 5 

Edelstahl rostfrei

Bei Emaille-Duschwannen muss der Stahl geschützt werden, weil er nicht rostfrei ist. Wird jedoch anderer Stahl herangezogen, kann die Oberflächenbeschichtung auch gänzlich unterbleiben. Das gelingt durch Edelstahl rostfrei. Die Herstellung und Eigenschaften daraus bestehender Duschwannen sind prinzipiell sehr ähnlich wie beim emaillierten Stahl. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Edelstahl-Wannen vollkommen unempfindlich selbst gegen gröbste Belastungen sind.

Allerdings zu dem Nachteil, dass es nur einen sehr „stählernen“ Look gibt, der sich lediglich durch die Oberflächenbehandlung (Polieren, matt Bürsten…) steuern lässt.

Punkt 6

Fliesen

Nach wie vor sind viele Badezimmerböden gefliest. Theoretisch und praktisch besteht deshalb auch die Option, eine (bodengleiche) Duschwanne zu verfliesen. In aller Regel geschieht dies, indem eine Grundwanne (meist aus Kunststoff) in den Boden eingelassen wird. Sie fungiert als Grundgerüst, nimmt auch die Technik des Ablaufs auf. Jedoch besteht darin genügend Platz, um nach eigenem Gusto dort Fliesen einzukleben.

Der Vorteil hier ist, dass der Boden der Dusche keinen Bruch im Look des gesamten Badezimmers bedeutet. Allerdings muss dabei auf besonders rutschfeste Fliesen geachtet werden, die zudem natürlich begehbar sein müssen. Außerdem muss je nach Art der Grundwanne mitunter darauf geachtet werden, dass beim Verfliesen das richtige Gefälle in Richtung Abfluss hergestellt wird – geschieht dies nicht, wird an bestimmten Stellen Wasser stehen, wodurch Schimmel entsteht.

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