Brandschutz zuhause

Brandschutz zuhause: Was kann man tun?

Brände in Wohnungen werden besonders häufig durch defekte elektronische Geräte oder menschlichen Leichtsinn verursacht, unabhängig davon, ob es der Kurzschluss im Toaster, die Zigarette im Bett oder Kerzen, die unbeaufsichtigt brennen, sind. Es kommt daher auf umfassende vorbeugende Maßnahmen an, um den Ernstfall zu verhindern. Auf entsprechende Brandschutzmaßnahmen sollte daher in keinem Haus und in keiner Wohnung verzichtet werden.

Welche Maßnahmen ergriffen werden können, um den Brandschutz im eigenen Zuhause möglichst sicher zu gestalten, erklärt der folgende Beitrag. ► so entsteht Feuer ► Gefahrenquellen kennen ► baulicher Brandschutz ► Brandschutz-Verhalten ► Brandschutz-Equipment

Punkt 1

1. Die Ausgangslage

Laut Angaben der Feuerwehr kommt es in Deutschland jährlich zu circa 200.000 Wohnungsbränden, die mithilfe simpler Brandschutzmaßnahmen verhindert werden könnten. Daneben stehen ebenfalls Möglichkeiten zur Verfügung, die dafür sorgen, dass bereits entstandene Brände an ihrer Ausbreitung gehindert werden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise innovative Brandschutzfenster.

1.1. Interessante Fakten

  • Jährlich brennt es rund 200.000 Male hierzulande.
  • Brandursache Nummer 1 im Haus sind Probleme mit der Elektrizität.
  • Auch ein kleiner Schwelbrand entwickelt innerhalb von 2 bis 4 Minuten giftigen Rauch, der nach dem Einatmen zu Bewusstlosigkeit führt.
  • Brandmelder sind in Deutschland heutzutage bei Neubauten  oder Renovierungen ein Pflichteinbau.

1.2. Feuer kann schnell entstehen

Drei Dinge müssen vorhanden sein, um ein Feuer im Haus zu entfachen:

  1. Brennbares Material (Teppich, Holz, Papier, Gardinen ...)
  2. Luftzufuhr (bzw. der Sauerstoff darin)
  3. Eine Wärmequelle, dessen Wärme die Zündtemperatur des brennbaren Materials in der Nähe überschreitet.

Meist geht es so vor sich:

  1. Ein überhitztes Elektrogerät entzündet ein brennbares Material in der Nähe.
  2. Das Feuer breitet sich lokal aus.
  3. Die Zimmertemperatur steigt erheblich.
  4. Die Zimmertemperatur erreicht die Zündtemperatur anderer brennbarer Materialien im Zimmer und entzündet diese. Die Folge: Das Feuer breitet sich rasant aus und ist nicht mehr im Alleingang zu stoppen.

Punkt 2

2. Identifizierung von Gefahrenquellen

2.1. Brandursache Nr. 1: Elektrogeräte

Es gibt wohl kein Zuhause, in dem keine Gefahrenquellen für einen Brand zu finden sind. Diese bestehen schließlich bereits in herkömmlichen Elektrogeräten, wie Stromsparlampen, PCs oder Ladegeräten. Diese Geräte lösen Brände häufig aufgrund mangelnder Fertigungsqualität oder Überlastung aus. Bei einer Überspannung können die Geräte in Brand geraten, durchschmoren und sogar explodieren.

Daneben erhöht sich das Risiko eines Wohnungsbrandes ebenfalls maßgeblich, wenn Kabel, Steckdosen und Stecker zu hohen Strapazen ausgesetzt werden und es so zu einer übermäßig starken Erhitzung der Stromleitungen kommt. Dies wird zum Beispiel dadurch verursacht, dass an einer Steckdose durch eine Mehrfachsteckdose zahlreiche Geräte angeschlossen werden.

2.2. Die Küche

Auch in der Küche lauern zahlreiche Brandgefahren. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang etwa heißes Fett in Kochtöpfen oder Fritteusen. Der Dunstabzug sorgt in vielen Fällen dafür, dass die Flammen über den Herd gezogen und so die gesamte Küche in Sekundenschnelle in Brand gesetzt wird.

Generell dürfen derartige Flammen niemals mit Wasser gelöscht werden, da es dann zu einer Fettexplosion kommt.

Die Flammen müssen stattdessen mithilfe eines Backbleches oder eines Deckels, die auf die Pfanne gelegt werden, erstickt werden.

2.3. Rauchen

Menschen, die in ihrer Wohnung rauchen, müssen darüber hinaus eine besondere Vorsicht an den Tag legen. Die Glut der Zigaretten führt schließlich schnell dazu, dass sich Teppichböden, Tischdecken, Matratzen und Kunststoffe in kürzester Zeit entzünden. Daneben fängt auch der Mülleimer schnell Feuer, wenn in diesen noch glühende Zigarettenstummel geworfen werden.

2.4. Brennbare Flüssigkeiten

Die Gefahr, welche von brennbaren Flüssigkeiten ausgeht, wird ebenfalls von vielen Menschen unterschätzt. Gelagert werden diese in Form von brennbaren Farben, Gasen, Reinigern oder Spiritus oft im Heizungsraum oder dem Keller.

Sollte in diesen Räumen ein Brand ausbrechen, wird er durch die Flüssigkeiten beschleunigt, außerdem geht von Gasflaschen eine zusätzliche hohe Explosionsgefahr aus.

Sind die Brandrisiken im eigenen Zuhause bekannt, ist eine bewusste Vorbeugung gegen Brände möglich. Außerdem sind Maßnahmen zu berücksichtigen, welche ihre Wirkung entfalten, wenn bereits ein Brand entstanden ist. Dem wenden wir uns nun zu.

2.5. Kerzen und Co.

Die Zeit um Weihnachten herum ist bekannt dafür, dass häufig Wohnungsbrände auftreten. Der Klassiker dabei: die vergessene Kerze auf dem Adventskranz (oder am Tannenbaum). 

Punkt 3

3. Einfache Maßnahmen für den Brandschutz zuhause

3.1. Gegen Brände aufgrund von Elektroproblemen

Um die Brandgefahr zu reduzieren, ist es demnach empfehlenswert, das Stromnetz dauerhaft nur mit möglichst wenigen Geräten zu belasten und ausschließlich Elektrogeräte zu verwenden, welche über ein VDE-Prüfzeichen verfügen.

vde pruefsiegelVDE-Prüfsiegel

Eine potenzielle Gefahr geht daneben auch von Stand-By-Modi aus, da die Geräte durch diese kontinuierlich unter Spannung stehen und sich dadurch erwärmen, sodass das Risiko eines Kurzschlusses, einer Überspannung oder Überhitzung maßgeblich steigt.

Daneben ist jedoch stets auch auf eine ausreichende Belüftung der elektronischen Geräte zu achten. Oft werden Stereoanlage oder Fernseher in einem Schrank platziert, wodurch es leicht zu einem Wärmestau kommt, der ebenfalls einen Brand auslösen kann. Es ist daher wichtig, dass Elektrogeräten auf allen Seiten stets ausreichend Platz für die Belüftung eingeräumt wird.

Im Stromnetz kann es durch Blitzeinschläge zu Überspannungen kommen, welche die Wohnung ebenfalls in Brand setzen können. Auf vorbeugende Maßnahmen kann so auch in diesem Zusammenhang nicht verzichtet werden. Beispielsweise sollten lediglich Steckdosen im Zuhause genutzt werden, die mit einem Überspannungsschutz ausgestattet sind. Sinnvoll ist daneben auch die Installation einer Blitzschutzanlage, die für einige Gebäude sogar per Gesetz vorgeschrieben wird.

3.2. Brennbare Flüssigkeiten

Brandbeschleuniger und Campinggasflaschen dürfen niemals auf Speichern oder in Kellern gelagert werden. Vielmehr gehören diese Gegenstände an gut durchlüftete und überdachte Orte, an denen sie keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

3.3. Standardmaßnahmen

Standardempfehlungen zur Vorbeugung eines Feuers

Wichtig ist es, schon im Vorfeld darauf zu achten, dass die Zündquellen nicht oder nur kontrolliert mit den brennbaren Stoffen in Berührung kommen.

  • Dazu gehört beispielsweise, Feuerzeuge und Streichhölzer so aufzubewahren, dass sie für die Kinder unerreichbar sind.
  • Elektrogeräte sollten so aufgestellt werden, dass sie gut belüftet werden.
  • Smartphone und Co. sollten beim Aufladen auf einer feuerfesten Unterlage stehen.
  • Der Kamin sollte mit einer entsprechenden Brandschutzdämmung versehen werden.
  • Beim Kochen sollte die Küche nach Möglichkeit niemals gleichzeitig von allen Personen verlassen werden. Denn Öle und Fette können sich innerhalb von Sekunden entzünden und ganz schnell auch die Küchenmöbel und den Elektroherd in Brand setzen.
  • Vor dem Verlassen der Wohnung sollten alle Elektrogeräte und Feuerstellen noch einmal überprüft werden.
  • Wenn die elektronischen Geräte nicht in Verwendung sind, sollten sie vom Strom getrennt werden, um keinen Kurzschluss zu riskieren. Auch Ladegeräte!
  • Staub kann ebenfalls zur Gefahr werden. Deshalb ist es wichtig, die Lüftungsgitter von Heizungsanlagen, die Rückseite des Kühlschranks oder der Waschmaschine und alle anderen Plätze, wo sich der Staub durch Überhitzung entzünden könnte, regelmäßig zu beseitigen. Das funktioniert in der Regel ganz einfach mit einem entsprechenden Aufsatz für den Staubsauger.

Punkt 4

4. Brandschutztechnik für Zuhause

4.1. Die Feuermelder

Es steht eine große Auswahl an Brandschutztechnik zur Verfügung, welche die Sicherheit in den heimischen vier Wänden maßgeblich erhöht. Eine besonders große Bedeutung geht in diesem Zusammenhang von Gas- und Rauchmeldern aus, deren Alarm bereits bei der Entstehung eines Feuers aktiviert wird, sodass ein rechtzeitiges Eingreifen möglich ist und die Flammen an ihrer Ausbreitung noch gehindert werden können.

Selbstauslösende Brandmelder sollten vor allem in den Räumen montiert werden, die als Schlafstätte dienen. Zu vielen Todesfällen kommt es schließlich nicht durch den unmittelbaren Feuerkontakt, sondern im Schlaf durch eine Gas- oder Rauchvergiftung.

Pro Etagenflur besteht die Grundausstattung außerdem in mindestens einem zusätzlichen Feuermelder. Wichtig ist jedoch, dass die Geräte sowohl mit dem VdS-Prüfsiegel als auch der CE-Kennzeichnung ausgestattet sind.

Die Angebote an Brandmeldern sind günstig und vielfältig:



Beitrag: Brandschutzmelder – was beachten?

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4.2. Die Feuerlöscher

Allerdings sorgen nicht nur Feuermelder dafür, dass die Sicherheit gegen Brände im Zuhause maßgeblich erhöht werden kann. Ein idealer Brandschutz lässt sich auch durch die Ausstattung mit Feuerlöschern erzielen. Diese sind mit verschiedenen Löschmittel für unterschiedliche Brandklassen im Handel erhältlich. Welches Modell für die Bekämpfung des Brandes genutzt werden sollte, ist dabei von dem brennenden Material abhängig.

Im Wohnbereich sollte mindestens ein Handfeuerlöscher an einem Ort platziert werden, der stets frei zugänglich ist. Empfehlenswert ist beispielsweise die Anbringung im Flur. Wichtig ist dabei, dass ausreichend Löschmittel in dem Feuerlöscher vorhanden ist und mit dessen Gewicht problemlos umgegangen werden kann.

Der Rat der Feuerwehr lautet für Privathaushalte, auf einen Handfeuerlöscher, der sechs Liter Löschmittel beinhaltet, zurückzugreifen. Hinsichtlich des Löschmittels sollte auf Schaumlöscher oder ABC-Schaumlöscher gesetzt werden. Diese sind nicht teuer:



Video: Tipps für den Einsatz eines Feuerlöschers

Länge: 2 Minuten

4.3. Die Löschdecken

In vielen Haushalten wird im Bereich des Brandschutzes auch auf eine Löschdecke zurückgegriffen. Diese ist vor allem dazu geeignet, Entstehungsbrände abzulöschen.

Feuerlöschdecken sind entweder aus flammenhemmender Wolle, flamm- und hitzebeständigen Nomex-Fasern oder aus Glasfasergewebe gefertigt. Sobald die Decke über ein gerade entstehendes Feuer geworfen wird, werden die Flammen durch sie erstickt. Die Decke darf von dem Brandherd erst dann wieder entfernt werden, wenn dieser abgekühlt ist.

Im Bereich der Löschdecken ist die DIN EN 1869 von Bedeutung. Diese zeigt an, dass die jeweilige Löschdecke in der Lage ist, Brände, die aus maximal drei Litern Speiseöl entstehen, zu löschen. Für größere Mengen sind die Löschdecken jedoch nicht geeignet. Angebote:



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Punkt 5

5. Video: Verhalten im Brandfall, Feuerwehr-Tipps

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Punkt 6

6. Weiterlesen

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