Eine Katze am gut gedämmten Fenster

Niedrigenergiehaus Merkmale – das ist zu beachten: Vorteile, Nachteile, Heizsysteme ...

In heutigen Zeit werden Nachhaltigkeit und Klimaschutz großgeschrieben. Nicht umsonst liegen nachhaltiges Bauen und nachhaltige Altbausanierung im Trend. So greifen immer mehr Hausbauer auf Niedrigenergiehäuser zurück. Beim Bau eines Niedrigenergiehauses sowie bei der Sanierung von Altbauten müssen einige Punkte berücksichtigt werden.

Punkt 1

Der Begriff des Niedrigenergiehauses

Definition Niedrigenergiehaus: Ab welchen Werten gilt ein Haus als Niedrigenergiehaus? Bei einem Niedrigenergiehaus handelt es sich um ein Gebäude, welches im Vergleich zu anderen Gebäuden wesentlich weniger Energie verbraucht, indem es das energietechnische Anforderungsniveau für bauliche Anlagen unterschreitet. Dies gilt nicht nur für Neubauten, sondern zugleich für sanierte Altbauten. Es gibt Niedrigenergiehäuser bei allen Haustypen, auch als Bungalow.

Derartige Bauten zeichnen sich insbesondere durch sehr energieeffizient ausgeführte Dämmmaßnahmen an den Türen, Fenstern und vor allem an den Innen- und Außenwänden aus. Beim Bau eines Hauses und der Sanierung von Altbauten ist die aktuelle Energiesparverordnung einzuhalten. Diese regelt in Bezug auf den Energieverbrauch die rechtlich zulässigen Höchstwerte.

Entscheidendes Merkmal für ein Niedrigenergiehaus

Die Anforderungen für Deutschland: Hiernach liegt ein Niedrigenergiehaus dann vor, wenn das betreffende Gebäude die gesetzlich limitierten Höchstwerte deutlich unterschreitet. Dieser Höchstwert liegt bei 70 Kilowattstunden pro m² jährlich.

Weitere Niedrigenergiehaus-Merkmale:

Zentrales Gestaltungselement eines Niedrigenergiehauses ist in der Regel eine energetisch effizient ausgeführte Wärmedämmung von Dach und Hauskörper. Die gute Wärmedämmung von Außenwänden, Fenstern und Außentüren sorgt dafür, dass die aufzuwendende Heizenergie gering ausfällt. Auch ein Nullenergiehaus wäre demnach ein "Niedrigenergiehaus".

Was ist für dich ein Niedrigenergiehaus?

 

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Video: mit kombinierten Maßnahmen zum Niedrigenergiehaus

Länge: 2:30 Minuten – sehenswert!

Punkt 2

Vorteile und Nachteile eines Niedrigenergiehauses

Je energieeffizienter ein Haus gebaut wird, desto komplexer fällt der Bau dieses Hauses aus, zumal neben der Ausrichtung und der Bauform eine effizient gedämmte Fassadendämmung im Kombination mit einer entsprechenden Heiztechnik die Parameter für den Bau eines solchen Hauses vorgeben. Daher fallen die Kosten für den Bau höher aus.

Die anfänglich zu investierenden Mehrkosten werden aber kompensiert durch einen deutlich geringeren Energieverbrauch. Dies schont nicht nur langfristig den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt; vor allem dann, wenn in einem ohnehin schon optimal gedämmten Niedrigenergiehaus ein effizientes Heizsystem integriert ist.

Punkt 3

Das Niedrigenergiehaus und sein Heizsystem

Wer ein Niedrigenergiehaus baut, wird regelmäßig auf Solar, -Holz oder etwa Erdwärmeheizungen zurückgreifen.

Heizen mit Holz

Als klimatechnisch besonders wertvoll gilt momentan das Heizen mit Holz. Da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, fällt der CO2-spezifische ökologische Fingerabdruck beim Beheizen eines Niedrigenergiehauses mit Holz gering aus. So kann der stolze Besitzer eines Niedrigenergiehauses seinen Kachel -oder Lehmofen beispielsweise mit Holz und Pellets bestücken. Neben Kachel -oder Lehmöfen kommen alternativ sog. Heizkamine in Betracht.

In Bezug auf andere Schadstoffarten wie Feinstaub können Holzheizungen und -kamine oftmals nicht gerade glänzen.

Zu beachten ist auf jeden Fall, dass die Heizöfen möglichst so integriert werden, dass unter Zuhilfenahme von Wasserwärmetauscher bzw. Kaminzüge sämtliche Räumlichkeiten mit Wärme versorgt werden.

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Heizen mit Holz

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Steigende Preise für fossile Brennstoffe und der Treibhauseffekt machen Holz mit Holz wieder interessant. Holz ist eine erneuerbare Energie und ist (fast) kohlendioxidneutral. Es wird bei der Verbrennung nur so viel Co2 freigesetzt, wie während des Wachstums gespeichert wurde. Allerdings darf nur eingeschränkt von Co2-Neutralität gesprochen werden, da für den Transport und Weiterverarbeitung von Holz zum Brennstoff fossile Energie benötigt werden. Weiterhin werden, vor allem bei der Verbrennung von Pellets und Hackgut viele Stickoxide und  Staub  frei.

Solaranlagen

Häufig zum Einsatz kommen thermische Solaranlagen. Die so über die Sonnenenergie gewonnene Wärme kann zum einen für die Trinkwassererwärmung und zum anderen zur Beheizung der Räumlichkeiten herangezogen werden. Sofern Solaranlagen zur Beheizung der Räumlichkeiten eingesetzt werden sollen, bedarf es einer entsprechend großen Kollektorfläche.

Mehr zu: Warmwasser solar unterstützen

Warmwasser solar unterstützen - Ratgeber

Warmwasser kann solar unterstützt werdenNebenkosten liegen bei vielen Mietern eines Hauses inzwischen auf dem gleichen Niveau, wie die Miete und auch bei Hausbesitzern schlagen die Kosten für Wasser, Heizung und Strom nicht selten sehr stark zu Buche. Höchste Zeit also, sich mit alternativen Energien zu beschäftigen und die Möglichkeiten, Warmwasser solar zu unterstützen, für das eigene Haus zu prüfen.

Wärmepumpen-Energiegewinnung

Immer mehr im Trend kommen sog. Wärmepumpen. Diese gelten nicht zu Unrecht als sehr energiesparend. Dies vor allem in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage oder einer solarthermischen Anlage. Für technisch Versierte sind die auf dem Markt erhältlichen diversen Arten von Wärmepumpen interessant. Je nach Art der Wärmequelle und dem entsprechenden Heizmedium wird zwischen Wasser/Wasser-Wärmepumpen, Sole/Wasser-Wärmepumpen und Luft/Luft-Wärmepumpen sowie Luft/Wasser-Wärmepumpen differenziert.

Neben der Erdwärme kommen als Energiequellen Sonnenenergie, Innen -bzw. Außenluft als auch Grund -bzw. Oberflächenwasser in Betracht.

Mehr zur Wärmepumpen-Entscheidung

Wärmepumpe – was ist zu beachten?

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Wärmepumpe – was ist zu beachten? Systeme, notwendige Voraussetzungen, Förderungen

Die Zahlen sprechen für sich. In fast jedem dritten, neu errichteten Eigenheim wird eine Wärmepumpe eingebaut. Diese Entwicklung resultiert unter anderem aus den aktuellen Richtlinien der Energieeinsparverordnung (EnEV). Nicht zuletzt haben sich die diesbezüglichen Ansprüche der Häuslebauer und Eigenheimbesitzer verändert. Klassische Heizsysteme rücken somit mehr und mehr in den Hintergrund. Fakt ist, dass Wärmepumpen, im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen, weit mehr zu bieten haben. Zugleich ist im Vorfeld der Anschaffung einiges zu beachten.

Blockkraftwerke

Für ein Niedrigenergiehaus bietet es sich ebenfalls an, Strom und Wärme selbst zu erzeugen. Sehr effektiv ist hier der Einbau eines Blockheizkraftwerkes. Diese gibt es mittlerweile bereits für Einfamilienhäuser. Als Energiequellen kommen neben den herkömmlichen fossilen Brennstoffen die für ein umweltfreundliches Niedrigenergiehaus passenden regenerativen Energieträger zum Einsatz. Hierbei kann es sich im Einzelnen um Rapsöl, Biodiesel, Biogas, aber auch Holzpellets handeln.

Mehr zu: Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus

Blockheizkraftwerk Einfamilienhaus

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Blockheizkraftwerk für Einfamilienhaus – macht das Sinn?

Üblicherweise werden Heizöl, Gas oder Holz in Brennkesseln von Heizungssystemen in Einfamilienhäusern in Wärme umgewandelt. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist darüber hinaus in der Lage, zusätzlich elektrische Energie zu generieren. Dieser Strom kann entweder in das öffentliche Netz gespeist oder selber genutzt werden.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Herstellern, die auch kleine Blockheizkraftwerke für Einfamilienhäuser anbieten. Die Investitionskosten für solche sogenannten Mini- oder Mikro-Blockheizkraftwerke haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert. Sind solche Kraftwerke im Einfamilienhaus darum mittlerweile eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Heizungen?

Wichtig für die Wärmespeicherung: die Fenster

Beim Bau eines Niedrigenergiehauses muss unbedingt auf den Einbau der richtigen Fenster geachtet werden. Entsprechend der Energiesparverordnung von 2014 dürfen diese keinen höheren U-Wert als 1,0 W/m² K aufweisen. Je niedriger dieser U-Wert ausfällt, desto geringer ist der durch das Fenster ausgehende Wärmeverlust.

Wichtige Punkte beim Fenster

Grundbegriffe zum Fenster

FensterWie gut ein Fenster die Wärme im Haus hält, erkennt man am Wärmedurchgangskoeffizient, dem U-Wert des Fensters. Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme bei einem Temperaturgefälle von einem Grad Kelvin zwischen Außenwelt und Innenraum durch einen Quadratmeter Fensterfläche verloren geht.

Der Wärmeverlust wird dabei in Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m2K) angegeben.

Je geringer der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung des Fensters.

Für Fenster gibt es einige sinnvolle Erweiterungen bzw. Ergänzungen bezüglich des herkömmlichen U-Werts. Angegeben sind die europäischen Bezeichnungen:

  • Der Ug–Wert (g für engl. glazing: Glaß) ist eine für die Verglasung von Fenstern abgewandelte Variante des U-Werts. Hier wird, anstatt der ursprünglichen Temperaturdifferenz von einem Grad Kelvin, 15 Grad Kelvin veranschlagt.
  • Der Uf–Wert (f für engl. frame: Rahmen) ist gibt Auskunft über die Wärmedämmgrad bzw. Wärmedämmeigenschaften des Fensterrahmens bzw. des Rahmenmaterials
  • Der Uw–Wert (w für engl. window: Fenster) ist eine Kombination aus dem Ug –Wert und dem Uf –Wert. Er informiert über die Wärmedämmeigenschaften des gesamten Fensters und bietet somit einen schnellen Überblick.

Welche Heizung einbauen?

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Welche Heizung soll ich einbauen? 8 Systeme im Vergleich

Noch um die Jahrtausendwende hatten Häuslebauer oft nur die Wahl zwischen 2-3 möglichen Heizsystem für Ihren Neubau. Heutzutage ringen mehr als ein halbes Dutzend Heizungsarten – abhängig von den Möglichkeiten vor Ort – um die Gunst der Bauherren. Bei den Investitionskosten, bei den Verbrauchskosten und den betriebsgebundenen Kosten für Wartung, Schornsteinfeger und Betriebsstrom unterscheiden sich die Heizanlagen deutlich.

Wir stellen die einzelnen Heizsysteme mit ihren wichtigsten Vor- und Nachteilen vor.

Punkt 4

Das Niedrigenergiehaus und die Wohnraumlüftung

Ein weiteres Stichwort bei der Errichtung eines Niedrigenergiehauses oder der energieeffizienten Sanierung eines Altbaus ist die kontrollierte Belüftung. Dieser Punkt ist nämlich deshalb so besonders wichtig, weil ein Niedrigenergiehaus im Prinzip luftdicht versiegelt sein muss.

Andererseits muss aber die in den Räumlichkeiten entstehende Feuchtigkeit nach außen dringen können. Neben einer Dunstabzugshaube in der Küche ist daher prinzipiell regelmäßiges Lüften angesagt. Hierbei geht wiederum Wärme verloren; zudem ist manuelles Lüften für viele Hausbesitzer zu aufwendig. Abhilfe schafft hier beispielsweise eine Lüftungsanlage mit einer sog. Wärmerückgewinnung. Das Prinzip ist recht einfach: Mit Hilfe solch einer Anlage wird verbrauchte Luft aus den Küchenbereichen sowie Bad und WC nach außen geführt und in die Wohn -und Schlafbereichen frische Luft zugeführt. Hierdurch steigt das Wohnklima erheblich, zumal gleichzeitig Staubpartikel und Pollen beseitigt werden.

So funktioniert eine dezentrale Wohnraumlüftung

So funktioniert eine Dezentrale Wohnraumlüftung

So funktioniert eine Dezentrale Wohnraumlüftung | Vorteile & Nachteile

LüfterIch habe mich bereits vor knapp 20 Jahren eindrucksvoll von der Leistungsfähigkeit einer Wohnraumlüftungsanlage überzeugen können. Man stelle sich die Einweihungsparty eines jung verheirateten Ehepaares vor, dessen Eltern kräftig beim Bau des Hauses gesponsert hatten. Ich sollte morgens nach der Feier den Autoschlüssel für einen Bulli aus dem Haus abholen. Als ich um 10 Uhr klingelte, machte mir der deutlich verkaterte Hausherr die Tür auf und geleitete mich in den Wohnraum. Die Szenerie war wie erwartet beeindruckend, aber eine Sache fehlte.

Punkt 5

Das Niedrigenergiehaus und seine Fördermöglichkeiten

Die höheren Investitionskosten für ein Niedrigenergiehaus rentieren sich auf lange Sicht. Von großer Bedeutung sind die entsprechenden Fördermittel, um die höheren Kosten bereits am Anfang zumindest teilweise zu kompensieren. Im Zusammenhang mit Blockheizkraftwerken in Einfamilienhäusern gestattet das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz einen staatlichen Zuschlag von momentan 5,11 Cent pro Kilowattstunde. Im Übrigen kann der Bauherr bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in den Genuss eines der Förderprogramme kommen. Dies gilt nicht nur für den Neubau, sondern auch im Falle einer energieeffizienten Sanierung eines Altbaus.

Mehr zu den Fördermöglichkeiten

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Bauförderung Hausbau: Übersicht bundesweite und regionale Fördermöglichkeiten

Programme, Hilfstools, Auflistungen, bundesweit und regional

Die Bauförderung ist stark dezentralisiert - auf den Bauherren mag so manche (positive!) Überraschung warten, wenn er alle Programme ermittelt.

{/sou Fazit Der Bau eines Niedrigenergiehauses sowie eine energieeffiziente Sanierung schonen mittel -bis langfristig nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch Klima und Umwelt. Bücher zum Niedrigenergiehaus {source}

Punkt 8

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Mit der richtigen Dämmung zum Niedrigenergiehaus

Wärmedämmung ist nicht nur bei der Renovierung von Altbauten ein großes Thema. Die Dämmung der einzelnen Bereiche des Hauses ist sowohl aus energetischer als auch aus finanzieller Sicht nicht zu vernachlässigen. Es gibt viele Bereiche, in denen Immobilienbesitzer aktiv etwas für ihr Haus tun können. Dieser Beitrag gibt Antworten auf wichtige Fragen und hilft, sich im Dschungel der Wärmedämmung zurechtzufinden.

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