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Blockheizkraftwerk für Einfamilienhaus – macht das Sinn?

Üblicherweise werden Heizöl, Gas oder Holz in Brennkesseln von Heizungssystemen in Einfamilienhäusern in Wärme umgewandelt. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist darüber hinaus in der Lage, zusätzlich elektrische Energie zu generieren. Dieser Strom kann entweder in das öffentliche Netz gespeist oder selber genutzt werden. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Herstellern, die auch kleine Blockheizkraftwerke für Einfamilienhäuser anbieten. Die Investitionskosten für solche sogenannten Mini- oder Mikro-Blockheizkraftwerke haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert.

 
 

Punkt 1

Funktionsprinzip

Ein Blockheizkraftwerk macht sich die Kraft-Wärme-Kopplung zunutze. Dabei wird die beim Heizen entstehende Abwärme genutzt, um einen Generator mittels eines Motors anzutreiben. BHKW können sowohl mit Öl oder Gas betrieben werden. Der Motor überträgt die Bewegungsenergie nicht wie etwa ein Auto auf das Getriebe, sondern treibt einen Generator an. Dieser wiederum erzeugt elektrischen Strom, der genutzt werden kann. Im Durchschnitt werden dabei pro Kilowattstunde (kWh) Strom drei kWh Wärme produziert.

Um ein BHKW auch wirtschaftlich betreiben zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Punkt 2

Wann macht ein BHKW Sinn?

Ein Blockheizkraftwerk ist immer dann von der monetären Seite her betrachtet sinnvoll, wenn es sich in dem entsprechenden Gebäude wirtschaftlich betreiben lässt. Eine hohe Laufleistung ist für einen kosteneffizienten Betrieb der Anlage unerlässlich. Im besten Fall läuft das BHKW kontinuierlich und wird selten ausgeschaltet. Dies wird sich bei einem Einfamilienhaus aber nicht aus dem Heizbedarf heraus begründen lassen.

Mindestens sollte die Anlage 6000 Stunden im Jahr in Betrieb sein. Der überschüssige Strom, der nicht selber genutzt werden kann, lässt sich unkompliziert in das öffentliche Netz einspeisen. Um einen möglichst effizienten Betrieb sicherzustellen und die Investitionskosten schnell wieder zu amortisieren, ist vor allem die richtige Dimensionierung entscheidend.

Generell lässt sich sagen

Ein BHKW im Einfamilienhaus lohnt sich immer dann, wenn die Kosteneinsparungen und Erlöse durch den selbst erzeugten Strom innerhalb weniger Jahre über den Anschaffungskosten des Blockheizkraftwerkes liegen. Damit das eintritt, muss das BHKW möglichst lange Zeit im Jahr unter voller Last laufen, um ausreichend Strom zu produzieren.

Ob diese Laststufe im konkreten Einfamilienhaus möglich ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und Nutzungsgewohnheiten ab. Nicht immer läuft ein BHKW lange genug, um am Ende rentabel zu sein. 

Mehr dazu im Grundlagenartikel über Blockheizkraftwerke.

Punkt 3

Auf die Planung kommt es an

Grundvoraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb eines BHKW in einem Einfamilienhaus ist die richtige Dimensionierung der Anlage. Da Blockheizkraftwerke eine sogenannte wärme-geführte Betriebsweise aufweisen, sollte ein möglichst gleichbleibender Wärmebedarf vorhanden sein. In Wohnimmobilien setzt sich der Wärmebedarf immer aus Grundlast und Warmwasserversorgung zusammen. Für Einfamilienhäuser kommen selbstverständlich nur kleine BHKW infrage. Diese Mini-BHKW können durchaus so dimensioniert werden, dass sie auch bei Doppelhaushälften oder Mehrfamilienhäusern genutzt werden können.

Die Leistung der möglichen Anlagen liegt zwischen 2,5 und 10 kW elektrischer und bis ca. 20 kW Wärmeleistung. Wer sich für ein Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus interessiert, sollte sich von einem Hersteller, zum Beispiel BHKW A-Tron, individuell beraten lassen.

Punkt 4

Vorteile eines BHKW auf einen Blick

  • Wirtschaftlichkeit: im Gegensatz zu Öl- und Gasheizungen durchschnittlich 40 % weniger Primärenergieverbrauch
  • Hocheffizientes Leistungsniveau nach individuellem Bedarf
  • Unabhängigkeit von Stromkosten
  • Wertsteigerung des Gebäudes

Darüber hinaus ist es möglich einige Förderungen in Anspruch zu nehmen, wenn man ein Blockheizkraftwerk zur gemeinsamen Wärme und Stromerzeugung nutzen möchte. Neben günstigen Darlehen und Zuschüssen für die Anschaffung kann auch der Betrieb der Anlage gefördert werden. Hier lohnt es sich die jeweils aktuellen Fördermaßnahmen zu berücksichtigen.

Sofern das Mini-BHKW für ein Einfamilienhaus richtig dimensioniert wird, bieten Blockheizkraftwerke im Gegensatz zu Öl- und Gasheizungen eine Reihe von Vorteilen. Im Gegensatz zur Stromerzeugung mittels Solaranlagen, ist der Betrieb eines BHKW unabhängig von Wettereinflüssen möglich.

Punkt 5

baum umwelt rr 400

BHKW und Umwelt

Da ein Blockheizkraftwerk die fossilen Brennstoffe bei kontinuierlichem Betrieb besonders effizient ausnutzt, gilt es weithin als umweltfreundlich. Unter anderem deswegen wird es auch vom Staat gefördert.

Natürlich stößt auch ein BHKW - wie jede Heizung, die von fossilen Energieträgern befeuert wird - Abgase aus. Wie gering diese sind, hängt von der individuellen Anlage ab. Eigenheimbesitzer sollten beim Hersteller nach den konkreten Abgaswerten fragen und diese ggf. mit alternativen Anbietern vergleichen.

Punkt 6

Nachteile eine BHKW im Einfamilienhaus

Hier ist vor allem der hohe Anschaffungspreis zu nennen und in geringerem Maße der Platzbedarf der Anlage.

Punkt 7

Fazit

Wer sich für den Betrieb eines Blockheizkraftwerks interessiert, sollte eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen und sich die Möglichkeiten im konkreten Einzelfall aufzeigen lassen. Auf lange Sicht lassen sich die Energiekosten mit einem BHKW deutlich reduzieren.

Punkt 8

Bücher zum Thema Blockheizkraftwerk

Punkt 9

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