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Wärmepumpe – was ist zu beachten? Systeme, notwendige Voraussetzungen, Förderungen

Die Zahlen sprechen für sich. In fast jedem dritten, neu errichteten Eigenheim wird eine Wärmepumpe eingebaut. Diese Entwicklung resultiert unter anderem aus den aktuellen Richtlinien der Energieeinsparverordnung (EnEV). Nicht zuletzt haben sich die diesbezüglichen Ansprüche der Häuslebauer und Eigenheimbesitzer verändert. Klassische Heizsysteme rücken somit mehr und mehr in den Hintergrund. Fakt ist, dass Wärmepumpen, im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen, weit mehr zu bieten haben. Zugleich ist im Vorfeld der Anschaffung einiges zu beachten.

Punkt 1

In welchen Häusern kann eine Wärmepumpe zum Heizen genutzt werden?

Zeitgemäß gedämmte Neubauten mit zentraler Lüftungssteuerung und Fußbodenheizung (bzw. einer Heizanlage, die nur eine niedrige Vorlauftemperatur benötigt) sind ideale Bewerber für eine Erdwärmeheizung.

Funktionsweise und Kosten der Wärmepumpe

Punkt 2

Was muss ich bei den unterschiedlichen Systemen beachten?

Unterscheidungsmöglichkeit: Wärmequelle

Man unterscheidet Wärmepumpen nach ihrer Wärmequelle (Luft, Erdwärme, Wasser)

  • Außenluft
  • Erdreich – Erdsonde
  • Erdreich – Erdreichkollektor

Wärmepumpe mit Erdreichkollektor

  • Grundwasser

Wärmepumpe mit Grundwasser

Die unterschiedlichen Systeme im Vergleich

Hier finden Sie die unterschiedlichen Anforderungen für die jeweilige Wärmequelle erläutert und für welches Gebäude/Grundstück welches System infrage kommt. Die Heizleistung der Wärmepumpe variieren zudem aufgrund individueller örtlicher Gegebenheiten.                 

 Wärmequelle Luft** Grundwasser Erdsonde Erdreichkollektor
Voraussetzungen Grundstück Keine Großer Garten außerhalb eines Wasserschutzgebietes Kleines Grundstück Große Grundstücksfläche ohne Bäume/Tiefwurzler
Neubau geeignet Ja Ja Ja Ja

Altbau geeignet***

Nur bei sehr guter Dämmung und Flächenheizung Eventuell Eventuell Eventuell

Installationsaufwand 

Klein Erhöht, 2 Bohrungen notwendig Erhöht, vertikale Bohrung Groß, horizontal verlegte Rohrleitungen in geringer Tiefe
Kosten System (€) 13.000 - 19.000 10.000 - 13.000 9.000 - 13.000 10.000 - 13.000 
Kosten Erschließung Wärmequelle (€) Keine/gering 1.000 bis 12.000 5.000 - 10.000 5.000 - 12.000
Baugenehmigung notwendig Nein Grundwassererschließung ist genehmigungspflichtig Sondenbohrung ist genehmigungspflichtig. Wasserrechtliche Anzeige erforderlich
Außengeräusche**** Ja, gering bei Außenaufstellung Keine Keine
Keine
Kühlfunktion Aktive Kühlung möglich Passive Kühlung möglich Passive Kühlung möglich Passive Kühlung möglich
Wartungsaufwand Kältemittelkreislauf muss gewartet werden. Gering Sehr gering Sehr gering
COP* 3,3 - 4,2 4,8 - 5,8 4,4 - 4,8 4,4 - 4,8
 Jahresarbeitszahl (JAZ)*  bis zu 4,1

oft mehr als 5

um die 4,5 um die 4,5
Leistungsschwankungen durch hohe oder niedrige Außentemperaturen Ab ca. -20 °C sehr ineffizient keine keine keine
Förderung BAFA & KFW BAFA & KFW BAFA & KFW BAFA & KFW
 Bemerkungen Erste Wahl, wenn kein Grundstück vorhanden.

Nutzung vorhandener Brunnen ev. möglich.

Leistungsabfall bei sinkendem Grundwasserspiegel.

Sehr hohe Effizienz.

Lebensdauer abhängig von Grundwasserqualität, ähnlich wie Erdwärmepumpe.

Benötigt wenig Platz.

Hohe Effizienz.

Die Erdarbeiten können in Eigenleistung durchgeführt werden.

Hohe Effizienz.

*Leistungszahl COP (Coefficient of Performance): Verhältnis der abgegebenen Wärmeleistung zur aufgenommenen elektrischen Leistung der Wärmepumpe. Je höher der Wert, umso effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt ganz ähnlich den Quotienten aus erzeugter Heizwärme durch zugeführten Strom wieder, allerdings für das gesamte Heizsystem.

** Die Luftwärmepumpe kann innen oder außen oder gesplittet aufgestellt werden.

*** Wärmepumpen arbeiten mit niedriger Vorlauftemperatur, darum brauchen sie eine gute Dämmung der Immobilie und ein Wärmeverteilsystem, das mit großflächigen Heizsystemen wie Fußbodenheizung, Wandheizung oder Deckenheizung arbeitet. Das ist auch in Altbauten mit guter Dämmung oft nicht gegeben.

**** Im Inneren erzeugt die Wärmepumpe ein Geräuschpegel zwischen 30 und 50 Dezibel.

Weitere Informationen gewünscht? Auf den Seiten des Herstellers STIEBEL ELTRON findet sich ein ausführlicher Ratgeber zur Wärmepumpe.

Welche Art der Wärmequelle von der Wärmepumpe ist dein Favorit?

 

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Punkt 3

Die Vorteile einer Wärmepumpe

Wärmepumpen heizen energieeffizient und umweltfreundlich

Eine Wärmepumpe wird den Anforderungen der Energieeinsparverordnung gerecht. Sie heizt ausgesprochen energieeffizient. Im Durchschnitt generiert sie mit einer Kilowattstunde Strom etwa drei bis fünf Kilowattstunden Energie. Wissenswert diesbezüglich ist, dass der Wert auch von der Jahresarbeitszahl abhängig ist.

Eine Leistungszahl von beispielsweise vier meint, dass das Vierfache des eingesetzten Stromes in Wärmeleistung umgewandelt wird.

Wärmepumpen sind zudem elementarer Bestandteil des aktiven Klimaschutzes. Denn sie bieten den Vorteil, dass sie vornehmlich mit Umweltwärme heizen. Dieser Energielieferant ist nahezu unerschöpflich.

Eine Wärmepumpe, die auf ein Haus mit günstigen Bedingungen für eine Wärmepumpe trifft, hat dadurch auch ausgesprochen niedrige Emissionswerte, der CO2-Ausstoß liegt um bis zu 90 % niedriger als bei Gas- oder Öl-Heizungen.

Die Möglichkeit zu kühlen

Anders als eine normale Heizung, ist eine Wärmepumpe nicht nur in der Lage zu heizen, sondern sie zeichnet sich auch durch ihre kühlenden Eigenschaften aus. Über die Hauslüftung kann die Immobilie problemlos runtergekühlt werden. Dieser Gesichtspunkt ist vor allem während der sommerlichen Jahreszeit von Relevanz.

Wenig Raumbedarf für die Heizung

Trotz der hohen Effizienz und der bemerkenswerten Funktionalität, nehmen Wärmepumpen in einer Immobilie vergleichsweise wenig Raum in Anspruch.

Zudem ist kein Schornstein für die Heizung notwendig.

Unabhängigkeit vom Rohstoffmarkt

Kosten- und umweltbewusste Eigenheimbesitzer wissen überdies sehr zu schätzen, dass der Betrieb einer Wärmepumpe gänzlich unabhängig von der Rohstoffversorgung bzw. vom Importmarkt ist. Mehr noch: Es besteht sogar die Möglichkeit, die Eigenversorgung aufzustocken, indem eine Wärmepumpe mit einer solaren Anlage gekoppelt wird. Dann besitzt man auch weitgehende Unabhängigkeit vom Stromanbieter.

Geringer Wartungsaufwand

Der Wartungsaufwand ist gegenüber einer normalen Heizung stark reduziert.

Zukunftssicher

Je nachdem, für welche Wärmepumpe sich Eigenheimbesitzer entscheiden, können sie den Wert ihrer Immobilie steigern, sowie insbesondere die langfristigen finanziellen Ausgaben reduzieren. Eine Wärmepumpe gilt als langlebig und macht in (fast) jeder Gebäudeart Sinn. Das ist nicht nur gut für die Haushaltskasse, sondern auch die Umwelt freut’s. So sichern zum einen zeitgemäße Effizienzkennwerte die Wertigkeit eines Hauses, andererseits spielt hierbei auch ein guter Gebäudeenergieausweis eine zentrale Rolle.

Punkt 4

Nachteile einer Wärmepumpe

Der Einbau einer Heizanlage mit Wärmepumpe erfordert im Schnitt (deutlich) höhere Investitionen, als bei einer konventionellen Heizung. Alle System benötigen:

  • Die eigentliche Wärmepumpe
  • Pufferspeicher (Schnittstelle zwischen Heizungssystem und Wärmepumpe , Faustformel: mindestens 20 Liter Volumen pro KW Heizleistung)
  • Trinkwasserspeicher
  • Technik / Regelung für die Heizanlage

In schlecht gedämmten, alten Immobilien mit Heizkörpern, die eine hohe Vorlauftemperatur benötigen, kann eine Wärmepumpen-Heizung selten wirtschaftlich betrieben werden. Eine Sanierung, die auf eine moderne Wärmepumpe setzt, kann sich als Fehler erweisen. Ob sich die erneuerbare Wärmetechnik lohnt, sollte man im Altbau immer von einem Energieexperten berechnen lassen. Ein Beispiel zeigt dieser kurze Film:

Punkt 5

Weiterhin zu beachten beim Einbau der Wärmepumpe

Bei der Anschaffung einer Erdwärmepumpe mit Sonde, oder einer Grundwasserwärmepumpe, ist es wichtig, dass – je nach Modell – zunächst eine oder mehrere Erdbohrungen durchgeführt werden. Dafür ist eine behördliche Genehmigung des zuständigen Wasseramtes unerlässlich. Dabei gilt allerdings, dass Bohrungen in Wasserschutzgebieten per Gesetz gänzlich verboten sind.

Ist hingegen der Kauf einer Luft-Wärmepumpe angedacht, müssen zwingend die so genannten Schallimmissionswerte der Technischen Anleitung Lärm (TA Lärm) eingehalten werden. Diese Einheit legt unter anderem die einzelnen Schallgrenzen für Wohn- und Gewerbegebiete fest. Um von Anfang an alles richtig zu machen, sind vor dem Aufstellen des Außenteils der Anlage entsprechende Messungen durchzuführen.

Die Auslegung bzw. Dimensionierung einer Wärmepumpen-Anlage ist eine komplizierte Angelegenheit. Die Planung sollte mit Hilfe einer speziellen Software (z. B.  Aquarea-Wärmepumpendesigner) erfolgen.

Punkt 6

Förderung der Wärmepumpe

Weil die Implementierung einer Wärmepumpe für die Umwelt nahezu ausschließlich Vorteile bietet und zugleich den Geldbeutel der Eigentümer schont, besteht die Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. Um diese zu erhalten, ist es wesentlich, im Vorfeld eine schadensunabhängige Versicherung für die Bohrung abzuschließen.

Die Förderung für eine Wärmepumpe fängt bei einem Zuschuss (!) von mindestens 1.300 € an. Die maximale Förderhöhe kann über 7.000 € betragen. Spezifische Voraussetzungen können beim Bundesverband Wärmepumpe nachgelesen werden.

Beitrag: Bauförderung Hausbau

Bauförderung Hausbau

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Bauförderung Hausbau: Übersicht bundesweite und regionale Fördermöglichkeiten

Programme, Hilfstools, Auflistungen, bundesweit und regional

Die Bauförderung ist stark dezentralisiert - auf den Bauherren mag so manche (positive!) Überraschung warten, wenn er alle Programme ermittelt.

Das GEG (Gebäudeenergiegesetz)

Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden

Das GEG trat am 1. November 2020 in Kraft. Das bisherige Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV) und das bisherige Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) treten mit dem Inkrafttreten des GEG außer Kraft. Das GEG fasst diese zusammen.

Ziel des GEG ist ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie in Gebäuden. Zusätzlich soll die Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom für den Betrieb der Gebäude gefördert werden.

Wie das bisherige Energieeinsparrecht für Gebäude enthält das neue GEG Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, die Pflicht zur Erstellung die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien in Immobilien. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

GEG-Anforderungen an Neubauten

  • Niedrigstenergie-Gebäudestandard
    Der Niedrigstenergie-Gebäudestandard wird in § 10 ähnlich wie früher geregelt. Ein neu gebautes Gebäude darf einen Endenergiebedarf von höchstens 45–60 kWh/m² pro Jahr aufweisen. Dieser Wert wird im im Jahr 2023 geprüft und ggf. verändert.
  • Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien
    Nach § 23 Abs. 1 darf aus erneuerbaren Energien gebäudenah erzeugter Strom beim Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes abgezogen werden, wenn er unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung im Gebäude selbst genutzt wird. Die Höhe des Abzugs bei Wohngebäuden regelt § 23 Abs. 2. Es ergeben sich Unterschiede, je nachdem, ob ein Stromspeicher zum Einsatz kommt oder nicht. Der Abzug beträgt höchstens 30 bzw. 45 %.

GEG-Anforderungen an Bestandsgebäude

Die energetische Qualität bestehender Gebäude darf bei Renovierung oder Sanierung nicht verschlechtert werden (§ 46). Die oberste Geschossdecke muss gedämmt werden (§ 47). Wenn Außenbauteile verändert oder erneuert werden (z. B. Fenster oder der Putz einer Außenwand), müssen dabei die in Anlage 7 genannten jeweiligen Mindeststandards hinsichtlich des Wärmedurchgangskoeffizienten zur Anwendung kommen (§ 48).

Regelungen zu Heizungs- und Kühlungsanlagen

Nach dem GEG sollen ab dem 1. Januar 2026 in Bestandsgebäuden neue Heizungen, die mit Öl oder festem fossilem Brennstoff betrieben werden, nur dann noch zu Einsatz kommen dürfen, wenn der Heizbedarf anteilig auch durch erneuerbare Energien abgedeckt wird (§ 72 Abs. 4). Ausnahme: Wenn Erdgas und Fernwärme nicht zur Verfügung stehen und die Nutzung erneuerbarer Energien nicht möglich ist oder zu einer unbilligen Härte führt.

Energieausweise (§§ 79–88)

§ 85 legt fest, welche Angaben im Energieausweis enthalten sein müssen, hier gibt es keine großen Veränderungen zu früher.
Bei Verkauf oder Vermietung gibt es eine Vorlagepflicht des Energieausweises für Verkäufer, Vermieter und Immobilienmakler (§ 80).
Beim Verkauf eines Ein- oder Zweifamilienhauses muss der Käufer ein informatorisches Beratungsgespräch zum Energieausweis mit einer nach § 88 ausstellungsberechtigten Person führen, soweit dies unentgeltlich angeboten wird.

Gesetzliche Vorschriften für Fenster

Seit dem 1. November 2020 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020). Für alle Renovierungen und Sanierungen seit dem 1.11.2020 (Sanierungsstart) müssen die Mindestanforderungen des GEG erfüllt werden. Vorher galt die Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 2014). Die Mindestanforderungen an Fenster sind in beiden Gesetzen gleich. Sie lauten:

  • Der höchstzulässige U-Wert der Verglasung (Ug-Wert) liegt laut EnEV 2014 bei 1,1 W/(m2K). Ausnahmen gelten z. B., wenn aus technischen Gründen kein dickeres Glas verbaut werden kann.
  • Werden Fenster komplett getauscht, so liegt der Uw-Wert wie im Neubau bei 1,3 W/(m2K).
  • Für neue Dachfenster darf der U-Wert maximal 1,4 (W/m²K) betragen.

Wichtig: Diese Mindestanforderungen genügen vielen Förderprogrammen nicht. In der Regel werden Fenster nur mit einem maximalen U-Wert von 0,95 W/m²K (Dachfenster 1,0 W/m²K) gefördert.

Das komplette Gesetz im Internet: http://www.gesetze-im-internet.de/geg/

Punkt 7

Fazit

Im Sinne der Umwelt, sowie mit Blick auf die langfristige Kostenersparnis, bieten sich Wärmepumpen in jedem Fall an. Ganz gleich, ob für privat oder gewerblich genutzte Immobilien: Es gilt zahlreiche Vorschriften und Richtlinien zu berücksichtigen. Wer hier den Überblick nicht verlieren will, ist gut beraten, sich direkt an den Wärmepumpe-Spezialisten seines Vertrauens zu wenden.

Punkt 8

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