Wohnung renovieren – was Mieter wissen sollten

In Mietverträgen gelten unterschiedliche Regelungen, wenn es um Renovierungen der Wohnung und um Schönheitsreparaturen geht. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) schreibt in § 535 Abs. 1. vor, dass der Vermieter verpflichtet ist, dem Mieter die Wohnung im vertragsgemäßen Zustand zu übergeben. Er muss auch für die Erhaltung dieses Zustands während der Mietzeit sorgen.

Der Vermieter kann unter bestimmten Voraussetzungen auch den Mieter zu Renovierungsarbeiten verpflichten. Dazu müssen im Mietvertrag entsprechende Klauseln vereinbart werden. Mieter sollten den Mietvertrag gründlich lesen, um über eventuelle Klauseln Bescheid zu wissen.

Häuserzeile mit Altbauwohnungen

Inhalt: Wohnung renovieren Mieter

1. Recht der Mieter zur Renovierung

Unabhängig davon, was im Mietvertrag geregelt ist, haben Mieter das Recht, ihre Wohnung zu renovieren. Mieter können die Wohnung nach ihrem persönlichen Geschmack gestalten, auch wenn sie nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet sind. Mehr  dazu:

Beitrag: Was man in einer Mietwohnung verändern darf

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Wenn wir uns eine Wohnung oder ein Haus mieten, dann gehen wir eigentlich davon aus, dass  dort handwerklich nicht mehr viel getan werden muss. Im Grunde ist es so, dass eine Mietwohnung bei der Übergabe schon fertig ist. In manchen Fällen muss zwar noch eine Küche eingebaut werden, doch meistens ist tatsächlich schon vor dem Einzug alles enthalten und fertig.

Dennoch kommt es immer wieder einmal zu Situationen, in denen man in der Wohnung gerne etwas ändern oder verbessern würde, vielleicht sogar verändern muss, weil es sich sonst dort nicht mehr gut leben lässt.

Die Frage lautet in einem solchen Fall: Wie weit darf ich als Mieter eigentlich gehen, was darf ich machen und was sollte ich lieber lassen?

Man sollte sich ausführlich mit dieser Frage befassen, wenn es denn soweit ist, sonst kann man nämlich sehr schnell Stress mit den anderen Mietern im Haus oder gar mit dem Vermieter bekommen. 

Hier weiterlesen

Bauliche Veränderungen dürfen Mieter grundsätzlich nur mit Zustimmung des Vermieters vornehmen. Das betrifft den Einbau von Zwischenwänden oder von Sanitäranlagen. Mieter können ohne Zustimmung des Vermieters streichen, tapezieren, aber auch Löcher bohren, um Bilder oder Schränke aufzuhängen. Es bleibt dem Mieter überlassen, welche Farben er während des laufenden Mietverhältnisses für Wände und Tapeten wählt.

Der Mieter muss für alle Renovierungsarbeiten, zu denen er nicht verpflichtet ist, die Kosten selbst tragen. Mieter können solche Arbeiten selbst ausführen und müssen keine Fachfirmen beauftragen.

Tipp

Auch wenn der Mietvertrag keine Renovierungsklausel enthält oder die Renovierungsklausel unwirksam ist, kann der Vermieter den Mieter bei Auszug aus der Wohnung zur Renovierung verpflichten. Das ist der Fall, wenn der Vermieter die Wohnung aufgrund von Wänden oder Tapeten in kräftigen, intensiven Farben nur schwer weitervermieten kann. Der Mieter muss dann die Wohnung fachgerecht renovieren. Mehr Informationen auf mietrecht.com

2. Was sind renovierungspflichtige Schäden?

Renovierungspflichtige Schäden können in Mietwohnungen in vielfältigen Formen vorliegen:

  • Risse in Decken und Wänden
  • defekte Wand- oder Bodenfliesen
  • stark verfärbte oder aufgeraute Badewanne oder Duschwanne
  • schadhafte Stellen im Fußboden
  • abbröckelnde Farbe von Türen, Fenstern oder Heizkörpern

Zumeist handelt es sich bei den renovierungspflichtigen Schäden um Abnutzungserscheinungen, die im Laufe der Zeit durch normale Beanspruchung während des Mietverhältnisses eingetreten sind. Renovierungspflichtig sind grundsätzlich auch alle Schäden, die fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt wurden.

3. Renovierungspflicht des Vermieters

Der Vermieter ist zur Renovierung und Instandsetzung der Mietwohnung verpflichtet. Er kann jedoch verschiedene Arbeiten als Schönheitsreparaturen definieren und mit einer entsprechenden Klausel im Mietvertrag den Mieter dazu verpflichten, sie auszuführen.

Der Vermieter muss Ausbesserungsarbeiten übernehmen. Wann er diese Arbeiten ausführen muss, hängt vom Zustand der Mietwohnung ab. Fristen für die Ausführung dieser Arbeiten gelten nicht. Der Mieter kann vom Mieter die Ausführung der Ausbesserungsarbeiten verlangen.

Ist die Mietwohnung in einem schlechten Zustand, kann der Mieter bereits nach zwei oder drei Jahren vom Vermieter verlangen, dass er die Renovierung vornimmt. Wenn die Wohnung allerdings auch noch in 20 Jahren in einem guten Zustand ist, muss der Vermieter nicht renovieren.

Mehr  dazu:

Beitrag: Mietwohnung renovieren Vermieter

Mietwohnung renovieren: Das müssen Vermieter wissen

Für eine renovierte und ansprechende Wohnung sind Mieter bereit, einen höheren Mietpreis zu zahlen als für eine in die Jahre gekommene Bleibe. Demnach sollten Vermieter darauf achten, regelmäßig Schönheitsreparaturen an ihrer vermieteten Wohnung durchzuführen. Dabei gibt es jedoch grundlegende Dinge zu beachten. Wie die Renovierung zum Erfolg wird, legt der nachfolgende Artikel dar.

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4. Wann der Vermieter nicht renovieren muss

Der Mieter kann vom Vermieter unter verschiedenen Umständen keine Renovierung verlangen:

  • Schäden bestanden bereits bei der Wohnungsbesichtigung und der Mieter wurde vom Vermieter bei der Unterzeichnung des Mietvertrags darüber informiert
  • Mieter hat die Schäden absichtlich oder fahrlässig herbeigeführt
  • es handelt sich um Schönheitsreparaturen, zu denen der Mieter laut Mietvertrag verpflichtet ist

5. Was sind Schönheitsreparaturen?

Schönheitsreparaturen sind Arbeiten zur Instandsetzung einer Mietwohnung ausschließlich zu dekorativen Zwecken. Die Schönheitsreparaturen haben keine funktionelle Bedeutung. Sie versetzen die Wohnung lediglich optisch in einen besseren Zustand.

Zu den Schönheitsreparaturen gehören

  • Kalken, Anstreichen oder Tapezieren von Decken und Wänden
  • Streichen von Fußböden, Heizkörpern und Heizungsrohren
  • Streichen von Innentüren sowie Innenseiten von Außentüren und Fenstern

Auch Arbeiten, die zur Vorbereitung solcher Tätigkeiten erforderlich sind, gehören zu den Schönheitsreparaturen. Solche Arbeiten sind beispielsweise das Entfernen von Dübeln und der Verschluss von Bohrlöchern.

6. Renovierungspflicht für den Mieter

Der Mieter ist zur Renovierung nicht verpflichtet, wenn der Mietvertrag keine entsprechenden Klauseln enthält. Der Vermieter kann den Mieter laut Mietvertrag zu Schönheitsreparaturen verpflichten.

Der Vermieter darf dem Mieter für die Ausführung von Schönheitsreparaturen keine starren Fristen vorschreiben. Der Mieter muss Schönheitsreparaturen nur dann vornehmen, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Auch zu einer Endrenovierung beim Auszug kann der Vermieter den Mieter nicht verpflichten. Der Mieter muss bei einem Auszug nur bei Bedarf renovieren.

Im Mietvertrag kann der Vermieter festlegen, dass Renovierungsarbeiten nur durch professionelle Handwerker ausgeführt werden dürfen. Enthält der Mietvertrag eine Schönheitsreparaturklausel, ist sie in diesem Fall unwirksam.

Ein Mietvertrag kann auch eine Kleinreparaturklausel enthalten. Bis zu einer angemessenen Höchstgrenze kann der Vermieter die Mieter zu solchen Reparaturen oder zur Kostenübernahme verpflichten.

Tipp

Zieht der Mieter in eine unrenovierte Wohnung ein und ist im Mietvertrag eine Renovierungsklausel enthalten, ist sie unwirksam. Der Vermieter kann vom Mieter nicht verlangen, dass er die Wohnung in einem besseren Zustand zurückgibt als bei der Übernahme.

7. Schadenersatz durch den Mieter

Ist die Klausel zur Renovierungspflicht des Mieters gültig und kommt der Mieter seiner Renovierungspflicht nicht nach, hat der Vermieter das Recht auf Schadenersatz. Der Vermieter kann dann die Schönheitsreparaturen selbst ausführen oder durch eine Fachfirma vornehmen lassen. Er kann den Mieter auf Zahlung der Renovierungskosten verklagen.

Weiterführende Links:

Punkt 1

8. Ergänzung oder Frage von dir?

Gibt es eine Frage zum Beitrag, etwas zu ergänzen oder vielleicht sogar zu korrigieren?

Fehlt etwas im Beitrag? ... Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet. Vielen Dank!

 

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Antwort 1
Welcher Hersteller von Kunststoffrahmen hat die am natürlichsten wirkende Optik?

Antwort 2
Mit 75 Lebensjahren bin ich hin- und hergerissen beim (unabdingbaren!) Ersatz unserer Holzfenster. Lohnen sich schöne neue, aber dermaßen teuere Holzfenster noch? Leider keine Erben ...

Antwort 3
Haben im ganzen Haus Sanierfix Holz-Alu Fenster eingebaut. Top begeistert, keine Putz- oder Stemmarbeiten, lediglich der Rolladenkasten-Deckel muss an der Naht neu abgedichtet oder getüncht werden.

Punkt 1

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

https://www.bauen-und-heimwerken.de

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