Bohrloch ohne Ausbruch: So bohrst du sauber in Mauerwerk, Holz und Platten

Ein Regal soll an die Wand, ein Beschlag an eine Holzplatte oder eine Halterung an eine Trockenbauwand. Der Bohrpunkt ist angezeichnet, der Bohrer angesetzt – doch plötzlich platzt der Putz ab, das Holz splittert oder die beschichtete Platte bekommt einen unschönen Krater.

Solche Schäden lassen sich häufig vermeiden. Entscheidend ist nicht, möglichst langsam oder besonders vorsichtig zu bohren, sondern die Bohrtechnik auf das jeweilige Material abzustimmen.

Die wichtigste Regel: Verwende einen geeigneten, scharfen Bohrer, sichere die Oberfläche und wähle die richtige Betriebsart deiner Maschine. Bei Holz und vielen Platten ist außerdem die Rückseite des Werkstücks entscheidend: Dort entstehen beim Austritt des Bohrers besonders leicht Ausrisse.

Bei Mauerwerk kommt es dagegen darauf an, den Untergrund richtig einzuschätzen. Ein harter Vollbaustoff verlangt eine andere Vorgehensweise als ein empfindlicher Lochziegel oder eine bereits bröckelnde Putzschicht.

Sauber bohren - Symbolbild

Inhalt: Sauber bohren in Wand, Holz und Platten

  1. Das Wichtigste auf einen Blick
  2. Warum brechen Bohrlöcher aus?
  3. Welcher Bohrer passt zu welchem Material?
    1. Material, Bohrer und Bohrtechnik im Vergleich
  4. Vorbereitung: Was du vor dem ersten Bohrloch prüfen solltest
    1. Das benötigte Werkzeug
    2. Verdeckte Leitungen und Einbauten ausschließen
    3. Sichere Arbeitsbedingungen herstellen
  5. BuH-Materialassistent: So bohrst du sauber
  6. Sauber in Mauerwerk bohren: So verhinderst du abgeplatzten Putz und ausgebrochene Lochränder
    1. Schritt 1: Wandmaterial und Befestigung klären
    2. Schritt 2: Den Bohrpunkt markieren
    3. Schritt 3: Die Putzschicht kontrolliert durchbohren
    4. Schritt 4: Die Bohrtechnik an den Untergrund anpassen
    5. Schritt 5: Bohrtiefe kontrollieren und das Loch reinigen
    6. Wann ist das Bohrloch gelungen?
  7. Sauber in Holz bohren: So verhinderst du Splitter auf der Rückseite
    1. Der Opferholz-Trick
    2. Schritt 1: Einen geeigneten Holzbohrer verwenden
    3. Schritt 2: Bohrstelle markieren und gegebenenfalls vorstechen
    4. Schritt 3: Holz und Opferplatte fest einspannen
    5. Schritt 4: Rechtwinklig und mit kontrolliertem Vorschub bohren
    6. Schritt 5: Kurz vor dem Durchbruch den Druck reduzieren
    7. Alternative: Von beiden Seiten bohren
  8. Sauber in Spanplatten, MDF und beschichtete Möbelplatten bohren
    1. Beschichtete Spanplatten: Die Sichtseite zuerst sichern
    2. MDF: Nicht mit hohem Druck arbeiten
    3. Sperrholz und Multiplex: Die unterste Furnierlage schützen
    4. Bohrungen nahe an der Plattenkante
  9. Sonderfall: Gipskarton, Gipsfaserplatten und Fliesen
    1. Gipskarton: Die Oberfläche darf nicht ausbrechen
    2. Fliesen: Ohne Schlag durch die keramische Oberfläche
  10. BuH-Bohrloch-Diagnose: Was tun, wenn bereits etwas ausgebrochen ist?
    1. Kann ich ein ausgebrochenes Bohrloch einfach zuspachteln?
  11. Was häufig nicht hilft: Fünf verbreitete Bohrtipps richtig einordnen
  12. BuH-Checkliste: In sechs Schritten zum sauberen Bohrloch
  13. Leserumfrage: Wo entstehen bei dir die meisten Bohrschäden?
  14. Fazit: Die Bohrtechnik entscheidet über den Lochrand
  15. Ergänzung oder Frage von dir?
  16. Weiterlesen auf Bauen-und-Heimwerken.de

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erst den Untergrund erkennen.
    Massives Mauerwerk, Lochziegel, Holz und beschichtete Platten benötigen unterschiedliche Bohrer und Einstellungen.
  • Nicht grundsätzlich mit Schlag bohren.
    Bei Holz, Holzwerkstoffplatten, Gipskarton und empfindlichen Lochsteinen bleibt die Schlagfunktion ausgeschaltet.
  • Ein sauberes Bohrloch beginnt mit einem kontrollierten Ansatz.
    Setze den Bohrer gerade an und beginne mit angemessener Drehzahl und geringem Vorschub.
  • Die Austrittsseite nicht vergessen.
    Eine fest anliegende Opferplatte oder das Bohren von beiden Seiten kann Ausrisse beim Durchbohren von Holz und Platten verringern.
  • Vor dem Bohren die Sicherheit prüfen.
    Verdeckte Leitungen, die Befestigungslast, Staubentwicklung und ein sicher fixiertes Werkstück sind wichtiger als eine perfekte Bohrlochkante.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Warum brechen Bohrlöcher aus?

Ein Bohrloch entsteht, indem die Schneiden des Bohrers Material abtragen oder die Bohrspitze den Untergrund durch mechanische Belastung zerkleinert. Dabei wirken Kräfte auf das Material rund um die Bohrstelle.

Je nach Baustoff kann das unterschiedliche Folgen haben.

  • Bei verputztem Mauerwerk platzt die oberste Schicht ab oder der Baustoff bröckelt rund um das Loch.
  • Bei Massivholz reißen Fasern aus, besonders wenn der Bohrer auf der Rückseite austritt.
  • Bei Spanplatten und MDF können sich Fasern, Späne oder Teile der Beschichtung lösen.
  • Bei Gipskarton können der Gipskern und die Kartonoberfläche beschädigt werden.

Drei Situationen sind besonders kritisch: der erste Kontakt mit der Oberfläche, der Übergang zwischen unterschiedlichen Materialien und der Austritt des Bohrers auf der Rückseite eines Werkstücks.

Darauf lassen sich die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Ausbrüchen zurückführen.

Welcher Bohrer passt zu welchem Material?

Nicht jeder Bohrer ist für jeden Untergrund geeignet. Ein Steinbohrer trägt Mauerwerk anders ab als ein Holzbohrer die Fasern eines Brettes durchtrennt. Besonders bei empfindlichen Oberflächen macht sich dieser Unterschied bemerkbar.

Die folgende Tabelle hilft dir bei der ersten Auswahl.

BuH-Entscheidungshilfe

Material, Bohrer und Bohrtechnik im Vergleich

Die Empfehlungen gelten für typische Heimwerkerarbeiten. Die Angaben des Werkzeug- und Befestigungsherstellers haben Vorrang.

Material

Werkzeug und Vorgehensweise

Ausbruch vermeiden

Vollziegel und festes Mauerwerk Geeigneter Mauerwerksbohrer; je nach Härte Dreh- oder Schlagbohren. Putz zunächst ohne Schlag durchbohren; Bohrer gerade führen.
Hochlochziegel Geeigneter Mauerwerksbohrer ohne Schlag. Mit kontrolliertem Vorschub bohren, damit die inneren Stege nicht beschädigt werden.
Porenbeton Geeigneter Bohrer im Drehbohrmodus. Ohne Schlag und ohne übermäßigen Anpressdruck arbeiten.
Beton Betonbohrer; bei hartem Beton häufig Bohrhammer. Sauber ansetzen, ausreichenden Randabstand und geeignete Befestigung beachten.
Massivholz Scharfer Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze, ohne Schlag. Opferholz unterlegen, Werkstück fixieren und den Vorschub vor dem Durchbruch reduzieren.
Spanplatte und MDF Geeigneter, scharfer Holz- oder Plattenbohrer ohne Schlag. Beschichtung sauber anschneiden, Platte unterstützen und die Austrittsseite sichern.
Sperrholz und Multiplex Scharfer Holzbohrer ohne Schlag. Besonders die unterste Furnierlage durch eine anliegende Opferplatte schützen.
Gipskarton Für das Befestigungssystem geeigneter Bohrer ohne Schlag. Kontrolliert bohren und die Lochkante nicht durch seitliche Bewegungen aufweiten.
Fliesen Geeigneter Fliesen-, Glas- oder Diamantbohrer ohne Schlag. Bohrstelle sichern, Werkzeug gerade ansetzen und ohne Schlag durch die Fliese bohren.

Fachliche Grundlage für die mineralischen Untergründe und Fliesen: Herstellerinformationen von fischer und Bosch. Die Empfehlungen für Holz und Platten berücksichtigen unter anderem das Bohren mit untergelegtem Opferholz.

Wichtig

Ein sauberer Lochrand ist nicht automatisch ein tragfähiges Bohrloch. Bei einer Befestigung müssen auch Bohrdurchmesser, Bohrtiefe, Untergrund und Dübel zusammenpassen.

Vorbereitung: Was du vor dem ersten Bohrloch prüfen solltest

Eine gute Vorbereitung hilft nicht nur gegen Ausbrüche. Sie verhindert auch, dass du eine Bohrung an der falschen Stelle setzt oder einen ungeeigneten Untergrund belastest.

Das benötigte Werkzeug

Für die meisten hier beschriebenen Arbeiten brauchst du:

  • eine geeignete Bohrmaschine oder einen Akku-Bohrschrauber,
  • passende, möglichst scharfe Bohrer,
  • Maßband, Bleistift und gegebenenfalls Wasserwaage,
  • einen Tiefenanschlag oder eine andere geeignete Bohrtiefenkontrolle,
  • eine Schutzbrille und eine geeignete Staubabsaugung,
  • für lose Werkstücke Schraubzwingen und eine geeignete Unterlage,
  • gegebenenfalls Opferholz, Klebeband, Vorstecher oder Bohrschablone.

Ein Tiefenanschlag erleichtert dir besonders bei Dübellöchern und dünnen Werkstücken die Kontrolle. Er verhindert allerdings nicht, dass du bei einem unerwarteten Hohlraum oder einer zu dünnen Wand auf etwas Dahinterliegendes triffst.

Verdeckte Leitungen und Einbauten ausschließen

Bevor du in eine Wand bohrst, musst du klären, ob sich an der geplanten Stelle Stromleitungen, Wasserrohre, Heizungsleitungen oder andere Einbauten befinden könnten.

Nutze vorhandene Bauunterlagen und ein geeignetes Ortungsgerät. Beachte dabei, dass Ortungsgeräte Erfassungsgrenzen haben und kein negatives Suchergebnis absolute Sicherheit bietet.

Besonders in älteren Gebäuden darfst du dich nicht darauf verlassen, dass Leitungen ausschließlich entlang erwarteter Verläufe liegen. Ist die Lage möglicher Leitungen nicht sicher genug geklärt, darfst du nicht einfach auf Verdacht bohren.

Sichere Arbeitsbedingungen herstellen

Trage beim Bohren eine Schutzbrille, halte lange Haare und lose Kleidung von rotierenden Teilen fern und fixiere lose Werkstücke mit einer geeigneten Spannvorrichtung.

Trage keine Handschuhe, wenn sie vom rotierenden Bohrer erfasst werden könnten. Halte kleine Werkstücke niemals mit der Hand direkt neben dem Bohrer fest.

Beim Bohren in mineralische Baustoffe können gesundheitsschädliche Feinstäube entstehen. Verwende eine geeignete, möglichst direkt an der Bohrstelle ansetzende Staubabsaugung. Bei stärkerer Staubbelastung ist zusätzlich geeigneter Atemschutz erforderlich. Staub sollte nicht durch trockenes Kehren oder unkontrolliertes Ausblasen verteilt werden.

BuH-Praxistipp: Bevor du einen Bohrer einspannst

Prüfe, ob das geplante Loch überhaupt erforderlich ist. Manche selbstbohrenden Gipskartondübel und spezielle Befestigungsschrauben können beispielsweise ohne vorgebohrtes Loch montiert werden. Andere Befestigungssysteme verlangen dagegen ausdrücklich einen bestimmten Bohrdurchmesser.

Die Montageanleitung des Befestigungssystems entscheidet darüber, welches Verfahren zulässig ist.

BuH-Materialassistent: So bohrst du sauber

Welches Material möchtest du bohren?

Wähle das Material aus. Du erhältst einen kompakten Kurzablauf von der Werkzeugwahl bis zur Qualitätskontrolle.

Wichtig vorab: Prüfe bei Wandbohrungen mögliche Leitungen und Einbauten. Kläre bei Befestigungen Untergrund, Bohrdurchmesser, Bohrtiefe und das passende Befestigungssystem. Fixiere lose Werkstücke sicher und verwende geeignete Schutzausrüstung.

Mauerwerk

Geeignet für: Vollziegel, Lochziegel, Porenbeton und Beton

1. Werkzeug auswählen

Verwende einen geeigneten Mauerwerks- oder Betonbohrer. Je nach Untergrund kommen Bohrmaschine, Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer infrage.

2. Bohrmodus festlegen

  • Hochlochziegel: ohne Schlag
  • Porenbeton: ohne Schlag
  • Vollziegel: je nach Festigkeit gegebenenfalls mit Schlag
  • Harter Beton: häufig mit Bohrhammer

3. Vorbereitung

  • Untergrund möglichst sicher bestimmen
  • Leitungen und Einbauten prüfen
  • Bohrpunkt markieren
  • Bohrdurchmesser und Bohrtiefe klären

4. Bohren

  1. Bohrer gerade ansetzen
  2. Putz zunächst kontrolliert ohne Schlag durchbohren
  3. Im eigentlichen Mauerwerk passende Betriebsart nutzen
  4. Mit gleichmäßigem Vorschub bohren
  5. Seitliches Hebeln vermeiden

5. Qualitätskontrolle

  • Stimmt der Bohrlochdurchmesser?
  • Ist die Tiefe ausreichend?
  • Ist der Lochrand weitgehend intakt?
  • Wurde das Bohrloch bei Bedarf gereinigt?

DIY-Grenze: Bei instabilem Mauerwerk, unklaren Leitungsverläufen oder möglichen Eingriffen in tragende Bauteile vor dem Bohren fachlich klären.

Massivholz

Geeignet für: Bretter, Leisten und andere Holzwerkstücke

1. Werkzeug auswählen

Verwende einen scharfen Holzbohrer, möglichst mit Zentrierspitze. Für Durchgangsbohrungen zusätzlich Opferholz und Schraubzwingen bereitlegen.

2. Bohrmodus festlegen

Ohne Schlag bohren.

3. Vorbereitung

  1. Bohrpunkt markieren
  2. Opferholz direkt unter das Werkstück legen
  3. Werkstück und Opferholz fest zusammenspannen
  4. Zwischenraum zwischen beiden Hölzern vermeiden

4. Bohren

  1. Bohrer sauber zentrieren
  2. Gerade ansetzen
  3. Mit gleichmäßigem Vorschub bohren
  4. Kurz vor dem Durchbruch Vorschub reduzieren
  5. Einige Millimeter in das Opferholz hineinbohren

5. Qualitätskontrolle

  • Ober- und Unterseite prüfen
  • Auf Splitter und Ausrisse achten
  • Kleine Grate vorsichtig entfernen

BUH-Tipp: Wenn beide Seiten sichtbar bleiben sollen, kann bei geeigneten Werkstücken auch von beiden Seiten gebohrt werden.

DIY-Grenze: Bei tragenden Holzbalken oder konstruktiv relevanten Bauteilen die Zulässigkeit vorab klären.

Spanplatte und MDF

Geeignet für: Möbelplatten und beschichtete Holzwerkstoffe

1. Werkzeug auswählen

Verwende einen scharfen, geeigneten Holz- oder Plattenbohrer. Bei empfindlichen Oberflächen kann ein spezieller Plattenbohrer sinnvoll sein.

2. Bohrmodus festlegen

Ohne Schlag bohren.

3. Vorbereitung

  1. Bohrstelle markieren
  2. Platte sicher fixieren
  3. Bei Durchgangsbohrungen Opferholz direkt unterlegen
  4. Werkstück und Opferholz fest zusammenspannen
  5. Möglichst Probebohrung am Reststück machen

4. Bohren

  1. Bohrer gerade ansetzen
  2. Beschichtung kontrolliert durchtrennen
  3. Mit gleichmäßigem Vorschub bohren
  4. Vor dem Durchbruch Vorschub reduzieren
  5. Kontrolliert bis in das Opferholz hineinbohren

5. Qualitätskontrolle

  • Beschichtung rund um das Loch prüfen
  • Plattenkern auf Ausbrüche kontrollieren
  • Auch die Rückseite prüfen

Hinweis: Bei MDF und anderen Holzwerkstoffen auf feinen Staub achten und möglichst mit Absaugung arbeiten.

Sperrholz und Multiplex

Geeignet für: mehrschichtige Holzplatten

1. Werkzeug auswählen

Verwende einen scharfen Holzbohrer. Für Durchgangsbohrungen zusätzlich Opferholz und Schraubzwingen verwenden.

2. Bohrmodus festlegen

Ohne Schlag bohren.

3. Vorbereitung

  1. Bohrpunkt markieren
  2. Opferholz direkt unterlegen
  3. Beide Platten fest zusammenspannen

4. Bohren

  1. Bohrer sauber zentrieren
  2. Oberfläche kontrolliert anbohren
  3. Mit gleichmäßigem Vorschub weiterbohren
  4. Vor dem Durchbruch Vorschub reduzieren
  5. Bis in das Opferholz hineinbohren

5. Qualitätskontrolle

Prüfe besonders die obere und untere Furnierlage auf Ausrisse und Ablösungen.

Gipskarton

Geeignet für: Trockenbauwände und Deckenbekleidungen

1. Werkzeug auswählen

Wähle den Bohrer passend zum vorgesehenen Befestigungssystem. Manche Trockenbaudübel benötigen kein vorgebohrtes Loch.

2. Bohrmodus festlegen

Ohne Schlag und mit geringem Anpressdruck arbeiten.

3. Vorbereitung

  • Wandaufbau klären
  • Leitungen prüfen
  • Hohlraum hinter der Platte berücksichtigen
  • Passendes Befestigungssystem auswählen

4. Bohren

  1. Bohrpunkt markieren
  2. Bohrer gerade ansetzen
  3. Mit wenig Druck bohren
  4. Bohrloch nicht durch Hebeln aufweiten

5. Qualitätskontrolle

Prüfe Kartonoberfläche, Gipskern und Bohrlochdurchmesser auf Beschädigungen.

DIY-Grenze: Bei schweren Lasten, unbekanntem Wandaufbau oder besonderen Anforderungen an Brandschutz und Tragfähigkeit fachlich prüfen.

Fliesen

Geeignet für: keramische Wandfliesen und andere harte Oberflächen

1. Werkzeug auswählen

Verwende einen geeigneten Fliesen-, Glas- oder Diamantbohrer. Für den Untergrund hinter der Fliese kann später ein anderer Bohrer nötig sein.

2. Bohrmodus festlegen

Die Fliese vollständig ohne Schlag bohren.

3. Vorbereitung

  • Leitungen und Wandaufbau prüfen
  • Vorhandene Abdichtung berücksichtigen
  • Bohrpunkt markieren
  • Bei Bedarf Klebeband oder Bohrhilfe gegen Abrutschen einsetzen

4. Bohren

  1. Bohrer kontrolliert ansetzen
  2. Mit passender Drehzahl und ohne großen Druck arbeiten
  3. Fliese vollständig ohne Schlag durchbohren
  4. Danach gegebenenfalls Werkzeug für den Untergrund wechseln

5. Qualitätskontrolle

  • Fliese auf Risse prüfen
  • Bohrlochrand auf Abplatzungen kontrollieren
  • Abdichtung im Nassbereich mitdenken

Besonders in Nassbereichen: Wenn die Abdichtung hinter der Fliese gefährdet sein könnte, die Ausführung vorab fachlich klären.

Sauber in Mauerwerk bohren: So verhinderst du abgeplatzten Putz und ausgebrochene Lochränder

Bei verputzten Wänden sind zwei unterschiedliche Schäden möglich: Entweder platzt die sichtbare Oberfläche ab oder das eigentliche Bohrloch im Mauerwerk wird zu groß.

Beides kann gleichzeitig auftreten. Allerdings erfordern diese Schäden unterschiedliche Maßnahmen.

Schritt 1: Wandmaterial und Befestigung klären

Versuche vor dem Bohren festzustellen, ob sich hinter dem Putz ein Vollstein, Lochstein, Porenbeton oder Beton befindet.

Bei einer bekannten Wand kannst du den passenden Bohrer und die geeignete Betriebsart direkt auswählen. Bei einer unbekannten Wand solltest du Bauunterlagen, vorhandene Bohrlöcher oder andere Hinweise auf den Wandaufbau nutzen.

Eine ausführliche Entscheidungshilfe findest du im BuH-Beitrag Wandmaterial erkennen: 7 einfache Hinweise vor dem ersten Bohrloch.

Beitrag: Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren

Wandmaterial erkennen: 7 einfache Hinweise vor dem ersten Bohrloch

Das Regal liegt bereit, Dübel und Bohrmaschine auch – nur bei der Wand beginnt das Rätsel. Hinter einer weiß verputzten Fläche können sich Beton, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder eine Trockenbaukonstruktion verbergen. Von außen sieht vieles gleich aus.

Die wichtigste Antwort vorweg: Das Wandmaterial lässt sich ohne Bohrung oft gut eingrenzen, aber nicht immer zweifelsfrei bestimmen. Verlasse dich deshalb nicht auf einen einzigen Test. Besonders sinnvoll ist die Kombination aus einem stärkeren Hinweis – etwa Bauunterlagen, einer sichtbaren Materialstelle oder einem vorhandenen Bohrloch – und mindestens einem zweiten Indiz. Vor dem Bohren kommt außerdem immer die Leitungsprüfung.

Das ist wichtig, weil nicht nur der Bohrer, sondern vor allem die passende Befestigung vom Untergrund abhängt. Ein Dübel, der in Beton zuverlässig hält, kann in einer Hohlwand die falsche Wahl sein. Auch Befestigungshersteller weisen deshalb darauf hin, dass das Wandmaterial vor der Dübelwahl geklärt werden sollte.

Hier weiterlesen: Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren

Schritt 2: Den Bohrpunkt markieren

Miss die Bohrstelle sorgfältig aus und markiere sie mit einem kleinen Kreuz.

Prüfe bei mehreren Befestigungspunkten die Abstände, bevor du das erste Loch bohrst.

Wähle nach Möglichkeit keine Stelle direkt an einer erkennbar beschädigten Mauerwerkskante, einem Riss oder einer ausgebrochenen Fuge. Ob eine Befestigung in einer Fuge zulässig ist, hängt vom gewählten Befestigungssystem ab.

Schritt 3: Die Putzschicht kontrolliert durchbohren

Setze den passenden Bohrer möglichst rechtwinklig zur Oberfläche an und beginne kontrolliert mit abgeschalteter Schlagfunktion.

Führe den Bohrer ohne seitliche Bewegungen durch die Putzschicht.

Erst wenn der Bohrer im tragfähigen Untergrund geführt wird, solltest du gegebenenfalls die für das Mauerwerk geeignete Schlagfunktion einsetzen.

So vermeidest du, dass die Schlagwirkung bereits beim ersten Kontakt mit der Wand größere Stücke aus dem Putz löst.

Hilft Klebeband gegen ausbrechenden Putz?

Ein Streifen Malerkrepp kann als Markierungshilfe dienen und unter Umständen lose Oberflächenpartikel zurückhalten. Er verstärkt jedoch keinen mürben Putz und verhindert nicht, dass dahinterliegendes Mauerwerk ausbricht.

Klebe den Bereich nur dann ab, wenn das Band für die Oberfläche geeignet ist. Bei empfindlichen Anstrichen oder Tapeten kann bereits das Abziehen Schäden verursachen.

BuH-Einordnung: Bei intaktem Putz sind eine passende Bohrtechnik und ein kontrollierter Ansatz wichtiger als Klebeband. Bröckelt die Wand bereits vor dem Bohren, muss zuerst der Zustand des Untergrunds geklärt werden.

Schritt 4: Die Bohrtechnik an den Untergrund anpassen

Massiver Vollstein und festes Mauerwerk

Bei ausreichend festem Vollstein kann die Schlagfunktion das Bohren erleichtern. Wähle sie aber erst dann, wenn der Untergrund dafür geeignet ist.

Führe die Maschine möglichst gerade, ohne das Loch durch seitliches Hebeln aufzuweiten.

Hochlochziegel

In Lochziegeln solltest du grundsätzlich ohne Schlag bohren. Die inneren Stege können sonst beschädigt werden, wodurch der spätere Dübel möglicherweise weniger Halt findet.

Der Befestigungshersteller fischer empfiehlt für Hochlochziegel ausdrücklich das Drehbohren ohne Schlag.

Porenbeton und andere weiche mineralische Baustoffe

Hier genügt häufig einfaches Drehbohren mit einem geeigneten Bohrer. Hoher Anpressdruck oder eine eingeschaltete Schlagfunktion können das Bohrloch unnötig vergrößern.

Harter Beton

Für Beton ist häufig ein Bohrhammer mit geeignetem Betonbohrer sinnvoll. Das gilt jedoch nicht, wenn durch die Bohrung die Konstruktion, Bewehrung oder andere sicherheitsrelevante Bauteile beeinträchtigt werden könnten.

Eine weiterführende Entscheidungshilfe findest du im Beitrag Bohrwerkzeug nach Wandtyp: Akkuschrauber, Schlagbohrer oder Bohrhammer?.

Schritt 5: Bohrtiefe kontrollieren und das Loch reinigen

Bohre entsprechend den Vorgaben des gewählten Dübels oder Befestigungssystems.

Wenn du den erforderlichen Durchmesser und die nötige Tiefe erreicht hast, ziehe den Bohrer möglichst gerade aus dem Loch. Vermeide seitliches Ausschwenken der laufenden Maschine.

Entferne anschließend das Bohrmehl mit einem geeigneten Verfahren, z. B. dem Staubsauger.

Das ist nicht nur eine Frage der Sauberkeit: Zurückbleibender Bohrstaub kann die Funktion einer Befestigung beeinträchtigen. Besonders bei Injektionsmörteln und anderen zugelassenen Verankerungssystemen müssen die vorgeschriebenen Reinigungsverfahren eingehalten werden.

Wann ist das Bohrloch gelungen?

Ein gelungenes Bohrloch besitzt nicht nur einen möglichst sauberen sichtbaren Rand. Entscheidend sind auch seine Abmessungen und der Zustand des umgebenden Baustoffs.

Kontrolliere deshalb vor dem Einsetzen des Dübels:

  • Ist der Bohrlochdurchmesser passend? Der Dübel muss reinpassen, aber nur stramm. Ein zu locker sitzender Dübel hält nichts.
  • Ist die Bohrtiefe ausreichend?
  • Sind größere Ausbrüche oder Risse erkennbar?
  • Ist der Untergrund fest genug?
  • Wurde das Bohrloch entsprechend den Vorgaben gereinigt?

Ist der Bohrlochrand lediglich oberflächlich beschädigt, kann eine optische Ausbesserung ausreichen. Ist dagegen das Bohrloch selbst ausgebrochen oder der Untergrund instabil, darfst du die Befestigung nicht einfach wie geplant fortsetzen.

Sauber in Holz bohren: So verhinderst du Splitter auf der Rückseite

Du möchtest ein Loch durch ein Holzbrett bohren. Auf der Oberseite sieht alles gut aus. Doch sobald die Bohrerspitze die Unterseite erreicht, lösen sich mehrere Holzfasern und ein Stück der Oberfläche bricht aus.

Das ist ein typisches Problem bei Durchgangsbohrungen.

Solange der Bohrer im Holz arbeitet, wird das Material rund um das Loch noch durch die angrenzenden Fasern gestützt. Kurz vor dem Austritt fehlt diese Unterstützung auf der Rückseite. Die verbleibenden Holzfasern können durch die Vorschubkraft herausgedrückt werden, bevor sie sauber durchtrennt sind.

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist deshalb, die Austrittsseite zu unterstützen.

BuH-Praxistipp


Prinzipdarstellung: Ein zusätzliches Holzbrett stützt die Unterseite des Werkstücks beim Durchbohren.

Der Opferholz-Trick

Lege ein Stück Restholz unter dein Werkstück und spanne beide Teile so fest, dass sie ohne Zwischenraum aufeinanderliegen.

Bohre anschließend durch das eigentliche Werkstück bis in das Opferholz.

Der Bohrer tritt dabei nicht unmittelbar ins Freie aus. Die untergelegte Platte unterstützt die Holzfasern am Bohrlochausgang und kann dadurch Ausrisse erheblich reduzieren.

Das Prinzip wird unter anderem in den Anleitungen von Festool und Bosch für saubere Durchgangsbohrungen verwendet.

Schritt 1: Einen geeigneten Holzbohrer verwenden

Für kleinere und mittlere Bohrungen ist ein Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze häufig eine gute Wahl.

Die Zentrierspitze erleichtert es, den Bohrer an der markierten Stelle anzusetzen. Geeignete Vorschneider am Bohrer können die Holzfasern am Lochrand vor dem eigentlichen Materialabtrag durchtrennen.

Für größere, präzise Sacklöcher – beispielsweise für Topfscharniere – kommen spezielle Forstnerbohrer infrage. Für größere Durchgangsöffnungen kann eine passende Lochsäge sinnvoll sein.

Wichtig ist, dass der Bohrer scharf und für die jeweilige Aufgabe geeignet ist. Ein stumpfer oder beschädigter Bohrer kann die Fasern stärker belasten, statt sie sauber zu schneiden.

Schritt 2: Bohrstelle markieren und gegebenenfalls vorstechen

Zeichne den Mittelpunkt des Lochs mit einem Bleistift an.

Bei kleineren Bohrungen kannst du die Stelle mit einem geeigneten Vorstecher leicht markieren. So findet die Zentrierspitze leichter ihre Position.

Bei größeren Bohrdurchmessern kann ein geeignetes Pilotloch helfen, den Bohrer zu führen. Beachte allerdings die Bauart des verwendeten Holzbohrers: Bei einem Bohrer mit Zentrierspitze und Vorschneidern ist ein großes Pilotloch nicht grundsätzlich sinnvoll, weil die Zentrierspitze dadurch ihre Führung verlieren kann.

Schritt 3: Holz und Opferplatte fest einspannen

Lege dein Werkstück auf eine ebene, stabile Unterlage.

Bringe das Opferholz direkt unter der geplanten Bohrstelle an und sichere beide Teile mit Schraubzwingen.

Die Zwingen dürfen nicht im Arbeitsbereich des Bohrers liegen. Achte außerdem darauf, dass du beim Durchbohren weder Schraubzwingen noch die Werkbank beschädigst.

Wichtig: Ein lose untergelegtes Brett ist weniger wirksam als eine fest anliegende Unterstützung. Schon ein kleiner Zwischenraum kann dazu führen, dass die Holzfasern beim Austritt nicht ausreichend gestützt werden.

Schritt 4: Rechtwinklig und mit kontrolliertem Vorschub bohren

Setze den Bohrer an der markierten Stelle an und beginne ohne Schlagfunktion.

Verwende eine für Bohrerdurchmesser und Holzart geeignete Drehzahl. Ein größerer Bohrer benötigt normalerweise eine andere Drehzahleinstellung als ein kleiner Holzspiralbohrer.

Führe die Maschine gleichmäßig, ohne sie seitlich zu verkanten.

Bei tiefen Bohrungen kannst du den Bohrer zwischendurch zurückziehen, damit die Späne abgeführt werden und sich das Werkzeug nicht unnötig erhitzt.

Schritt 5: Kurz vor dem Durchbruch den Druck reduzieren

Wenn du merkst, dass der Bohrer die Unterseite erreicht, verringere den Vorschub.

Lass den Bohrer möglichst schneiden, statt ihn mit Kraft durch die letzten Holzfasern zu drücken.

Bohre kontrolliert in das darunterliegende Opferholz hinein. Schalte die Maschine nach dem Durchbruch ab und ziehe den Bohrer gerade zurück.

Entferne anschließend die Schraubzwingen und kontrolliere beide Seiten des Werkstücks.

Alternative: Von beiden Seiten bohren

Nicht immer ist es möglich, eine Opferplatte unterzulegen.

Bei einem größeren, gut zugänglichen Werkstück kannst du alternativ folgendermaßen vorgehen:

  1. Markiere den Bohrpunkt und sichere das Werkstück.
  2. Bohre von der ersten Seite so weit, bis die Zentrierspitze auf der Rückseite gerade austritt.
  3. Schalte die Maschine aus und drehe das Werkstück um.
  4. Setze die Zentrierspitze in die vorhandene kleine Öffnung ein und bohre von der Gegenseite fertig.

Auf diese Weise werden die Holzfasern auf beiden Sichtseiten von außen angeschnitten.

Die Methode ist besonders dann interessant, wenn beide Seiten eines Werkstücks sichtbar bleiben sollen. Sie setzt voraus, dass sich der Bohrer zuverlässig zentrieren lässt und das Werkstück sicher eingespannt werden kann.

Was ist mit Sacklöchern?

Ein Sackloch endet innerhalb des Werkstücks und besitzt keine Austrittsöffnung.

Hier brauchst du kein Opferholz. Entscheidend sind eine passende Bohrtiefe, ein scharfer Bohrer und eine sichere Führung.

Verwende bei sichtbaren Sacklöchern einen geeigneten Bohrer, der einen sauberen Lochrand und den gewünschten Lochboden erzeugt. Für größere, präzise Sacklöcher kann ein Forstnerbohrer sinnvoll sein.

Sauber in Spanplatten, MDF und beschichtete Möbelplatten bohren

Eine Spanplatte ist kein Massivholz. Sie besteht aus miteinander verbundenen Holzspänen. MDF wird dagegen aus feinen Holzfasern hergestellt.

Bei beschichteten Möbelplatten kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Die sichtbare Dekorschicht kann an der Bohrstelle abplatzen.

Die Oberflächenbeschichtung und der darunterliegende Plattenkern reagieren beim Bohren nicht immer gleich. Deshalb kann eine Bohrung im Inneren der Platte sauber verlaufen, während am sichtbaren Rand bereits kleine Beschichtungsteile ausbrechen.

beschichtete platte mit bohrloch

Beschichtete Spanplatten: Die Sichtseite zuerst sichern

Bei beschichteten Möbelplatten ist ein kontrollierter Bohrbeginn besonders wichtig.

So gehst du vor:

  1. Prüfe an einem Reststück oder an einer später verdeckten Stelle, ob der gewählte Bohrer die Beschichtung sauber durchtrennt.
  2. Markiere die Bohrstelle. Bei empfindlicher Beschichtung kannst du geeignetes Malerkrepp als Markierungshilfe verwenden.
  3. Lege bei Durchgangsbohrungen eine fest anliegende Opferplatte unter.
  4. Bohre mit einem scharfen, geeigneten Holz- oder Plattenbohrer ohne Schlag.
  5. Reduziere den Vorschub vor dem Durchbruch und bohre kontrolliert durch die Platte.

Bei empfindlichen Dekorschichten können spezielle Plattenbohrer oder geeignete Bohrer mit Vorschneidern einen saubereren Lochrand erzeugen als ein ungeeignetes Universalwerkzeug.

Probiere bei einem sichtbaren Möbelstück möglichst zuerst an einem Reststück mit gleicher Beschichtung aus, ob das Ergebnis deinen Anforderungen entspricht.

MDF: Nicht mit hohem Druck arbeiten

MDF lässt sich mit geeigneten Holzbohrern gut bearbeiten. Durch den homogenen Faseraufbau entstehen jedoch andere Späne als bei Massivholz.

Verwende einen scharfen Bohrer und verhindere, dass sich die Schneiden durch übermäßigen Druck oder ungeeignete Drehzahl zu stark erhitzen.

Bei Durchgangsbohrungen schützt eine untergelegte Opferplatte auch hier die Austrittsseite.

Achte besonders auf eine geeignete Staubabsaugung. Bei der Bearbeitung von MDF kann feiner Holzstaub entstehen.

Sperrholz und Multiplex: Die unterste Furnierlage schützen

Sperrholz und Multiplex bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Furnierlagen. Beim Durchbohren kann insbesondere die unterste Lage ausreißen.

Verwende deshalb einen scharfen Holzbohrer und unterstütze die Unterseite mit einer Opferplatte.

Soll eine größere Öffnung entstehen, kann eine geeignete Lochsäge oder ein anderes auf die Aufgabe abgestimmtes Werkzeug sinnvoll sein.

Bei hochwertigen Sichtflächen lohnt sich eine Probebohrung an einem Reststück.

Bohrungen nahe an der Plattenkante

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn du nahe am Rand oder in die schmale Kante einer Spanplatte bohrst.

Hier ist das Material seitlich nur begrenzt vorhanden. Ein zu großer Bohrdurchmesser, ein ungeeignetes Verbindungselement oder hoher Druck können dazu führen, dass der Plattenkern aufbricht.

Prüfe deshalb die erforderlichen Randabstände und die Montageanleitung des vorgesehenen Möbelverbinders.

Bei sehr dünnen oder bereits beschädigten Platten ist eine andere Verbindungslösung möglicherweise sinnvoller als eine neue Bohrung an derselben Stelle.

Sonderfall: Gipskarton, Gipsfaserplatten und Fliesen

Nicht jede Platte ist eine Holzwerkstoffplatte. Bei Trockenbauwänden und Fliesen sind andere Eigenschaften entscheidend.

Gipskarton: Die Oberfläche darf nicht ausbrechen

Gipskarton besitzt einen Gipskern und eine Kartonummantelung. Beide Bestandteile haben eine Funktion für die Platte.

Eine übermäßig große Bohrung, seitliches Hebeln oder eine ungeeignete Schlagfunktion können den Lochrand beschädigen.

Grundregel

Verwende deshalb einen für das vorgesehene Befestigungssystem geeigneten Bohrer und arbeite ohne Schlag.

Achte vor allem auf die Bohrtiefe: Hinter einer Gipskartonplatte befinden sich häufig Hohlräume, Installationen oder weitere Bauteile.

Bei Befestigungen ist außerdem zu unterscheiden, ob du einen selbstbohrenden Gipskartondübel, einen Hohlraumdübel oder eine Befestigung in der Unterkonstruktion verwenden möchtest. Nicht jedes System erfordert ein vorgebohrtes Loch.

Eine sauber gebohrte Gipskartonplatte ist noch kein Nachweis für eine ausreichend tragfähige Befestigung. Bei schweren Gegenständen müssen Wandaufbau, Beplankung, Befestigungssystem und Lastabtragung zusammenpassen.

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Fliesen: Ohne Schlag durch die keramische Oberfläche

Eine Fliese kann beim Bohren absplittern oder reißen.

Verwende einen Bohrer, der für die Härte der Fliese geeignet ist, und schalte die Schlagfunktion vollständig aus.

Markiere die Bohrstelle mit geeignetem Klebeband, damit der Bohrer auf der glatten Oberfläche weniger leicht verrutscht. Beginne mit geringer Drehzahl und arbeite ohne übermäßigen Druck.

Erst nachdem die Fliese vollständig durchbohrt ist, kannst du das Werkzeug gegebenenfalls für den dahinterliegenden Untergrund wechseln und die dazu passende Betriebsart wählen.

Beachte auch die Kühlungs- und Anwendungsvorgaben des Bohrerherstellers. Manche Diamantbohrer benötigen ein besonderes Verfahren.

Achtung bei Fliesen in Bad und Dusche

Hinter der Fliese kann sich eine Abdichtung befinden. Eine Bohrung kann diese durchdringen.

Kläre vor der Arbeit den Wandaufbau und die Anforderungen an die Abdichtung. Eine beschädigte Abdichtung darf nicht einfach durch einen Dübel und etwas Silikon als wiederhergestellt betrachtet werden.

Wenn die Abdichtung oder der Verlauf von Wasserleitungen unklar ist, solltest du eine fachliche Lösung wählen, bevor du in die Fläche bohrst.

BuH-Bohrloch-Diagnose: Was tun, wenn bereits etwas ausgebrochen ist?

Trotz sorgfältiger Vorbereitung kann ein Bohrloch misslingen. Ob du die Stelle ausbessern oder neu bohren solltest, hängt davon ab, welcher Teil des Materials beschädigt wurde.

Ein kleiner Ausbruch an der Oberfläche ist anders zu beurteilen als ein stark aufgeweitetes Loch, in dem ein Dübel keinen sicheren Halt mehr findet.

BuH-Problemlöser

Bohrloch misslungen – was jetzt?

Wähle das Problem, das deiner Bohrstelle am nächsten kommt. Die Hinweise helfen dir, den nächsten sinnvollen Schritt zu bestimmen.

Was ist passiert?

Wichtig: Diese Diagnose hilft bei der ersten Einordnung. Ob eine Befestigung ausreichend trägt, lässt sich nicht allein am sichtbaren Bohrlochrand beurteilen. Untergrund, Bohrloch, Befestigungssystem und vorgesehene Belastung müssen zusammenpassen.

Kann ich ein ausgebrochenes Bohrloch einfach zuspachteln?

Das hängt davon ab, welchen Zweck das Bohrloch erfüllen soll.

Wenn du ein nicht mehr benötigtes Loch verschließen möchtest, kann ein geeignetes Reparaturmaterial ausreichen. Beachte dabei Untergrund, Lochtiefe, zulässige Schichtdicke und Verarbeitungshinweise des Materials.

Soll dagegen an derselben Stelle wieder eine Last befestigt werden, genügt eine gewöhnliche optische Ausbesserung nicht automatisch.

Für eine sichere Befestigung müssen der verbleibende Untergrund und das gewählte Befestigungssystem zusammenpassen.

Auch Reparaturmörtel, größere Dübel oder chemische Befestigungen sind keine universellen Lösungen für jede beschädigte Wand. Verwende nur Verfahren, deren Eignung für den konkreten Untergrund und die vorgesehene Belastung geklärt ist.

Wichtig

Ein ausgebrochenes Bohrloch darf nicht dadurch repariert werden, dass du einfach einen beliebigen größeren Dübel einsetzt. Damit kann sich die Beschädigung weiter vergrößern.

Was häufig nicht hilft: Fünf verbreitete Bohrtipps richtig einordnen

Einige Heimwerkertipps können in bestimmten Situationen nützlich sein, werden aber häufig zu allgemein empfohlen.

Tipp 1 

„Klebe einfach Kreppband über die Bohrstelle.“

Klebeband kann das Anzeichnen erleichtern und beispielsweise bei Fliesen verhindern, dass ein Bohrer auf der glatten Oberfläche abrutscht.

Es ersetzt jedoch weder einen geeigneten Bohrer noch eine Unterstützung der Austrittsseite oder die richtige Betriebsart.

Tipp 2

„Bohre grundsätzlich mit der niedrigsten Drehzahl.“

Eine kontrollierte Anfangsdrehzahl erleichtert den Ansatz. Die geeignete Arbeitsdrehzahl hängt aber von Bohrerdurchmesser, Werkzeugtyp und Material ab.

Eine ungeeignete Drehzahl kann den Bohrfortschritt behindern oder zur Überhitzung des Werkzeugs beitragen. Halte dich deshalb an die Empfehlungen des Bohrerherstellers.

Tipp 3

„Bohre bei einer bröckelnden Wand einfach ein kleineres Loch.“

Ein kleinerer Anfangsdurchmesser kann bei bestimmten Arbeiten ein kontrollierter Zwischenschritt sein.

Er ersetzt jedoch nicht die Anforderungen des verwendeten Dübels. Bohrdurchmesser und zulässiges Bohrverfahren müssen zum Befestigungssystem passen.

Ein bereits instabiler Untergrund wird durch ein kleineres Loch nicht automatisch tragfähig.

Tipp 4

„Mehr Druck sorgt für ein sauberes Loch.“

Zu hoher Anpressdruck kann die Gefahr von Ausbrüchen erhöhen. Bei Holz ist besonders der Moment kurz vor dem Durchbruch kritisch.

Ist der Bohrfortschritt ungewöhnlich langsam, solltest du prüfen, ob Bohrer, Betriebsart und Maschine für den Untergrund geeignet sind, statt einfach mehr Kraft einzusetzen.

Tipp 5

„Ein sauberer Lochrand bedeutet, dass der Dübel sicher hält.“

Auch ein optisch einwandfreies Bohrloch kann zu tief, zu groß oder im falschen Untergrund angelegt sein.

Für den sicheren Halt sind unter anderem der Baustoff, die wirksame Verankerungstiefe, die Randabstände, der Zustand des Untergrunds und das Befestigungssystem entscheidend.

Die Herstellervorgaben zur Montage und Belastung sind deshalb maßgeblich.

BuH-Checkliste: In sechs Schritten zum sauberen Bohrloch

Diese Checkliste kannst du vor deiner nächsten Bohrung durchgehen.

Gehe diese sechs Punkte durch, bevor du mit dem Bohren beginnst. So prüfst du nicht nur den sauberen Lochrand, sondern auch Werkzeug, Befestigung und Sicherheit.

0 von 6 Punkten geprüft

Prüfe alle sechs Punkte, bevor du mit dem Bohren beginnst. Bei ungeklärten Risiken nicht bohren.

Die Checkliste ist eine Orientierung für typische Heimwerkerarbeiten. Herstellerangaben zu Werkzeugen, Bohrern, Dübeln und Befestigungssystemen haben Vorrang. Bei unklaren Leitungsverläufen, tragenden Bauteilen oder anderen sicherheitsrelevanten Risiken ist eine fachliche Klärung erforderlich.

Leserumfrage: Wo entstehen bei dir die meisten Bohrschäden?

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Fazit: Die Bohrtechnik entscheidet über den Lochrand

Ein sauberes Bohrloch ist kein Zufall. Es entsteht durch die richtige Kombination aus geeignetem Bohrer, passender Maschineneinstellung, sicherer Werkstückführung und kontrolliertem Vorschub.

Bei Mauerwerk solltest du insbesondere die Schlagfunktion an den Untergrund anpassen und verhindern, dass bereits beim Durchbohren der Putzschicht größere Stücke abplatzen.

Bei Holz und Holzwerkstoffplatten ist die Austrittsseite ein entscheidender Punkt. Mit einer fest anliegenden Opferplatte lässt sich das Risiko von Ausrissen deutlich verringern.

Gipskarton, Fliesen und empfindliche Platten benötigen wiederum eine auf ihre Eigenschaften abgestimmte Vorgehensweise.

Der wichtigste Kontrollpunkt bleibt jedoch die vorgesehene Nutzung: Ein optisch sauberes Loch genügt nicht, wenn die spätere Befestigung darin keinen ausreichenden Halt findet.

Kläre deshalb zunächst Material, Bohrverfahren und Befestigungssystem. Bereite die Bohrstelle entsprechend vor und kontrolliere das Ergebnis, bevor du Dübel, Schrauben oder andere Verbindungselemente einsetzt.

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Weiterlesen auf Bauen-und-Heimwerken.de

Mit dem BuH-Wandcheck kannst du vor dem Bohren systematisch eingrenzen, aus welchem Material deine Wand besteht:

Bohren

Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren

Wandmaterial erkennen: 7 einfache Hinweise vor dem ersten Bohrloch

Das Regal liegt bereit, Dübel und Bohrmaschine auch – nur bei der Wand beginnt das Rätsel. Hinter einer weiß verputzten Fläche können sich Beton, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder eine Trockenbaukonstruktion verbergen. Von außen sieht vieles gleich aus.

Die wichtigste Antwort vorweg: Das Wandmaterial lässt sich ohne Bohrung oft gut eingrenzen, aber nicht immer zweifelsfrei bestimmen. Verlasse dich deshalb nicht auf einen einzigen Test. Besonders sinnvoll ist die Kombination aus einem stärkeren Hinweis – etwa Bauunterlagen, einer sichtbaren Materialstelle oder einem vorhandenen Bohrloch – und mindestens einem zweiten Indiz. Vor dem Bohren kommt außerdem immer die Leitungsprüfung.

Das ist wichtig, weil nicht nur der Bohrer, sondern vor allem die passende Befestigung vom Untergrund abhängt. Ein Dübel, der in Beton zuverlässig hält, kann in einer Hohlwand die falsche Wahl sein. Auch Befestigungshersteller weisen deshalb darauf hin, dass das Wandmaterial vor der Dübelwahl geklärt werden sollte.

Hier weiterlesen: Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren

 

Mit dem Material- und Maschinen-Finder kannst du ein geeignetes Werkzeug und das passende Bohrverfahren für deine Wand auswählen:

Bohren

Bohrwerkzeug nach Wandtyp: Akkuschrauber, Schlagbohrer oder Bohrhammer?

Bohrwerkzeug nach Wandtyp wählen: Akkuschrauber, Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer im Materialcheck

Du möchtest ein Regal anbringen, hast den passenden Dübel gekauft und hältst bereits die Bohrmaschine in der Hand. Doch beim Bohren kommst du kaum voran. Brauchst du eine stärkere Maschine? Vielleicht sogar einen Bohrhammer?

Nicht unbedingt. In manchen Wänden ist gerade die zugeschaltete Schlagfunktion der Fehler. Sie kann empfindliche Lochziegel beschädigen oder das Bohrloch unnötig vergrößern.

Die wichtigste Regel lautet: Wähle die Maschine nach dem Wandmaterial und dem erforderlichen Bohrverfahren – nicht allein nach ihrer Leistung.

Für weiche Wandmaterialien und Hohlwände genügt häufig ein Akku-Bohrschrauber ohne Schlagfunktion. In festem Mauerwerk kann eine Schlagbohrmaschine sinnvoll sein. Bei hartem Beton ist dagegen ein Bohrhammer meist die passende Wahl.

Die entscheidende Ausnahme: Lochsteine, Porenbeton und empfindliche Oberflächen werden in der Regel ohne Schlag gebohrt, selbst wenn du eine leistungsfähige Schlagbohrmaschine oder einen Bohrhammer besitzt.

Hier weiterlesen: Bohrwerkzeug nach Wandtyp: Akkuschrauber, Schlagbohrer oder Bohrhammer?

 

Hier erfährst du, welche Kombination aus Untergrund, Dübel, Schraube und Bohrdurchmesser für deine Befestigung infrage kommt:

Schrauben Arten und Anwendungen

Welcher Dübel passt zu welcher Schraube?

Welcher Dübel für welche Schraube? Übersicht, Tabelle & Tipps

Nur selten hat man die komfortable Situation, dass mit den Schrauben gleich die passenden Dübel geliefert werden. Meist muss man anhand des anzuschraubenden Gegenstandes, des Untergrundes und der verwendeten Schrauben den passenden Dübel auswählen. Wir zeigen, wie das geht.

Passenden Dübel für Untergrund und Schraube auswählen ► Bohrerwahl ► Tipps zum Bohren ► Kniffe und Heimwerker-Tricks

Hier weiterlesen: Welcher Dübel passt zu welcher Schraube?

Geschrieben von

Peter Bödeker

Peter Bödeker

Peter arbeitet seit seinem Studium im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

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