Welcher Dübel für welche Schraube? Übersicht, Tabelle & Tipps

Nur selten hat man die komfortable Situation, dass mit den Schrauben gleich die passenden Dübel geliefert werden. Meist müssen Untergrund, Befestigung, Dübel, Schraube und Bohrloch zusammenpassen. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Wähle einen Dübel nicht allein nach seiner Größe. Kläre zuerst, worin du befestigst und was die Befestigung leisten muss. Erst danach folgen Schraubendurchmesser, Schraubenlänge, Bohrer und Bohrart.

Die kurze Antwort: Bei einem klassischen Kunststoffdübel entspricht der Bohrerdurchmesser in der Regel dem Nenndurchmesser des Dübels. Welche Schraubendurchmesser zulässig sind, steht jedoch beim jeweiligen Dübelsystem. Auch die Tragfähigkeit hängt stark vom Untergrund und von der Montage ab. Eine 1:1-Faustregel wie „größerer Dübel = automatisch mehr Sicherheit“ gibt es deshalb nicht.

Dübel und Schrauben

Inhalt: Welcher Dübel für welche Schraube

  1. Kurzübersicht: Welcher Dübel für welchen Untergrund?
  2. Der BUH-Dübelcheck: fünf Entscheidungen vor dem ersten Loch
    1. Welcher Untergrund liegt vor?
    2. Was soll befestigt werden?
    3. Welches Dübelprinzip passt?
    4. Passt die Schraube zum Dübel?
    5. Stimmen Bohrer, Bohrtiefe und Bohrart?
  3. „Welcher Dübel passt?“-Finder
  4. Der Untergrund im Detail
    1. Beton und Vollstein: gute Bedingungen für Spreizdübel
    2. Lochstein: Halt entsteht anders als im Vollstein
    3. Porenbeton: weicher Untergrund, eigene Regeln
    4. Gipskarton und Hohlwand: die Platte ist Teil des Befestigungssystems
    5. Injektionssysteme: stark, aber kein Heilmittel für jede bröselige Wand
  5. Tragfähigkeit: Warum die Dübelgröße allein nichts beweist
  6. Abstimmung Schraube – Dübel
    1. Die richtige Schraubenart wählen
    2. Die richtige Breite wählen
    3. Die richtige Länge wählen
  7. Abstimmung Dübel – Bohrer
    1. Bohrerdurchmesser: in der Regel gleich dem Dübeldurchmesser
    2. Bohrart: nicht jeder Stein verträgt Schlag
    3. Bohrtiefe und Bohrloch reinigen
  8. Kann man ohne Dübel in Beton oder Mauerwerk schrauben?
  9. Wenn Dübel oder Bohrloch nicht passen
    1. Der Dübel geht nicht hinein
    2. Das Bohrloch ist zu groß oder ausgebrochen
    3. Der Dübel dreht beim Einschrauben mit
  10. Häufige Fehler beim Dübeln
  11. Aus der Heimwerker-Trickkiste: Was davon bleibt sinnvoll?
    1. Tipp für poröse Wände
    2. Dübel in die Mauer: Vorsichtig probieren
    3. Passt noch nicht ganz
    4. Loch zu groß?
    5. Weitere Leser-Tipps & Tricks
  12. Kleine Dübelkunde
    1. Standarddübel
    2. Hohlraumdübel
    3. Spezialdübel und Lastempfehlungen 
  13. Dübel-Mythen: vier Aussagen im Check
  14. Checkliste vor dem Bohren
  15. Dübel-Schrauben-Tabelle als PDF
  16. Fazit: Erst Untergrund und Aufgabe, dann Dübelgröße
  17. Im Zusammenhang interessant
    1. Zum Abschluss: FunFacts zum Thema Dübel
    2. Weiterlesen zum Thema "Dübeln und Bohren"
    3. Videotipps zum Dübeln
      1. Dübel hält nicht? 6 Tipps
      2. Alles, was du über Dübel wissen musst
      3. Dübel in einer Rigipswand: Alles zum Hohlraumdübel
    4. Kurzübersicht: Wandmaterial erkennen
  18. Weiterlesen zum Thema "Schrauben"

Kurz zusammengefasst: So findest du die passende Kombination

  • Untergrund bestimmen: Beton, Vollstein, Lochstein, Porenbeton oder Platten-/Hohlraumwand verlangen unterschiedliche Befestigungsprinzipien.
  • Befestigung einschätzen: Ein Bild, ein kleines Regal und eine sicherheitsrelevante Befestigung stellen nicht dieselben Anforderungen.
  • Dübelsystem auswählen: Spreizen, Knoten/Klappen, Hohlraumverankerung oder Verbundsystem müssen zum Baustoff passen.
  • Schraube zum Dübel wählen: Schraubenart, Durchmesser und Länge nach den Angaben des konkreten Dübels wählen.
    Faustformel: Dübellänge + Schraubendurchmesser + Bauteildicke.
  • Bohrer und Bohrart festlegen: Der Bohrernenndurchmesser entspricht bei vielen Dübeln dem Dübeldurchmesser; Bohrtiefe und Schlag-/Hammerbetrieb richten sich aber nach Baustoff und System.
  • Traglast & Sicherheit
    Herstellerangaben sind Laborwerte – in der Praxis ist es klüger, Lasten zu verteilen und lieber einen Dübel mehr zu setzen.
  • Häufige Fehler
    Staub im Bohrloch, falsche Schraubenlänge oder ein zu großes Loch sind die Klassiker. Kleine Nachlässigkeiten entscheiden, ob der Dübel hält oder nicht.
  • Altbau & Spezialfälle
    Bröselige Wände verlangen nach chemischen Injektionsdübeln. Standardlösungen geraten hier schnell an ihre Grenzen.
  • Mythen & Notlösungen
    Papier, Streichhölzer oder Nägel im Dübel sind eher Bastellösungen als Fachstandards. Sie mögen kurzfristig helfen, sind aber nicht dauerhaft zuverlässig.

Kurzübersicht "Dübel passend zu Untergrund" und "Schraube passend zu Dübel" als Download:

Vor dem Bohren

Prüfe die Bohrstelle auf mögliche Strom-, Wasser- und andere Leitungen. Ein Ortungsgerät kann helfen, ersetzt aber keine sichere Kenntnis des Wandaufbaus.

Bei Befestigungen, deren Versagen Menschen gefährden könnte, sowie bei unbekanntem oder stark geschädigtem Untergrund sollte ein geeignetes zugelassenes Befestigungssystem gewählt und die Anwendung fachlich geprüft werden.

Kurzübersicht: Welcher Dübel für welchen Untergrund?

Untergrund

Typische geeignete Befestigung

Wichtig bei der Auswahl

Beton

Kunststoff-Spreiz- oder Universaldübel für übliche Befestigungen; für höhere oder sicherheitsrelevante Lasten geeignete Anker-, Schraub- oder Verbundsysteme

Tragfähigkeit und erforderliche Verankerungstiefe dem konkreten System entnehmen.

Vollziegel / Kalksandvollstein

Spreizdübel, Universaldübel, je nach Anwendung Langschaft- oder andere Spezialsysteme

Randabstände, Bohrlochtiefe und Schraubenbereich beachten.

Hochlochziegel / Lochstein

Universaldübel bzw. Systeme, die in Lochbaustoffen klappen, knoten oder an den Stegen tragen; je nach Anwendung Langschaft- oder Injektionssystem

Nicht automatisch mit starkem Schlag bohren; das System muss ausdrücklich für Lochstein geeignet sein.

Porenbeton / Gasbeton

Porenbetondübel oder dafür geeignete Universal-/Langschaftsysteme

Der relativ weiche Untergrund verlangt passende Verankerung und meist größere Verankerungstiefe; Lastwerte besonders sorgfältig prüfen.

Gipskarton / Hohlwand

Gipskartondübel für leichte Anwendungen; Metall-Hohlraum-, Kipp-/Klapp- oder andere Plattendübel je nach Last und Wandaufbau

Plattendicke, Hohlraumtiefe, Befestigungsabstände und die Angaben des jeweiligen Dübelsystems entscheiden.

Dämmstoff

Dämmstoffdübel für sehr leichte Befestigungen im Dämmstoff; für tragende Befestigungen Systeme mit Lastabtragung in den tragfähigen Untergrund

Nicht mit einer normalen Wandbefestigung gleichsetzen; Wärmebrücke und Untergrund beachten.

 

Der BUH-Dübelcheck: fünf Entscheidungen vor dem ersten Loch

Welcher Untergrund liegt vor?

Nicht jeder Dübel eignet sich für jeden Untergrund. Bevor du Dübelgröße und Schraube auswählst, musst du deshalb wenigstens plausibel wissen, ob du in einen Vollbaustoff, einen Lochstein, Porenbeton oder eine Platten-/Hohlraumkonstruktion bohrst.

Ist das Wandmaterial unklar, hilft der BUH-Beitrag „Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem ersten Bohrloch“. Ein vorhandenes Bohrloch, Bauunterlagen, sichtbare Materialstellen und mehrere übereinstimmende Hinweise sind aussagekräftiger als ein einzelner Klopftest.

Was soll befestigt werden?

Bei der Wahl des Dübels ist nicht nur auf den Untergrund, sondern auch auf die Belastung und die Art der Befestigung zu achten. Ein ruhendes Bild stellt andere Anforderungen als ein tiefes Wandregal, ein Hängeschrank oder eine Befestigung über Kopf.

Entscheidend ist nicht allein das Gewicht. Hebelarme, Zug- und Querkräfte, Bewegung, Randnähe, Befestigungsabstände und die Qualität des Untergrundes können die Belastung deutlich verändern. Deshalb sind pauschale Aussagen wie „ein 8er Dübel hält X Kilogramm“ ohne weitere Bedingungen wenig hilfreich.

Welches Dübelprinzip passt?

Ein normaler Spreizdübel aus Kunststoff verankert sich, indem er sich beim Eindrehen der Schraube gegen einen tragfähigen Vollbaustoff spreizt. Das funktioniert vor allem in Beton und Mauerwerk aus Vollstein zuverlässig, sofern der jeweilige Dübel dafür vorgesehen ist.

Universal- und Mehrzonen-Dübel können je nach Untergrund unterschiedlich arbeiten: Sie spreizen, klappen oder verknoten sich. Dadurch ist ihr Einsatzbereich breiter. Trotzdem gilt auch hier: „Universal“ bedeutet nicht „beliebig“. Baustoffe und Lasten, für die das konkrete Produkt vorgesehen ist, bleiben maßgeblich.

In Hohlraumwänden wird die Last dagegen über die Platte und die Rückseite der Beplankung eingeleitet. Dafür gibt es Gipskartondübel, Kipp- und Klappsysteme sowie Metall-Hohlraumdübel. Welche Variante passt, hängt unter anderem von Plattendicke, Hohlraumtiefe und Belastung ab.

Für besondere Anwendungen gibt es außerdem Porenbetondübel, Dämmstoffdübel, Langschaftdübel, Betonschrauben, Schwerlastanker und chemische Verbundsysteme. Solche Systeme sollte man nicht als „stärkere Universalversion“ verstehen, sondern als Lösungen für klar definierte Untergründe und Anwendungen.

Passt die Schraube zum Dübel?

Nicht jede Schraube ist für jeden Dübel gedacht.

Bei vielen Kunststoffdübeln werden Holz- oder Spanplattenschrauben beziehungsweise vergleichbare Dübelschrauben verwendet. Welche Schraubendurchmesser zulässig sind, gibt der Hersteller für den jeweiligen Dübel an.

Metrische Maschinenschrauben sind dagegen nicht automatisch für einen klassischen Kunststoffdübel geeignet. Sie gehören nur dort hinein, wo das jeweilige Anker- oder Hohlraumsystem ausdrücklich ein metrisches Gewinde vorsieht.

Stimmen Bohrer, Bohrtiefe und Bohrart?

Normalerweise verwendet man bei Kunststoffdübeln einen Bohrer mit dem angegebenen Bohrernenndurchmesser.

Ein 8-mm-Dübel wird also typischerweise in ein 8-mm-Bohrloch gesetzt. Davon sollte man nicht auf eigene Faust abweichen, nur weil eine Wand weich oder bröselig wirkt.

Mindestens ebenso wichtig ist die Bohrart. In Lochstein kann starkes Schlagbohren die Stege beschädigen; geeignete Systeme werden dort häufig im reinen Drehgang gebohrt. In Beton kann dagegen je nach Werkzeug und Bohrer Schlag- oder Hammerbohren sinnvoll sein. Die Montageangaben des Dübelsystems haben Vorrang.

„Welcher Dübel passt?“-Finder

Der Finder ist bewusst system- statt produktbezogen aufgebaut und nennt keine pauschalen Kilogrammwerte. Das entspricht den aktuellen Herstellerangaben: Untergrund, konkretes Dübelsystem, Schraube und zulässige Last müssen zusammenpassen; für Porenbeton wird beispielsweise bei Spezialdübeln Drehbohren ohne Schlag vorgegeben, während Plattenbaustoffe eigene Hohlraumlösungen benötigen.

Welcher Dübel passt?

Wähle Untergrund, Befestigungssituation und Montageort. Der Finder nennt dir ein geeignetes Dübelprinzip, die passende Vorgehensweise beim Bohren und den nächsten sinnvollen Prüfschritt.

Unsicher? Dann wähle „Unbekannter Untergrund“ statt zu raten.
Die Auswahl ersetzt keine Traglastberechnung. Entscheidend sind immer Untergrund und konkretes Befestigungssystem.

Deine Orientierung

Wichtigste Regel Der Finder empfiehlt ein Dübelprinzip, keine bestimmte Tragfähigkeit. Prüfe beim konkreten Produkt immer die Herstellerangaben zu Baustoff, Schraubendurchmesser, Bohrloch, Verankerungstiefe und zulässiger Belastung.

Der Untergrund im Detail

Beton und Vollstein: gute Bedingungen für Spreizdübel

In dichtem Beton und Mauerwerk aus Vollstein können klassische Spreizdübel ihre Spreizwirkung gut aufbauen. Für viele typische Befestigungen im Wohnbereich sind Kunststoffdübel deshalb eine naheliegende Lösung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Standarddübel jede Last tragen darf. Auch in Beton gelten die Lastwerte, Verankerungstiefen, Rand- und Achsabstände des konkreten Systems. Bei hohen oder sicherheitsrelevanten Lasten kommen je nach Anwendung zugelassene Metallanker, Betonschrauben oder Verbundanker in Betracht.

Lochstein: Halt entsteht anders als im Vollstein

Bei Hochlochziegeln und anderen Lochsteinen trifft der Bohrer auf Stege und Hohlkammern. Ein Dübel, der ausschließlich auf kräftige Spreizung in einem massiven Baustoff angewiesen ist, kann hier die falsche Wahl sein.

Geeignete Universal- oder Spezialdübel nutzen deshalb andere Wirkprinzipien: Sie verformen, klappen oder verknoten sich hinter beziehungsweise zwischen den Stegen. Bei längeren Befestigungen können dafür vorgesehene Langschaftsysteme sinnvoll sein. Wichtig ist, den Stein beim Bohren nicht unnötig zu beschädigen; bei vielen Systemen wird für Hochlochziegel Drehbohren ohne Schlag vorgegeben.

Porenbeton: weicher Untergrund, eigene Regeln

Porenbeton ist deutlich weicher als dichter Beton oder Vollstein. Das lässt sich beim Bohren sofort spüren, bedeutet aber auch: Die Befestigung braucht eine zum Material passende Geometrie und ausreichende Verankerungstiefe.

Spezielle Porenbetondübel oder ausdrücklich dafür geeignete Universal- und Langschaftdübel sind hier sinnvoller als eine improvisierte Anpassung von Bohrer oder Schraube. Herstellerangaben zeigen regelmäßig, dass ein und derselbe Dübel in Porenbeton deutlich andere Lastwerte erreichen kann als in Beton oder Vollziegel.

Gipskarton und Hohlwand: die Platte ist Teil des Befestigungssystems

In modernen Häusern, abgehängten Decken und ausgebauten Dachgeschossen finden sich häufig Wandbauplatten mit einem Hohlraum dahinter. Für diese Ausgangslage sind Hohlraum- und Plattendübel geschaffen.

Selbstbohrende Gipskartondübel eignen sich je nach System vor allem für leichtere Befestigungen. Metall-Hohlraumdübel sowie Kipp- und Klappsysteme können für andere Lastbereiche eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht nur der Dübelname, sondern auch, ob die Wand einfach oder doppelt beplankt ist, wie dick die Platte ist und wie groß der Hohlraum dahinter ausfällt.

Bei schweren Befestigungen kann es sinnvoller sein, gezielt in die Unterkonstruktion oder in einen tragfähigen Baustoff hinter der Vorsatzschale zu befestigen, statt die gesamte Last allein der Platte zuzumuten.

Injektionssysteme: stark, aber kein Heilmittel für jede bröselige Wand

Chemische Befestigungen arbeiten mit einem Verbundmörtel, der zusammen mit Ankerstange, Innengewindehülse oder anderen Systemteilen eine Verankerung bildet. Je nach zugelassenem System können sie in Beton, Voll- oder Lochmauerwerk und teilweise auch unter besonderen Einbaubedingungen eingesetzt werden.

Wichtig

Ein Injektionsmörtel macht einen unbekannten, mürben oder geschädigten Untergrund nicht automatisch tragfähig. Das konkrete System muss für den vorhandenen Baustoff und die geplante Last geeignet sein. In Lochstein gehören häufig Siebhülsen oder speziell vorgesehene Komponenten zum System. Bohrlochreinigung und Aushärtezeit sind keine optionalen Details, sondern Teil der Montage.

Tragfähigkeit: Warum die Dübelgröße allein nichts beweist

Die eigentliche Gretchenfrage bei der Auswahl des Dübels ist die Tragfähigkeit. Hier lohnt sich eine Korrektur einer verbreiteten Heimwerker-Faustregel: Ein größerer Dübel kann mehr Reserven bieten, aber er hält nicht automatisch mehr als ein kleinerer. Der Baustoff, das Dübelsystem, die Verankerungstiefe, Schraube, Abstände und Montagebedingungen entscheiden mit.

Aktuelle Herstellerdaten zeigen diesen Unterschied sehr deutlich: Derselbe Universaldübel kann in Beton wesentlich höhere Lastwerte aufweisen als in Porenbeton, Lochstein oder einer einzelnen Gipskartonplatte. Deshalb sollten Lastangaben nie von einem Baustoff auf einen anderen übertragen werden.

Auch „einfach einen Dübel mehr setzen“ ist keine allgemeingültige Berechnung. Mehrere Befestigungspunkte können Lasten verteilen, aber die Last verteilt sich nicht automatisch gleichmäßig. Bei schweren, dynamischen oder sicherheitsrelevanten Befestigungen müssen Systemangaben und Montagebedingungen berücksichtigt werden.

BuH-Merkregel

Nicht fragen: „Wie viel hält ein 8er Dübel?“ Besser fragen: „Wie viel hält dieses Dübelsystem in genau diesem Untergrund bei dieser Montage?“

Abstimmung Schraube – Dübel

Die richtige Schraubenart wählen

Für klassische Kunststoffdübel sind häufig Holz- oder Spanplattenschrauben beziehungsweise passende Universalschrauben vorgesehen. Entscheidend ist, dass das Gewinde den Dübel über die vorgesehene Länge wirksam spreizt oder verformt. Sehr feine oder nicht vorgesehene Gewinde können dazu führen, dass der Dübel nicht wie geplant arbeitet.

Bei Spezialdübeln gilt erst recht: Verwende die vom System vorgesehene Schraubenart. Bei Gipskartondübeln, Metall-Hohlraumdübeln, Langschaftdübeln oder Verbundankern unterscheiden sich Gewinde, Kopf, Länge und Montageprinzip deutlich.

Die richtige Breite wählen

Für die Kombination aus Schraube und Dübel ist zunächst der Schraubendurchmesser wichtig. Die Schraube muss innerhalb des für den Dübel freigegebenen Bereichs liegen. Eine zu dünne Schraube kann den Dübel unzureichend spreizen; eine zu dicke Schraube kann den Dübel beschädigen oder die Montage unmöglich machen.

Die folgende Tabelle kann als Orientierung für ein verbreitetes Universal-Kunststoffdübelsystem dienen. Sie ist bewusst keine allgemeine Norm für alle Dübel:

Dübel-Nenndurchmesser

Typischer Bohrernenndurchmesser

Beispielhafter Schraubenbereich*

 6-er Dübel (6mm)

6 mm

4,0–5,0 mm

8-er Dübel (8mm)

8 mm

4,5–6,0 mm

10-er Dübel (10mm)

10 mm

6,0–8,0 mm

12-er Dübel (12mm) 

12 mm

8,0–10,0 mm

* Beispielwerte eines aktuellen Universal-Kunststoffdübelsystems. Für die konkrete Montage immer die Angaben auf Verpackung, Produktdatenblatt oder Zulassung des verwendeten Systems prüfen.

Die richtige Länge wählen

Als Zweites muss die Schraubenlänge beachtet werden. Die Schraube muss den Dübel über die vom Hersteller geforderte Einschraubtiefe erfassen. Das Anbauteil, Putz oder andere nichttragende Schichten kommen zur notwendigen Länge hinzu.

Für mehrere verbreitete Kunststoffdübel wird als Faustformel verwendet:

Korrekte Schraubenlänge = Dübellänge + Dicke des Anbauteils (z. B. Lampenfuß) + gegebenenfalls nichttragende Schichten + etwa 1 × Schraubendurchmesser

Diese Formel ist keine Ersatz-Zulassung: Bei jedem konkreten Dübelsystem gelten dessen Angaben zur Mindest-Einschraubtiefe und maximalen Anbauteildicke.

Beispiel

Ein 50 mm langer Dübel, ein 15 mm starkes Anbauteil und eine vorgesehene 6-mm-Schraube führen nach dieser Faustformel auf etwa 71 mm. In der Praxis wird dann eine verfügbare Schraubenlänge gewählt, die die erforderliche Einschraubtiefe sicher erreicht und zum System passt.

Abstimmung Dübel – Bohrer

Bohrerdurchmesser: in der Regel gleich dem Dübeldurchmesser

Bei den meisten klassischen Kunststoffdübeln entspricht der angegebene Bohrernenndurchmesser dem Dübeldurchmesser. Für einen 6-mm-Dübel wird also typischerweise ein 6-mm-Bohrer verwendet, für einen 8-mm-Dübel ein 8-mm-Bohrer.

Die alte Heimwerkerregel, bei porösem Untergrund vorsorglich eine Bohrergröße kleiner zu wählen, sollte nicht als allgemeine Empfehlung stehen bleiben. Besser ist es, den für das Dübelsystem vorgesehenen Bohrerdurchmesser einzuhalten und bei problematischem Untergrund ein passenderes Dübelsystem zu wählen.

Bohrart: nicht jeder Stein verträgt Schlag

In dichtem Beton ist ein geeigneter Hammerbohrer im Bohrhammer oft die richtige Wahl. Bei Lochstein und vielen weicheren Baustoffen kann Schlag oder Hammer dagegen Stege ausbrechen und das Bohrloch unnötig vergrößern. Hier wird bei geeigneten Befestigungssystemen häufig Drehbohren ohne Schlag empfohlen.

Wenn der Untergrund unbekannt ist, beginne zurückhaltend und beobachte Bohrwiderstand und Bohrmehl. Bestätigt sich ein harter Vollbaustoff, kann die passende Schlag- oder Hammerfunktion zugeschaltet werden. Diese Materialkontrolle ersetzt nicht die Leitungsprüfung.

Bohrtiefe und Bohrloch reinigen

Das Loch muss tief genug für den Dübel und den überstehenden Schraubenweg sein. Viele Hersteller geben eine Mindest-Bohrlochtiefe an, die größer ist als die Dübellänge. Ein zu flaches Loch kann dazu führen, dass der Dübel nicht vollständig sitzt oder die Schraube am Bohrlochgrund ansteht.

Bohrmehl sollte nach den Montageangaben entfernt werden. Besonders bei Verbundankern ist die vorgeschriebene Bohrlochreinigung Teil des Systems und kann die Tragfähigkeit entscheidend beeinflussen. Auch bei Kunststoffdübeln hilft ein sauberes Bohrloch dabei, dass der Dübel vollständig eingesetzt und kontrolliert montiert werden kann.

Kann man ohne Dübel in Beton oder Mauerwerk schrauben?

Ja – aber nicht mit irgendeiner Schraube. Es gibt spezielle Betonschrauben und weitere Direktbefestigungssysteme, die ihr Gewinde im vorbereiteten Bohrloch beziehungsweise im Baustoff ausbilden. Sie sind als System für bestimmte Baustoffe, Bohrdurchmesser und Verankerungstiefen ausgelegt.

Eine normale Holz- oder Universalschraube ohne Dübel in Beton oder Mauerwerk zu drehen, ist dagegen keine gleichwertige Alternative. Wenn du ohne Dübel befestigen willst, wähle ausdrücklich dafür vorgesehene Schrauben und halte dich an deren Montageangaben.

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Wenn Dübel oder Bohrloch nicht passen

Der Dübel geht nicht hinein

Prüfe zuerst, ob Bohrerdurchmesser und Bohrtiefe dem Dübelsystem entsprechen und ob das Loch frei von Bohrmehl ist. Bleibt der Dübel bereits am Eingang hängen, bohre nicht durch seitliches „Herumschleifen“ mit dem Bohrer größer. Ein unregelmäßig aufgeweitetes Loch verschlechtert die Passung.

Wenn der Dübel halb eingesetzt feststeckt, kann ein bewährter Ausbau-Trick helfen: Drehe eine passende Schraube nur wenige Umdrehungen ein, bis sie im Dübel greift, und ziehe Schraube und Dübel vorsichtig gemeinsam heraus. Danach lässt sich das Bohrloch kontrollieren und gegebenenfalls korrekt nachbohren.

Das Bohrloch ist zu groß oder ausgebrochen

Papier, Streichhölzer, Nägel oder gewöhnliche Spachtelmasse zwischen Dübel und Wand sind keine verlässlich berechenbare Befestigung. Für leichte, unkritische Dinge mögen solche Tricks historisch verbreitet sein; für eine belastbare Befestigung sollten sie nicht die Standardlösung sein.

Sinnvoller ist, die Ursache zu klären: War der Bohrer zu groß, ist der Untergrund ausgebrochen oder liegt ein weicher beziehungsweise hohler Baustoff vor? Je nach Befund kann ein neuer Befestigungspunkt, ein dafür vorgesehenes größeres Dübelsystem oder ein geeignetes Reparatur-/Injektionssystem infrage kommen. Ein chemisches System darf aber nur eingesetzt werden, wenn es für den vorhandenen Baustoff und die Anwendung vorgesehen ist.

Der Dübel dreht beim Einschrauben mit

Dreht der Dübel mit, kann das auf ein zu großes oder ausgefranstes Bohrloch, einen ungeeigneten Dübel, eine zu dünne Schraube oder einen wenig tragfähigen Untergrund hinweisen. Nicht einfach eine immer dickere Schraube hineinzwingen: Damit kann der Dübel beschädigt und das Loch weiter aufgeweitet werden.

Für die systematische Fehlersuche eignet sich der separate BUH-Problemlöser „Dübel dreht durch oder hält nicht: Ursachen systematisch finden“.

Häufige Fehler beim Dübeln

Typische Anfängerfehler beim Dübeln wiederholen sich erstaunlich oft:

  • Untergrund nur raten statt vor der Auswahl zu prüfen.
  • Zu kleines Loch gebohrt → der Dübel wird mit Gewalt eingeschlagen und platzt.
  • Zu großes Loch gebohrt → der Dübel dreht sich beim Einschrauben mit.
  • Einen Dübel verwenden, dessen Einsatzbereich den vorhandenen Baustoff nicht umfasst.
  • Bohrerdurchmesser oder Bohrtiefe frei verändern, statt die Montageangaben einzuhalten.
  • In Lochstein unnötig mit starkem Schlag oder Hammer bohren und dadurch Stege beschädigen.
  • Eine Schraube wählen, die außerhalb des vorgesehenen Durchmesserbereichs liegt.
  • Zu kurze Schraube gewählt → der Dübel spreizt sich nicht vollständig.
  • Die Dicke des Anbauteils bei der Schraubenlänge vergessen.
  • Bohrlochreinigung, Setzwerkzeug oder Aushärtezeit bei einem System als unwichtige Nebensache behandeln.
  • Zuviel Staub im Bohrloch vergessen → klingt banal, ist aber einer der Hauptgründe, warum Dübel durchdrehen. Ein kurzes Ausblasen oder Aussaugen macht den Unterschied.
  • Lastwerte eines Dübels auf einen anderen Baustoff oder eine andere Montage übertragen.
  • Ein ausgebrochenes Loch mit Papier, Nägeln oder beliebiger Spachtelmasse „festmachen“, obwohl die Befestigung Last tragen soll.

Aus der Heimwerker-Trickkiste: Was davon bleibt sinnvoll?

Rund ums Dübeln gibt es viele überlieferte Tricks. Einige sind praktisch, andere stammen aus einer Zeit, in der es weniger spezialisierte Befestigungssysteme gab. Für BUH ist deshalb die Trennung wichtig: Leser-Erfahrung soll genannt werden, aber sie sollte nicht mit einer technisch abgesicherten Empfehlung verwechselt werden.

Trick

BUH-Einordnung

Bessere Standardlösung

Dübel mit Papier oder Pappe umwickeln

Keine belastbare Standardbefestigung; höchstens historische Notlösung für völlig unkritische Lasten.

Bohrloch und Untergrund prüfen; passendes Dübelsystem oder neuen Befestigungspunkt wählen.

Streichhölzer oder Nägel zwischen Dübel und Wand

Kann Dübel und Lastverteilung unkontrolliert verändern.

Nicht als tragfähige Reparatur verwenden.

Dübel in Zement oder Spachtelmasse setzen

Gewöhnlicher Mörtel oder Spachtel ersetzt kein geprüftes Verbundsystem.

Nur dafür vorgesehene Reparatur- oder Injektionssysteme nach Herstellerangabe einsetzen.

Feststeckenden Dübel mit leicht eingedrehter Schraube herausziehen

Als Ausbauhilfe sinnvoll, wenn die Schraube nur so weit greift, dass der Dübel gemeinsam herausgezogen werden kann.

Danach Ursache des falschen Sitzes prüfen und korrekt neu bohren.

Tipp für poröse Wände

Altbauwände haben ihre eigenen Gesetze. Was auf der Packung nach „hält 20 kg“ aussieht, wird in einem bröseligen Schlackebeton oder einem vergipsten Ziegel schnell zur Geduldsprobe. Hier lohnt sich der Griff zu Injektionsdübeln (chemische Dübel), die mit einem Zwei-Komponenten-Mörtel arbeiten. Der Mörtel verteilt sich im Loch, verklebt Hohlräume und sorgt für eine bombenfeste Verbindung, selbst wenn die Wand eigentlich längst aufgegeben hat.

Kein Injektionsdübel zur Hand? Dann probiere dies: Wähle hier zunächst die Bohrergröße eine Nummer kleiner als den Dübel. Meist - mit freundlichem Druck - passt der Dübel dann bereits.

Dübel in die Mauer: Vorsichtig probieren

Wie den Dübel in der Wand befestigen? Prüfe vorsichtig, ob der Dübel schon in das Loch passt. Es gilt zu verhindern, dass der Dübel verkantet oder beim Hineinschlagen hinten zersplittert.

Wenn das Malheur doch einmal passiert ist und der Dübel halb hineingetrieben weder vor- noch zurückgeht, hilft folgender Trick: Man drehe eine Schraube leicht in den hinteren Dübel hinein, bis diese den Dübel fasst – nicht weiter! Dann zieht man vorsichtig zurück und kann so den Dübel mit der teilweise hereingedrehten Schraube herausziehen.

Passt noch nicht ganz

Wenn der Dübel nicht so wirklich reingeht, man aber merkt: "Da fehlt nicht viel", dann gehe man noch einmal mit demselben Bohrer in das Loch, gebe Stoff und "schleife" rundherum das Loch mit dem rotierenden Bohrer ein wenig (!) aus. Meist passt der Dübel dann.

Wenn der Dübel aber schon mit der Spitze am Locheingang steckenbleibt, sollte man wohl doch die nächsthöhere Bohrergröße wählen :-).

Loch zu groß?

Wenn das Loch zu klein für den Dübel ist, bohrt man es einfach etwas größer. Doch was kann man tun, wenn der Dübel im Loch hin und her rutscht und nur noch den Halt eines Fotos garantieren könnte? Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, das Bohrloch mit Spachtelmasse auszufüllen und den Dübel dann hineinzudrücken. Zwei Stunden trocknen lassen, Schraube rein, fertig.

Alternativ kann man kleine Stahlnägel zwischen Dübel und Wand hineinschlagen, so dass der Dübel über die Nägel stabilisiert wird.

Hinweis: Das ist ein alter Heimwerkertrick, aber, wie schon in der Tabelle erwähnt, fachlich umstritten, weil:

  • Nägel können den Dübel beschädigen und die Lastverteilung verschlechtern.
  • Besser: Injektionsmörtel oder größeres Bohrloch mit neuem Dübel.

Weitere Leser-Tipps & Tricks

Bisherige Anregungen:

  • Mit Papier umwickeln
    Anonym schreibt: Manchmal kann man sich bei einem zu großen Loch auch mit Papier / Pappe, welche man um den Dübel wickelt und dann hineindrückt. Wenn der Dübel dann noch immer hinein flutscht, etwas mehr Papier / Pappe umwickeln, wenn er nicht mehr hineinpasst: dann natürlich etwas weniger. Aber das ist natürlich nur eine Notlösung, wenn man nichts anderes im Moment zur Verfügung hat.,
  • Streichhölzer!
    Anonym schreibt: Wenn der Dübel nicht richtig hält, benutze ich immer Streichhölzer zwischen Dübel und Wand. Bewährt seit 50 Jahren :-)
  • In Zement wälzen
    Bohrloch ausblasen, mit Sprühflasche innen nässen, Dübel in Zement o.Ä. wälzen und etwas Zement o. Ä. ins Bohrloch, dann Dübel rein ins Loch. Etwas abbinden lassen, dann Schraube rein. So mach ich das seit 50 Jahren – hält immer bombenfest. Ich mag keine halben Geschichten, wo man 2 oder 3x dran muss und nehm mir deshalb die Zeit. Bei schlechten (Altbau-)Wänden lange Dübel verwenden.
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Kleine Dübelkunde

Standarddübel

 spreizduebel grau ne 564Spreizdübel

Sogenannte Spreiz-, Allzweck- oder Mehrzonen-Spreizdübel verfügen über Spreizkörper, die sich beim Hineindrehen der Schraube in den Untergrund pressen. Der dadurch hervorgerufene Hafteffekt ist durchaus beeindruckend.

Animation: So funktioniert ein Spreizdübel

Länge: 1 Minute (nach 10 Sekunden beginnt die Animation)

YouTube: YouTube-Video
YouTube

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Ein normaler Spreizdübel, der meist aus Kunststoff besteht, kann für folgende Materialien verwendet werden:

  • Beton
  • Vollstein

Hinweis: In Vollbeton halten Standard-Spreizdübel nur begrenzt. Für höhere Lasten sind Sicherheitsdübel / Schwerlastanker oder Injektionssysteme notwendig.

Die sogenannten Allzweckdübel und Mehrzonen-Spreizdübel haben ein breiteres Einsatzgebiet und eignen sich für verschiedene Baustoffe:

  • Beton und Vollstein
  • Lochstein und Porenbeton / Gasbeton (auch spezielle Gasbetondübel sind nutzbar) 
  • Nur Allzweckdübel: Breite Wandbauplatten, z. B. aus Gips oder Gipsfaser

Hohlraumdübel

duebel rigips 250Hohlraumdübel

Leider haben wir nicht immer eine tragfähige Vollbetonwand für unseren Dübel zur Verfügung. In modernen Häusern, abgehängten Decken und ausgebauten Dachgeschossen findet sich oft eine dünne Wandbauplatte mit dahinterliegendem Hohlraum.

Sogenannte Hohlraumdübel sind für diese Ausgangslagen geschaffen. Es gibt sie in Form von Gipskartondübeln (vornehmlich für Gipskartonplatten / Rigips), als Federklappdübel (für leichtere Gegenstände wie Lampen) und als besonders belastbare Metall-Hohlraumdübel.

  • Gipskartondübel aus Kunststoff halten oft nur sehr leichte Lasten (Bilder, Rauchmelder).
  • Für mittlere Lasten gibt es auch selbstbohrende Metalldübel, nicht nur Klapp- oder Metall-Hohlraumdübel.
Gipskartonduebel IMGP0872

Gipskartondübel

Klappdübel (3)

Federklappendübel

Duebel Metallhohlraum IMGP0890

Metall-Hohlraumdübel

 

Spezialdübel und Lastempfehlungen 

Neben diesen "üblichen" Dübelsorten gibt es noch Spezialdübel für jeweils ganz spezielle Bedingungen und Material, zum Beispiel Messingdübel, Dämmstoffdübel oder spezielle Dübel für Elektrobefestigungen. Es existieren sogar chemische Dübel, die mit Verbundmörtel oder -anker arbeiten.

Tragfähigkeit & Lastverteilung

Bei der Wahl des Dübels ist aber nicht nur auf den Untergrund, sondern auch auf die maximale Traglast bzw. Tragfähigkeit des Dübels zu achten. Das ist die eigentliche Gretchenfrage bei der Auswahl des Dübels (neben der Größe). Hersteller geben dafür Lastwerte an, die sich allerdings auf ideale Bedingungen im Prüflabor beziehen. Im echten Leben hängen noch Staub im Bohrloch, bröckelnder Putz und die Länge der Schraube mit drin.

Daher gilt: immer mit Sicherheitsfaktor rechnen. Wer ein 10-kg-Regal aufhängen will, sollte nicht mit einem Dübel kalkulieren, der laut Packung „bis 10 kg“ hält, sondern lieber zwei oder drei Dübel setzen. Das ist weder übervorsichtig noch verschwenderisch, sondern schlicht handwerkliche Vernunft.

Generell gilt: Ist das zu haltende Gewicht zu groß, muss dieses auf mehrere Dübel verteilt werden. Die Faustregel lautet:

Je größer der Dübel, umso schwerer darf der zu befestigende Gegenstand sein.

Einen anschaulichen Überblick über die Wahl des richtigen Dübels liefert auch das folgende Video:

Video: Kleine Dübelkunde

Länge: 3 Minuten

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Dübel-Mythen: vier Aussagen im Check

  • „Je größer der Dübel, desto besser.“ Falsch. Ein größerer Dübel kann nur dann sinnvoll sein, wenn das System zum Untergrund, zur Last und zur Geometrie passt. In einem schwachen oder ausgebrochenen Untergrund kann „größer“ sogar zusätzliche Schäden verursachen.
  • „Universaldübel kann man überall verwenden.“ Zu pauschal. Universalprodukte decken viele Baustoffe ab, aber nicht jede Anwendung und nicht jede Last. Der freigegebene Baustoffbereich des konkreten Produkts bleibt entscheidend.
  • „Eine dickere Schraube macht den Dübel automatisch stärker.“ Falsch. Der Schraubendurchmesser muss im vorgesehenen Bereich liegen. Zu dick kann den Dübel beschädigen, zu dünn kann die Funktion beeinträchtigen.
  • „Zwei Dübel tragen automatisch doppelt so viel.“ Nicht als allgemeine Rechenregel. Wie sich die Last auf mehrere Befestigungspunkte verteilt, hängt von Bauteil, Abständen, Untergrund, Montage und Belastungsrichtung ab.

Checkliste vor dem Bohren

  • Wandmaterial plausibel bestimmt?
  • Bohrstelle auf Leitungen und Rohre geprüft?
  • Belastung und Folgen eines Versagens eingeschätzt?
  • Dübel ausdrücklich für den Untergrund geeignet?
  • Zulässige Schraubenart und Schraubendurchmesser geprüft?
  • Schraubenlänge inklusive Anbauteil und nichttragender Schichten ausreichend?
  • Passender Bohrer, Bohrdurchmesser und Bohrtiefe gewählt?
  • Richtige Bohrart für den Baustoff festgelegt?
  • Bohrloch entsprechend den Montageangaben gereinigt?
  • Bei hoher oder sicherheitsrelevanter Belastung ein dafür vorgesehenes System gewählt beziehungsweise fachlich prüfen lassen?

Dübel-Schrauben-Tabelle als PDF

Du möchtest die wichtigsten Zuordnungen in der Werkstatt griffbereit haben? Unsere kompakte PDF-Übersicht fasst Untergrund, Dübelprinzip, Schraube und Bohrweise auf zwei Seiten zusammen.

Fazit: Erst Untergrund und Aufgabe, dann Dübelgröße

Wer Dübel, Schraube und Bohrer zusammenbringen will, sollte nicht bei der Zahl auf dem Dübel beginnen. Die Reihenfolge ist umgekehrt: Untergrund erkennen, Befestigung einschätzen, passendes Dübelsystem wählen und erst dann Schraube, Bohrer, Bohrtiefe und Bohrart festlegen.

Für klassische Kunststoffdübel bleibt die einfache Orientierung nützlich: Der Bohrernenndurchmesser entspricht meist dem Dübeldurchmesser, und die Schraube liegt in einem vom Hersteller angegebenen Bereich. Die genaue Tragfähigkeit lässt sich daraus aber nicht ableiten. Sie gehört immer zum konkreten Dübelsystem und zum vorhandenen Baustoff.

 

Punkt 1

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Zum Abschluss: FunFacts zum Thema Dübel

  1. Der erste Kunststoffdübel wurde 1958 von Artur Fischer erfunden. Vorher behalf man sich mit Holzstopfen oder Bleiplättchen – eine erstaunlich einfache, aber wenig dauerhafte Lösung.
  2. Chemische Dübel sind im Prinzip Mini-Baustellen: Ein Zweikomponenten-Mörtel wird ins Bohrloch injiziert, härtet aus und schafft eine Verbindung, die teilweise stärker ist als das Mauerwerk selbst.
  3. Betonschrauben gelten als moderne Alternative zu Dübeln. Sie schneiden ihr Gewinde direkt ins Bohrloch – aber nur in tragfähigem Beton, nicht in porösen Steinen.
  4. In Altbauwänden aus Schlackebeton oder Bimsstein helfen klassische Spreizdübel oft kaum. Hier setzen Profis auf Injektionssysteme, weil die Last nicht punktuell, sondern flächig verteilt wird.
  5. Feuchtigkeit kann die Haltekraft von Dübeln massiv beeinflussen. Besonders in feuchtem Mauerwerk (Keller, Außenwände) verlieren Spreizdübel an Grip, während chemische Systeme sogar davon profitieren.
  6. Dübel sind in der DIN 18182 und anderen Normen geregelt – aber Handwerker wissen: Was auf der Packung steht, gilt nur unter Idealbedingungen. In der Praxis entscheidet die Bohrlochtiefe oder ob der Bohrstaub entfernt wurde.
  7. Manche Handwerker schwören auf die im Text beschriebenen Improvisationstricks wie Papier oder Streichhölzer im Dübel. Sie funktionieren kurzfristig, haben aber Kultstatus: Fast jeder kennt sie, fast niemand empfiehlt sie offiziell.

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Dübel dreht durch oder hält nicht: Ursachen systematisch finden

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Ein Dübel, der sich beim Einschrauben mitdreht, wieder aus der Wand kommt oder erst nach einiger Zeit locker wird, hat nicht automatisch ein zu großes Bohrloch. Die Ursache kann ebenso beim Wandmaterial, beim gewählten Dübel, bei der Schraube, bei der Setztiefe, beim Bohrverfahren oder bei der Belastung liegen. Deshalb lohnt sich eine Diagnose, bevor du das Loch reparierst oder einfach einen größeren Dübel einsetzt.

Die wichtigste Antwort vorweg: Prüfe die Befestigung als System – Untergrund → Bohrloch → Dübel → Schraube → Montage → Belastung. Sobald du weißt, an welcher Stelle die Kette nicht passt, wird auch die Lösung klarer.

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Bohren: Anleitung für Anfänger (und Fortgeschrittene)

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Der Dübel rutscht ins Loch, dreht beim Schrauben mit oder lässt sich wieder herausziehen? Dann ist nicht automatisch der Dübel das Problem. Entscheidend ist, warum das Bohrloch zu groß geworden ist und ob rund um das Loch noch tragfähiger Untergrund vorhanden ist. Ein gleichmäßig zu großes Loch in festem Mauerwerk braucht eine andere Lösung als ausgebrochener Putz, ein beschädigter Lochziegel oder eine ausgefranste Gipskartonplatte.

Die wichtigste Regel: Repariere nicht auf Verdacht. Kläre zuerst Untergrund, Schadbild und geplante Belastung. Für leichte, nicht sicherheitsrelevante Befestigungen gibt es mehrere brauchbare Reparaturwege. Bei schweren oder sicherheitsrelevanten Befestigungen ist ein neues Loch in unbeschädigtem Untergrund oder ein dafür vorgesehenes Befestigungssystem meist die bessere Entscheidung.

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Dübel in der Wand lassen oder rausholen

Dübel in der Wand lassen oder rausholen

Frank12 fragt:

Wir streichen die Wände neu und wollen danach auch neue Löcher bohren. Darum gibse ich die alten Löcher alle zu und presse dabei den Gips richtig rein. Damit ich später nicht in Luft bohre, wenn an dieser Stelle ein neues Loch benötigt wird.

Ich frage mich nur immer: Soll ich den Dübel in dem alten Loch besser drin lassen oder doch lieber rausholen?

Die Antworten lauten wie folgt:

Hier weiterlesen: Dübel in der Wand lassen oder rausholen

Videotipps zum Dübeln

Dübel hält nicht? 6 Tipps

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Alles, was du über Dübel wissen musst

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Dübel in einer Rigipswand: Alles zum Hohlraumdübel

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Kurzübersicht: Wandmaterial erkennen

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Mehr dazu:

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Wandmaterial erkennen: 7 einfache Hinweise vor dem ersten Bohrloch

Das Regal liegt bereit, Dübel und Bohrmaschine auch – nur bei der Wand beginnt das Rätsel. Hinter einer weiß verputzten Fläche können sich Beton, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder eine Trockenbaukonstruktion verbergen. Von außen sieht vieles gleich aus.

Die wichtigste Antwort vorweg: Das Wandmaterial lässt sich ohne Bohrung oft gut eingrenzen, aber nicht immer zweifelsfrei bestimmen. Verlasse dich deshalb nicht auf einen einzigen Test. Besonders sinnvoll ist die Kombination aus einem stärkeren Hinweis – etwa Bauunterlagen, einer sichtbaren Materialstelle oder einem vorhandenen Bohrloch – und mindestens einem zweiten Indiz. Vor dem Bohren kommt außerdem immer die Leitungsprüfung.

Das ist wichtig, weil nicht nur der Bohrer, sondern vor allem die passende Befestigung vom Untergrund abhängt. Ein Dübel, der in Beton zuverlässig hält, kann in einer Hohlwand die falsche Wahl sein. Auch Befestigungshersteller weisen deshalb darauf hin, dass das Wandmaterial vor der Dübelwahl geklärt werden sollte.

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Zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, die festsitzende Mutter von der Schraube abzubekommen. Ein Blick auf unsere Tipps und Tricks zum Lösen von Muttern lohnt sich!

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Das Schrauben sortieren in der Werkstatt gehört nicht gerade zu den Lieblingsaufgaben vieler Arbeiter und Hobbybastler. Deshalb liegen mancherorts die Schrauben auch nur lose auf den Werktischen herum. Ist das Chaos erst einmal entstanden, lässt es sich nur sehr mühsam wieder beseitigen. Deshalb ist Disziplin das oberste Gebot, wenn es darum geht, einigermaßen den Überblick über das eigene Schraubensortiment zu bewahren. Die entscheidende Frage, die sich dabei stellt: Welche Möglichkeiten gibt es, um Ordnung ins Schraubenchaos zu bringen?

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Geschrieben von

Peter Bödeker

Peter Bödeker

Peter arbeitet seit seinem Studium im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

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