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Holzflächen schleifen: So wird Holz sauber und eben geschliffen

Beim Schleifen von Holzflächen können durch unbedarftes Schleifen Schäden auf der Oberfläche und an der Maserung entstehen. Unser Artikel zeigt, wie Sie beim Schleifen unterschiedlicher Holzoberflächen richtig vorgehen.

Mit vielen Profi-Tipps!

 
 

Inhalt: Holzflächen schleifen

Punkt 1

Damit schleift man Holzflächen

ImageMaschinen / Elektrogeräte zum Holz-Schleifen

  • Bandschleifer: für sehr große Flächen
  • Schwingschleifer: für grobe Schleifarbeiten
  • Exzenterschleifer: für feines Schleifen, Polierarbeiten und Problemstellen (siehe unten)
  • Deltaschleifer: für Ecken, Kanten und schmale Zwischenräume

Handwerkzeuge für manuelles Schleifen

  • Schleifklotz: für Flächen und Kanten
  • Schleifschwamm: für Profile und gewölbtes Holz

Schleifmittel

Für die meisten Maschinen lassen sich mindestens sechs verschiedene Körnungsstufen im Baumarkt kaufen. Die Körnungen reichen von unter 10 bis 1.000 heran. Am gängigsten ist Schleifpapier der Körnung 40 (Grobschliff) bis 240 (feiner Feinschliff).

 Punkt 2

Welches Schleifmittel für welches Holz?

Normales Holz schleifen: synthetische Schleifmittel aus künstlichem Material wie brauner Aluminiumoxid, Siliziumkarbid oder synthetische Korunde. Diese Schleifmittel sind besonders "scharf" und bestechen durch relativ lange Haltbarkeit. Die Streuung des Schleifmittels – gemeint ist der Abstand der einzelnen Schleifkörner auf dem Schleifpapier – gilt es ebenfalls zu beachten. Eine dichte Körnung, wie sie auch für den Lackschliff gerne eingesetzt wird, eignet sich besonders gut, harte Hölzer von unnötigen Erhebungen zu befreien.

Weiches Holz wie Kiefer oder Fichte: Hier empfehlen sich Schleifmittel aus natürlichen Materialien wie Flint, Quarz, Korund, Schmirgel oder Granat. Sie halten nicht zu lange, schonen dafür die weiche Holzoberfläche. Die Streuung der Körner auf dem Papier sollte relativ offen (mit verhältnismäßig viel Zwischenraum) sein. Diese Schleifmittel setzen sich nicht so schnell zu, wie es bei einer dichten Streuung in Kombination mit weichen Hölzern der Fall ist.

Punkt 3

Grundlegende Tipps beim Holz-Schleifen

Wichtig! Für alle Schleifarbeiten gilt

  • Mit Staubabsaugung arbeiten! Die Löcher des Schleifmittels müssen zur Lochung des Gerätes passen.
  • Wenn das Schleifmittel zusetzt, sollte man zunächst einige Male den Staub mechanisch entfernen. Irgendwann ist ein Schleifmittel aber "durch" und will ersetzt werden.
  • Darauf achten: Beim Schleifen nie zu lange auf einer Stelle verweilen, da sich der Schleifer dann "eingräbt".
  • Generell hochwertige Staubmaske, Handschuhe und Schutzbrille tragen.

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Bei Schleifarbeiten muß mit Absaugung gearbeitet werden. Viele Schleifmaschinen haben eine Absaugung eingebaut, um den feinen Abrieb von der Lunge des Schleifenden wegzusaugen. Sie werden mit einer Filterkassette geliefert. Diese kann z. B. außerhalb der Werkstatt verwendet werden, wenn kein Absauger mitgeführt wird.

In Schreinereien/Tischlereien wird die Verwendung eines Absaugers der Staubklasse M von der Holz - BG gefordert. Werden lackierte Flächen geschliffen muss die Antistatik - Ausführung verwendet werden.

Einführende Tipps zu Maschinen und Schleiftechnik im 5-Minuten-Video:

Punkt 4

In welche Richtung schleifen?

Für den "normalen" Holzschliff gilt immer

Maserung beachten! Insbesondere mit groben Körnungen und beim Feinschliff immer in Faserrichtung schleifen (meint das gleiche wie "längs zur Maserung" oder "entlang der Maserung), ansonsten entstehen leicht tiefe Kratzer.

Sauber arbeiten! Staub und Abrieb auch zwischendurch immer wieder entfernen (Handfeger, Sauger oder Lappen), ansonsten werden die Poren des Holzes verstopft, das Schleifpapier wird unnötig zugesetzt und/oder es kommt sogar zu Kratzern. 

Punkt 5

Die drei Schritte grob, mittel und fein

Vorgehensweise beim Schleifen / Körnungen

A) Grobschliff / Vorschliff

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Je nach Oberflächenbeschaffenheit und Arbeitsgang verwenden Sie das geeignete Schleifmittel mit der entsprechenden Körnung. Für den Vorschliff der unbehandelten Fläche verwenden Sie Schleifmittel mit der Körnung 40 bis 80.  Je höher die Körnungszahl, desto feiner wird der Schliff.

Die Werkstücke zur Fixierung ggf. einspannen.

Führen Sie das Gerät immer so, dass der Schleifteller parallel (waagrecht) zur Werkstückoberfläche geführt wird.

  • Bewegen Sie zum Abschleifen den Schleifer gleichmäßig über das Werkstück.
  • Verweilen Sie nicht zu lange auf einer Stelle, denken Sie daran: der Schleifer schleift Holz weg, das kann zu Dellen in der Oberfläche führen!

Image Beim Schleifen von furnierten Oberflächen besteht die Gefahr des "Durchschleifens". Besonders an den Brettkanten bestehen hierzu gute Chancen.

 

  • Tipp 1: Verkleinern Sie mit dem Einstellrad die Motordrehzahl, dadurch wird der Abtrag verringert.
  • Tipp 2: Drücken bringt nichts. Wer elektrische Maschinen aufs Holz presst, erhöht nicht den Abrieb. Die Maschine läuft aber langsamer.
  • Tipp 3: Nach Abschluss des Grobschliffs fegen Sie alles vom Holzstaub sauber
  • Tipp 4: Befeuchten Sie nach dem Grobschliff die Holzfläche. Gehen Sie mit einem feuchten Schwamm über das Holz und lassen Sie die Fläche bis zum nächsten Schleifgang trocknen. Dadurch richten sich die Holzfasern auf und können beim Zwischenschliff besonders gut abgetragen werden.

B) Zwischenschliff

ImageFür den Zwischenschliff (Mittelschliff) der unbehandelten Fläche verwenden Sie Schleifmittel mit der Körnung 80 bis 150.

Beim Zwischenschliff können Sie (mit wenig Druck!) quer zur Maserung arbeiten.

 

Löcher in der Oberfläche?

Wenn nach dem Grobschliff oder Zwischenschliff Risse oder Löcher in der Oberfläche vom Holz auftauchen, lassen sich diese an diesem Punkt besonders gut reparieren.

Nehmen Sie dazu den Schleifabrieb des Grobschliffs und geben Sie diesen in einen Mischbehälter mit ein wenig Leim oder Fugenmasse. Mischen Sie so, dass Sie eine dicke breiige Konsistenz erhalten.

Tragen Sie nun diese Holz-Leim-Masse mit einem Spachtel auf die Holz-Schadstelle. Überschüssige Reparaturmasse ziehen Sie mit einem Spachtel ab.

Nun lassen Sie die reparierte Stelle vollständig durchtrocknen und beginnen dann mit dem Feinschliff.

 

C) Feinschliff

Für den Endschliff bzw. Feinschliff oder Finish der unbehandelten Fläche verwenden Sie Schleifmittel mit der Körnung 180 bis 240. Dieser Schliff sollte mit Fingerspitzengefühl und besonderer Sorgfalt ausgeführt werden. Arbeiten Sie wieder in gleichmäßigen Schleifbewegungen längs zur Maserung.

Abschließende Tipps

  • Für einen Lackzwischenschliff verwenden Sie lack-geeignetes Schleifmittel mit der Körnung 240.

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  • Beachten Sie beim Auflegen von Schleifmitteln: die Löcher im Schleifmittel müssen mit den Löchern des Schleiftellers übereinstimmen. Nur dann ist eine optimale Staubabsaugung von Schleifstaub möglich.
  • Wischen Sie am Ende die Holzoberfläche feucht ab. Entfernen Sie alle Holzrückstände, ansonsten können diese, besonders am Boden, für unschöne Kratzer sorgen.

 

Punkt 6

Feinkontrolle am Ende der Schleifarbeiten

Am Ende kontrollieren Sie das Schleifergebnis.

Möglichkeit 1: Streichen Sie mit den Händen behutsam über die Oberfläche.

Möglichkeit 2: Halten Sie eine Lampe knapp über die Holzfläche und lenken Sie den Lichtstrahl seitlich darüber.

Wenn Sie weitere Rillen oder Unebenheiten fühlen oder sehen, müssen Sie nochmal mit dem Schleifer ran. Manchmal geht das ruckzuck: Einfach mit 180er Körnung leicht entlang der Maserung über die Delle und weg ist sie.

 Punkt 7

Profitipp Planschleifen großer Holzflächen

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Man markiere die Holzplatte nach dem Grobschliff über die gesamte Fläche durchgehend aber fein und nur mit leichtem Druck (!) per Bleistift mit großen S-Schleifen. So erkennt man beim anschließenden Feinschleifen mit 240er-Körnung deutlich, an welchen Stellen der Schleifer noch nicht durchgedrungen ist. Man schleife, bis der Bleistift nirgends mehr zu sehen ist.

Ausnahme: grobporiges Holz wie Esche oder Eiche, dort könnten die Partikel des Bleistiftes zu tief ins Holz wandern und trotz Schliff zu sehen bleiben.

Punkt 8

Sensible Bereiche beim Schleifen

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Überall dort wo bei der Arbeit Längs- und Querholzflächen aneinander treffen,
muß besonders darauf geachtet werden, dass beim Schleifen keine "Querfahrer" entstehen und dadurch die Qualität des Werkstückes leiden würde.

Insbesondere bei Rahmenkonstruktionen stoßen Stirnholz und Längsholz aneinander.

Beim Schleifen ergibt sich damit das Problem, dass in diesen Bereichen nicht quer zur Faser geschliffen werden darf, dadurch würde die Holzoberfläche vom Schleifmittel beschädigt. In diesen Fällen kann nicht mit einer Schleifmaschine geschliffen werden die eine "lineare" Schleifbewegung ausführt. Dies sind Bandschleifer und Linearschleifer.

Auch das Schleifen per Hand mit einem Schleifklotz ist hier problematisch, da die Handbewegung auch einer linearen Bewegung entspricht.

 Punkt 9

Längsholz stößt auf Querholz

Wir danken der Firma FESTOOL für das zur Verfügung gestellte Bild-Material.

Nachfolgend einige Beispiele für Längs- und Querholz Situationen, bei denen besonders umsichtig geschliffen werden muss:

Image Ecken auf Gehrung, z. B. stumpfe Ecken bei Bilderrahmen

 

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  • Türrahmen von Möbel- und Zimmertüren
  • Fensterflügelrahmen

 

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Bei Furnierarbeiten und Intarsien ergeben sich ebenfalls unterschiedlich verlaufende Faserrichtungen.

 

Punkt 10

Problemflächen mit dem Exzenterschleifer

Für die obengenannten Problemsituationen eignen sich hervorragend eine Exzenterschleifmaschine. Sie ermöglichen eine schleifkringel- und riefenfreie Oberfläche trotz Schleifens der problematischen Holzflächen.

Es macht hier keinen Unterschied, ob die Maschine mit oder gegen die Faserrichtung geführt wird.

Der rotierende Schleifteller hinterlässt keinerlei Schleifspuren.

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Ist zunächst ein Grobschliff erforderlich kann zunächst per Rotationsschleifen vorgeschliffen und anschließend per Exzenterschleifen feingeschliffen werden, wenn die Maschine beide Schleifarten beherrscht. Eventuell nutzt man, wie im Bild, unterschiedliche Maschinen.

Exzenterschleifmaschinen unterschieden sich u.a. im Schleifhub, im Durchmesser des Schleiftellers und im Leistungsgewicht. Dies ist dann zu berücksichtigen, wenn z. B. über Kopf gearbeitet werden muß. 

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