Besser Bohren: Anleitung für Anfänger (und Fortgeschrittene)
Jeder Heimwerker weiß noch, wie er das Bohren am Anfang als komplexes Geheimwissen empfand. Welcher Bohrer, für welche Wand, in welcher Stärke, mit welchem Dübel, wie kombinieren? Wie tief bohren? Wird das Loch auch nicht zu groß? Wie kann ich gerade bohren? Das Loch anschließend auspusten oder besser nicht? Fragen über Fragen, auf die wir in unserer Bohren-Anleitung Antwort geben. Einmal lesen – immer richtig bohren!
Inhalt: Bohren Anleitung
- Vorab: Wandmaterial erkennen
- Schritt 1: Bohrmaschine und Bohrer auswählen
- Schritt 2: Passenden Dübel auswählen
- Schritt 3: Bohrmarkierung aufzeichnen
- Schritt 4: Lochtiefe einstellen oder markieren
- Schritt 5: Sicher bohren
- Schritt 6: Bohrloch aussaugen oder nicht?
- Weitere Videotutorials zur Bohrmaschine
- Ergänzung oder Frage von dir?
- Weiterlesen
Vorab: Wandmaterial erkennen

Mehr dazu:
Beitrag: Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren
Das Regal liegt bereit, Dübel und Bohrmaschine auch – nur bei der Wand beginnt das Rätsel. Hinter einer weiß verputzten Fläche können sich Beton, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder eine Trockenbaukonstruktion verbergen. Von außen sieht vieles gleich aus.
Die wichtigste Antwort vorweg: Das Wandmaterial lässt sich ohne Bohrung oft gut eingrenzen, aber nicht immer zweifelsfrei bestimmen. Verlasse dich deshalb nicht auf einen einzigen Test. Besonders sinnvoll ist die Kombination aus einem stärkeren Hinweis – etwa Bauunterlagen, einer sichtbaren Materialstelle oder einem vorhandenen Bohrloch – und mindestens einem zweiten Indiz. Vor dem Bohren kommt außerdem immer die Leitungsprüfung.
Das ist wichtig, weil nicht nur der Bohrer, sondern vor allem die passende Befestigung vom Untergrund abhängt. Ein Dübel, der in Beton zuverlässig hält, kann in einer Hohlwand die falsche Wahl sein. Auch Befestigungshersteller weisen deshalb darauf hin, dass das Wandmaterial vor der Dübelwahl geklärt werden sollte.
Hier weiterlesen: Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren

Schritt 1: Bohrmaschine und Bohrer auswählen
Nehmen wir die Bohrmaschine einmal als gegeben an. Heutzutage finden sich viele Varianten des beliebtesten Heimwerkerwerkzeugs: Schlagbohrmaschine, Akkubohrer, Bohrschrauber, Bohrhammer.
Am einfachsten bohrt es sich sicherlich mit einer Akku-Variante, sogar Schlagbohren ist damit möglich. Doch für das "richtige" Bohren in harte Betonwände ist immer noch eine kabelgebundene Schlagbohrmaschine vonnöten.
Man nutze:
- Bohrmaschine ohne Schlag / Akkubohrer: für Gipskarton, Porenbeton und Holz
- Bohrhammer: für (Stahl-)-Beton
- Bohrmaschine mit Schlag: für Ziegelsteine, Mauersteine, Naturstein.
Mit oder ohne Schlag?
Das Bohrloch wird glatter ("sauberer"), wenn Sie ohne Schlag bohren. In Beton, Granit, Naturstein oder verkleidetem Ziegelstein werden Sie aber nicht auf Schlag verzichten können.
Achtung: Bohren Sie in Fliesen immer ohne Schlag, ansonsten reißen die Fliesen leicht ein.
Artikel: Welche Bohrmaschine für einen Anfänger?

Eine gute Bohrmaschine gehört in jeden Haushalt, doch gerade Anhänger sollten darauf achten, ein Gerät zu wählen, das sich leicht bedienen lässt. Zudem ist es wichtig zu wissen, welche Bohrmaschine sich für welches Material eignet – da gibt es nämlich deutlich Unterschiede, und eine unangebrachte Verwendung kann böse Folgen haben. Wir haben die besten Tipps im Überblick.
Artikel: Welche Bohrmaschine brauche ich?
Jeder Heimwerker braucht ein Gerät im Haus, das Löcher in Wände und andere Materialien bohren kann – keine Frage. Heutzutage erfüllen eine ganze Reihe von Maschinen diese Aufgabe zufriedenstellend: Vom Akkuschrauber mit Schlagbohrfunktion bis zum Bohrhammer für SD5-Werkzeuge. Die Antwort auf die Frage: "Was für eine Bohrmaschine brauche ich?" hängt vom geplanten Einsatzspektrum, dem Geldbeutel und – besonders heutzutage – von den schon vorhandenen bohrfähigen Maschinen in der Werkstatt ab.
Dabei zeigt sich: Ein Gerätetyp erledigt 90 Prozent aller Bohr- und Schraubarbeiten im normalen Heimwerker-Haushalt.
Welchen Bohrer brauche ich?
Wählen Sie den Bohrer passend zum Material: Stein-, Holz- oder Metallbohrer. Eigentlich ganz einfach. Mehr dazu im Artikel "Bohrerarten":
Artikel: Bohrerarten
Egal ob Holz, Metall oder Stein: Bohrer sind ein essenzielles Mittel zur Werkstoffbearbeitung. Doch welche Bohrertypen gibt es überhaupt? Welchen Bohrer verwendet man für welchen Werkstoff? Und wie erkenne ich die verschiedenen Bohrer? Selbst die winzigsten Unterschiede beim Bohrer können nämlich für erhebliche Unterschiede im Ergebnis sorgen.
In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Bohrerarten, ihre typischen Anwendungsgebiete und die jeweiligen Vorteile & Nachteile vor. Außerdem zeigen wir dir, wie die unterschiedlichen Bohrertypen aussehen, damit du den richtigen Bohrer für dein Vorhaben findest.
Video: Welchen Bohrer brauche ich?
Video: Welchen Bohrer brauche ich?
Länge: 13 Minuten


Schritt 2: Passenden Dübel auswählen
Meist bohrt man das Loch ja nicht des Loches wegen, sondern weil man dadurch etwas befestigen will. Hierzu führt man einen passenden Dübel in das gebohrte Loch ein, in den dann die gewünschte Schraube oder ein entsprechender Haken reingedreht wird.
Tipp für poröse Wände
Wählen Sie hier zunächst die Bohrergröße eine Nummer kleiner als den Dübel. Meist - mit etwas Nachhilfe - passt der Dübel dann bereits.
Dübelarten
Der Dübeldurchmesser muss der Bohrergröße entsprechen. Das ist einfach. Aber es gibt für jeden Wandtyp den passenden Dübeltyp zu kaufen. Grob gesagt gibt es Dübel für Betonwände und Spezialdübel für andere Arten von Wänden, z.B. Rigipswänden aus dem Trockenbau.
Für welches Material verwende ich welchen Dübel?

- Gipskarton, Gipsfaserplatten und Wandbauplatten: Gipskartondübel oder Federklappdübel, Rigipsdübel mit Bitführung zum Einquetschen des Dübels in den Rigips
- Vollstein, Beton: Spreizdübel
- Lochsteine: Porenbetondübel
- Andere Materialien: Allzweckdübel
Artikel: Welcher Dübel für welche Schraube
Nur selten hat man die komfortable Situation, dass mit den Schrauben gleich die passenden Dübel geliefert werden. Meist müssen Untergrund, Befestigung, Dübel, Schraube und Bohrloch zusammenpassen. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Wähle einen Dübel nicht allein nach seiner Größe. Kläre zuerst, worin du befestigst und was die Befestigung leisten muss. Erst danach folgen Schraubendurchmesser, Schraubenlänge, Bohrer und Bohrart.
Die kurze Antwort: Bei einem klassischen Kunststoffdübel entspricht der Bohrerdurchmesser in der Regel dem Nenndurchmesser des Dübels. Welche Schraubendurchmesser zulässig sind, steht jedoch beim jeweiligen Dübelsystem. Auch die Tragfähigkeit hängt stark vom Untergrund und von der Montage ab. Eine 1:1-Faustregel wie „größerer Dübel = automatisch mehr Sicherheit“ gibt es deshalb nicht.
Video: Kleine Dübelkunde
Video: Kleine Dübelkunde
Länge: 3:30 Minuten
Der Dübel sollte zum Durchmesser der Schraube passen und dabei "stramm" im Loch sitzen, am besten ist es, wenn die letzten Zentimeter mit einem Hammer hineingeklopft werden müssen. Der Dübel darf sich im Loch nicht hin und her drehen lassen. Mehr dazu: Welcher Dübel für welche Schraube
Doch Vorsicht! Hammern Sie den Dübel sanft. Ansonsten knickt der Dübel seitlich weg und Sie können ihn nicht mehr verwenden. Tipp: Das Herauspulen eines verklemmten Dübels geht am einfachsten, wenn man eine entsprechende Schraube leicht reindreht und dann die Kombi Schraube/Dübel gemeinsam auszieht.
Passig machen
Wenn der Dübel nicht so wirklich reingeht, man aber merkt: "Da fehlt nicht viel", dann gehe man noch einmal mit demselben Bohrer in das Loch, gebe Stoff und "schleife" rundherum das Loch mit dem rotierenden Bohrer ein wenig (!) aus. Meist passt der Dübel dann.
Wenn der Dübel aber schon mit der Spitze am Locheingang steckenbleibt, hätte man wohl doch die nächsthöhere Bohrergröße wählen sollen :-).
Loch zu groß?
Wenn das Loch zu klein für den Dübel ist, bohrt man es einfach etwas größer. Doch was kann man tun, wenn der Dübel im Loch hin und her rutscht und nur noch den Halt eines Fotos garantieren könnte? Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, das Bohrloch mit Spachtelmasse auszufüllen und den Dübel dann hineinzudrücken. Zwei Stunden trocknen lassen, Schraube rein, fertig.
Alternativ kann man kleine Stahlnägel zwischen Dübel und Wand hineinschlagen, so dass der Dübel über die Nägel stabilisiert wird.
Artikel: Tipps & Tricks zum Dübeln
Nur selten hat man die komfortable Situation, dass mit den Schrauben gleich die passenden Dübel geliefert werden. Meist müssen Untergrund, Befestigung, Dübel, Schraube und Bohrloch zusammenpassen. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Wähle einen Dübel nicht allein nach seiner Größe. Kläre zuerst, worin du befestigst und was die Befestigung leisten muss. Erst danach folgen Schraubendurchmesser, Schraubenlänge, Bohrer und Bohrart.
Die kurze Antwort: Bei einem klassischen Kunststoffdübel entspricht der Bohrerdurchmesser in der Regel dem Nenndurchmesser des Dübels. Welche Schraubendurchmesser zulässig sind, steht jedoch beim jeweiligen Dübelsystem. Auch die Tragfähigkeit hängt stark vom Untergrund und von der Montage ab. Eine 1:1-Faustregel wie „größerer Dübel = automatisch mehr Sicherheit“ gibt es deshalb nicht.


Schritt 3: Bohrmarkierung aufzeichnen
Man zeichne mit einem Bleistift ein Kreuz an die Stelle, an welcher man das Loch hineinbohren will. Nicht zu groß, damit das Kreuz später nicht hässlich hervorragt. Auf Fliesen kann man die Stelle ein wenig einritzen, um dem Bohrer einen besseren Halt beim Anbohren zu geben. Alternativ kann vor dem Markieren ein Stück Gewebeklebeband aufgeklebt und darauf dann markiert werden.
Unter Strom?
Wenn die Gefahr besteht, dass beispielsweise eine Strom- oder Gas- oder Wasserleitung in der Wand an unserer Bohrmarkierung verläuft, so prüfe man dies mit einem Leitungsprüfer. Diese Geräte sind günstig zu haben und gehören in jede Heimwerkerwerkstatt, wenn nicht in die Stromleitungen oder Wasserleitungen vom Mauerwerk gebohrt werden soll...
Besonders unter oder über Steckdosen ist Vorsicht geboten!


Schritt 4: Lochtiefe einstellen oder markieren
Wir wollen mit dem Bohrer nicht bis in das Nachbarzimmer bohren. Das Loch muss nur etwas länger als der Dübel in die Wand reichen. Manche Bohrmaschinen besitzen einen sogenannten Tiefenanschlag, mit dem die Bohrlochtiefe entsprechend eingestellt werden kann.
Alternativ markieren Sie die Tiefe einfach auf dem Bohrer, mit einem Stift oder einem Klebeband, und treiben den Bohrer bis zu dieser Stelle in die Wand hinein.

Schritt 5: Sicher bohren
Wählen Sie eine stabile Stehhaltung und stellen Sie sich frontal zur Wand auf. Tragen Sie zu Ihrer Sicherheit immer eine durchsichtige Schutzbrille!!! Wenn Sie auf einer Leiter bohren, bitten Sie eine weitere Person, diese festzuhalten.
Tipp: Bohrstaub absaugen
Wenn die Bohrmaschine nicht von selbst den Bohrstaub absaugt, würden wir immer das Ansaugrohr eines laufenden Staubsaugers (von einer weiteren Person) unter das Bohrloch halten lassen. Alternativ - nicht ganz so wirksam - können Sie auch einen geöffneten Briefumschlag mit doppelseitigem Klebeband unter dem Bohrloch befestigen.
Nun setzen Sie den Bohrer im rechten Winkel auf Ihre Bohrmarkierung. Bohren Sie mit gleichmäßigem, nicht zu festem Druck. Je stärker Sie pressen, umso heisser wird der Bohrer. Sie sollten circa alle zehn Sekunden den Bohrer etwas abkühlen lassen.
Ziehen Sie am Ende den Bohrer vorsichtig heraus. Wenn dieser verklemmt sein sollte, nutzen Sie vorsichtig die Rücklauffunktion der Bohrmaschine. Wichtig ist, dass das Bohrloch beim Rausziehen nicht beschädigt wird. Ansonsten hält der Dübel eventuell nicht sicher.
Länger leben
Tipp: Wenn Sie das Bohrfutter und den Bohrer nach dem Bohren gründlich reinigen und die Bohrmaschine vom Staub befreien, leben diese Bauteile deutlich länger.

Schritt 6: Bohrloch aussaugen oder nicht?
Früher sagte man: Halten Sie den Staubsauger einmal an das Bohrloch und saugen Sie für einen sicheren Dübelhalt den Bohrstaub bzw. dsa Bohrmehl aus. Heutzutage hört man Stimmen, die den Bohrstaub im Loch zum besseren Halt drinlassen würden. Wir saugen immer noch aus!
Video-Zusammenfassung der Bohr Anleitung
Die folgenden Videos fassen die wichtigsten Bohrtipps zusammen:
Video 1
Video 2
Weitere Videotutorials zur Bohrmaschine
Video: Richtig Bohren in Beton und Stahlbeton
Länge: 9 Minuten
Länge: 5 Minuten
Heimwerker-Grundwissen Themenblock
- Heimwerken mit Holz: Grundlagen & Entscheidungshilfen
- Holzbearbeitung für Anfänger – große Einführung rund um die gesamte Arbeitsbreite
- Muttern lösen – 7 Möglichkeiten
- Welcher Dübel für welche Schraube?
- Befestigen ohne Bohren – verschiedene Systeme vorgestellt
- Werkstatt einrichten
- Bohren Anleitung – für Anfänger und Fortgeshrittene
- Trockenbau – die Grundlagen
- ➔ Zur Themenseite: Grundwissen für Heimwerker
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Bohren Themenblock
- Bohren Anleitung für Anfänger (und Fortgeschrittene)
- Wandmaterial erkennen: 7 einfache Hinweise
- Welcher Dübel für welche Schraube?
- Bohrerarten - Einsatzgebiete, Vorteile und Nachteile
- Bohren am Sonntag?
- Was für eine Bohrmaschine brauche ich?
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