Mutter verrostet

Muttern lösen – 7 Möglichkeiten plus Tipps und Tricks

Festgebackene Schraubverbindungen zerren schnell an den Nerven. Soll die alte Muttern und Schrauben mit Gewalt raus, wird der Ärger nur noch größer. Bei beschädigten Muttern wird die Angriffsfläche noch kleiner und der Werkzeugschlüssel rutscht ab. Der Vorschlaghammer ist die letzte aller Möglichkeiten ...

Zum Glück gibt es noch viele andere Möglichkeiten, die Mutter von der Schraube zu ziehen. Ein Blick auf unsere Tipps und Tricks zum Lösen von Muttern lohnt sich!

Probleme mit Muttern und Schrauben – kaputt gedreht und festgerostet

Muttern, typischerweise werden 6-Kant-Muttern verwendet, können nicht nur festgerostet, sondern auch beschädigt, abgebrochen oder rundgedreht sein. Die mit der Schraube zusammengerostete Mutter sitzt zu fest und lässt sich nicht mehr lösen. Bei beschädigten und rundgedrehten Muttern findet das Werkzeug keinen richtigen Ansatz mehr. Mit Geduld und Besonnenheit plus dem richtigen Trick stehen die Chancen nicht schlecht, die Schraubverbindung doch noch zu lösen.

Gute Laune Optionen für festgerostete, verkantete und kaputte Muttern

Im einfachsten Fall liegt ein Spezialwerkzeug für beschädigte Muttern und Gewinde bereit – wie etwa eine Doppelspiralstecknuss (siehe unten) oder ein Mutternsprenger (siehe ebenfalls unten).

Manchmal reicht der Platz allerdings nicht aus, um das Werkzeug anzusetzen – und auch der Einsatz von Winkelschleifer und Meißel sind aus Platzgründen nicht immer möglich.

Bei allen diesen "invasiven" Maßnahmen zum Lösen der Mutter kann zudem das Werkstück beschädigt werden.

Das Problem

Meist sind die Schraubverbindungen von Rost und Korrosion betroffen. Mutter und Schraube verbinden sich mit chemischer Unterstützung zu einer Einheit, die sich kaum noch bewegen lässt. Diese verrosteten Verbindungen können zu schweren Schäden führen – nicht nur beim Versuch, die Schrauben zu lösen.

Am stärksten vom Rost betroffen sind Verbindungselemente, wie etwa bei Haushaltsgeräten oder Automobilbauteilen. Idealerweise wird die Schraubenmutter möglichst komplett entfernt – zum Schutz der Schraubverbindung.

So werden Muttern gelöst – 7 Möglichkeiten

Die verschiedenen Lösungsansätze zum Lösen von Muttern haben wir zusammengestellt:

Punkt 1

1. Kriechöl – Schmierung der Mutter

Die Klassiker zum Lösen von festgerosteten Schrauben ist das Kriechöl, wie Ballistol, WD-40 oder Caramba. Einige der Fettlöser und Kriechöle unterstützen den Lösevorgang, indem sie gleichzeitig den Rost angehen. Das Kriechöl dringt durch Kapillareffekte selbst in feinste Spalten ein und verringert so die Reibung zwischen den rostigen Flächen.

Video: Kriechöl-Anwendung im Detail erklärt

Länge: 2 Minuten



Punkt 2

2. Rostlöser mit Vereisungskompontente

Eisen und Rost dehnen sich bei Temperaturänderungen unterschiedlich aus. Durch den Kälteschock kann sich die Oxydschicht des Metalls lösen. Danach kann das Öl besser eindringen und die Muttern lassen sich möglicherweise wieder lösen.



Punkt 3

3. Hitze – Lötlampe, Föhn, Heißluftgebläse

Vorsicht ist geboten, denn viele der Schmierstoffe sind brennbar und auch der Föhn kann sich bis zum Brand überhitzen. Die offene Flamme im Motorraum ist nicht zu empfehlen und auch andere Werkstoffe können unter der Hitze leiden. Das Muttern-Metall sollte nicht rot glühen, aber durch ausreichend Hitze seine Beständigkeit verlieren.

Punkt 4

4. Spezial-Stecknuss – löst rundgedrehte Schraubenmuttern

Klein aber effektiv ist die Doppelspiralstecknuss für das Lösen von defekten Muttern. Angeboten werden Stecknuss-Sets in unterschiedlichen Größen von 17, 19, 21, 22 Millimeter und ½ Zoll (z. B. von Wuerth). Für das Lösen von Radbolzen oder Muttern kommt die Nuss auf Ratsche oder Schlüssel. Gegenüber dem herkömmlichen Sechskantpofil liegt ein konisch geformtes Spiralprofil mit geschwungenen Schneiden. Dieser Teil beißt sich genau dort an der kaputten Mutter fest, wo die Normal-Nuss keinen Halt mehr findet.



Punkt 5 

5. DIY-Mutternlöser basteln

  1. Auf eine neue Schraube wird zunächst eine neue Mutter gedreht.
    schraube mit mutter
  2. Die festsitzende Mutter wird zwischen Schraubkopf und frischer Mutter (der neuen Schraube) gelegt.
  3. Die frische Mutter wird so stark wie möglich angezogen, dass sie die festsitzende Mutter quasi einzwängt.
  4. Damit wird die neue Schraube zu einer Art "Schraubstock" über der festsitzenden Mutter: Auf einer Seite liegt der Schraubenkopf an der alten Mutter an, auf der gegenüberliegenden Seite spannt die neue Mutter die festgebackene Mutter ein.
  5. Durch Drehen der oben liegenden neuen Schraube lässt sich die alte, runde oder beschädigte Mutter unter Umständen doch noch lösen.
    Tipp: Gedreht werden kann die Schraube noch einfacher, wenn das runde Loch des Schraubenschlüssels als Hebel für die "Schraubenzwinge" genutzt wird. 

Für innen liegende Mutterverbindungen mit wenig Platz ist der DIY-Mutternlöser nicht unbedingt geeignet.

Der Tipp im 1-Minuten-Video:

 Punkt 6

6. Vernichtung mit dem Mutternsprenger

Wie der Name schon sagt – der Mutternsprenger zerstört die Mutter, lässt aber das Bolzengewinde in der Regel unversehrt. Allerdings braucht auch der Mutternsprenger etwas Freiraum. Er besteht aus einem bügelförmigen Rahmen, der um die festsitzende Mutter gelegt wird. Ein bewegliches Druckstück drückt von außen eine meißelförmige Schneide in die Mutter. Die erzeugte Einkerbung schwächt die Mutter und sie lässt sie brechen.

Definition: Was ist ein Mutternsprenger?

Stark korrodierte, nicht mehr lösbare Muttern kann mit einem Mutternsprenger zu Leibe gerückt werden. Ein Mutternsprenger besteht aus einem ring- oder bügelförmigen Rahmen, der um die zu sprengende Mutter gelegt wird. Daneben besitzt er ein bewegliches Druckstück, das eine meißelförmige Schneide seitlich von außen in die Mutter hineindrückt. Dabei wird eine Kerbe in die Mutter getrieben, schwächt deren Wand und lässt diese brechen. In der Regel bleibt dabei der Schraubenbolzen unversehrt.

Mutter zerstört – Bolzengewinde heile.



Punkt 7

7. Hammerschläge, Schlagschrauber oder Schneiden

Die Muttern oder Schrauben werden mit kräftigen Schlägen auf die Mutter gelöst. Die vorsichtigen Schläge können die rostigen Muttern durchaus lösen, sodass diese mit dem Schraubenschlüssel abgedreht werden können.

Helfen alle Tipps nicht weiter, bleibt nur noch der Griff zum Trennschleifer oder der Eisensäge. Dazu das folgende Video:

Länge: 3 Minuten

Leserumfrage: Welche Methode funktioniert?

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Geschafft – so sorgst du in Zukunft vor!

Defekte Muttern kosten nicht nur Nerven, sondern auch Zeit. Um das Verbacken oder Rosten von Schraubverbindungen zu vermeiden, sollten Muttern und Schrauben gelegentlich kontrolliert werden. Gerostet wird vor allem im feuchten Klima oder bei zu viel Feuchtigkeitseinwirkung.

Nicht alle Rostformen sind sichtbar, können aber bereits in einem frühen Stadium Schäden an Geräten verursachen oder sogar Fehlfunktionen auslösen. Das gilt umso mehr für Materialien, die witterungsbedingt rosten oder oxidieren können. Werden sie regelmäßig mit Rostlösern eingesprüht, unterwandert die Flüssigkeit den Rost und baut nachhaltig einen Korrosionsschutz auf.

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