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Gute Gründe für verzinkte Schrauben und andere Werkstücke

Verzinkung – wie funktioniert sie und warum ist sie gut für Handwerkszeug?

Beim Kauf von Handwerkszubehör kommen oft Begriffe wie ‚verzinkter Stahl‘ in der Materialbeschreibung vor. Aber was ist eigentlich Verzinkung und warum ist diese für Gegenstände wie Schrauben, Nieten, Zimmermannswinkel, Sparrenzwingen, Krampen, Drehverschlüsse, Haken und vielen anderen vorteilhaft?

 
 

Inhalt: Warum verzinkt man Schrauben?

Der Vorgang des Galvanisierens

Verzinkung ist als Aufbringen einer permanent haftenden Zinkschicht auf die Oberfläche eines Werkstoffes definiert. Obwohl es verschiedene Vorgänge der Verzinkung gibt, geschieht diese im Falle von Werkzeugen zumeist durch galvanische Beschichtung. Diese Methode wird am häufigsten mit Stahl als Werkstoff und anderen Metallen als Beschichtung gemacht, unter anderem Kupfer, Chrom, Nickel, Platin, Aluminium, Zinn und das schon erwähnte Zink.

Das Überzugsmaterial kann entweder edler als der Werkstoff sein (z.B. Platin und Chrom), in welchem Fall der Vorgang auch als Veredelung bekannt ist, oder als ‚Opferstoff‘ weniger edel sein (z.B. Zink), und zum Schutz des Werkstoffes dienen. Das Galvanisieren selber geschieht durch Elektrolyse; dabei werden der Werkstoff am Minuspol und die zukünftige Beschichtung am Pluspol in eine leitende Flüssigkeit getaucht. Wenn Strom fließt, lösen sich Metallionen vom Pluspol ab und entladen sich am Minuspol, wo sie sich dann als Metallatome absetzen.

Für besonders großen Schutz können auch zwei Beschichtungen aufgetragen werden, mit der unedelsten oben sodass diese zuerst von Verschleiß angegriffen wird und das Werkstück und die untere Beschichtung noch intakt gehalten werden.

Als Beispiel nehmen wir die Verzinkung einer selbstschneidenden Schraube aus Stahl. Die Stahlschraube wird als Minuspol in ein Bad aus Zinkelektrolyten getaucht. Der Pluspol besteht aus möglichst reinem Zink. Unter Stromfluss setzen sich Zinkionen auf der Stahlschraube ab und bilden dort eine dichte Zinkschicht. Je nach Länge und Stärke des Stromflusses lässt sich die Dicke der Zinkbeschichtung beeinflussen. Wenn der Stromfluss abgeschaltet ist, wird die Schraube samt aufgetragener Zinkschicht aus dem Bad gehoben.

Der Vorteil

Verzinkte Werkstücke sind in erster Linie Korrosionsgeschützt. Die Zinkbeschichtung agiert als metallische Schutzschicht um den edleren Stahl darunter vor Verschleiß zu bewahren.

Je nach Werkzeug und Beschichtung, können auch bessere elektrische Leitfähigkeit und geringere Friktion (Reibung) bei der Nutzung des Werkzeuges erreicht werden.

Wer also seine Schrauben und Haken möglichst langlebig benutzen will, sollte darauf achten, dass er beschichtete Werkzeuge kauft. Das ist heutzutage wenigstens in Deutschland Handelsstandard, aber im Internet gibt es trotzdem noch allerlei zu kaufen.

Aber auch aus rein optischen Gründen kann zur Beschichtung von Werkzeugen gegriffen werden. So lassen sich zum Beispiel Kupfer- oder Aluminiumschichten gut zum Glanzzustand polieren und haben natürlich eine andere Farbe als reiner Stahl. Wem die Ästhetik seiner Projekte wichtig ist, kann sich über verschiedene Beschichtungen, die deutlich weniger Verschleiß als Lackierung zeigen, informieren.

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