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Schweißen – was braucht man? Die Grundlagen der Schweißausrüstung für Anfänger

Ganz egal, ob du einen knatternden Auspuff flicken oder deine eigenen DIY-Möbel schweißen willst: Mit ein wenig Übung und der richtigen Ausstattung ist das Hobby-Schweißen leichter gelernt, als man im ersten Moment denken mag.

Hier erfährst du, welche Schweißausrüstung du für den Anfang benötigst und worauf du beim Kauf achten musst.

 
 

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Wahl der Schweißmethode

Bevor du dir Gedanken um die Ausrüstung machen kannst, musst du dich für eine Schweißmethode entscheiden. Dabei ist zu beachten, dass die Wahl der Schweißmethode von ganz vielen Faktoren abhängt.

  • Materialstärke,
  • Umfang des Projekts und
  • der Preis

sind sicherlich die wichtigsten drei Aspekte, die du dabei beachten solltest.

Im privaten Bereich ist das Lichtbogenschweißen mit großem Abstand das beliebteste Verfahren. Genauer gesagt ist das Lichtbogenschweißen jedoch nur der Überbegriff für alle Schweißmethoden, bei denen zwischen der Elektrode und dem Werkstück ein sichtbarer Lichtbogen brennt.

MIG (Metall-Inertgasschweißen)

Für Anfänger am besten geeignet ist das MIG (Metall-Inertgasschweißen), da der Schweißdraht gleichzeitig als Elektrode dient und über einen Vorschub in den Lichtbogen gespeist wird. Das Inertgas sorgt dafür, dass die abschmelzende Elektrode nicht mit der Umgebungsluft reagiert. Aus diesem Grund zählt das MIG innerhalb des Lichtbogenschweißens zu den Schutzgasschweißverfahren.

WIG (Wolfram-Inertgasschweißen)

Ein ebenfalls beliebtes Schutzgasschweißverfahren nennt sich WIG (Wolfram-Inertgasschweißen). Hier können zwar noch höhere Schweißnahtqualitäten erzielt werden, dafür ist es wesentlich langsamer in der Ausführung und schwieriger zu erlernen.

Aus diesem Grund bist du mit dem MIG-Schweißen auf der sichereren Seite, wenn du dir die Handhabung selbst beibringen willst. Entscheidest du dich dafür, musst du dich um ein MIG-Schweißgerät und um weitere Ausrüstung kümmern, die nachfolgend besprochen werden.

"Sechs Schweizer Schwertschweißer schweißen schwitzend sechs Schweizer Schwerter."

Zungenbrecher

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Schweißgerät

Das Schweißgerät ist mit Abstand deine größte Initialausgabe. Glücklicherweise bieten einige Hersteller inzwischen gute, für Einsteiger vollkommen ausreichende Schutzgasschweißgeräte für einen moderaten Preis zwischen 300 und 500 Euro an. Professionelle Geräte weit über 500 Euro sind als Erstgerät nicht notwendig.

Der Oberbegriff Schutzgasschweißgerät untergliedert sich in MIG- und WIG-Geräte.

Ein Gerät, mit denen du beide Verfahren schweißen kannst, gibt es nicht.

Der Schweißvorgang

MIG-Schweißgeräte besitzen einen automatischen Drahtvorschub, bei der der zu schweißende Draht zunächst auf einer Spule aufgewickelt werden muss, um anschließend während des Schweißens kontinuierlich zugeführt zu werden. Um den Lichtbogen zu zünden, muss lediglich der Abzug an der Schweißpistole betätigt werden. Solange der Auslöser gehalten wird, wird der Draht samt Schutzgas der Schweißstelle zugeführt. Der Hitze des Lichtbogens lässt das Werkstück und die Elektrode (den Draht) miteinander verschmelzen, um eine feste Verbindung in Form einer Schweißnaht einzugehen.

Video: Einführung in das MIG-Schweißen

Hast du dich für ein bestimmtes Schweißgerät entschieden, brauchst du einen passenden Schweißdraht und Schutzgas.

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Draht und Schutzgas

Auf die Menge gerechnet ist der Draht sehr preiswert und äußerst unkompliziert in der Handhabung. Der Schweißdraht wird auf einer Spule aufgewickelt in verschiedenen Stärken verkauft. Gängige Drahtdurchmesser abhängig von der Stärke des zu schweißenden Werkstücks sind 0,8, 1 und 1,2 mm.

Die meisten Schweißgeräte können mindestens zwei Drahtdurchmesser verarbeiten, sodass du eine Bandbreite an Materialstärken schweißen kannst. Abgesehen vom Durchmesser des Schweißdrahts musst du auch darauf achten, dass sein Material auf das Werkstück abgestimmt ist.

Auch beim Schutzgas kannst du dich nicht für ein Beliebiges entscheiden, sondern musst eins wählen, das an das Schweißverfahren deiner Wahl angepasst ist. Beim MIG werden inerte, also inaktive Gase eingesetzt, die nicht chemisch reagieren. Meist kommt reines Argon oder Helium zum Einsatz, um die Schweißnaht von der Umgebungsluft abzuschirmen. Auch Mischungen aus Argon und Helium sind üblich.

Das deutsche Wort „Schweißen“ kommt vom althochdeutschen sueizan (= „heiß machen“, „erhitzen“). Es entspricht dem altnordischen sviða und wurde zwischen 800 und 1000 n. Chr. verwendet.

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Schweißhelm

Der Lichtbogen ist so hell, dass Verblitzungen und Schäden am Auge vorprogrammiert sind, wenn du keinen adäquaten Augenschutz benutzt. Automatisch verdunkelnde Helme sind inzwischen zum Standard geworden, um nicht ständig die Maske anheben zu müssen, wenn du mal nicht schweißt. Die automatische Verdunkelung setzt erst dann ein, wenn helles Licht vom Lichtbogen ausgesendet wird. Binnen Sekundenbruchteilen stellen Sensoren am Helm den Lichtbogen fest und verdunkeln das Sichtfeld so stark, dass die Augen geschützt sind.

Erlischt der Lichtbogen, hellt die Sicht wieder auf, sodass du ohne Probleme durch die Scheibe des Helms weiterarbeiten kannst, ohne den Arbeitsfluss zu unterbrechen.

 

Schweißbrillen sind für die lichtintensiven Verfahren des Lichtbogenschweißens keine Alternative. Die Abdunklung solcher Brillen reicht lediglich für lichtarme Schweißverfahren oder Hilfsarbeiten, nicht aber für den direkten Blick in einen Lichtbogen.

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Schutzausrüstung

Abgesehen vom Schutz vor Strahlung brauchst du noch Schutzbekleidung, die dich vom Funkenflug abschirmt. Dazu gibt es spezielle Arbeitsschutzbekleidung, für die du jedoch ein kleines Vermögen zahlen musst.

Wenn du deutlich weniger ausgeben willst, reicht ein Paar Schweißerhandschuhe und eine Schweißerschürze aus Leder gepaart mit einer feuerfesten Unterbekleidung und robusten Schuhen.

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Schlackenhammer

Beim Schweißen entsteht Schlacke, die von der Naht geklopft werden muss, um das tatsächliche Schweißergebnis freizulegen. Ein Schlackenhammer besitzt einen Kopf mit zwei verschieden geformten Enden. Die eine Seite läuft spitz zu, um punktuell Schlacke abklopfen zu können. Die andere Seite ist wie ein Meißel geformt, um längere Schweißnähte von der Schlacke zu befreien.

 

Zusätzlich sollte eine Drahtbürste zum Einsatz kommen, um die letzten Schlackereste zu beseitigen und das Werkstück aufzupolieren.

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Schweißzange

Zu guter Letzt wird eine Schweißzange benötigt, mit der die Drahtlänge millimetergenau gekappt werden kann. Einige Schweißzangen erfüllen darüber hinaus weitere Funktionen. So kannst du mit einer Multifunktionszange beispielsweise auch die Gasdüse reinigen oder die Düsen vom Schweißbrenner abziehen.

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Fazit - Schweißen: Das braucht man!

Ein Großteil der Schweißausrüstung muss nur einmal gekauft werden und hält anschließend viele Jahre oder gar Jahrzehnte. Die laufenden Kosten beschränken sich auf den Strom, den Draht und das Gas.

Am unteren Ende kannst du dir eine Ausrüstung ab rund 500 Euro zusammenstellen. Einsteiger, die etwas mehr Geld in ihr Schweißgerät und das Zubehör stecken wollen, bekommen für 750 Euro eine Ausrüstung, die für den Privatbereich vollkommen ausreicht.

Soll die Schweißausrüstug 1.000 Euro aufwärts kosten, gibt es dann neben einem umfangreichen, hochwertigen Zubehör auch Schweißgeräte, die für einen semi-professionellen Gebrauch genügen.

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