Hausbau: Außenanlagen planen und gestalten

Gebäude und Gebäudekomplexe für Wohnen, Arbeiten, Freizeitvergnügen oder Bildung sind von Freiflächen umgeben. Ihre Abmessungen sind klein oder können großzügig ausfallen. Außenflächen und Gebäude bestimmen das Gesicht einer Straße. Auf den Außenanlagen liegen Treppen und Wege und sie sind Treffpunkte für Menschen, bieten Spielmöglichkeiten und dienen der Naherholung. Deshalb ist die Bepflanzung der Flächen wichtig. Sträucher und Bäume reduzieren Geräusche und sie filtern die Luft. Im Idealfall bilden Häuser und Außenflächen eine Einheit. Zur Anlage der Außenräume bildet ein Konzept die Grundlage für die praktische Ausführung.

Ideen zur Gestaltung der Außenanlagen ► Pflanzen für alle Jahreszeiten ► Wirkung von Bepflanzung ► ökologische Nischen ► Reize & Akzente ► Wegführung ► klimatische Einschränkungen

Außenanlagen planen
Inhaltsverzeichnis aus-/einklappen

Punkt 1

1. Der grüne Rahmen

Eine Außenanlage dient im Idealfall vielen Interessen und für jeden Einzelfall sind gute Lösungen zu entwickeln.

Im ersten Schritt ist die Bestimmung der Lage wichtig:

  • Steht ein sonniger Platz zur Verfügung?
  • Ist es am Standort warm?
  • Befindet sich die Anlage in einem rauen Klima und muss mit starken Frösten gerechnet werden?

Zur Planung gehört die Bodenbestimmung und die Ausrichtung der Gebäude. Eine stabile optische Struktur ist für die Gesamtsicht der Anlage wichtig. Wege, Schnittpunkte und Begrenzungen ziehen während der Sommermonate einen "roten Faden" durch die Bepflanzung. Während der Wintermonate geben sie den kahlen Flächen einen interessanten Anblick.

Deshalb ist es sinnvoll, für diesen Zweck stabile Pflanzen auszuwählen. Liguster ist eine solche Pflanze, die sich an vielen Standorten bewährt hat. Liguster gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten. Der Strauch ist gut verzweigt und dicht mit länglich-eiförmigen Blättchen besetzt. Je nach Sorte sind sie sattgrün bis grün-gelb panaschiert. Liguster ist auch ein sommergrüner Strauch und wirft im Herbst seine Blätter vollständig oder teilweise ab, manche Sorten bleiben in mildem Klima grün. Die Pflanze ist als Heckenpflanze bekannt und kann mit anderen Straucharten gepflanzt werden. Sie benötigt wenig Pflege und lässt sich gut zu Formen schneiden. Der Liguster bildet akkurate Hecken und ist ein guter Sichtschutz zur Straße oder um einen Sitzplatz. Im Frühling zeigen sich an den Spitzen der Zweige kleine Blütendolden mit duftenden, kleinen weißen Blüten. Nehmen Sie sich Zeit zur Betrachtung. Mit etwas Glück begegnen Sie einem kleinen Schmetterling, dem seltenen Ligusterschwärmer.

Punkt 2

2. Pflanzen und die Größe der Außenflächen

Manche Gebäude verfügen über einen winzigen Vorgarten, an Gebäudekomplexen umrunden Beete die Häuser und nicht selten entstehen zwischen den Häusern und Blocks geräumige Abstandsflächen.

Zur Bepflanzung stehen niedrige und hohe, schmal und breit wachsende Pflanzen zur Auswahl. Manche brauchen viel Platz, damit ihre Eigenschaften gut zur Geltung kommen und andere begnügen sich mit wenig Raum.

Ein großer Laubbaum passt nicht in einen kleinen Garten. Die große Fläche im Zentrum einer Anlage verträgt dagegen hohe Bäume und üppige Blütensträucher. Rankende und kletternde Pflanzen verdecken unschöne Rückseiten von Häusern. Eine Pflanzengesellschaft aus Pfeifenwinde, Waldreben und Geißblatt verwandelt auch Funktionsgebäude, beispielsweise Garagen in einen angenehmen Anblick.

Punkt 3

3. Eine strukturierte Anlage mit vielfältigen Reizen

Treppen garantieren den Zugang zum Gebäude, gepflasterte Wege leiten durch eine Gebäudeanlage und Kies bestreute Pfade schaffen Verbindungen zwischen Plätzen und Beeten.

Auf großen, stark frequentierten Flächen sind Steinplatten eine gute Wahl. Die Wege sind von schmalen Beeten mit Pflanzen begleitet. Diese Flächen verwandeln sich mit einjährigen Sommerblumen zu schönen Blumenbändern.

Dauerhaft sind Pflanzenlösungen, die auf Stauden setzen. An vielen Standorten gedeiht das ausdauernde Immergrün, Vinca minor. Während der Sommermonate schmückt es sich unermüdlich mit blauen Blütensternen.

Auf steinigen, sonnigen Flächen gedeihen Gewürzkräuter, darunter Dost oder Thymian sowie flach wachsender und kriechender Ginster. Dicht über der Erde verbreiten sich Mauerpfeffer oder Dachwurzarten. Ihre Genügsamkeit haben sie als Dachbegrünung unter Beweis gestellt.

Gelegenheit bei Sanierung

Wird ein Gebäude saniert oder ergänzt, dann ist auch eine Überholung der Außenflächen angebracht. Bereits kleine Änderungen und Ergänzungen zeigen die Anlagen in neuem Licht. An die Stelle eines löchrigen Rasens tritt eine Gras- und Kräuterwiese. Häufig zieren kleine Nadelhölzer die alten Freiflächen. Ergänzen Sie das Wäldchen durch Pfaffenhütchen, Apfelbirne und Vogelbeere und Sie bieten Insekten und Vögeln Nahrung.

 Punkt 4

4. Anregende Einheiten und ökologische Nischen

Flächen um Gebäudeensembles gewinnen mit einem durchgehenden Thema. Eine einfache Lösung ist es, eine Pflanzenfamilie mit unterschiedlichen Sorten und Arten auszusuchen. Die Wiederholung einer gleichen und dennoch anders wirkenden Pflanze wirkt gleichzeitig ruhig und anregend.

Beispielsweise eignet sich ein Standort mit feuchtem und leicht saurem Boden und Halbschatten für Hortensien. Wuchshöhen und Breiten variieren und sie geizen nicht mit unterschiedlich geformten Blüten. Tellerhortensie, Rispenhortensie und die Ballhortensie sind auch in nur einer Blütenfarbe nicht zu übersehen. Im großen Innenhof vereinen sich Hortensienarten mit verschiedenen Blütezeiten.

Eine ökologische Ergänzung zu modernen Gebäuden aus Stahl, Beton und Glas sind dicht bepflanzte Beete und große Wasserflächen. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und senken die Lufttemperatur.

Auf einfachen Böden beleben Riedgräser, Lampenputzergras, die spielerischen Federgräser und hohes Chinaschilf. Kugelig und dicht wachsendes Blauschwingelgras bildet Miniaturlandschaften um die Gebäudeeingänge.

Sollen sich die Jahreszeiten deutlich in den Anlagen abzeichnen, bringen passende Pflanzen einen zusätzlichen Akzent. Im Frühjahr blühen zwischen oder vor den Gräsern Zwiebelblumen, die in den Sommermonaten von der Prärielilie abgelöst werden. Der Herbst ist die Zeit für Fetthennen, Herbstastern und Freilandalpenveilchen.

 Punkt 5

5. Identitätsstiftende Bepflanzung

Große Gebäudekomplexe wiederholen sich in ihrer Formensprache und den verwendeten Farben. Ein Alleinstellungsmerkmal hilft dabei, die Gebäude gut aufzufinden und von ihrer Umgebung abzuheben. Bäume spielen bei dieser Aufgabe eine herausragende Rolle. Die Gehölze zeigen sich als einzelne Exemplare von ihrer repräsentativen Seite und ein Hausbaum wird zur Anschaffung für ein langes Leben. Bei genügendem Abstand zum Gebäude eignen sich Buchen auch im Stadtklima gut. Neben den bekannten Baumarten bieten sich weitere Gehölze für trocken-heißes Stadtklima an. Amberbäume, Hainbuche oder Edelkastanie können zum Wahrzeichen eines Wohn-Geschäftskomplexes werden.

Punkt 6

6. Wasser wirkt belebend

Ein Betonrand fasst eine Wasserfläche in eine klare Form. Ein kleiner Teich mit flachen Rändern vereinigt sich mit einer Rasenfläche. Kübel und Schalen fangen Wasser aus Regenrohren auf und lassen es in Kieselaufschüttungen und Beete rieseln. Der altbekannte Springbrunnen macht neue Bekanntschaft mit rotierenden Kugeln und Vogeltränken. Spielerisch verändert sich die trocken-staubige Luft zwischen den Gebäudeteilen.

Punkt 7

7. Naturnah und ungewöhnlich

Eine Außenanlage komplett zu gestalten ist auch eine Frage danach, wie viel Geld das Vorhaben kosten darf. Mit kleinem Budget lassen sich anregende, naturnahe Kombinationen herstellen. Flächen zur Straße und um die Eingänge sind mit Beerensträuchern aus der heimischen Flora, wie Haselnuss, Sanddorn und Rotdorn bepflanzt. Sie sehen nicht nur im Frühjahr mit ihren Blüten schön aus. Im Herbst und manchmal bis in den Winter leuchten die Früchte zwischen den Zweigen. Insekten und Vögel finden in den Sträuchern oder Bäumen Nahrung und Zuflucht.

Am Fuß von Bäumen und auf den Flächen nahe der Gebäude wachsen einheimische Pflanzen, die als Einjährige jährlich neu erscheinen. Mohn und Kornblumen sind die bekanntesten Arten in den Saaten. Duftende Kamille, Löwenmäulchen oder Lein tragen zur reichen Mischung bei. Eine Bepflanzung mit Wiesenstauden erzeugt einen besonderen Reiz. Der kriechende Hahnenfuß ist mit seinen dottergelben Blüten im Frühsommer eine Augenweide.

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Punkt 8

8. Anregungen zum Weiterlesen

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