Natürlichen Dünger herstellen

Natürlichen Dünger herstellen: selber machen mit Hausmitteln

Damit Ihre Pflanzen genügend Nährstoffe bekommen und das Wachstum verbessert wird, sollten Sie von März bis September oder Oktober regelmäßig düngen. Ein Pflanzendünger muss aber nicht voll mit Chemie stecken, sondern kann ganz einfach und natürlich selbst gemacht werden. Viele Hausmittel eignen sich super, um einen Bio-Dünger für mehr Nachhaltigkeit im Garten herzustellen.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über ► organische Dünger, auf ► was man achten sollte und erhalten ► einfache Anleitungen zum ► Selbermachen.

Punkt 1

Vorteile von natürlichem Dünger

Naturdünger kommt im Vergleich zu Mineraldünger ohne chemische Zusätze aus und kann umweltfreundlich hergestellt werden. Es wird nicht nur das Wachstum der Pflanzen angeregt, sondern auch Mangelerscheinungen und Krankheiten können vorgebeugt werden. Darüber hinaus hat organischer Dünger positive Auswirkungen auf die Bodeneigenschaften, was sich durch einen höheren Nährstoffgehalt und größere Wasserkapazität auszeichnet. Die Bodenfruchtbarkeit wird dadurch verbessert und Humus aufgebaut.

Organischer Dünger kann pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein. Bei der Herstellung von Hornspänen werden bspw. die Hörner und Klauen von Rindern in bestimmten Mühlen zerkleinert, um sie als Dünger nutzbar zu machen. Bananenschalen, Kaffeesatz und andere pflanzliche Hausmittel für natürlichen Dünger kommen ganz ohne weitere Verarbeitung aus.

Damit Gemüse, Obst und Blumen die Nährstoffe aufnehmen können, muss der Naturdünger zunächst von Mikroorganismen zersetzt werden. Deshalb wirkt organischer Dünger meist auch nicht so schnell wie künstlich hergestellter Dünger; dafür besitzt er jedoch eine natürliche Langzeitwirkung.

Bio-Dünger enthalten viele Nährstoffe, die Pflanzen zum Leben benötigen. Darunter fallen u. a. Stickstoff, Phosphor, Magnesium, Kalium und Schwefel sowie Vitamine und Eiweiße. Bei einer zu geringen Versorgung mit diesen Nährstoffen treten Mangelerscheinungen auf wie Wachstumshemmungen oder Vergilben der Blätter. Im schlimmsten Fall stirbt die Pflanze ab.

Punkt 2

Wann und wie viel soll ich düngen?

Grundsätzlich ist es bei natürlichem Dünger viel schwerer zu überdüngen als bei Mineraldünger. Dennoch ist die richtige Dosierung essenziell, da zu viel Dünger manchen Pflanzen Schaden zufügen kann, wenn die Nährstoffzufuhr zu konzentriert ist. Wie Sie später bei den Anleitungen sehen werden, wird natürlicher Dünger daher fast immer verdünnt mit Wasser eingesetzt.

Im Frühling brauchen Pflanzen besonders viele Nährstoffe, weshalb die Dosierung am Anfang des Jahres höher sein muss. Normalerweise sollten Sie maximal alle zwei Wochen düngen und es empfiehlt sich, die Naturdünger auch mal zu wechseln, damit Boden und Pflanzen nicht immer dieselben Nährstoffe erhalten.

Außerdem muss darauf geachtet werden, ob es sich bei den Gartenbewohnern um Stark- oder Schwachzehrer handelt. Starkzehrer wie z. B. Tomaten, Porree und Paprika benötigen mehr Nährstoffe als Schwachzehrer (z. B. Radieschen und Kräuter).

Punkt 3

Anleitung Kaffeesatz-Dünger selber machen

Kaffeesatz ist sehr vielseitig anwendbar und viel zu schade, um im Müll zu landen.

  1. Um ihn als Dünger einzusetzen, muss man den Kaffeesatz zunächst gut trocknen, dass er nicht zu schimmeln beginnt. Dies geht einfach, indem man ihn auf einer geraden Fläche wie einem Backblech ausbreitet und dort mehrere Stunden trocknen lässt.
  2. Den Kaffeesatz sollte man flach in den Boden einarbeiten und wenn man möchte mit etwas Mulch bedecken. Bei Topflanzen kann man ihn direkt in die Blumenerde untermischen.
  3. Zimmerpflanzen lassen sich außerdem super düngen, indem man sie mit kaltem Kaffee, gemischt mit Wasser, gießt.

Besonders geeignet ist Kaffeesatz-Dünger für Hortensien, Rhododendren, Tomaten, Zucchini oder Rosen. Im April ist übrigens eine super Zeit, um Rosen zu pflanzen.

Video: Kaffeesatz-Dünger herstellen

Länge: 7 Minuten

Punkt 4

eierschale baeumchen 300

Natürlicher Eierschalen-Dünger

Eierschalen enthalten viel Kalk, wodurch sie den Boden auflockern und den pH-Wert der Pflanzen regulieren.

Anleitung:

  1. Vor der Anwendung als natürlicher Dünger sollten Sie die Schalen zunächst zerkleinern, da die enthaltenen Nährstoffe so für die Pflanze schneller aufzunehmen sind. Dafür können Sie einen Fleischklopfer, Stein oder auch einen Mixer nutzen.
  2. Die zermahlenen Eierschalen über Nacht in Wasser legen und dann
  3. Blumen, Gemüse und Co. damit gießen.
  4. Zurückgebliebene größere Stücke der Schale davor am besten herausholen.

Auch eine Kombination aus Kaffeesatz und Eierschalen ist ein wirksamer Bio-Dünger. Wer möchte kann noch eine Bananenschale (Bio!) dazugeben und alles zusammen mixen. Wieder mit Wasser verdünnen und seinen Pflanzen etwas Gutes tun.

Video: Dünger aus Eierschalen herstellen

Länge: 6 Minuten

Punkt 5

Pferdemist als natürlicher Dünger

Wer in der Nähe eines Bauernhofs wohnt, kommt gut und günstig an einen tollen organischen Dünger heran - nämlich Pferdeäpfel. Im Frühjahr kann Pferdemist zur Beetvorbereitung eingesetzt werden und dient auch die restlichen Monate als effektiver Naturdünger. Außerdem wird der Humusaufbau im Garten gefördert.

Verwendung:

  • Der Mist lässt sich entweder frisch oder kompostiert verwenden.
  • Frische Pferdeäpfel muss man zuerst trocknen und es ist nur eine geringe Dosierung notwendig (maximal 1 kg pro Quadratmeter).
  • Die andere Möglichkeit ist, die Exkremente mindestens vier Monate im Sommer bzw. mindestens sechs Monate zur Winterzeit zu kompostieren und anschließend als Dünger zu nutzen.

Wichtig:

  • Für schwach zehrende Gemüsepflanzen sowie Jungpflanzen und Aussaaten ist frischer Pferdemist nicht geeignet.
  • Es ist wichtig, nur den Mist von gesunden Pferden zu nehmen, da bei Tieren, die bspw. mit Antibiotika behandelt wurden, die Zersetzung der Pferdeäpfel verlangsamt werden kann oder der Boden Schaden trägt.

Video: Pferdemist als Dünger richtig anwenden, Tipps

Länge: 5 Minuten

Punkt 6

brennessel tinktur 1000

Brennnesseljauche ansetzen

Pflanzenjauchen sind sehr effektive natürliche Dünger und können mit nur wenig Aufwand selber gemacht werden. Im Folgenden zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie eine Brennnesseljauche ansetzen.

  1. Zuerst Brennnesseln sammeln und klein schneiden (wir gehen von 1 kg aus). Bei getrockneten Brennnesseln genügen etwa 200 g der Pflanzen.
  2. Die Brennnesseln in ein großes Gefäß, z. B. einen Bottich, großen Eimer oder Kübel, geben und mit 10 l Wasser (am besten Regenwasser) aufgießen. Gut umrühren und darauf achten, dass alles mit Wasser bedeckt ist.
  3. Bei Bedarf ca. eine Handvoll Gesteinsmehl dazugeben, da so der strenge Geruch der gärenden Jauche vermieden wird. Auch etwas Lehmerde kann Abhilfe schaffen.
  4. Nun das Gefäß mit einem Gitter oder Jutesack abdecken, sodass keine Tiere hineinfallen können. Die Abdeckung sollte aber auf jeden Fall luftdurchlässig sein. Stellt man das Gefäß in die Sonne, wird der Gärungsprozess beschleunigt.
  5. Die Jauche 10-14 Tage lang ziehen lassen und täglich umrühren.
  6. Wenn das Gemisch nicht mehr schäumt, also keine Blasen mehr aufsteigen, ist die Brennnesseljauche fertig.
  7. Im nächsten Schritt die Jauche durch ein Sieb geben. Größere Pflanzenreste können als Mulch verwendet oder kompostiert werden.
  8. Jetzt ist der Naturdünger bereit zur Anwendung. Die Brennnesseljauche sollte im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt werden, bevor Sie Ihre Pflanzen damit pflegen. In Glasflaschen kann man die Flüssigkeit super aufbewahren.

Da in der fertigen Brennnesseljauche alles zerkleinert und zersetzt ist, können Pflanzen die darin enthaltenen Nährstoffe sehr schnell aufnehmen.

Video: Tipps zum Ansetzen der Brennesseljauche

Länge: 7 Minuten

Weitere Pflanzen für die Jauche

Pflanzenjauchen können ebenso aus Giersch, Beinwell oder Löwenzahn hergestellt werden.

Punkt 7

Hefe als Pflanzendünger

Hefe ist ein Triebmittel und enthält viele Vitamine sowie u. a. Folsäure, Eisen, Kalium und Magnesium.

  1. Um einen wirksamen organischen Dünger zu erhalten, mischt man 100 g Backhefe mit 200 g Zucker und 10 l warmem Wasser. Dafür zerbröckelt man die Hefe, füllt sie zusammen mit dem Zucker in einen Eimer und gießt das Wasser langsam auf.
  2. Die Mischung nun etwa eine Woche gären lassen. 
  3. Das Hefe-Konzentrat anschließend im Verhältnis 1:10 zum Gießen der Pflanzen verwenden. Es wirkt auch sehr gut als Kompostbeschleuniger.

Video: Hefe als Dünger und Kompostbeschleuniger

Länge: 12 Minuten

Punkt 8

Allgemeine Videos zu natürlichem Dünger

Länge: 15 Minuten

Video: Weitere Möglichkeiten mit Bokashi & Co.

Länge: 10 Minuten

Punkt 9

Mehr (ökologischer) Garten auf bauen-und-heimwerken.de

 

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant