Bohrloch zu groß: 6 Reparaturwege – und wann neu bohren besser ist
Der Dübel rutscht ins Loch, dreht beim Schrauben mit oder lässt sich wieder herausziehen? Dann ist nicht automatisch der Dübel das Problem. Entscheidend ist, warum das Bohrloch zu groß geworden ist und ob rund um das Loch noch tragfähiger Untergrund vorhanden ist. Ein gleichmäßig zu großes Loch in festem Mauerwerk braucht eine andere Lösung als ausgebrochener Putz, ein beschädigter Lochziegel oder eine ausgefranste Gipskartonplatte.
Die wichtigste Regel: Repariere nicht auf Verdacht. Kläre zuerst Untergrund, Schadbild und geplante Belastung. Für leichte, nicht sicherheitsrelevante Befestigungen gibt es mehrere brauchbare Reparaturwege. Bei schweren oder sicherheitsrelevanten Befestigungen ist ein neues Loch in unbeschädigtem Untergrund oder ein dafür vorgesehenes Befestigungssystem meist die bessere Entscheidung.
Inhalt: Bohrloch zu groß – 6 Reparaturwege
- Symptom präzisieren: Was bedeutet „Bohrloch zu groß“?
- Wahrscheinliche Ursachen: Warum das Loch zu groß geworden ist
- Die BuH-Symptom→Lösung-Matrix
- BUH-Reparatur-Finder „Bohrloch zu groß – welcher Reparaturweg passt?“
- Sechs Reparaturwege – passend zum Befund
- Reparaturweg 1: Auf einen größeren, passenden Dübel wechseln
- Reparaturweg 2: Die beschädigte Oberflächenschicht mit einer längeren Befestigung überbrücken
- Reparaturweg 3: Reparaturvlies oder Reparaturpad um den Kunststoffdübel
- Reparaturweg 4: Reparaturmasse oder „Flüssigdübel“ für beschädigte mineralische Bohrlöcher
- Reparaturweg 5: Injektionssystem in Mauerwerk – aber nur systemgerecht
- Reparaturweg 6: Bei Gipskarton das Befestigungsprinzip wechseln
- Wann neu bohren besser ist
- Was du bei einem zu großen Bohrloch nicht tun solltest
- Warnzeichen: Hier endet die einfache DIY-Reparatur
- Vorbeugung: So wird das nächste Bohrloch nicht zu groß
- Fazit: Erst den Schaden einordnen, dann reparieren
- Ergänzung oder Frage von dir?
- Weiterlesen auf Bauen und Heimwerken
Das Wichtigste auf einen Blick
Ein Dübel muss zum tatsächlichen Bohrloch und zum Untergrund passen. Ist nur der Durchmesser falsch, kann ein größeres passendes Befestigungssystem genügen. Ist das Material rund um das Loch geschädigt, brauchst du eine Reparaturlösung oder einen neuen Befestigungspunkt. Spachtelmasse, Holzsplitter, Stahlnägel oder beliebiger Montagekleber sind kein Ersatz für eine belastbare Befestigung.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Symptom präzisieren: Was bedeutet „Bohrloch zu groß“?
Bevor du etwas einfüllst oder einen größeren Dübel holst, schau dir das leere Bohrloch an. Für die Entscheidung reichen meist fünf Fragen:
- Welcher Untergrund liegt vor: Beton, Vollstein, Lochstein, Porenbeton, Gipskarton oder etwas anderes?
- Ist das Loch gleichmäßig rund oder nur am Eingang trichterförmig ausgebrochen?
- Sitzt hinter einer beschädigten Putzschicht noch fester, tragfähiger Untergrund?
- Bröselt das Material beim leichten Reinigen weiter oder bleibt die Lochwand stabil?
- Welche Folgen hätte ein Versagen der Befestigung: nur ein schiefes Bild – oder ein herabfallendes, schweres Bauteil?
Wichtig
Wenn du das vorhandene Loch vergrößern, vertiefen oder an anderer Stelle neu bohren willst, prüfe vorher erneut mögliche Leitungen und andere verdeckte Bauteile. Triffst du auf Metall, ungewöhnlichen Widerstand oder einen unklaren Wandaufbau, bohre nicht einfach mit mehr Kraft weiter.
Wahrscheinliche Ursachen: Warum das Loch zu groß geworden ist
Ein zu großes Bohrloch hat nicht immer dieselbe Ursache. Häufig kommen mehrere Punkte zusammen:
- Bohrer und Dübel hatten nicht denselben vorgesehenen Durchmesser oder der falsche Dübel wurde gewählt.
- Die Maschine wurde während des Bohrens seitlich bewegt oder schräg gehalten; dadurch kann sich besonders der vordere Lochbereich aufweiten.
- In Lochstein, Porenbeton oder einem weichen Baustoff wurde mit zu kräftiger Schlag- oder Hammerwirkung gebohrt.
- Putz oder ein mürber Altbau-Untergrund ist am Lochrand ausgebrochen, obwohl der tiefer liegende Baustoff noch fest sein kann.
- Beim Herausziehen eines alten Dübels oder durch eine überlastete Befestigung ist Material mit ausgebrochen.
- Bei Gipskarton oder anderen Plattenbaustoffen ist nicht nur das Loch zu groß, sondern die Platte selbst rund um die Befestigung beschädigt.
Die BuH-Symptom→Lösung-Matrix
Die Matrix führt dich vom sichtbaren Schadbild zum sinnvollsten nächsten Schritt. Sie ersetzt keine Herstellerangaben zur konkreten Befestigung, hilft aber dabei, ungeeignete Schnelllösungen auszusortieren.
Die ausführliche Beschreibung der "Wege" findest du im Anschluss an die Tabelle.
|
Symptom |
Wahrscheinliche Ursache |
Einfache Prüfung |
Passender Weg |
Wann neu bohren? |
|
Dübel ist zu klein, Loch ist rund und der Untergrund fest |
Bohrdurchmesser oder Dübelauswahl passen nicht |
Loch reinigen und prüfen, ob es gleichmäßig und unbeschädigt ist |
Weg 1: auf ein passendes größeres System (Dübel und Schraube) wechseln |
Meist nur nötig, wenn Anbauteil oder Randabstände das größere System nicht zulassen |
|
Nur der Lochrand oder Putz ist ausgebrochen |
Oberflächenschicht beschädigt, tieferer Untergrund eventuell intakt |
Prüfen, ob hinter dem Putz ein ausreichend langer fester Verankerungsbereich vorhanden ist |
Weg 2: längere, dafür vorgesehene Befestigung in tragfähigem Untergrund |
Besser neu bohren, wenn auch der tiefe Bereich locker oder unklar ist |
|
Loch ist unregelmäßig ausgerissen, Wandmaterial aber grundsätzlich fest |
Dübel wurde herausgezogen oder Loch lokal ausgeweitet |
Lose Teile entfernen; prüfen, ob die Schadstelle lokal begrenzt ist |
Weg 3 oder 4: Reparaturvlies bzw. zugelassene Reparaturmasse |
Bei großer Ausbruchzone oder hoher Last besser versetzen |
|
Mauerwerk bröselt im Loch weiter |
Schwacher oder geschädigter mineralischer Untergrund |
Nach vorsichtiger Reinigung beobachten, ob tragfähiges Material erreicht wird |
Weg 4; bei höheren Anforderungen ggf. Weg 5 |
Neu bohren, wenn keine klar tragfähige Zone erkennbar ist |
|
Lochstein/Hohlblock: Kammer oder Steg beschädigt |
Ungeeignetes Bohrverfahren oder lokale Ausbruchschäden |
Untergrundart klären; vorhandenes Loch nicht blind weiter aufweiten |
Weg 5 nur mit einem dafür vorgesehenen System, häufig mit Siebhülse |
Oft sinnvoll, wenn vorhandenes Loch nicht systemgerecht hergestellt werden kann |
|
Gipskarton ist rund um das Loch ausgefranst oder eingerissen |
Plattenmaterial selbst geschädigt |
Prüfen, ob neben der Schadstelle noch unbeschädigte Platte oder eine Unterkonstruktion erreichbar ist |
Weg 6: Befestigungsprinzip wechseln oder versetzen |
Ja, wenn der beschädigte Plattenbereich die Last nicht mehr aufnehmen kann |
|
Schwere, dynamische oder sicherheitsrelevante Befestigung |
Folgen eines Versagens sind hoch |
Herstellerunterlagen, Untergrund und Befestigungssystem vollständig klären |
Systemlösung in unbeschädigtem Untergrund; keine improvisierte Reparatur |
Häufig die bessere Wahl |
BUH-Reparatur-Finder „Bohrloch zu groß – welcher Reparaturweg passt?“
Bohrloch zu groß – welcher Reparaturweg passt?
Wähle Untergrund, Schadbild und Bedeutung der Befestigung. Der Finder ordnet dein Problem einem sinnvollen nächsten Schritt zu.
Ergebnis
Warum?
So gehst du weiter vor
Wichtig
Der Finder gibt eine redaktionelle Orientierung. Maßgeblich bleiben Untergrund, konkretes Befestigungssystem und dessen Herstellerangaben.
Sechs Reparaturwege – passend zum Befund
Reparaturweg 1: Auf einen größeren, passenden Dübel wechseln
Das passt, wenn das vorhandene Loch gleichmäßig rund, der Untergrund fest und der tatsächliche Lochdurchmesser nur größer als geplant ist. Dann kann es sinnvoll sein, nicht das Loch „kleiner zu machen“, sondern auf einen Dübel oder ein anderes Befestigungssystem zu wechseln, dessen vorgeschriebener Bohrdurchmesser zum vorhandenen Loch passt.
So gehst du vor: Bestimme den tatsächlichen Lochdurchmesser, wähle ein für den Untergrund geeignetes Befestigungssystem und prüfe, ob auch Schraubendurchmesser, Schraubenlänge, Anbauteil und erforderliche Verankerungstiefe zusammenpassen. Das Loch darf nicht nur am Eingang groß sein und dahinter unkontrolliert ausbrechen.
Nicht geeignet, wenn das Mauerwerk bröselt, der Lochrand großflächig ausgebrochen ist, du das Loch dafür weiter in einen unsicheren Bereich vergrößern müsstest oder das Anbauteil keinen größeren Schrauben-/Dübeldurchmesser zulässt.
Reparaturweg 2: Die beschädigte Oberflächenschicht mit einer längeren Befestigung überbrücken
Das passt, wenn vor allem Putz oder eine nicht tragende Oberflächenschicht am Lochrand ausgebrochen ist, dahinter aber ein klar bestimmter, fester Verankerungsgrund beginnt. Dann kann ein längeres, für diesen Untergrund vorgesehenes Befestigungssystem sinnvoll sein, das seine wirksame Verankerung im festen Baustoff erreicht.
Entscheidend ist nicht die Gesamtlänge allein. Die vom Hersteller verlangte Setz- oder Verankerungstiefe muss im tragfähigen Baustoff liegen. Eine längere Schraube in einem weiterhin zu weiten oder bröselnden Dübel macht die Befestigung nicht automatisch sicherer.
Nicht geeignet, wenn du nicht sicher sagen kannst, wo der feste Untergrund beginnt, wenn das Bohrloch auch in der Tiefe beschädigt ist oder wenn du dafür ohne erneute Leitungsprüfung tiefer bohren müsstest.
Reparaturweg 3: Reparaturvlies oder Reparaturpad um den Kunststoffdübel
Das passt, wenn ein übliches Dübelloch lokal zu groß oder ausgerissen ist und ein Hersteller für genau diesen Zweck ein Reparaturvlies oder Reparaturpad in Kombination mit Kunststoffdübeln vorsieht. Solche Systeme füllen den Zwischenraum zwischen Dübel und Lochwand und härten dort aus.
So gehst du vor: Verwende Reparaturvlies und Dübel nur in den vom Hersteller genannten Baustoffen und nach der vorgesehenen Montagefolge. Aushärtezeit und gegebenenfalls die Zahl der Vlieslagen gehören zur Systemanwendung; sie sollten nicht nach Gefühl verkürzt oder verändert werden.
BuH-Einordnung: Das ist eine praktische Lösung für eine lokal begrenzte Fehlbohrung. Für Befestigungen, deren Versagen Menschen gefährden könnte, oder für hohe Lasten sollte die Tragfähigkeit nicht aus einem allgemeinen Reparaturprinzip abgeleitet werden. Hier zählt die konkrete Systemfreigabe.
Reparaturweg 4: Reparaturmasse oder „Flüssigdübel“ für beschädigte mineralische Bohrlöcher
Das passt, wenn der Untergrund mineralisch ist, die Schadstelle lokal begrenzt bleibt und ein dafür vorgesehenes Reparaturprodukt ein ausgerissenes oder zu großes Bohrloch wieder nutzbar machen soll. Diese Produkte sind etwas anderes als normale Wandspachtelmasse oder beliebiger Montagekleber.
So gehst du vor: Lose Bestandteile und Bohrstaub entsprechend der Produktanleitung entfernen, die Reparaturmasse nach Vorgabe einbringen und die angegebene Aushärtezeit einhalten. Erst danach wird die dafür vorgesehene Schraube oder der vorgesehene Dübel gesetzt. Belastbarkeit und geeignete Baustoffe unterscheiden sich deutlich zwischen den Produkten.
Nicht geeignet, wenn die Wand großflächig mürbe ist, Wasser- oder Feuchteschäden vorliegen oder eine hohe bzw. sicherheitsrelevante Last befestigt werden soll, ohne dass das Reparatursystem dafür nachweislich vorgesehen ist.
Reparaturweg 5: Injektionssystem in Mauerwerk – aber nur systemgerecht
Das passt, wenn eine anspruchsvollere Befestigung in Mauerwerk geplant ist und ein geprüftes Injektionssystem für den vorhandenen Untergrund geeignet ist. In Vollstein oder Beton wird der Verbundmörtel direkt im gereinigten Bohrloch verwendet; in Lochstein arbeiten viele Systeme mit einer passenden Siebhülse, damit der Mörtel kontrolliert im Hohlraum bleibt.
Wichtig: Injektionsmörtel ist kein Freibrief für jedes beliebig ausgefranste Loch. Bohrdurchmesser, Bohrlochtiefe, Reinigung, Ankerstange, Siebhülse, Mörtelmenge und Aushärtezeit gehören zusammen. Ist das bestehende Loch nicht in einen systemgerechten Zustand zu bringen, ist ein neuer Befestigungspunkt die bessere Wahl.
Bei dieser Variante besonders genau arbeiten: Hersteller geben für ihre Systeme konkrete Reinigungsfolgen vor. Unzureichend gereinigte Bohrlöcher können die Tragfähigkeit einer Verbundbefestigung deutlich mindern. Verwende deshalb nicht irgendeine Bürste oder eine frei gewählte Zahl an Reinigungsschritten, sondern die Montageanleitung des verwendeten Systems.
Reparaturweg 6: Bei Gipskarton das Befestigungsprinzip wechseln
Das passt, wenn nicht massives Mauerwerk, sondern eine Gipskarton- oder andere Hohlwand beschädigt ist. Hier bringt es wenig, das Loch wie in Beton mit Spachtel zu füllen und anschließend denselben Spreizdübel wieder einzusetzen. Die Tragwirkung entsteht bei Plattenbaustoffen je nach System durch Formschluss in der Platte, Aufspreizen oder Kippen hinter der Platte oder durch die Unterkonstruktion.
So gehst du vor: Ist die Platte neben der Schadstelle unbeschädigt, kann ein dafür geeigneter Hohlraum-, Kipp- oder Plattendübel an einem neuen, passenden Punkt die bessere Lösung sein. Bei höheren Lasten kann die Befestigung an einer tragfähigen Unterkonstruktion oder einer vorgesehenen Verstärkung erforderlich sein. Ist der Gipskarton rund um die alte Stelle eingerissen oder weich, wird der beschädigte Bereich nicht dadurch tragfähig, dass du ihn nur oberflächlich verspachtelst.
Wann neu bohren besser ist
Ein neues Loch ist keine Niederlage, sondern häufig die technisch sauberste Reparatur. Besonders sinnvoll ist das Versetzen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
- Der Untergrund bröselt nicht nur im Loch, sondern auch in einem größeren Bereich darum herum.
- Das vorhandene Loch ist so unregelmäßig oder groß, dass kein vorgesehenes Reparatursystem dazu passt.
- Die Befestigung ist schwer, dynamisch belastet oder ihr Versagen könnte Personen gefährden.
- Du müsstest das Anbauteil aufbohren oder anderweitig verändern, nur damit ein größerer Dübel passt.
- Bei Lochstein ist der Steg oder die Kammer so ungünstig beschädigt, dass das vorgesehene Befestigungssystem nicht mehr entsprechend seiner Montageanleitung gesetzt werden kann.
- Bei Gipskarton ist die Platte rund um die alte Stelle ausgebrochen, eingerissen oder weich.
- Randabstände, Abstände zu anderen Befestigungen oder die Lage des Bauteils lassen sich am alten Punkt nicht sicher einhalten.
- Du kannst Untergrund, Leitungsverlauf oder die Tragwirkung des bestehenden Lochs nicht ausreichend beurteilen.
Beim Versetzen nicht „einfach ein paar Zentimeter daneben“ bohren
Prüfe auch für den neuen Punkt wieder Wandmaterial, Leitungen und die Vorgaben des Befestigungssystems. Bei tragenden Betonbauteilen oder wenn du auf Bewehrungsstahl triffst, nicht einfach durchbohren oder unmittelbar daneben weitermachen, sondern die Situation klären.
Was du bei einem zu großen Bohrloch nicht tun solltest
- Keine Stahlnägel, Holzsplitter, Streichhölzer oder ähnliche Keile zwischen Dübel und Wand schlagen. Solche Behelfslösungen erzeugen keine kontrollierte, nachvollziehbare Befestigung.
- Normale Gips- oder Wandspachtelmasse nicht als tragende Dübelreparatur behandeln. Sie eignet sich vor allem zum Schließen und Glätten von Löchern; für Befestigungen sind dafür vorgesehene Reparatursysteme die bessere Wahl.
- Montagekleber nicht mit zugelassenen Befestigungs- oder Reparaturmörteln verwechseln. Ob ein Klebstoff Lasten in einem Bohrloch tragen darf, ergibt sich aus seinem vorgesehenen Anwendungsbereich.
- Einen zu kleinen Dübel nicht durch immer stärkeres Anziehen der Schraube „retten“. Dreht der Dübel mit oder wandert aus dem Loch, ist die Befestigung nicht sauber gesetzt.
- Ein ausgefranstes Loch nicht unkontrolliert mit demselben Bohrer „rundschleifen“. Wenn du auf eine größere Befestigungsgröße wechselst, wird auf das dafür vorgesehene Maß und mit geeignetem Verfahren gearbeitet.
- Bei unbekanntem Widerstand, Metalltreffer, möglicher Leitung oder unklarer Tragstruktur nicht mit stärkerer Maschine weiterbohren.
Warnzeichen: Hier endet die einfache DIY-Reparatur
Eine normale Fehlbohrung ist meist beherrschbar. Fachliche Unterstützung oder zumindest eine systembezogene technische Prüfung ist sinnvoll, wenn die Folgen eines Fehlers deutlich über einen lockeren Bilderrahmen hinausgehen.
- Befestigungen über Personen, schwere Hängeschränke, Handläufe, Konsolen, Markisen oder andere Bauteile mit hoher bzw. sicherheitsrelevanter Beanspruchung.
- Großflächig weiches, rissiges oder feuchtes Mauerwerk; wiederholt ausbrechende Befestigungen in demselben Bereich.
- Unklarer Wandaufbau, sehr altes heterogenes Mauerwerk oder keine belastbare Aussage darüber, welcher Baustoff die Last tatsächlich aufnehmen soll.
- Treffer auf Bewehrungsstahl oder andere konstruktive Bauteile in Beton.
- Hinweise auf Strom-, Wasser- oder andere Leitungen an oder hinter der Bohrstelle.
- Kein Befestigungssystem, dessen Montageanleitung zum vorhandenen Untergrund und zur geplanten Last passt.
Vorbeugung: So wird das nächste Bohrloch nicht zu groß
Die meisten Reparaturen lassen sich vermeiden, wenn Untergrund, Maschine, Bohrer und Befestigung als ein System gedacht werden. Diese Punkte sind besonders wirksam:
- Wandmaterial möglichst vor dem Bohren eingrenzen und nicht allein vom Klang oder von der Oberfläche ausgehen.
- Bohrerdurchmesser und Bohrtiefe nach der vorgesehenen Befestigung wählen; bei Spezialdübeln gelten die jeweiligen Herstellerangaben.
- In Lochstein, Porenbeton und empfindlichen Baustoffen nicht automatisch mit Schlag arbeiten. Das passende Bohrverfahren hängt vom Baustoff und Befestigungssystem ab.
- Die Maschine beim Bohren gerade halten und seitliches Hebeln vermeiden. Besonders ein wechselnder Winkel kann den Lochrand aufweiten.
- Mit geeignetem, scharfem Bohrer arbeiten und bei ungewöhnlich langsamem Bohrfortschritt nicht einfach den Druck erhöhen.
- Bohrlochreinigung dort ernst nehmen, wo das Befestigungssystem sie verlangt – bei Injektionssystemen ist sie Teil der Montage, nicht nur Kosmetik.
- Vor jedem neuen oder vertieften Bohrloch verdeckte Leitungen und konstruktive Bauteile erneut berücksichtigen.
Fazit: Erst den Schaden einordnen, dann reparieren
Ein zu großes Bohrloch lässt sich oft retten – aber nicht mit einer einzigen Universalmethode. Ist das Loch nur gleichmäßig zu groß, kann ein passendes größeres Befestigungssystem genügen. Bei lokalen Ausbrüchen kommen dafür vorgesehene Reparaturvliese oder Reparaturmassen infrage. Anspruchsvollere Befestigungen in Mauerwerk brauchen ein systemgerecht angewendetes Injektionssystem; bei Gipskarton ist meist ein anderes Befestigungsprinzip nötig.
Sobald der Untergrund großflächig geschädigt, die Befestigung sicherheitsrelevant oder die vorhandene Bohrung nicht mehr mit den Vorgaben eines geeigneten Systems vereinbar ist, ist neu bohren in unbeschädigtem Untergrund die bessere Entscheidung.

Ergänzung oder Frage von dir?

Weiterlesen auf Bauen und Heimwerken
Das Regal liegt bereit, Dübel und Bohrmaschine auch – nur bei der Wand beginnt das Rätsel. Hinter einer weiß verputzten Fläche können sich Beton, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder eine Trockenbaukonstruktion verbergen. Von außen sieht vieles gleich aus.
Die wichtigste Antwort vorweg: Das Wandmaterial lässt sich ohne Bohrung oft gut eingrenzen, aber nicht immer zweifelsfrei bestimmen. Verlasse dich deshalb nicht auf einen einzigen Test. Besonders sinnvoll ist die Kombination aus einem stärkeren Hinweis – etwa Bauunterlagen, einer sichtbaren Materialstelle oder einem vorhandenen Bohrloch – und mindestens einem zweiten Indiz. Vor dem Bohren kommt außerdem immer die Leitungsprüfung.
Das ist wichtig, weil nicht nur der Bohrer, sondern vor allem die passende Befestigung vom Untergrund abhängt. Ein Dübel, der in Beton zuverlässig hält, kann in einer Hohlwand die falsche Wahl sein. Auch Befestigungshersteller weisen deshalb darauf hin, dass das Wandmaterial vor der Dübelwahl geklärt werden sollte.
Hier weiterlesen: Wandmaterial erkennen: 7 Hinweise vor dem Bohren
Bohrwerkzeug nach Wandtyp: Akkuschrauber, Schlagbohrer oder Bohrhammer?
Du möchtest ein Regal anbringen, hast den passenden Dübel gekauft und hältst bereits die Bohrmaschine in der Hand. Doch beim Bohren kommst du kaum voran. Brauchst du eine stärkere Maschine? Vielleicht sogar einen Bohrhammer?
Nicht unbedingt. In manchen Wänden ist gerade die zugeschaltete Schlagfunktion der Fehler. Sie kann empfindliche Lochziegel beschädigen oder das Bohrloch unnötig vergrößern.
Die wichtigste Regel lautet: Wähle die Maschine nach dem Wandmaterial und dem erforderlichen Bohrverfahren – nicht allein nach ihrer Leistung.
Für weiche Wandmaterialien und Hohlwände genügt häufig ein Akku-Bohrschrauber ohne Schlagfunktion. In festem Mauerwerk kann eine Schlagbohrmaschine sinnvoll sein. Bei hartem Beton ist dagegen ein Bohrhammer meist die passende Wahl.
Die entscheidende Ausnahme: Lochsteine, Porenbeton und empfindliche Oberflächen werden in der Regel ohne Schlag gebohrt, selbst wenn du eine leistungsfähige Schlagbohrmaschine oder einen Bohrhammer besitzt.
Hier weiterlesen: Bohrwerkzeug nach Wandtyp: Akkuschrauber, Schlagbohrer oder Bohrhammer?
Bohrloch ohne Ausbruch: sauber bohren in Wand, Holz und Platten
Ein Regal soll an die Wand, ein Beschlag an eine Holzplatte oder eine Halterung an eine Trockenbauwand. Der Bohrpunkt ist angezeichnet, der Bohrer angesetzt – doch plötzlich platzt der Putz ab, das Holz splittert oder die beschichtete Platte bekommt einen unschönen Krater.
Solche Schäden lassen sich häufig vermeiden. Entscheidend ist nicht, möglichst langsam oder besonders vorsichtig zu bohren, sondern die Bohrtechnik auf das jeweilige Material abzustimmen.
Die wichtigste Regel: Verwende einen geeigneten, scharfen Bohrer, sichere die Oberfläche und wähle die richtige Betriebsart deiner Maschine. Bei Holz und vielen Platten ist außerdem die Rückseite des Werkstücks entscheidend: Dort entstehen beim Austritt des Bohrers besonders leicht Ausrisse.
Bei Mauerwerk kommt es dagegen darauf an, den Untergrund richtig einzuschätzen. Ein harter Vollbaustoff verlangt eine andere Vorgehensweise als ein empfindlicher Lochziegel oder eine bereits bröckelnde Putzschicht.
Hier weiterlesen: Bohrloch ohne Ausbruch: sauber bohren in Wand, Holz und Platten
Nur selten hat man die komfortable Situation, dass mit den Schrauben gleich die passenden Dübel geliefert werden. Meist muss man anhand des anzuschraubenden Gegenstandes, des Untergrundes und der verwendeten Schrauben den passenden Dübel auswählen. Wir zeigen, wie das geht.
Passenden Dübel für Untergrund und Schraube auswählen ► Bohrerwahl ► Tipps zum Bohren ► Kniffe und Heimwerker-Tricks
- Bohren Anleitung für Anfänger (und Fortgeschrittene)
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