Fliesen bohren ohne Risse: Schritt für Schritt zum sauberen Bohrloch

Ein Handtuchhalter soll an die geflieste Badwand – aber schon beim Ansetzen rutscht der Bohrer über die Glasur. Fliesen bohrst du mit einem für die Keramik geeigneten Bohrer, ausgeschalteter Schlagfunktion und kontrolliertem Vorschub. Entscheidend sind der richtige Startpunkt, die zum Werkzeug passende Kühlung und der Wechsel des Bohrers, sobald die Fliese durchdrungen ist.

Diese Anleitung führt dich vom Prüfen der Wand bis zur Kontrolle des fertigen Lochs – einschließlich eines Fehlerchecks für kritische Momente.

Fliesen bohren - Bohrer auf Malerkrepp auf einer Fliese

Inhalt: Fliesen bohren ohne Risse

Kurz zusammengefasst

  • Vorher prüfen: Leitungen, Wandaufbau, Fliesenzustand und – in Nassbereichen – eine mögliche Abdichtung hinter dem Belag.
  • Passenden Bohrer wählen: Für gewöhnliche Wandkeramik kann ein geeigneter Hartmetall-Fliesenbohrer ausreichen; für sehr harte Keramik kommen ausdrücklich dafür geeignete Hartmetall-Spezialbohrer oder Diamantwerkzeuge infrage.
  • Sicher ansetzen: Bohrpunkt exakt markieren, bei Bedarf Klebeband oder eine Bohrhilfe verwenden. Einen Körner nicht routinemäßig mit dem Hammer auf die Fliese schlagen.
  • Kontrolliert bohren: Schlag aus, langsam anlaufen lassen, Druck und Kühlung nach Herstellerangaben wählen. Nicht verkanten.
  • Zwei Materialien, zwei Arbeitsschritte: Nach der Fliese auf einen für den Untergrund passenden Bohrer wechseln; die Befestigung muss im tragfähigen Material halten.
  • Bei Schäden stoppen: Abrutschen, anhaltende Hitze, fehlender Fortschritt oder ein Riss sind Signale für eine Prüfung – nicht für mehr Kraft.

Im Folgenden findest du Werkzeugwahl, genaue Schrittfolge, Qualitätskontrolle und den Fehlercheck.

Voraussetzungen: Ist diese Fliese überhaupt ein geeigneter Bohrort?

Die Anleitung richtet sich an kleinere, übliche Befestigungsbohrungen in bereits verlegten Wandfliesen, etwa für einen leichten Handtuchhalter oder ein Badaccessoire. Du solltest eine Bohrmaschine sicher führen können und vorab wissen, wie du den späteren Dübel zum Wandmaterial passend auswählst.

Prüfe vor dem ersten Handgriff vier Punkte:

  • Bohrstelle: Ist sie für die Halterung geeignet und liegt sie nicht unmittelbar an einer beschädigten Kante, einem vorhandenen Riss oder einer auffälligen Hohlstelle? Ein Klopftest kann Hinweise auf fehlenden Verbund geben, beweist aber keinen sicheren Untergrund.
  • Leitungen: Wo verlaufen Wasser-, Heizungs- und Elektroleitungen? Nutze Bauunterlagen und ein zum Wandaufbau geeignetes Ortungsgerät.
  • Untergrund: Besteht die Wand hinter der Fliese aus Beton, Vollziegel, Lochstein oder einer Trockenbaukonstruktion? Das entscheidet später über Bohrmodus, Bohrtiefe und Befestigung.
  • Feuchtigkeit: Liegt der Punkt in einem spritzwasserbelasteten oder direkt wasserbeanspruchten Bereich? Hinter Fliesen kann eine eigenständige Abdichtung liegen, die durch das Loch verletzt würde.

Stopp im Duschbereich

Wenn Lage oder Ausführung der Abdichtung unklar sind, keine Durchdringung auf Verdacht herstellen. Ein Dübel und ein Klecks Sanitärsilikon stellen eine durchbohrte Bauwerksabdichtung nicht automatisch fachgerecht wieder her. Bei solchen Stellen zuerst eine geeignete Befestigungs- und Abdichtungslösung klären.

Muss das Loch wirklich in die Fliese?

Für leichte Gegenstände kann eine vom Hersteller für Untergrund und Belastung freigegebene Klebelösung sinnvoll sein. Bei günstig liegender Fuge ist manchmal eine Bohrung im Fugenmörtel möglich. Sie ist jedoch nicht automatisch schonender: Ist die Fuge schmaler als der notwendige Bohrdurchmesser, beschädigst du leicht die angrenzenden Fliesenkanten. Hinter Fuge oder Fliese bleibt natürlich dieselbe Frage nach Leitungen, Abdichtung und tragfähigem Untergrund bestehen.

Material und Werkzeug: Was brauchst du?

  • Akku-Bohrschrauber oder regelbare Bohrmaschine mit sicher abschaltbarer Schlagfunktion; passenden Maschinenanschluss für den gewählten Bohrer beachten
  • für das Fliesenmaterial geeigneten Fliesen-, Hartkeramik- oder Diamantbohrer im erforderlichen Durchmesser
  • passenden Mauerwerks-, Beton- oder anderen Untergrundbohrer für die Bohrung hinter der Fliese
  • Maßband, Wasserwaage, feinen Markierstift, gegebenenfalls Malerkrepp oder geeignete Zentrier-/Bohrhilfe
  • Tiefenanschlag beziehungsweise verlässliche Tiefenmarkierung, Schutzbrille und geeignete Staubabsaugung
  • bei dafür vorgesehenem Nassbohrwerkzeug dessen zulässige Kühl- und Wasserzuführeinrichtung; bei Trockenbohrern kein Wasser auf Verdacht
  • zum Wandmaterial, zur Last und gegebenenfalls zur Wasserbeanspruchung passendes Befestigungssystem

Welcher Bohrer passt zu welcher Fliese?

Ein gewöhnlicher Steinbohrer für Mauerwerk ist kein verlässlicher Universalbohrer für empfindliche Glasuren. Die passende Schneidengeometrie kann das Risiko von Abrutschen und Ausbrüchen verringern.

Fliese / bekannte EigenschaftGeeignete erste WahlWorauf achten?
Gewöhnliche, eher weiche glasierte Wandkeramik Geeigneter Fliesen-/Glasbohrer mit Hartmetallspitze Ohne Schlag, sanft zentrieren; Einsatzbereich des Bohrers prüfen.
Harte Steinzeugfliese oder Feinsteinzeug Für harte Keramik freigegebener Spezial-Hartmetallbohrer oder Diamantbohrer/-bohrkrone Verfahren und Drehzahl sind produktspezifisch; Diamant ist nicht ausnahmslos Pflicht.
Fliesentyp unbekannt Eignung möglichst über Unterlagen, Restfliese oder Fachhandel klären Nicht mit Gewalt „probieren“; ein ungeeigneter Bohrer kann die Oberfläche ruinieren.
Mauerwerk oder Beton hinter der Fliese Je nach Untergrund geeigneter Stein-/Betonbohrer Erst nach vollständigem Durchbohren der Fliese Werkzeug und gegebenenfalls Betriebsart wechseln.

Kühlung ist keine Pauschalregel: Es gibt nass zu betreibende Diamantbohrer, speziell trocken verwendbare Ausführungen und beispielsweise selbstkühlende diamantbestückte Bohrkronen. Auch bestimmte Hartmetallbohrer benötigen keine Wasserkühlung. Verbindlich sind die Vorgaben des konkreten Werkzeugs. Wasser niemals unkontrolliert an elektrische Geräte oder Installationen bringen.

Der entscheidende Unterschied

Nicht die Bezeichnung „Diamant“ oder „Fliesenbohrer“ allein sagt dir, wie du bohren musst. Eignung für deine Keramik, zulässige Drehzahl, Ansetztechnik und Trocken- oder Nassbetrieb bilden zusammen das passende Verfahren.

Optionaler Bohrvorbereitungs-Assistent: Welches Vorgehen passt?

Wenn Fliese, Bohrertyp, Wandaufbau und Wasserbeanspruchung zusammenkommen, ist die Wahl des nächsten Schritts nicht immer offensichtlich. Dieser Assistent soll deine Angaben zu einer übersichtlichen Vorbereitungs- und Stopp-Liste zusammenführen – ohne eine fachliche Freigabe vorzutäuschen.

Bohrvorbereitungs-Assistent für Fliesen

Wähle deine tatsächliche Situation. Du erhältst einen nächsten Schritt, Hinweise für die Bohrvorbereitung und gegebenenfalls eine klare Stopp-Empfehlung. Das Tool ersetzt weder die Leitungsprüfung noch die Werkzeug- und Montageanleitung.

Entscheidend ist die vom Hersteller bestätigte Materialeignung.
Ein Ortungsgerät allein garantiert keine Leitungsfreiheit.
Zum Beispiel Haltegriffe: besondere Tragfähigkeitsanforderungen.

Der Assistent wird geladen. Falls er nicht startet, nutze die Werkzeugtabelle und Sicherheitsprüfungen im Artikel.

Vorbereitung: Markieren, absichern und richtig ansetzen

Bohrpunkt genau übertragen

Halte die Halterung beziehungsweise ihre Bohrschablone an die Wand, richte sie aus und markiere alle Punkte. Miss bei zwei Löchern den Abstand ein zweites Mal nach. Eine ungenaue Markierung lässt sich vor dem Bohren korrigieren; ein unnötiges Loch in der Fliese kaum :-).

Du kannst auf glatter Keramik ein Stück Malerkrepp anbringen und darauf markieren. Das unterstützt das Anzeichnen und kann das seitliche Wegrutschen begrenzen. In der Regel funktioniert das gut.

Wenn du es noch professioneller machen willst: Bei besonders glatter oder harter Oberfläche ist eine passende Bohrführung beziehungsweise Anbohrhilfe zuverlässiger als Klebeband allein.

Ankörnen: Wann sinnvoll – und wann nicht?

Beim klassischen Ankörnen schlägst du mit Körner und Hammer eine kleine Vertiefung in die Oberfläche. Genau diese punktuelle Schlagbelastung kann spröde Keramik beschädigen. Verzichte deshalb auf routinemäßiges Ankörnen, insbesondere bei hartem Feinsteinzeug.

Starte lieber mit der zum Bohrertyp gehörenden Zentriertechnik: etwa einer Hartmetall-Zentrierspitze, einer Anbohrhilfe oder dem vom Hersteller beschriebenen vorsichtigen Ansetzen einer Diamantbohrkrone. Manche Diamantkronen werden anfangs leicht schräg geführt; bei anderen ist eine feste Führung erforderlich. Die jeweilige Anleitung hat Vorrang.

Vor dem Start einmal trocken prüfen

Stimmt die Bohrmarkierung? Ist der passende Bohrer fest eingespannt? Steht die Schlagfunktion tatsächlich auf „aus“? Ist das notwendige Kühlverfahren vorbereitet? Erst wenn alle vier Fragen geklärt sind, ansetzen.

Fliesen bohren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Arbeitsplatz sichern

Räume die unmittelbare Umgebung frei und decke empfindliche Gegenstände ab. Trage eine Schutzbrille; beim Trockenbohren benötigst du eine geeignete, möglichst quellnahe Staubabsaugung. Vermeide lose Kleidung und alles, was vom rotierenden Werkzeug erfasst werden könnte. Bei geplanten Nassbohrungen elektrische Anschlüsse zuverlässig vor Feuchtigkeit schützen und ausschließlich das dafür zugelassene Werkzeugverfahren nutzen.

Schritt 2: Bohrer einspannen und Schlag ausschalten

Spanne den für die Fliese geeigneten Bohrer nach Maschinen- und Bohreranleitung ein. Wähle den reinen Drehbohrmodus ohne Schlag. Prüfe die zulässige Drehzahl des Bohrers; pauschale Zahlenwerte sind bei verschiedenen Hartmetall- und Diamantwerkzeugen nicht sicher übertragbar.

Schritt 3: Bohrstelle kontrolliert zentrieren

Setze die Bohrspitze zunächst an der Markierung beziehungsweise in der Bohrhilfe an. Bei einem zentrierten Fliesenbohrer beginnst du mit geringer Anfangsdrehzahl und wenig Druck. Bei diamantbestückten Hohlbohrern folgst du der vorgesehenen Starttechnik – manche benötigen eine Führung, andere können zunächst leicht geneigt angesetzt werden, um eine ringförmige Spur zu erzeugen. Danach wird die Bohrung entsprechend der Herstelleranleitung ausgerichtet.

Aber: Diese Schrägstart-Methode gilt nicht für jeden Bohrer.

Schritt 4: Die Glasur beziehungsweise Keramik durchbohren

Führe die Maschine ohne seitliches Hebeln. Halte einen gleichmäßigen, eher geringen Vorschub; mehr Druck ist kein Ersatz für einen geeigneten oder intakten Bohrer. Beobachte, ob er Material abträgt. Entsteht nur Reibungswärme, quietscht oder pfeift das Werkzeug dauerhaft oder tritt kein Bohrfortschritt ein, unterbrich und prüfe Bohrer und Verfahren.

Schritt 5: Temperatur und Bohrfortschritt kontrollieren

Lege kurze Pausen ein, wenn der Bohrer zu heiß wird. Nutze nur das erlaubte Kühlverfahren: Bei Nassbohrern kontrollierte Wasserzufuhr, bei dafür vorgesehenen Trocken- und selbstkühlenden Bohrern das vom Hersteller vorgeschriebene Vorgehen. Berühre einen gerade benutzten Bohrer nicht mit bloßen Fingern. Wasser nicht als improvisierte Sofortlösung über eine elektrische Maschine gießen.

Schritt 6: Den Durchbruch durch die Fliese erkennen

Wenn die keramische Schicht vollständig durchbohrt ist, verändert sich der Widerstand. Stoppe die Maschine kontrolliert. Verlass dich nicht allein auf eine vermutete Standard-Fliesendicke: Keramik, Kleberschicht und Wandaufbau können variieren. Ziehe das Werkzeug gerade heraus, ohne den Lochrand durch kreisende Bewegungen aufzuweiten.

Schritt 7: Für die Wand dahinter den Bohrer wechseln

Wechsle auf den zum tatsächlichen Untergrund und Befestigungssystem passenden Bohrer. In Lochstein, Porenbeton oder empfindlichen Baustoffen wird in der Regel ohne Schlag weitergebohrt; für festen Beton kann ein geeigneter Bohrhammer sinnvoll sein. Die Schlagfunktion bleibt durch die gesamte Fliese hindurch ausgeschaltet. Auch beim Bohren dahinter darfst du die keramische Lochkante nicht mit einem schlagenden oder verkanteten Werkzeug belasten.

Technische Schnittdarstellung mit zwei Bohrschritten: Zunächst wird die Keramikfliese ohne Schlag durchbohrt. Danach bohrt ein geeigneter Wandbohrer in den dahinterliegenden Untergrund.

Erst durch die Fliese, dann in die Wand: Der Bohrerwechsel schützt die empfindliche Fliesenkante vor ungeeigneter Schlagbelastung.

Schritt 8: Vorgeschriebene Tiefe herstellen und Bohrloch reinigen

Die notwendige Bohrtiefe und der Durchmesser richten sich nach der vorgesehenen Befestigung, meist also die Schraube, die du zur Befestigung nutzen willst. Berücksichtige Fliesen- und Kleberschicht. Verwende möglichst einen Tiefenanschlag und reinige das Loch nach den Vorgaben des Dübelsystems, beispielsweise mit passender Absaugung. Unbekannte Hindernisse oder Metall im Bohrweg nicht überbohren.

Ein kurzes Hersteller-Video zeigt das Grundprinzip des Fliesenbohrens und den Umgang mit der Bohrstelle. Nutze es als Anschauung für das Ansetzen; für harte Spezialfliesen, Trocken-/Nassbohrer und Abdichtungsfragen gelten zusätzlich die Hinweise des jeweiligen Werkzeugherstellers.

Video: DIY-Wissen – Fliesen bohren (Bosch DIY)
YouTube: DIY-Wissen: Fliesen bohren
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Erst nach deiner Zustimmung wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.

Zum Ausdrucken: Checkliste für die Fliesenbohrung

Am Einsatzort hilft eine kurze Arbeitskarte mehr als ein langer Ratgeber auf dem Handy. Die optionale PDF-Checkliste begleitet dich von der Leitungs- und Abdichtungsprüfung über Bohrer und Schlagmodus bis zur Lochkontrolle; zusätzlich bietet sie Platz für Bohrpunkte, Durchmesser und Besonderheiten des Wandaufbaus.

Zum Download

PDF Checkliste für die Fliesenbohrung

Der Download wird in einem neuen Tab vorbereitet.

 

Qualitätskontrolle: Ist das Bohrloch wirklich gelungen?

Beurteile nicht nur die sichtbare Glasur. Ein schöner Rand garantiert weder eine tragfähige Befestigung noch eine unbeschädigte Abdichtung.

  • Fliese: Ist die Umgebung des Lochs frei von neuen Rissen, Abplatzungen und losen Bereichen?
  • Maß: Stimmen Position und Lochdurchmesser mit der Halterung und dem vorgesehenen Befestigungssystem überein?
  • Untergrund: Ist das Loch nach der notwendigen Tiefe und im richtigen Wandbaustoff hergestellt worden, ohne ungewöhnlichen Hohlraum oder unerklärlichen Widerstand?
  • Sauberkeit: Ist das Bohrmehl gemäß Montageanleitung entfernt, ohne Staub unkontrolliert in den Raum zu blasen?
  • Befestigung: Passen Dübel, Schraube, Untergrund und vorgesehene Last zusammen? Bei Nassbereichen zusätzlich: Ist das zugelassene Abdichtungskonzept geklärt?

Nicht weiter montieren, wenn die Fliese gerissen oder locker ist

Auch ein korrekt dimensioniertes Dübelloch kann in einem beschädigten, ungeeigneten oder nicht ausreichend tragfähigen Wandaufbau unsicher sein. Der nächste Schritt ist dann die Klärung des Schadens – nicht das kräftigere Anziehen der Schraube.

Fehlercheck: Was tun, wenn das Fliesenbohren nicht wie geplant läuft?

Die folgende Matrix ist für die laufende Arbeit gedacht. Erst anhalten, dann die Ursache eingrenzen. Ein beobachtetes Symptom beweist nicht automatisch eine einzige Ursache.

SymptomMögliche Ursache und einfache PrüfungPassende Reaktion / Grenze
Bohrer wandert auf der Glasur Spitze nicht zentriert, ungeeignete Ansetztechnik oder Bohrhilfe verrutscht? Stoppen; Position neu markieren und eine zum Bohrertyp passende Zentrierhilfe verwenden. Nicht mit seitlichem Druck „zurücklenken“.
Kein erkennbarer Bohrfortschritt Ist der Bohrer für harte Keramik freigegeben, scharf und in der empfohlenen Drehzahl unterwegs? Nicht den Druck steigern; Werkzeug und Verfahren prüfen, gegebenenfalls geeigneten Spezialbohrer beschaffen.
Bohrer oder Bohrstelle werden sehr heiß Falsche Drehzahl, zu starker Druck, verschlissene Schneide oder fehlende zulässige Kühlung? Maschine stoppen, abkühlen lassen und Herstellerangaben prüfen. Keine improvisierte Wasserzufuhr an ungeeignetem Elektrowerkzeug.
Kleine Glasurabplatzung am Bohrloch Verrutschter Ansatz, Verkanten oder ungünstiger Bohrer? Arbeit unterbrechen, Ausmaß prüfen. Nur bei intakter Fliese und geeigneter Befestigung fortfahren; nicht durch größere Rosette eine problematische Beschädigung „überdecken“.
Feiner Riss oder hörbares Knacken Materialspannung, vorgeschädigte/lose Fliese oder zu hohe Belastung? Sofort stoppen. Zustand und gegebenenfalls Abdichtung prüfen lassen. Nicht daneben auf Verdacht neu bohren.
Bohrer stößt hinter der Fliese unerwartet auf Widerstand Materialwechsel, Metall, Einbau oder Leitung möglich? Bohrung abbrechen und Wandaufbau klären. Einfach Schlag zuschalten oder mit Kraft weiterdrücken kann zu Problemen führen.
Dübel sitzt später locker Bohrloch aufgeweitet, ungeeigneter Dübel oder nicht tragfähiger Untergrund? Keine Schraube als „Keil“ missbrauchen; Befestigung neu beurteilen und geeignete Reparatur-/Neubohrstrategie wählen.

Wenn das eigentliche Dübelbohrloch zu groß geraten ist, hilft die gesonderte Anleitung "Bohrloch zu groß: Reparaturwege und Grenzen". Bei Problemen mit der Befestigung selbst führt der Beitrag "Dübel dreht durch oder hält nicht" systematisch weiter. Beide Themen betreffen vor allem die Tragwirkung des Untergrunds, nicht die unbeschädigte Fliesenoberfläche.

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Nacharbeit und Pflege: Bohrloch, Fliese und Befestigung

Entferne Kreppband und Staubreste vorsichtig, ohne die Glasur zu zerkratzen. Scharfkantige, kleine Abplatzungen können je nach Stelle eine optische Nacharbeit erfordern; sie sind aber nicht mit einer fachgerechten Reparatur eines Risses oder einer Abdichtung gleichzusetzen. Lasse die Bohrlochumgebung nach einer Nassbohrung entsprechend der späteren Montageanforderungen trocknen.

Montiere erst, wenn die Untergrund- und Befestigungsprüfung positiv ausgefallen ist. Ziehe Schrauben nach Systemvorgabe an (denk dran: nach fest kommt ab); zu hohes Anzugsmoment kann Keramik und Befestigung beschädigen. Bei späterem Wackeln, neuen Rissen oder Feuchtespuren die Nutzung stoppen und die Ursache prüfen. Ein nicht mehr benötigtes Loch im Nassbereich muss mit einer für den vorhandenen Aufbau geeigneten Lösung instand gesetzt werden.

DIY-Grenzen: Wann solltest du nicht selbst weiterbohren?

  • Leitungsführung, versteckte Einbauten oder Wandaufbau sind nicht ausreichend geklärt.
  • Die Fliese ist bereits gerissen, locker, hohl klingend mit weiteren Schadensanzeichen oder sichtbar beschädigt.
  • Die Bohrung würde eine unbekannte oder technisch anspruchsvolle Abdichtung durchdringen, insbesondere in stärker wasserbeanspruchten Flächen.
  • Es geht um schwere oder sicherheitsrelevante Lasten wie Haltegriffe, absturzrelevante Befestigungen oder tragende Bauteile.
  • Das Werkzeug eignet sich nicht für die vorliegende Fliese, oder die Herstellervorgaben für Kühlung und Arbeitsdrehzahl lassen sich nicht einhalten.

Das Ziel ist nicht bloß ein Loch in der Fliese

Erst die Kombination aus unbeschädigter Keramik, geklärtem Wandaufbau, passender Befestigung und gegebenenfalls gesicherter Abdichtung macht aus der Bohrung ein brauchbares Ergebnis.

Deine Erfahrung: Woran scheitert das Fliesenbohren am ehesten?

Welche Hürde hast du selbst schon erlebt? Die Antworten helfen, die Fehlerhinweise für andere Leser gezielt zu verbessern.

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Fazit: Drei Kontrollen für ein sauberes Bohrloch

Vor dem Bohren: Leitungen, Abdichtung, Fliesenart und Befestigung klären. Während des Bohrens: passenden Bohrer, korrekte Zentrierung, keinen Schlag und das vorgeschriebene Kühlverfahren verwenden. Danach: Lochrand, Untergrund und geplanten Dübel kontrollieren. Wenn ein Punkt ungeklärt bleibt, ist Anhalten die fachlich bessere Lösung als mehr Druck.

Für die nächsten Schritte sind außerdem die Beiträge Bohrwerkzeug nach Wandtyp wählen und Bohrloch ohne Ausbruch hilfreich: Sie erklären die allgemeine Maschinenwahl und das saubere Bohren in anderen Materialien.

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Geschrieben von

Peter Bödeker

Peter Bödeker

Peter arbeitet seit seinem Studium im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

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