Terrasse pflastern

Terrasse pflastern – So hast du lange Freude daran

Terrassenbesitzer, die ihren Außenbereich neu pflastern möchten, nutzen dafür häufig robuste Beton- oder Natursteine.  Gut geeignet sind auch mediterran anmutende Polygonalplatten. Das Pflastern der Terrasse kann dabei durchaus auch von Anfängern bewältigt werden, wenn diese die richtigen Tipps beachten.

Wichtige Tipps vorweg

  • Für das Pflastern der Terrasse sind allerdings ausgiebige Materialbewegungen und entsprechende Helfer nötig sind.
  • Generell sollten die Maße der Terrasse eher größer als kleiner gewählt werden, da die Fläche im Nachhinein nur äußerst mühsam erweitert werden kann.

Punkt 1

Die nötigen Materialien

Natürlich werden zum Pflastern der Terrasse einige Materialien und Hilfsmittel benötigt. Zu diesen gehören:

  • Fugensplitt
  • Splitt
  • Kies
  • Magerbeton für Randsteine
  • Steine
  • Schaufel
  • Rechen
  • Eisenstangen oder Holzpflöcke
  • Schnur
  • Maurerkelle
  • Steinsäge (kann ausgeliehen werden)
  • Rüttelplatte (kann ausgeliehen werden)
  • Maßband
  • Gummihammer
  • Wasserwaage

Punkt 2

Die Steine für die Terrasse

Die Möglichkeiten hinsichtlich der Steine, die zum Pflastern der Terrasse genutzt werden können, gestalten sich vielfältig. So können zum Beispiel Pflasterklinker oder ganze Terrassenplatten genutzt werden. Entscheidungshilfen:

  • Generell wirken Steine kleinteiliger, allerdings weisen diese auch eine höhere Belastbarkeit als Beton- oder Natursteinplatten auf.
  • Das Verlegen gelingt bei Letzteren aufgrund ihrer Größe wesentlich schneller. Sie werden in ein Kies- oder Sandbett gelegt, wohingegen Pflastersteine auf einem Sand- oder Splittbett angebracht werden.
  • Ein finales Abrütteln ist bei den Steinplatten nicht nötig.

 Punkt 3

Den Steinbedarf ermitteln

Im ersten Schritt ist es wichtig, sich über die gewünschte Größe und Form der zukünftigen Terrasse Gedanken zu machen. Um so wenig wie möglich stückeln zu müssen, sollte die spätere Steingröße an den Terrassenmaßen ausgerichtet werden. Anschließend wird die nötige Anzahl an Steinen mithilfe einer Skizze bestimmt.

Die Steinanzahl ist ebenfalls ausschlaggebend für die Abstände der Kantensteine, welche den nötigen Seitenhalt der Terrasse sicherstellen. Wichtig ist, dass auch die Fugenbreite in die Berechnungen mit einkalkuliert wird.

Punkt 4

Vorbereitung der Terrassenfläche

Sobald die genaue Lage und die Maße der Terrasse feststehen, können die eigentlichen Arbeiten beginnen.

An den Eckpunkten der zukünftigen Terrasse werden stabile Holzpflöcke oder Eisenstangen eingeschlagen und zwischen diesen die Maurerschnur gespannt.

So werden die Fläche, die Lage der Kantensteine, das nötige 2-Prozent-Gefälle und das Terrassenniveau markiert.

Wie hoch der Unterbau ausfallen muss, ist von der Dicke der Tragschichten und der Steinhöhe abhängig.

Punkt 5

Vorbereitung der Tragschicht

Die aufwendigste Arbeit stellt das Anlegen des tragfähigen Unterbaus dar.

Wie stark der Unterbau ausfallen muss, ist davon abhängig, welche späteren Belastungen standgehalten werden müssen. Werden die Flächen befahren, muss die Schicht wesentlich dicker ausfallen. Für eine herkömmliche Nutzung der Terrasse ist eine Schicht von rund 30 Zentimetern in der Regel ausreichend.

Das nötige Gefälle der Terrasse, welches zwei Prozent beträgt, muss bereits bei dem Anlegen des Unterbodens berücksichtigt werden. Grobe Unebenheiten sollten direkt zu Beginn beseitigt werden, damit diese nicht im Nachhinein ausgeglichen werden müssen.

Der Unterboden sollte unbedingt mit der Rüttelplatte verdichtet werden, indem diese zweimal über die Fläche gezogen wird.

 Punkt 6

Das Verdichten und Auffüllen der Tragschicht

  • Gebrochener Kies, der unterschiedliche Korngrößen aufweist, wird direkt auf das Erdreich aufgetragen. Dieser sollte dabei Schicht für Schicht eingefüllt und, entsprechend dem Gefälle, mithilfe einer Harke verteilt werden. Im Abstand von zehn Zentimetern sollte anschließend eine Verdichtung mit der Rüttelplatte erfolgen.
  • Auf die Kiesschicht werden dann die Kantensteine in den Magerbeton eingesetzt.

Die Mauerschnur kann entfernt werden, sobald der Beton abgebunden ist und die Kantensteine einen sicheren Halt aufweisen.

  • Danach wird das Splittbett auf den Kies aufgetragen. Die Dicke sollte dabei mindestens drei und höchstens fünf Zentimeter betragen.
  • Durch eine neue Mauerschnur wird das Niveau der zukünftigen Terrassenfläche markiert. Befestigt wird diese idealerweise an den Kantsteinen und den vorher platzierten Pflöcken. Um ein sauberes Abziehen des Splitts zu ermöglichen, werden als Schienen zwei Eisenstangen benötigt.
  • Diese werden im Splitt so ausgerichtet, dass sie so weit unter der Mauerschnur liegen, dass sie ein wenig niedriger als die Steindicke ausfallen. Das bedeutet, dass die Abziehstange lediglich fünf Zentimeter unterhalb der Maurerschnur liegen sollte, wenn die späteren Pflastersteine eine Dicke von sechs Zentimetern aufweisen.
  • Während des finalen Rüttelns kommt es nämlich noch zu einem Absacken der Steine von rund einem Zentimeter.
  • Nun wird der Splitt weiter aufgefüllt und mithilfe einer langen Holzlatte glattgezogen.
  • Danach werden die Stangen wieder entfernt und die Rillen, die so zurückbleiben, ebenfalls mit Splitt ausgeglichen.

Punkt 7

Das eigentliche Pflastern der Terrasse

Nun ist die Terrasse so vorbereitet, dass das eigentliche Pflastern beginnen kann. Dabei werden die Steine im Prinzip nacheinander, abhängig von dem gewünschten Verlegemuster, auf die glatte Schicht aus Splitt gelegt.

Falls einige der Steine sich ein wenig widerspenstig zeigen, können diese durch einen behutsamen Schlag mit dem Gummihammer gerade eingefügt werden.

Die Fugenmaße sollten entsprechend der individuellen Angaben des Herstellers berücksichtigt werden. Um ein einheitliches Farbbild auf der späteren Terrasse zu erhalten, sollten die Steine beim Pflastern stets aus zwei oder drei Paletten miteinander gemischt werden. Betreten werden darf der Splitt nun nicht mehr, weshalb die Füße auf den bereits gepflasterten Flächen platziert werden und so Stück für Stück nach vorne weg gearbeitet wird.

Generell sollte beim Pflastern sehr sorgfältig vorgegangen werden, da sich auch kleine Abweichungen und Ungenauigkeiten beim Verlegen der Pflastersteine zu auffällig schiefen Linien im Gesamtbild summieren können.

Daher sollte mit der Arbeit an einer geraden Stelle begonnen werden, zum Beispiel der Wand des Hauses.

Anschließend können Schnüre zur Orientierung dazu im rechten Winkel gespannt werden, sodass die Form der Steinreihen stets kontrolliert werden kann.

Abhängig von dem verlegten Verband können am Rand lediglich halbe Steine oder noch kleinere Teile von diesen verlegt werden. Um die Steine auf die entsprechende Größe zuzuschneiden, wird eine Steinsäge mit Wasserkühlung benötigt. Diese kann, wie die Rüttelplatte auch, im Baumarkt ausgeliehen werden.

Punkt 8

Das Verfugen und finale Abrütteln

Sobald alle Steine auf der Terrasse platziert wurden, müssen die Fugen gefüllt werden. Dazu kann Fugensplitt, Quarzsand oder herkömmlicher Sand verwendet werden. Das Material muss gründlich in die Fugen eingefegt werden, bis diese vollständig gefüllt sind.

Danach folgt das finale Abrütteln der verfugten Steine. Unter der Rüttelplatte muss dabei unbedingt die Gummischürze angebracht werden, damit es zu keinem Verkratzen der frisch verlegten Steine kommt.

Das Rütteln sollte in leicht überlappenden Bahnen mehrmals spiralförmig ausgeführt werden. Wichtig ist, dass der Rüttler dabei immer in Bewegung ist.

Punkt 9

Videoanleitung Pflastern

Die komplette Anleitung hier noch einmal im Video:

Länge: 20 Minuten

Punkt 10

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