Massivholzmöbel: Selber bauen oder kaufen – ein Vergleich

Möbel aus Massivholz sind langlebig und überzeugen mit wohngesunden Materialeigenschaften. Für viele Heimwerkerinnen und Heimwerker stellt sich die Frage, ob Massivholzmöbel besser selbst gebaut oder gekauft werden. Beide Varianten bringen individuelle Vorteile mit sich, die in diesem Beitrag näher erläutert werden.

Massivholz
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1. Fakten zu Massivholz

Bei Massivholz (auch Vollholz genannt) handelt es sich um Holz, das direkt aus Baumstämmen gesägt wird. Nach dem Trocknen wird es zu verschiedenen Holzprodukten wie Bretter, Balken oder Bohlen verarbeitet. Im Möbelbau kommen unter anderem Holzbretter und Konstruktionsvollholz sowie formschöne Balken zum Einsatz. Die Bohlen können unterschiedlich schwer, dick und lang sein.

Ein weiteres Merkmal von Massivholz sind die individuellen Farben, Maserungen und Strukturen der jeweiligen Holzsorte. Für die wichtigsten Holzarten haben wir hier die Eigenschaften zusammengestellt:

Holz Arten und ihre Eigenschaften

Ahorn

AhornBrinellhärte in N/mm2, circa-Werte: europäischer A. 27-30, kanadischer A. 35.

Ahorn, Berg-, Feld- und Spitzahorn

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): Bergahorn: 0,56, Spitzahorn: 0,59, Feldahorn: 0,68

Erscheinung: Alle Splintholzbäume, Bergahorn: Holz weiß bis gelblich, später nachdunkelnd, vereinzelnd dunkle Streifen und Flecken.
Spitzahorn dem Bergahorn sehr ähnlich, etwas dunkler, Feldahorn rötlichweiß bis hellbraun.

Eigenschaften: Bergahorn mäßig schwer, aber gleichmäßig dicht und fest, ziemlich elastisch, gut biegsam, gutes Stehvermögen. Spitz- und Feldahorn etwas schwerer, aber weniger biegsam und grobfaseriger.

Verwendung: Möbel, Furniere, Küchengeräte, Parkett/Diele, Musikinstrumente, Arbeitsplatten in der Küche.

Besonderheiten: Nicht witterungsbeständig, anfällig gegen Pilz-und Insektenbefall, Holz ist sehr gut zu bearbeiten, zu beizen und zu polieren.

 

Eiche

Eiche

Eiche ( Stiel-oder Sommereiche, Trauben-oder Wintereiche)

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 34-41

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,63

Erscheinung: Kernholzbaum, Splint gelblichweiß, schmal und unbrauchbar, Kern gelblichbraun bis rötlichbraun. Im Radialschnitt sind die Markstrahlen als große Spiegel sichtbar.

Eigenschaften: hart, sehr fest, elastisch, schwindet wenig, sehr gutes Stehvermögen.

Verwendung: Innen- und Außenarbeiten, Möbel, Parkett/Diele, Brücken- und Wasserbau.

Besonderheiten: Kernholz sehr dauerhaft, beständig gegen Pilz-und Insektenbefall, sehr gerbstoffhaltig, Holz verfärbt sich nach Berührung mit Eisen. Gut zu bearbeiten, gute Öberflächenbehandlung.

Buche (Rotbuche)

Buche

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 32-34

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,66

ErscheinungReifholzbaum, gelblichrot bis rötlichbraun, Markstrahlen gut sichtbar, im Radialschnitt als Spiegel, im Sehnenschnitt als feine Striche.

Eigenschaften: schwindet, reißt und arbeitet sehr stark, schwer, mittelhart, wenig elastisch, läßt sich gedämpft gut biegen.

Verwendung: Sitzmöbel, Treppen, Parkett/Diele, Sperrholz, Drechslerarbeiten, Maschinenbau, Küchenarbeitsplatten.

Besonderheiten: nicht witterungsfest, anfällig gegen Pilz- und Insektenbefall, läßt sich gut beizen und polieren.

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Brinellhärte

Mit dem so genannten Brinell-Verfahren wird die Härte eines Holzes bestimmt. Zu diesem Zweck wird eine 10 mm dicke Stahlkugel mit 500 N - das entspricht der Gewichtskraft von 50 kg - 15 Sekunden lang in das Holz gedrückt und 30 Sekunden festgehalten. Aus der Fläche des Eindrucks und der Druckkraft errechnet man mithilfe einer speziellen Formel die Brinellhärte. Ein höherer Wert entspricht einer höheren Härte.

Gemessen wird meist quer bzw. senkrecht zur Holzfaser, da die Parkettstäbe auch so verbaut werden. Bei Holzpflaster und Hirnholzboden werden die Klötze "stehend" verbaut. Die Druckfestigkeit in Faserrichtung ist höher als die Brinellhärte quer zur Faserrichtung.

Harthölzer weisen, wie der Name leicht andeutet, eine höhere Härte auf als weiche Nadelhölzer.

Esche

EscheBrinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 37-42

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,69

Erscheinung: Kernholzbaum, Splint breit und gelblichweiß, Kern erst bei älteren Bäumen sichtbar bräunlich abgesetzt, Faserverlauf oft wellig.

Eigenschaften: hart, schwer, zäh und biegsam, gute Stehvermögen, schwindet wenig.

Verwendung: Feines Möbel- und Furnierholz, Sportgeräte, Werkzeuge, Drechsler- und Bildhauerarbeiten.

Besonderheiten: gering witterungsfest, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, läßt sich gut bearbeiten und oberflächenbehandeln.

Kirsche

Kirsche

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: europäisch 29-31, amerikanisch (Black Cherry) 25

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,60

Erscheinung: Kernholzbaum, Splint rötlichweiß, Kern dunkler, oft grünstichig, stark nachdunkelnd, Jahresringe und Markstrahlen deutlich sichtbar. 

Eigenschaften: mäßig hart, mittelschwer, gutes Stehvermögen, schwindet wenig, elastisch, feinfaserig.

Verwendung: Möbelholz, Parkett, Furniere, Musikinstrumente.

Besonderheiten: wenig witterungsbeständig, anfällig gegen Pilz-und Insektenbefall, sehr gut zu bearbeiten, zu beizen und zu oberflächenbehanden.

Birke

BirkeBrinellhärte in N/mm2, circa-Wert: europäisch 22-27,  kanadisch (Yellow Birch) 34

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,62

Erscheinung: Splintholzbaum, Farbe gelblich bis rötlichweiß, Jahresringe sehr fein und schwer zu erkennen, im Längsschnitt unregelmäßiger, geflammter Faserverlauf, auffällige "Spiegel ".

Eigenschaften: mäßig schwer, relativ hart, zäh und ziemlich elastisch, gutes Stehvermögen, schwindet relativ wenig.

Verwendung: Möbel, Furniere, Tische und Stühle, Parkett/Diele, Drechsler- und Schnitzarbeiten.

Besonderheiten: nicht witterungsbeständig, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, sehr gut zu beizen und gute Oberflächenbehandlung möglich.

Kiefer

Kiefer

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 19-20

Rohdichte (in g/cm³ bei 15 % Holzfeuchte): 0,52

Erscheinung:  Kernholzbaum, Splint gelblichweiß, Kern ist dunkler und dunkelt stark nach. Spätholz gegen Frühholz deutlich abgegrenzt. Kleine Harzgänge erscheinen im Längsschnitt als feine Streifen.

Eigenschaften: mäßig hart, elastisch und sehr fest, mäßig leicht, gutes Stehvermögen, schwindet sehr wenig.

Verwendung:  Tischler- und Bautischlerarbeiten, Möbelholz, Fußböden, Sperrholz, Furniere.

Besonderheiten: Muß vor dem Beizen entharzt werden. Splintholz nicht beständig gegen Pilz-und Insektenbefall.Der Kern ist wesentlich beständiger.

Fichte

Fichte

Brinellhärte in N/mm2, circa-Wert: 12-15

Rohdichte (in g/cm³ bei 15% Holzfeuchte): 0,47

Erscheinung: Holz gelblichweiß bis bräunlich. Reifholzbaum, Kern unterscheidet sich farblich nicht vom Splint, ist jedoch glänzender. Wenige Harzgänge, die jedoch sehr harzreich sind.

Eigenschaften: mäßig leicht, weich bis mittelhart, elastisch und fest, arbeitet wenig, leicht zu bearbeiten, gut zu beizen, zu verleimen und zu imprägnieren.

Verwendung:  Tischler- und Bautischlerarbeiten, langsam gewachsenes Holz wird als Resonanzböden von Klavieren und Decken von Geigen benutzt, Industrieholz, z. B. für Kisten.

Besonderheiten: das Holz ist bedingt witterungsbeständig, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, Astquerschnitte in der Regel oval, vorhandene Harzgallen müssen ausgebohrt werden.

Als „Massivholzmöbel“ beziehungsweise „Vollholzmöbel“ dürfen Hersteller beziehungsweise Händler ihre Produkte nur dann bezeichnen, wenn diese gemäß der Norm DIN 68871 – außer Rückwände, Böden, Schienen und Schubladen – aus einer massiven Holzart gebaut sind. Furniere, Massivholzfurnier oder Sperrholz sind kein Massivholz.

Auch der Begriff „Echtholz“ ist nicht geschützt, weshalb beim Kauf Vorsicht geboten ist.

Aufgrund der strengen Regelungen für Massivholz sinkt das Risiko für Wohngifte sowohl beim Kauf als auch beim Eigenbau von Massivholzmöbeln deutlich. Wird auf ein wohngiftfreies Zuhause wert gelegt, muss jedoch sichergestellt sein, dass das Massivholz nicht chemisch mit Pestiziden behandelt wurde.

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2. Kauf oder Bau: Der Vergleich anhand von Beispielen

Massivholzmöbel lassen sich sowohl kaufen als auch selber bauen. Die größten Vorteile beim Kauf sind der damit verbundene Komfort und die Zeitersparnis. Beim Kauf kommt es zwar auch zu Zeitaufwand durch die Recherche nach dem idealen Möbelstück, insbesondere für Unerfahrene im Bereich Möbelbau ist der Eigenbau jedoch wesentlich aufwändiger. Schließlich braucht es neben einer durchdachten Bauanleitung hochwertige Materialien, Werkzeuge und Verbindungsteile.

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3. Marke Eigenbau ist nicht automatisch billiger

Auch preislich kann der Kauf vorteilhaft sein. Deutlich wird das am Beispiel von Schlafsystemen, weil ihr Bau relativ simpel ist. Wer möglichst günstig hochwertige Massivholzbetten kaufen möchte, hat in Onlineshops von Bettenfachhändlern gute Chancen auf attraktive Preise. Bereits ab 150 Euro sind die preiswertesten Ausführungen erhältlich. Selbst ein massives Doppelbett inklusive Schubkasten kann online für unter 1.200 Euro verfügbar sein.

Ein weiterer Pluspunkt auf der Seite des Kaufs geht an die Designvielfalt:

  • Insbesondere diejenigen, deren handwerkliche Fähigkeiten sich Grenzen halten, profitieren beim Kauf ihrer Massivholzmöbel von einer großen Vielfalt.
  • Ob filigrane Kopfteile mit zahlreichen Aussparungen, außergewöhnlich geformte Kufengestelle oder integrierte Stauraumlösungen: Bei einem gekauften Bett gibt es für jeden Einrichtungsstil etwas Passendes.

Soll es hingegen die Marke Eigenbau sein und ist generell ein schlichtes Design ohne Extras gewünscht, kann das Bett auch für Diejenigen mit weniger ausgeprägten Fähigkeiten ein machbares Projekt sein. Zum Teil werden in Baumärkten praktische Baukastensysteme angeboten, um aus wenigen Einzelteilen ein solides Bettgestell zu bauen. Ideal sind Systeme, die nicht verleimt, sondern mit Dübeln miteinander verbunden werden. Soll ein hochwertiges und stabiles Massivholzbett entstehen, sind Kosten zwischen 500 und 1.000 Euro realistisch.

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4. Was es zum selber Bauen braucht

Um am Beispiel Bett zu bleiben, soll anhand der folgenden Liste für ein Doppetbett beispielhaft deutlich werden, was für den Eigenbau eines Massivholzmöbelstücks notwendig sein kann:

  • 2 Bohlen 180 cm
  • 2 Bohlen 230 cm
  • 4 Bohlen 210 cm
  • Rahmenholz
  • Bohrmaschine
  • Holzspiralbohrer
  • Schrauben
  • Holzdübel
  • Hammer
  • Akkuschrauber

Vereinfachen lässt sich der Eigenbau mit Baukastensystemen, Bohrschablonen und einem Helfer. Zu zweit lassen sich die Bohlen wesentlich einfacher miteinander verbinden. Zudem können sich Heimwerkerinnen und Heimwerker das Massivholz im Holzfachhandel sowie in Baumärkten auf die gewünschten Maße sägen und schleifen lassen. Das spart einiges an Arbeit und Maschinen, verringert den Schmutz und senkt den Zeitaufwand.

Lust bekommen? Eine genaue Anleitung zum Selberbau eines Bettes findest du in folgendem Beitrag:

Beitrag: Bett selber bauen

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Ein Bett selber bauen: Anleitungen & Tipps für verschiedene Materialien und Bauformen

Zwar dient ein Bett vornehmlich dazu, dass man nachts darin liegt, um zu schlafen, aber deswegen soll es ja trotzdem nicht irgendein Bett sein. Man möchte sich schließlich auch darin besonders wohl und geborgen fühlen. Darum sollte das Bett zum eigenen Geschmack und dem Stil passen, den man zuhause gerne hat.

Ein Bett kann man in vielen Geschäften und selbst beim Discounter Aldi bekommen. Manchmal ist es jedoch so, dass die heute üblichen Standardmaße für Betten nicht in das eigene Schlafzimmer passen. Viele Betten-Modelle entsprechen auch nicht den eigenen individuellen Bedürfnissen oder man findet nur Modelle, die in der Anschaffung der gewünschten Form zu teuer wären.

Eine gute Alternative zum Kauf eines fertigen Bettes kann es sein, sich die Schlafstätte einfach selbst zu bauen. Der Gedanke daran muss einen gar nicht abschrecken, weil man meint, als Laie dafür nicht in der Lage zu sein. Wer die richtigen Materialien und das entsprechende Werkzeug verwendet, kann sich das passende Bett für die eigenen Bedürfnisse problemlos selbst bauen. Dafür kann man unterschiedliche Herangehensweisen wählen.

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5. Regale als einfache Testobjekte

Massivholzregale eignen sich durch den simplen Aufbau hervorragend als erste Projektarbeit. Der Materialaufwand ist überschaubar und die Montage relativ einfach. Zudem lassen sich Form, Größe und Optik nach persönlichen Vorlieben gestalten. Folgende Anleitung verrät praktische Tipps und gewährt einen verständlichen Einblick in eine durchdachte Vorgehensweise:

Unser Anleitung zum Regalbau:

Beitrag: Regal bauen

Regal bauen – Anleitung, Videos, Grundüberlegungen & Tipps

Regal bauen - keine Hexerei!Ein Regal zu bauen ist, wie unsere Anleitung zeigt, keine Hexerei. Um sich aber doppelte Arbeit zu sparen und von Anfang an mit geeigneten Materialien unter optimaler Ausnutzung des vorhandenen Platzes zu arbeiten, musst du einige Punkte berücksichtigen. Von daher lohnt es sich für dich, vor dem Gang in den Baumarkt einige Minuten in das Lesen dieser Hinweise zu investieren :-)

Nach einigen grundsätzlichen Überlegungen findest du unten eine Einkaufsliste und mehrere Anleitungen zum Regalbau. ► Regal für das Wohnzimmer ► Kinderregale ► Weinregal ► für Keller & Werkstatt ► ...

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6. Gestalterische Freiheit nach Kauf und Bau

Nach dem Aufbau lassen sich selbst gebaute sowie gekaufte Massivholzmöbel mit diversen Holzprodukten pflegen und farblich gestalten. Soll der positive Einfluss von Massivholz auf das Wohnklima nicht eingeschränkt werden, sind natürliche Holzpflegemittel wie Öl und Wachs ideal.

Holzöle dringen beispielsweise in das Holz ein, intensivieren die Holzfarbe und schützen die Oberflächen vor Schmutz und Feuchtigkeit, ohne sie vollständig zu versiegeln. Lacke hingegen hemmen die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften des Naturmaterials. Ein Kompromiss zwischen Lack und Ölen sind Lasuren. Beim Lasieren entsteht eine matte Optik, die durch Pigmente in der Wunschfarbe gestaltet werden kann. Die Holzmaserungen bleiben dabei erkennbar.

Die Unterschiede im Detail:

Holzschutz mit Öl, Lasur oder Lack

Holzschutz mit Öl, Lasur oder Lack

Gemeinsame Eigenschaften Holzöl und Holzlasur

  • Schützen das Holz vor Witterungseinflüssen, Sonnenstrahlen (UV-Strahlung) und Feuchtigkeit.
  • Verlängern die Lebensdauer des beanspruchten Holzes.
  • Lasuren und Öle sind beide transparent bzw. halb-transpartent.
  • Beide gibt es in unterschiedlichen Farbtönen.
  • Beide können für Echtholz eingesetzt werden.
  • Beide fördern die optische Hervorhebung der Holzmaserung.
  • Lasur und Öl können ohne großen Aufwand (reinigen und leicht anschleifen reicht aus) neu aufgetragen werden.
  • Beide sind in bestimmtem Rahmen offenporig und atmungsaktiv, das heißt feuchtigkeitsregulierend, Feuchtigkeit kann aus dem Holz entweichen.

Holzlasur: spezielle Eigenschaften

  • Lasuren haben sind in der Regel farbtongebend, aber auch transparent.
  • Lassen das Holz natürlicher und haptischer wirken.
  • Sogenannte Dünnschichtlasuren dringen tief in das Holz ein und schützen so das Holz bis in den Kern. Dünnschichtlasuren werden gerne für Zäune, Sichtschutz, Gartenhäuser, Hochbeete, Carports und Co. genommen.
  • Dickschichtlasuren hingegen bedecken das Holz mit einer lackähnlichen Schicht. Sie können sogar für maßhaltige Bauteile wie Fenster und Türen genommen werden.

Wichtig zu wissen: die meisten Holzlasuren sind nicht für einen Schutz von Holzböden (Holzfußboden im Haus oder Holzterrasse) geeignet. Für die dortigen Belastungen sind sie nicht konzipiert, denn sie werden eher „weich“ eingestellt, um Bewitterung und Co. zu trotzen. Bei mechanischer Beanspruchung (wie sie beim Fußboden vorkommt) wird die Schutzschicht schnell abgetragen. Nur wenige Holzlasuren sind auch auf mechanische Beanspruchung ausgelegt.

Holzöl: spezielle Eigenschaften

  • Holzöl schützt vor Vergrauung, frischt die Holzfarbe auf und ist lange haltbar.
  • Verleiht dem Holz neuen Glanz, es wird gerne genommen, um verwittertes Holz aufzufrischen.
  • Bildet einen aushärtenden Schutzfilm aus Naturharzen und Pigmenten, der auch trittfest ist.
  • Verhindert effektiv die Aufnahme von Feuchtigkeit durch das Holz.
  • Gut geeignet für Terrassendielen und zum Öl passende Holzmöbel bzw. Gartenmöbel.
  • Gut geeignet auch für Holz mit geriffelten Oberflächen.
  • Öl-behandelte Holzoberflächen bleiben angenehm glatt.
  • Jede Holzart hat ihre eigenen Ölvorlieben. Die Produktbeschreibung bzw. der Fachberater gibt Auskunft. Letzterer kann auch aus Erfahrung sagen, welches Öl bei der eigenen Holzsorte den gewünschten Farbeffekt hervorruft – hier gibt es zahlreiche Feinheiten und Unterschiede zu beachten.

Holzschutz mit Lack

  • Bildet eine Schutzschicht über dem Holz, das vor äußeren Einflüssen und Abnutzung schützt.
  • Lack ist in verschiedenen Farben erhältlich. Diese Buntlacke gibt es auch von seidenmatt bis hochglänzend.
  • Lässt in den meisten Fällen die Holzmaserung unter dem Lack verschwinden (Ausnahme: Klarlack).
  • Lack ist tendenziell aufwendiger zu erneuern, da die Tragschicht darunter intakt sein muss. Im Zweifel muss die alte Lackschicht weitgehend abgeschliffen werden, bevor ein Neuauftrag erfolgen kann.
  • Meist nicht für Fußböden oder Terrassendielen ausgelegt, die mechanische Beanspruchung würde den Lack schnell abtragen.

Welchen Lack soll ich wählen?

  • Maßhaltige Holzelemente wie Fenster und Türen brauchen einen robusten Schutz. Hier empfehlen sich lösemittelhaltige Kunstharzlacke.
  • Für tolerantere Holzmöbel werden gerne schnell trocknende, wasserbasierte Acryllacke genommen. Diese Lacke sind lösungsmittelarm und gelten schon als umweltfreundlich. Bei guter Qualität sind sie geruchs- und schadstoffarm.
  • Darüber hinaus gibt es spezielle, als gesundheitlich unbedenklich ausgewiesene Lacke. Diese kannst du sogar zum Lackieren von Kinderspielzeug nutzen.

Zudem musst du dich für einen Lack auf Öl-, Lösemittel- oder Wasserbasis entscheiden:

  • Lacke auf Ölbasis werden heute selten verwendet. Sie sind zwar leicht aufzutragen, aber sehr geruchsintensiv und brauchen zum Aushärten oft Wochen. Zwei bis drei Farbschichten reichen für eine Lackierung aus.
  • Lacke auf Wasserbasis trocknen schneller und riechen weniger. Besonders bei Weichhölzern heben diese Lacke in Form von Klarlack zudem die Maserung des Holzes hervor.
  • Lacke auf Lösungsmittelbasis trocknen sehr schnell und werden gerne dort verwendet, wo eine schnelle und haltbare Aushärtung erforderlich ist. Diese Lacke haften in der Regel besser als wasserbasierte Lacke, sind einfach zu handhaben und liefern gute Ergebnisse. Aber sie enthalten halt die Lösungsmittel ...

Schutz vor Bläuepilz

Fichte oder Tanne sind draußen vom Bläuepilz bedroht. Hiergegen gibt es speziellen Holzschutzgrund.

Umweltfreundlichkeit, Gesundheit

Egal ob Öl, Lack oder Lasur: wir empfehlen, vor allem im privaten Bereich immer nur umweltfreundliche und auf gesundheitliche Unbedenklichkeit getestet Produkte zu verwenden. Achte auf entsprechende Siegel und Testberichte.

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7. Bau oder Kauf: Wesentliche Vor- und Nachteile auf einen Blick

 

Vorteile

Nachteile

Massivholzmöbel kaufen

-Komfortabel

-Zeitersparnis

-Große Auswahl

-Designvielfalt

-Kein Schmutz durch Bau

-Teilweise nicht viel teurer

-Lieferung und Aufbau als Service möglich

-Teilweise teurer

-Eingeschränkte Individualisierung

Massivholzmöbel bauen

-Handwerkliches Projekt

-Individualisierbar

-Gestalterische Freiheit

-Teilweise günstiger

-Erfordert Werkzeug / Maschinen / Anleitung

-Material muss sorgfältig ausgewählt werden

-Aufwändig

-Zeitintensiv

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8. Ökologische Quellen bevorzugen

Der Begriff Massivholzmöbel ist leider nicht zu verwechseln mit ökologisch unbedenklich. Obwohl Massivholz weitestgehend wohngesund ist, kann die Herstellung dennoch nachteilig für das Ökosystem sein. Beispielsweise dann, wenn das Holz vom anderen Ende der Welt aus Raubbau in tropischen Regenwäldern stammt. Käuferinnen und Käufer, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt vorbeugen möchten, müssen sowohl beim Kauf fertiger Möbel als auch bei Bohlen sowie Brettern für den Eigenbau kritisch die Herkunft des Materials prüfen.

Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft in heimischen oder zumindest europäischen Wäldern ist ratsam. Folgende Labels dienen bei der Kaufentscheidung als Orientierung:

Mehr dazu:

Holz Zertifikate Siegel

Holz-Zertifikate

  • FSC-Siegel
    Das FSC-Siegel ist das nachhaltigste und strengste Siegel für die Waldwirtschaft, das es zurzeit gibt.
  • PEFC 
    Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung, entstanden aus einer Initiative der Holzwirtschaft. Nicht ganz so streng wie FSC.
  • Naturland
    Holzsiegel vergleichbar mit FSC für heimische Hölzer.
  • „Aus staatlichlich kontrollierter Forstwirtschaft“
    Fragwürdige Siegelqualität.
  • „Reines Plantagenholz“
    Plantagen werden auch oft dort angelegt, wo früher Urwälder standen. Fragwürdiges Siegel.

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9. Faktor Abwechslung

Bei regelmäßiger Pflege halten hochwertige und robust gebaute Massivholzmöbel ein Leben lang. Viele möchten gewisse Möbelstücke jedoch nicht über ihr gesamtes Dasein behalten, sondern wünschen sich regelmäßig Abwechslung. Ob sich der Zeit- und Arbeitsaufwand für das selber Bauen dennoch lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer Muße hat und sich einzigartiges Mobiliar erschaffen möchte, findet im Fachhandel sowie im Internet zahlreiche Bauanleitungen für die kreative Einrichtung.

Tipp: Massivholzmöbel lassen sich aufgrund ihrer Stabilität und Langlebigkeit gut gebraucht verkaufen. Sollte die Optik also eines Tages nicht mehr zum Einrichtungsstil passen, ist der Wiederverkauf sinnvoll. Auch Massivhölzer sind vielerorts gebraucht erhältlich, womit sich die Kosten für selbst gebaute Unikate zusätzlich senken lassen. Insbesondere Gebrauchsspuren verwandeln das Naturmaterial in einen außergewöhnlichen Blickfang.

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10. Ergänzungen und Fragen von Lesern

Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?

Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet.

 

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11. Weiterlesen

Massivholz – nachhaltig auch im Wohnbereich?

Das Thema Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren für viele in Deutschland Lebende zunehmend wichtig geworden. Von vielen Firmen aufgegriffen und doch nur als Greenwashing verwenden ist es kaum noch zu erkennen, wer sich tatsächlich nachhaltig verhält. Hinzu kommt, dass die Bandbreite an Möglichkeiten sein Leben nachhaltiger zu gestalten enorm ist. Dabei muss jeder für sich persönlich den richtigen Weg finden und schauen, wo möglichst viel Reduktion, mit dem möglichst kleinsten Einfluss auf den Alltag stattfinden kann.

Wie nachhaltig ist der Einsatz von Massivholz im Wohnbereich? ► Definition Nachhaltigkeit ► nachhaltiger Möbelbau ► nachhaltige Eigenschaften von Holz ► Massivholz-FAQ

Hier weiterlesen

Ausziehtisch aus Massivholz selber bauen

Eines der zentralsten Möbelstücke in den eigenen vier Wänden ist der Esstisch. Hier wird in Gesellschaft das Essen genossen, Gespräche geführt, spannende Spieleabende erlebt oder einfach nur ein Buch oder die Zeitung gelesen. Mit den breiten Einsatzzwecken sind auch die Ansprüche an das Möbelstück besonders hoch. Teller, Gläser, verschüttete Getränke und andere Dinge kommen in Kontakt mit dem Tisch und die Oberfläche muss einiges aushalten. Die Wahl des richtigen Tisches ist daher nicht immer einfach. Gerade wenn der Tisch auch für eine größere Anzahl von Gästen geeignet und deswegen ausziehbar konstruiert sein soll.

Warum den Ausziehtisch nicht selbst entwerfen und bauen? ► Holzwahl ► Auslegung des Ausziehmechanismus ► Vorbereitung der Bohlen ► Zusammenbau ► Pflege des Holzes ► Videoanleitungen

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