Hängendes Pflanzenregal mit Ketten selber bauen | DIY Anleitung

Dieser Artikel zeigt, wie ein hängendes Pflanzenregal mit Ketten sinnvoll geplant, sicher befestigt und dauerhaft genutzt werden – mit klarem Blick auf Traglast, Untergrund und Alltagstauglichkeit.

Hängendes Pflanzregal vor Fenster. Text: Hängendes Pflanzenregal selber bauen

Hängende Pflanzentöpfe und Regale als Raumlösung

Hängende Pflanzentöpfe haben sich still und leise von der dekorativen Randerscheinung zur ernstzunehmenden Raumlösung entwickelt. Der Grund ist simpel: Wohnraum ist kostbar, freie Flächen sind begrenzt, und gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Grün in den eigenen vier Wänden. Pflanzentopf-Halter setzen genau hier an. Sie nutzen den Raum dort, wo sonst wenig passiert – an Wänden und Decken – und schaffen so neue Ebenen für Pflanzen, ohne Stellfläche zu blockieren.

Vertikale Begrünung mit funktionalem Mehrwert
Vertikale Begrünung ist mehr als ein optischer Trick. Richtig umgesetzt, bringt sie Struktur in Räume, lenkt den Blick gezielt und kann sogar Nutzflächen ersetzen. Ein hängender Pflanzentopf nimmt keinen Platz auf dem Boden ein, stört keine Laufwege und bleibt dennoch präsent. Besonders in kleinen Wohnungen, schmalen Balkonen oder offenen Wohnküchen entfalten hängende Lösungen ihre Stärke. Pflanzen schweben im Raum, wirken leichter und integrieren sich harmonischer in das Gesamtbild.

Unterschied zwischen klassischer Pflanzenampel und hängendem Pflanzenregal
Im Alltag werden Begriffe oft vermischt, technisch und funktional gibt es jedoch klare Unterschiede. Eine klassische Pflanzenampel ist in der Regel für einen einzelnen Topf gedacht. Sie lebt von Leichtigkeit, Bewegung und Dekoration. Ein hängendes Pflanzenregal hingegen ist eine tragende Konstruktion. Es bietet Ablagefläche für mehrere Töpfe, verteilt Lasten gleichmäßig und übernimmt eine fast möbelartige Funktion. Während die Ampel vor allem schmückt, organisiert das Regal.

Überblick: Seil, Makramee, Kette, starre Konstruktionen
Die Bandbreite an Systemen ist groß. Seilbasierte Halter stehen für Flexibilität und Einfachheit. Makramee-Pflanzenhalter bringen Handwerk und Stil ins Spiel. Ketten- und Stahlseillösungen sind die Basis für größere, schwerere Konstruktionen wie hängende Regale. Starre Wandhalter schließlich setzen auf Klarheit, Stabilität und Dauerhaftigkeit. Welche Lösung sinnvoll ist, entscheidet weniger der Geschmack als vielmehr die geplante Last, der Montageort und der gewünschte Nutzungsgrad.


Du kannst Pflanzregale an Seilen (hier in der Abbildung) oder Ketten (siehe unten) aufhängen

Hängendes Pflanzenregal mit Ketten- oder Seilaufhängung

Das hängende Pflanzenregal ist die konsequent funktionale Weiterentwicklung des klassischen Pflanzentopf-Halters.

Aufbau
Ein solches Regal besteht aus einer stabilen Ablagefläche aus Holz, Metall oder einer Kombination aus beiden Materialien. Die Aufhängung erfolgt über zwei bis vier Ketten oder Stahlseile, die die Last gleichmäßig zur Decke oder zu tragenden Balken führen.

Vorteile
Der größte Vorteil liegt auf der Hand: mehrere Pflanzentöpfe auf einer Ebene. Dadurch entsteht Ordnung statt Einzelobjekten. Die gleichmäßige Lastverteilung sorgt für Stabilität und Sicherheit. Optisch wirken diese Regale sehr präsent und strukturierend – fast wie ein schwebendes Möbelstück.

Typische Einsatzorte
Hängende Pflanzenregale entfalten ihre Wirkung besonders

  • vor Fenstern, wo Licht und Pflanzen optimal zusammenspielen
  • über Kücheninseln, etwa für Kräuter
  • in Wintergärten, wo Tragfähigkeit und Fläche gefragt sind

Abgrenzung zur Pflanzenampel
Der Unterschied ist grundlegend: Eine Ampel ist Dekoration, ein Regal ist funktionale Ablagefläche. Wer mehrere Pflanzen sicher, geordnet und dauerhaft platzieren möchte, kommt an dieser Lösung kaum vorbei.

Unten stellen wir weitere Lösungen vor. Doch zunächst unsere: 

DIY-Anleitung: Hängendes Pflanzenregal mit Ketten

Ein hängendes Pflanzenregal mit Ketten ist ein echtes Statement: ordentlich, funktional und gleichzeitig sehr wohnlich. Mit Ketten bekommst du eine robuste, langlebige Aufhängung, die auch bei mehreren Töpfen ruhig hängt und sich gut nachjustieren lässt. Entscheidend sind zwei Dinge: saubere Lastplanung und eine Befestigung, die zum Untergrund passt.

Materialliste

Die Liste ist bewusst praxisorientiert. Du kannst das Regal schlicht halten oder optisch aufwerten – statisch zählt vor allem die Tragfähigkeit.

Regal / Ablage

  • Regalbrett (z. B. 18–28 mm stark)
    • Holzarten: Fichte/Kiefer (günstig), Buche/Eiche (stabil, schwer), Multiplex (sehr formstabil)
    • Beispielmaß: 80–120 cm lang, 18–25 cm tief
  • Optional: 1× Metallrahmen oder Holzrahmen (für mehr Steifigkeit, wenn das Brett lang ist)
  • Oberflächenfinish: Öl/Lack (Innen), Lasur/Wetterschutz (Außen)

Ketten & Verbindung

  • 2× oder 4× Kette (gibt es in jedem guten Baumarkt, Material je nach Bauweise)
    • Für ein ruhiges, verdreharmes Regal: 4-Punkt-Aufhängung (empfohlen)
  • 2× oder 4× Karabiner (Traglast beachten)
  • 2× oder 4× Schnellglieder/Schäkel (optional, aber sehr praktisch)
  • Schraubösen oder Ringschrauben fürs Regalbrett (je Ecke)

Deckenbefestigung

  • 2× oder 4× Deckenhaken/Ringschrauben (je nach Aufhängung)
  • Passende Dübel (immer zum Untergrund passend!)
  • Unterlegscheiben (je nach System)

Werkzeug

  • Bohrmaschine + Bohrer passend zu Dübel/Untergrund
  • Schraubendreher/Bit-Set oder Ratsche
  • Wasserwaage (wichtig für die Feinjustierung)
  • Maßband, Bleistift
  • Optional: Leitungsfinder (bei Decken sehr empfehlenswert)
  • Optional: Schleifpapier / Schleifer für saubere Kanten

Sicherheits-Hinweis

Bei Deckenmontage gilt: Wenn du beim Untergrund unsicher bist (Altbau-Decke, Hohlräume, Gipskarton), ist Zurückhaltung sinnvoll. Ein Regal mit mehreren Töpfen ist keine leichte Deko.

Traglast und sichere Befestigung

Wer ein hängendes Pflanzregal montiert, bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen Gestaltung und Statik. Bei hängenden Regalen gilt das umso mehr. Was leicht und schwebend aussieht, bringt schnell erstaunliche Gewichte zusammen. Eine saubere Planung ist keine übertriebene Vorsicht, sondern die Grundlage für Sicherheit und Dauerhaftigkeit.

Gewicht richtig kalkulieren

Fehler entstehen nicht bei der Montage, sondern schon bei der Einschätzung des Gewichts. Pflanzen verändern ihr Gewicht – und zwar nach oben.

Was zählt zur Last?

  • Topf: Material und Größe (Keramik ist deutlich schwerer als Kunststoff)
  • Pflanze: meist unterschätzt, vor allem bei kräftigem Blattwerk
  • feuchte Erde: nasse Erde wiegt spürbar mehr als trockene
  • Wasserreserve: Staunässe oder Wasserspeicher erhöhen das Gewicht zusätzlich

Bei Regalen kommt hinzu:

  • Summe aller Töpfe zählt, nicht der schwerste Einzelne
  • Eigengewicht des Regals (Holz, Metallrahmen, Verschraubungen)

Praxisregel für hängende Pflanzenregale

Gesamtlast × 1,5 Sicherheitsfaktor

Diese Faustregel ist konservativ, aber sinnvoll. Sie berücksichtigt dynamische Lasten, Materialermüdung und kleine Montageungenauigkeiten. Wer hier spart, spart am falschen Ende.

Beispiel-Lastberechnung vor Montage

1) Gewicht pro Topf grob einschätzen
Rechne realistisch, nicht optimistisch:

  • Topf (Keramik) häufig 1–3 kg
  • Erde (feucht) je nach Größe 1–6 kg
  • Pflanze 0,2–2 kg
  • Wasserreserve (nach dem Gießen) zusätzlich 0,5–2 kg

2) Alles addieren

  • Summe aller Töpfe
  • plus Eigengewicht des Regals (Brett + Ösen + ggf. Rahmen)

3) Sicherheitsfaktor anwenden
Praxisregel für hängende Regale:

Gesamtlast × 1,5

Beispiel (realistisch, nicht übertrieben):

  • 5 Töpfe à 3 kg (Topf+Erde+Pflanze im Mittel) = 15 kg
  • Regalbrett + Beschläge = 3 kg
  • Gesamt = 18 kg
  • Sicherheitslast = 18 × 1,5 = 27 kg

Damit wählst du Deckenhaken, Dübel, Ketten und Karabiner so, dass sie zusammen mindestens diese Last tragen können. Wichtig: Traglastangaben gelten oft nur bei idealen Bedingungen. Billige Karabiner ohne Kennzeichnung sind hier ein No-Go.

Befestigung für hängende Regale

Die beste Konstruktion nützt nichts, wenn der Untergrund nicht mitspielt. Der Montageort entscheidet über die Befestigung – nicht umgekehrt.

Betondecke

  • Geeignet sind Schwerlastanker oder geprüfte Ringschrauben
  • sehr hohe Tragfähigkeit
  • ideal für schwere Regale und mehrere Töpfe

Beton ist der verlässlichste Untergrund, er verzeiht auch kleine Planungsfehler.

    Holzbalken

    • Schlüsselschrauben oder Gewindestangen direkt ins tragende Holz
    • keine Dübel nötig
    • Lasten werden hervorragend aufgenommen

    Wichtig: Nur echte Balken tragen, nicht Verkleidungen oder Fehlböden.

      Gipskarton

      • nur zulässig bei Abhängung an Tragprofilen
      • reine Gipskartondecken sind für hängende Regale ungeeignet

      Auch hochwertige Hohlraumdübel ersetzen keine tragende Struktur. Hier ist Zurückhaltung angebracht – besonders bei Regalbauten.

        Ketten, Seile und Verbindungselemente

        Nicht nur der Dübel entscheidet über Sicherheit, sondern das gesamte System.

        Ketten

        • sehr hohe Tragfähigkeit
        • langlebig, formstabil
        • optisch eher industriell

        Ideal für schwere Regale oder bewusst robuste Gestaltung.

          Stahlseile

          • hohe Tragfähigkeit bei filigraner Optik
          • technisch, modern
          • benötigen saubere Klemmen und Endstücke

          Eine gute Wahl, wenn das Regal möglichst „schwebend“ wirken soll.

          Textil-Seil

          • Natürliche Optik
          • Verschleisst mit der Zeit

          Karabiner & Schäkel
          Diese unscheinbaren Teile sind enorm praktisch:

          • Höhenjustierung ohne Neu-Montage
          • einfaches Abnehmen des Regals für Pflege oder Umbau

          Wichtig: Nur Verbindungselemente mit klarer Traglastangabe verwenden.

            Schritt-für-Schritt-Aufhängung

            Die folgende Vorgehensweise ist für eine 4-Punkt-Aufhängung ausgelegt (stabiler, kippt weniger). Eine 2-Punkt-Aufhängung ist möglich, aber eher für kurze Regale und gleichmäßige Beladung.

            Vorbereitung: Regalbrett planen und vorbereiten

            1. Position festlegen:
              • Idealer Ort: vor Fenster (viel Licht) oder in einer Ecke mit guter Sicht
              • Achte auf: Türen, Fensterflügel, Laufwege, Kopfhöhe
            2. Brett schleifen und versiegeln:
              • Innen: Öl oder Lack
              • Außen: Wetterschutz (und rostfreie Beschläge)

            Ösen am Regal montieren

            3. Bohrpunkte markieren:

            • 4 Punkte, jeweils ca. 3–5 cm von den Ecken entfernt (nicht zu nah am Rand)
            1. Vorbohren (Holz):
              • verhindert Risse und sorgt für sauberen Sitz
            2. Schraubösen/Ringschrauben eindrehen
              • alle vier gleich ausrichten
              • bei schweren Lasten: lieber durchgesteckte Lösung mit Gegenplatte (sehr stabil)

            Deckenpunkte bestimmen

            6. Deckenpunkte anzeichnen:

            • Maß nehmen vom Regal (Ösen-Abstand) und auf die Decke übertragen
            • Ziel: Ketten sollen senkrecht nach oben laufen, nicht schräg
            1. Untergrund prüfen:
              • Beton/Ziegel: Dübel + Ringschraube/Schwerlasthaken
              • Holz: direkt in Balken (ohne Dübel)
              • Gipskarton: nur mit tragfähiger Unterkonstruktion (sonst abbrechen)

            Deckenhaken setzen

            8. Bohren (passender Bohrer, passende Tiefe)
            9. Dübel setzen (bei Beton/Ziegel)
            10. Deckenhaken/Ringschrauben eindrehen
            - fest, bündig, sauber
            - keine wackelige Montage akzeptieren

            Ketten einhängen und Regal aufhängen

            11. Ketten vorbereiten:
            - grob gleiche Länge zuschneiden/ablängen
            - oben: Kette an Deckenhaken (mit Karabiner oder direkt)
            12. Regal einhängen:
            - ideal zu zweit: eine Person hält, die andere hängt ein
            - unten: Kette mit Karabiner in die Regalösen einhängen
            13. Erster Waagetest (ohne Pflanzen):
            - Regal grob waagerecht ausrichten
            - leicht rütteln: nichts darf knarzen oder sich lösen

            Beladen und Belastungstest

            14. Beladung schrittweise:
            - erst 1–2 Töpfe, dann restliche
            - dabei immer wieder kontrollieren, ob das Regal waagerecht bleibt
            15. Endkontrolle:
            - Deckenpunkte, Karabiner, Ösen prüfen
            - nach 24 Stunden erneut prüfen (Setzverhalten)

            Feinjustierung der Höhe

            Hier trennt sich „hängt irgendwie“ von „sitzt sauber“.

            Option A: Justierung über Karabiner und Kettenglieder (empfohlen)

            • Höhe lässt sich durch Umhängen in ein anderes Kettenglied fein anpassen
            • Vorteil: schnell, stabil, jederzeit reversibel

            Option B: Schnellglieder/Schäkel als „Wartungspunkt“

            • Regal kann zum Umstellen der Pflanzen einfach abgehängt werden
            • Vorteil: sehr praktikabel, besonders bei Küchenkräutern oder häufiger Pflege

            Option C: Kettenlänge gleichmäßig einstellen

            • Ziel: Regal waagerecht (Wasserwaage quer und längs)
            • Bei 4-Punkt-Aufhängung:
              • erst die Vorderkante ausrichten
              • dann die Hinterkante
              • kleine Unterschiede wirken optisch sofort schief

            Praxis-Tipp

            Wenn das Regal trotz gleicher Kettenlängen schief hängt, liegt es oft an:

            • ungenau übertragenen Deckenpunkten
            • leicht verdrehten Ösen im Brett
            • ungleichmäßiger Beladung (schwere Töpfe immer eher nach innen)

            Beispiel-Videoanleitung DIY-Anleitung hängendes Regal mit Seilen

            Video:DIY PFLANZENREGAL zum NACHBAUEN

            Länge: 10 Minuten

            Youtube-Video

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            Geeignete Pflanzen für hängende Regale

            Ein Regal eröffnet neue Möglichkeiten – aber nicht jede Pflanze ist dafür geeignet. Gewicht, Wuchsform und Pflegebedarf spielen zusammen.

            Pflanzen für Regalbau (stehend im Topf)

            Für die obere Ebene eignen sich besonders:

            • kleine Grünpflanzen mit kompakter Form
            • Kräuter wie Basilikum, Minze oder Rosmarin
            • kompakte Sukkulenten, die wenig Pflege benötigen

            Sie stehen ruhig, wachsen kontrolliert und bringen Ordnung ins Gesamtbild.

            Kombinierte Optik: stehend + hängend

            Besonders reizvoll wird ein hängendes Regal durch die Kombination verschiedener Wuchsformen.

            • vordere Kante: hängende Pflanzen wie Efeutute oder Philodendron
            • hintere Reihe: aufrecht wachsende Pflanzen oder Kräuter

            So entsteht Tiefe, ohne dass das Regal überladen wirkt. Gleichzeitig bleibt jede Pflanze gut erreichbar.

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            Schnell ist das Malheur passiert

            Gießen und Tropfwasser

            Ein oft unterschätzter Punkt – und eine der häufigsten Fehlerquellen.

            • geschlossene Übertöpfe sind im Innenraum Pflicht
            • Untersetzer allein reichen bei hängenden Konstruktionen oft nicht aus
            • Tropfschutz ist zwingend, besonders über Möbeln oder Böden

            Wer hier sauber arbeitet, erspart sich langfristig Ärger, Flecken und Schäden.

             

            Tipps & Tricks aus der Praxis

            Ein hängendes Pflanzenregal wirkt nur dann ruhig und hochwertig, wenn es nicht nur gut gebaut, sondern auch durchdacht genutzt wird. Die folgenden Hinweise stammen aus der Praxis – aus Situationen, die man erst bemerkt, wenn das Regal hängt und der Alltag beginnt.

            Regal waagerecht ausrichten (Wasserwaage!)
            Das klingt banal, ist aber entscheidend. Schon wenige Millimeter Abweichung reichen aus, damit ein Regal „unruhig“ wirkt.

            • Lege die Wasserwaage längs und quer auf das Regal.
            • Justiere immer in kleinen Schritten über Karabiner oder Kettenglieder.
            • Nach dem ersten Gießen erneut prüfen – feuchte Erde verändert die Lastverteilung leicht.

            Ein sauber ausgerichtetes Regal signalisiert Ordnung und Sorgfalt. Ein schiefes Regal fällt dagegen sofort ins Auge, selbst wenn niemand sagen kann, warum.

            Last gleichmäßig verteilen
            Ein häufiger Fehler ist die optische, nicht die statische Logik. Große Pflanzen wirken hinten „aufgeräumt“, schwere Töpfe gehören aber eher:

            • nah an die Aufhängungspunkte,
            • möglichst symmetrisch verteilt.

            Sehr schwere Töpfe an den Enden erzeugen Hebelkräfte, die Ketten und Ösen unnötig belasten. Wenn du unterschiedliche Topfgrößen nutzt, gleiche das Gewicht bewusst aus – nicht nach Augenmaß, sondern nach Gefühl für Masse.

            Fensteröffnungen und Lichtverlauf berücksichtigen
            Ein hängendes Pflanzenregal vor dem Fenster ist attraktiv, aber nicht trivial. Prüfe vor der endgültigen Montage:

            • Öffnet sich das Fenster vollständig?
            • Streift der Fensterflügel beim Kippen das Regal oder die Pflanzen?
            • Wie verändert sich der Lichteinfall im Tagesverlauf?

            Pflanzen reagieren empfindlicher auf Licht als Möbel. Ein Regal, das morgens ideal beleuchtet ist, kann nachmittags im Schatten liegen – oder umgekehrt. Beobachte den Raum, bevor du dich festlegst.

            Reinigung und Pflanzenpflege einplanen
            Ein gut geplantes Regal berücksichtigt nicht nur den Aufbau, sondern auch den Betrieb. Frage dich ehrlich:

            • Kommst du mit beiden Händen an alle Pflanzen?
            • Lassen sich einzelne Töpfe leicht herausnehmen?
            • Kannst du das Regal bei Bedarf aushängen oder absenken?

            Staub auf Blättern, Erde auf dem Regal, Kalkränder an Übertöpfen – all das gehört zum Alltag. Wenn Pflege kompliziert wird, wird sie seltener gemacht. Und das sieht man den Pflanzen an.

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            Varianten von Pflanzentopf-Haltern und Hängekonstruktionen

            Nicht jeder Pflanzentopf-Halter hängend erfüllt dieselbe Aufgabe. Konstruktion, Material und Aufhängung bestimmen, ob eine Lösung eher dekorativ, funktional oder tragend ist. Ein genauer Blick auf die Varianten hilft, Fehlkäufe und spätere Umbauten zu vermeiden.

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            Seilbasierte Pflanzentopf-Halter

            Seilhalter sind der Klassiker unter den hängenden Lösungen. Sie bestehen meist aus mehreren Seilsträngen, die einen einzelnen Topf tragen und an einem Punkt zusammenlaufen.

            • Einzelaufhängung für einen Topf
              Diese Variante ist klar auf einen Pflanzentopf ausgelegt. Das macht sie übersichtlich und einfach handhabbar. Besonders für hängende Pflanzen mit weichem Wuchs ist diese Form ideal.
            • Flexible Längenanpassung
              Ein großer Vorteil von Seillösungen liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit. Knoten lassen sich versetzen, Seile kürzen oder verlängern. Das erlaubt es, Höhe und Wirkung auch nach der Montage noch zu verändern – ein echter Pluspunkt im Alltag.
            • Ideal für leichte Pflanzen
              Seilbasierte Pflanzentopf-Halter hängend sind für leichte bis maximal mittelschwere Töpfe gedacht. Ton- oder schwere Keramikgefäße bringen diese Systeme schnell an ihre Grenzen. Hier gilt: lieber konservativ planen als später nachrüsten.

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            Makramee-Pflanzenhalter

            Makramee ist die dekorative Spielart unter den hängenden Pflanzentöpfen. Die Konstruktion lebt von Knoten, Textur und handwerklichem Charakter.

            Dekorativer Fokus
            Makramee-Halter sind sichtbar und wollen gesehen werden. Sie passen gut in Wohnräume mit natürlichen Materialien, hellen Farben und ruhiger Einrichtung. Wer Minimalismus sucht, wird sie als zu verspielt empfinden – wer Atmosphäre mag, als Bereicherung.

            Geeignet für einzelne, leichte bis mittlere Töpfe
            Auch Makramee ist in der Regel für Einzelaufhängungen konzipiert. Hochwertig geknüpfte Modelle tragen durchaus mittlere Lasten, stoßen aber bei sehr schweren Töpfen an Grenzen.

            Weniger geeignet für Mehrfachlasten
            Mehrere Töpfe an einem Makramee-System sind konstruktiv ungünstig. Die Last verteilt sich ungleichmäßig, die Knoten werden punktuell belastet. Für solche Zwecke sind andere Systeme klar im Vorteil.

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            Starre Wandhalter und Metallrahmen

            Starre Halter sind die nüchternste, aber oft zuverlässigste Variante.

            • Fixe Montage
              Einmal montiert, bleibt der Halter an Ort und Stelle. Das erfordert Planung, zahlt sich aber durch Stabilität aus.
            • Hohe Traglast
              Metallhalter und Rahmen tragen deutlich mehr Gewicht als textile Systeme. Für schwere Töpfe oder dauerhaft feuchte Erde sind sie oft die bessere Wahl.
            • Geeignet für Außenbereiche
              Pulverbeschichtete oder verzinkte Modelle eignen sich für Balkon, Terrasse und Fassade. Sie sind wetterfest, langlebig und wartungsarm – funktional statt verspielt.

            Zusammenfassung

            Hängende Pflanzentöpfe und -Regale sind mehr als ein Trend. Sie sind eine funktionale Antwort auf begrenzten Raum – vorausgesetzt, sie werden sinnvoll eingesetzt.

            Wann eine Pflanzenampel sinnvoll ist

            • für einzelne, leichte Pflanzen,
            • wenn der dekorative Effekt im Vordergrund steht,
            • bei wenig Platz und minimalem Montageaufwand.

            Die Pflanzenampel ist flexibel, schnell montiert und visuell leicht. Sie trägt jedoch nur begrenzte Lasten und bleibt immer ein Einzelobjekt.

            Wann ein hängendes Pflanzenregal die bessere Wahl ist

            • wenn mehrere Pflanzen auf einer Ebene stehen sollen,
            • bei Wunsch nach Ordnung, Struktur und Klarheit,
            • in Küche, Essbereich, Wintergarten oder vor großen Fenstern.

            Ein hängendes Pflanzenregal ist kein reines Deko-Element. Es ist Ablagefläche, Gestaltungselement und Tragkonstruktion zugleich. Richtig geplant, wirkt es ruhig, wertig und dauerhaft.

            Sicherheit und Tragfähigkeit als oberste Priorität
            Egal ob Seil, Kette oder Metall:

            • Tragfähigkeit schlägt Optik.
            • Der Untergrund entscheidet über die Befestigung.
            • Sicherheitsfaktoren sind keine Übervorsicht, sondern Standard.

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            FunFacts rund ums hängende Pflanzregal

            1. Feuchte Blumenerde kann bis zu 60 % schwerer sein als trockene.
            2. Eine handelsübliche 6-mm-Kette aus Stahl trägt theoretisch über 200 kg – der Dübel ist fast immer der Schwachpunkt.
            3. Zimmerpflanzen wurden bereits im alten Rom in hängenden Gefäßen kultiviert, um Marmorböden zu schützen.
            4. Makramee war in den 1970er-Jahren so populär, dass es zeitweise in Bauhaus-Katalogen geführt wurde.
            5. Die häufigste Ursache für herabfallende Pflanzenregale ist nicht Materialbruch, sondern falsch gewählter Untergrund für die Aufhängung.
            6. Hängende Pflanzen vor Fenstern können den sommerlichen Wärmeeintrag messbar reduzieren.
            7. Karabiner wurden ursprünglich für den Bergsport entwickelt – ihre Sicherheitsreserven sind für Wohnräume meist extrem hoch.

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            Zwar dient ein Bett vornehmlich dazu, dass man nachts darin liegt, um zu schlafen, aber deswegen soll es ja trotzdem nicht irgendein Bett sein. Man möchte sich schließlich auch darin besonders wohl und geborgen fühlen. Darum sollte das Bett zum eigenen Geschmack und dem Stil passen, den man zuhause gerne hat.

            Ein Bett kann man in vielen Geschäften und selbst beim Discounter Aldi bekommen. Manchmal ist es jedoch so, dass die heute üblichen Standardmaße für Betten nicht in das eigene Schlafzimmer passen. Viele Betten-Modelle entsprechen auch nicht den eigenen individuellen Bedürfnissen oder man findet nur Modelle, die in der Anschaffung der gewünschten Form zu teuer wären.

            Eine gute Alternative zum Kauf eines fertigen Bettes kann es sein, sich die Schlafstätte einfach selbst zu bauen. Der Gedanke daran muss einen gar nicht abschrecken, weil man meint, als Laie dafür nicht in der Lage zu sein. Wer die richtigen Materialien und das entsprechende Werkzeug verwendet, kann sich das passende Bett für die eigenen Bedürfnisse problemlos selbst bauen. Dafür kann man unterschiedliche Herangehensweisen wählen.

            Hier weiterlesen: Bett selber bauen


            Holzflächen richtig schleifen

            Das Schleifen eines Holzbrettes

            Holzflächen schleifen – Anleitung, Körnungen & Profi-Tipps

            Holz zu schleifen ist eine Arbeit zwischen Geduld und Konsequenz. Wer glaubt, dass ein paar Striche mit dem Schleifpapier reichen, erlebt oft sein raues Wunder. Der Weg zu einer ebenen, sauberen Fläche führt über drei Etappen, über Staubwolken, leise Zweifel und das leise Summen der Maschine. Der Lohn: Holz, das sich seidig anfühlt, das Öl oder Lack annimmt wie durstiges Papier und das für Jahre Freude macht.

            Unser Artikel zeigt, wie du beim Schleifen unterschiedlicher Holzoberflächen richtig vorgehst. Mit vielen Profi-Tipps!

            Hier weiterlesen: Holzflächen richtig schleifen


            Flächen schleifen mit Bandschleifer

            Flächenschleifen mit dem Bandschleifer

            Flächen schleifen mit Bandschleifer – Tipps & Anleitung

            Ein Bandschleifer eignet sich hervorragend für das Schleifen einer Fläche. Allerdings gilt es, einige Punkte zu beherzigen, damit das Schleifergebnis zur Freude für Auge und Hand ausfällt. Wir haben viele Tipps für ein gutes Schleifergebnis zusammengestellt.

            Hier weiterlesen: Flächen schleifen mit Bandschleifer


            Anleitung: Zuschnitte mit der Handkreissäge

            Zuschnitt mit der Handkreissäge

             Anleitung: Zuschnitte mit der Handkreissäge

             Während die Stichsäge vor allem bei geschwungenen oder formgebenden Schnitten zur Anwendung kommt, ist die Handkreissäge das Mittel der Wahl, wenn es um präzise und absolut gerade Zuschnitte von Plattenmaterial geht. Für diese Präzision ist ein Führungsschienensystem unerlässlich. In Kombination mit der richtigen Handkreissäge und dem passenden Sägeblatt, erreichst du sowohl auf der Baustelle als auch als ambitionierter Heimwerker eine perfekte Schnittqualität in nahezu jedem Material.

            Hier weiterlesen: Anleitung: Zuschnitte mit der Handkreissäge


            Video & Anleitung: Einen Rahmen selber bauen

            Video Rahmen bauen

            So ein Rahmen lässt sich für viele Zwecke gebrauchen: als schmucker Bilderhalter, als Schlüsselkasten, Lampenfassung ... Das Grundprinzip beim Selberbau ist dabei stets das Gleiche. Das folgende Video zeigt, wie du einen stabilen und edlen Rahmen selber bauen kannst. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt, wie ein Poster-/Bilderrahmen auf einfache Weise selber gebaut werden kann.

            Länge: 15 Minuten

            Hier weiterlesen: Video & Anleitung: Einen Rahmen selber bauen


            Geschrieben von

            Peter Bödeker
            Peter Bödeker

            Peter arbeitet seit seinem Studium im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

            https://www.bauen-und-heimwerken.de

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