Hausbau Müll entsorgen

Hausbau Müll entsorgen: Tipps zur Vermeidung, günstig Entsorger nutzen

Wer schon einmal ein Haus gebaut oder renoviert hat, der weiß, dass dabei auch jede Menge Müll anfällt. Der Gedanke an die fachgerechte und zugleich kostengünstige und schnelle Entsorgung treibt dabei so manchen Bauherren die Sorgenfalten auf die Stirn. Doch grundsätzlich handelt es sich dabei um keine Raketenwissenschaft, wenn dabei ein paar grundsätzliche Aspekte beachtet werden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich immer, sich bei den örtlichen Spezialisten nach den unterschiedlichen Möglichkeiten zu erkundigen.

Alles rund um die Müllentsorgung beim Hausbau ► Müllvermeidung ► günstig entsorgen ► örtliche Entsorger nutzen.

Punkt 1

Welche Abfälle entstehen beim Hausbau und wie werden sie entsorgt?

Egal ob Neubau, Umbau oder Sanierung: Ohne Abfälle geht es nicht. Das Problem dabei ist, dass es sich dabei nicht um normalen Hausmüll handelt, sondern um Stoffe, die unterschiedlich entsorgt werden müssen. Das ist nicht nur aus Eigenverantwortung gegenüber der Umwelt wichtig, sondern zum Teil auch gesetzlich so geregelt. Wer sich nicht daran hält, muss je nach Vergehen mit hohen Bußgeldern und Strafen rechnen.

Welche Abfallarten genau entsorgt werden müssen, hängt vom jeweiligen Projekt ab. Grundsätzlich fallen jedoch die folgenden typischen Abfallarten bei vielen Neubauten oder Renovierungen an:

  • Erdreich/Bodenaushub: Zum Aushub im rechtlichen Sinn zählt Lehm, Sand, Tonboden und Wurzelwerk. Sollte der Verdacht bestehen, dass der Aushub durch andere Stoffe verunreinigt ist, müssen diese durch einen Gutachter festgestellt und getrennt entsorgt werden. Die einfachste Art der Entsorgung besteht in der Weiterverwendung des Materials. Der Rest wird von einem Containerdienst oder per LKW zur Deponie gebracht.
  • Bauschutt: Darunter sind mineralische Bauabfälle wie beispielsweise Beton, Ziegelsteine und Rigipsplatten zu verstehen. Grundsätzlich sollte der mineralische Schutt getrennt vom restlichen Baustellenabfall entsorgt werden. Dämmplatten, die nicht nach 2002 in der EU produziert wurden, müssen zwingend gesondert entsorgt werden.

Unsere ausführlichen Artikel dazu:

Beitrag: Bauschutt und Bauabfall entsorgen

Bauabfall entsorgen

Bauabfall entsorgen

Bauabfall entsorgen bei Altbausanierung und Renovierung

Ob nun die Sanierung eines Altbaus oder die Renovierung – Am Ende des komplexen Vorgangs werden verschiedenste Arten Bauabfall entstehen. Und das ist völlig verständlich, heutzutage werden ganz andere Baumaterialien eingesetzt, Techniken genutzt oder Stoffe verwendet, um Wohnraum zu einem Zuhause zu machen. Und je nach dem Zustand der Altbauimmobilie müssen nicht nur Altmöbel entsorgt und neue Tapeten angebracht werden, sondern auch größere komplexe Umbauten realisiert. Kein Wunder, das da die Frage nach der Entsorgung der verschiedenen Abfälle entsteht. Denn auch im Fall einer Sanierung oder Renovierung des Altbaus müssen entstandene Abfälle sortenrein sortiert werden. Achtet man nicht darauf, kann es zu höheren Entsorgungsgebühren kommen, die es natürlich zu vermeiden gilt, schließlich ist die Sanierung häufig teuer genug.

Wir erläutern, wie Bauabfall richtig getrennt und entsorgt wird. ► Was ist Bauabfall? ► Was darf rein? ► Was kostet Bauabfall?

Beitrag: Was gehört zu Baumischabfall?

Baumischabfall – was ist das und was darf rein?

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Bei jeder größeren Renovierung fallen erhebliche Mengen Schutt an, die nicht mehr in der schwarzen Tonne beseitigt werden können bzw. dürfen. Bei der Entsorgung unterscheidet man zwischen Bauschutt und Baumischabfall. Wir zeigen, was in Baumischabfall mit und ohne Mineralik rein darf und wie sich bei der Entsorgung viel Geld sparen lässt.

  • Baustellenabfall: Dazu zählen beispielsweise Kabelreste, Plastikverpackungen und Gipsreste. Die meisten dieser Stoffe können auch problemlos über einen Containerdienst entsorgt werden.
  • Belastete und verunreinigte Stoffe: Zu dieser Gattung zählt Sondermüll wie beispielsweise Asbest. Der Fachbegriff hierfür lautet „gefährliche Abfälle“. Asbest muss staub- und luftdicht verpackt werden. Das ist beispielsweise in sogenannten „Big Bags“ mit entsprechender Kennzeichnung möglich.
    Weitere gefährliche Abfälle sind Farben und Lacke, Altöle, Batterien und Akkus sowie Leuchtstoffröhren und Energiesparleuchten. Diese Stoffe können bei einer Deponie abgegeben oder von einem darauf spezialisierten Dienstleister von der Baustelle abgeholt werden.

Siehe auch:

Beitrag: Wo Farbe entsorgen?

Wo Farbe entsorgen?

Farbutensilien entsorgen

Wo Farbe & Farbeimer entsorgen? So machst du es richtig

Wer in seiner Wohnung oder in seinen Geschäftsräumlichkeiten schon einmal selbst ausgemalt hat, der weiß, dass die Kalkulation der richtigen Menge an Farbe eine hohe Kunst ist, die sich nur durch jede Menge Routine vollständig erlernen lässt. Deswegen bleibt den meisten etwas Farbe übrig, die gemeinsam mit den leeren Eimern und dem verwendeten Malerwerkzeug entsorgt werden muss. Die Frage, die sich dabei stellt: Kann das in den Hausmüll oder handelt es sich bei den einzelnen Utensilien um Sondermüll?

  • Elektroschrott: Seit Mai 2019 gelten sehr viele Geräte als Elektromüll, und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Defekte Elektrogroßgeräte können aufgrund der Rücknahmepflicht bei den Händlern zurückgegeben werden. Ansonsten bieten die Kommunen Sammelstellen an, bei denen der Elektroschrott entsorgt werden kann.
  • Altmetalle: Dazu zählen beispielsweise Jalousien sowie diverse Bleche und Eisenbeschläge. Über den Sperrmüll darf das Altmetall nur in wenigen Gemeinden entsorgt werden. Manche Städte bieten dafür eine spezielle Altmetallsammlung an. Alternativ dazu kann das Altmetall beim örtlichen Wertstoffhof entsorgt werden.
  • Grünschnitt: Damit sind alle Pflanzen gemeint, die eventuell der Rodung zum Opfer fielen. Die Entsorgung dieser Reste im Wald ist illegal. Auch in diesem Fall übernehmen Containerdienste gerne den Abtransport oder der Grünschnitt wird selbst zum nächsten Wertstoff- oder Recyclinghof gebracht.

Beitrag: 6 Möglichkeiten, Grünschnitt zu entsorgen

Wie Grünschnitt entsorgen?

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Wie kann ich Grünschnitt entsorgen? 6 Möglichkeiten für den Gartenabfall

Der Garten als Hort der Entspannung bedarf regelmäßiger Pflege. Wer die Flora ungebremst ihren Wachstumstrieben überlässt, wird in seiner Gartenfreiheit Jahr für Jahr eingeschränkt. Besonders kleine Gärten bedürfen des resoluten Rückschnittes, um Licht und Freiraum im Garten zu erhalten.

Am Ende steht dann stets die Frage: Wie soll ich Grünschnitt richtig entsorgen? Wir stellen 6 Möglichkeiten vor.

Punkt 2

Was kostet die Entsorgung und welche Einsparmöglichkeiten bieten sich an?

Die Kosten für die Entsorgung des Mülls, der beim Hausbau entsteht, ist von der Menge und den unterschiedlichen Stoffen abhängig. Bei gefährlichen Abfällen ist die Entsorgung wesentlich teurer als bei einem „sauberen“ Bodenaushub. Für einen Bauschuttcontainer mit einem Volumen von einem Kubikmeter kann je nach Deponie und Region mit Kosten von etwa 100 bis 150 Euro inklusive An- und Abfahrt kalkuliert werden. Bei einem großen Container mit sieben Kubikmeter erhöhen sich die Kosten auf rund 300 bis 400 Euro.

Gespart werden kann beispielsweise, indem die ungefähre Menge bereits im Vorfeld berechnet wird. Denn ein großer Container verursacht weniger Kosten als mehrere kleine Container, wenn er entsprechend gut befüllt ist.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch andere Einsparmöglichkeiten bei der Entsorgung des Mülls, der beim Hausbau entsteht. Grundsätzlich kann beispielsweise jeder Haushalt einmal pro Jahr die kostenlose Abholung von Sperrmüll anfordern. Der Abfall wird auf der Straße oder in einem Container gesammelt und zu einem vorher festgelegten Termin von einem Entsorgungsbetrieb abgeholt.

In den Sperrmüll dürfen dabei unter anderem Gegenstände wie Möbel aus Holz und Kunststoff, Teppiche und Kunststoffbodenbeläge ohne Klebereste, Matratzen, Federbetten sowie sperrige Gegenstände mit einem geringen Metallanteil. Nicht als Sperrmüll gelten hingegen neben Batterien und Elektrogeräten Mauerwerksreste, Holzböden, Dämmstoffe und Sanitärkeramik. Im Zweifelsfall reicht ein Anruf bei der Abfallwirtschafts- oder Umweltbehörde. Im Detail:

Beitrag: Sperrmüll – was wird abgeholt?

Sperrmüll – was wird abgeholt?

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Sperrmüll – was wird abgeholt? Plus 4 Geheimtipps

Es ist schon gut zu wissen, was der Sperrmüll mitnimmt und was nicht. Schließlich muss alles, was mühsam an die Straße gestellt und nicht mitgenommen wurde, auch wieder reingetragen werden. Hat im Haus oder Garten lange Zeit (bis zum Sperrmülltermin) unnütz die Sicht verschandelt.

Interessant: Müll muss manchmal nur ein wenig bearbeitet werden, um doch noch gratis abgeholt zu werden. Darum listen wir einmal auf, was beim Sperrmüll immer abgeholt wird, wo ein wenig Bearbeitung gefragt ist und was so gar nicht (mit-)geht. Plus 4 Geheimtipps.

Alternativ lässt sich ein Container bestellen. Anbieter finden sich online. Sucht man beispielsweise Sperrmüllentsorgung in Berlin, so kann man einfach bei Google "Sperrmüll Berlin" suchen.

Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium können kostenlos über die „gelbe Tonne“ oder den „gelben Sack“ entsorgt werden. Seit dem Jahr 2009 ist es dafür auch nicht mehr erforderlich, dass sich auf der Verpackung der „grüne Punkt“ befindet.

Beitrag: Das kann alles in den Gelben Sack

Gelber Sack Inhalt

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Gelber Sack Inhalt: dieser Abfall darf hinein

Allein Verbraucher in Deutschland verkonsumieren jährlich über 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfall (2017). Rechnerisch sind das  227 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner. Durch die Entsorgung über gelbe Säcke kann ein Anteil der Werkstoffe wiederverwertet werden. So sparen wir Rohstoffe und Energie. Wir erhalten Ökosysteme und setzen weniger Schadstoffe frei. Die Mülltrennung fördert also den Umweltschutz und zudem sparen Sie Platz in Ihrem Restmüllbehälter.

Doch was darf alles in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne rein? Wir klären auf.

Alternativ dazu gibt es in ausgewählten Städten Wertstofftonnen, in die zusätzlich auch noch alles, was aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterial gefertigt wurde, entsorgt werden kann. In manchen Städten können auch Altholz und Elektrogeräte über diese Tonne entsorgt werden. Ob das der Fall ist, ist auf der jeweiligen Webseite des Entsorgers oder bei der Abfallberatung vor Ort in Erfahrung zu bringen.

Selbstverständlich darf auch der Restmüll mit dem Müll aus dem Hausbau befüllt werden. Allerdings nur dann, wenn es keine Möglichkeit gibt, die entsprechenden Stoffe zu recyclen. Wirklich viel bleibt also nicht mehr übrig. Unter anderem dürfen defekte Glühbirnen sowie zerbrochenes Porzellan und Glas im Restmüll Container entsorgt werden. Bauschutt darf hingegen nur dann entsorgt werden, wenn die Menge so gering ist, dass die Fahrt zum nächsten Wertstoffhof keinen ökologischen Vorteil bringt.

Vor allem bei Altmetallen lohnt sich ein genauer Blick auf das Material. Im besten Fall lassen sich nämlich nicht nur die Entsorgungskosten sparen, sondern sogar zusätzliche Einnahmen erzielen. Altmetallhändler zahlen beispielsweise für Blei einen Kilopreis von rund einem Euro.

Punkt 3

Am günstigsten ist die Müllvermeidung

Die beste Möglichkeit, um Kosten für die Entsorgung zu sparen, ist die Vermeidung von Müll. In vielen Fällen entscheiden zwar die Hersteller darüber, dennoch lässt sich mit ein wenig Fantasie der anfallende Müll deutlich reduzieren.

  • Der Aushub kann beispielsweise dazu verwendet werden, die Terrasse aufzuschütten oder am hinteren Ende des Gartens einen kleinen Hügel aufzuschütten, der den Kindern später als Erlebnisspielplatz dienen kann.
  • Bei den Verpackungen ist manchmal etwas Fantasie erforderlich, um diese noch einem Verwendungszweck zuzuführen. Beispielsweise könnten damit aber noch die Fenster abgeklebt oder sie als Müllsäcke verwendet werden.
  • Schon beim Kauf sollte darauf geachtet werden, welchen Produkten der Vorzug gegeben wird. Auch hier ist es wieder entscheidend, bereits im Vorfeld eine ungefähre Kalkulation anzustellen, welche Menge vom jeweiligen Material benötigt wird. So können größere Gebinde gekauft werden, bei denen weniger Verpackung anfällt. Falls es vom gleichen Produkt die Wahl zwischen Mehrweg- und Einweggebinde gibt, sollte auf alle Fälle zur Mehrwegvariante gegriffen werden.
  • Farben sind manchmal statt in flüssiger Form in Pulverform erhältlich. Das spart nicht nur Muskelkraft beim Transport durch das geringere Gewicht, sondern darüber hinaus auch noch jede Menge Verpackungsmaterial ein.
  • Chemischer Sondermüll kann vermieden werden, indem bei Putzen und Wandfarben so weit wie möglich auf natürliche Materialien zugegriffen wird. Bei der Fassadendämmung gibt es hier mittlerweile auch die Möglichkeit zum Einsatz von ökologischen Stoffen wie beispielsweise Hanf.
  • Auch wenn damit kein Beliebtheitspreis zu gewinnen ist, sollten die Verpackungen nach Möglichkeit bei der Abholung beim Händler oder Hersteller zurückgelassen werden. Das könnte zumindest langfristig dazu führen, dass in der Branche ein Umdenkprozess in Gang gebracht wird.

Bei allen Spar- und Vermeidungsmaßnahmen ist es jedoch wichtig, die Natur als wertvollen Lebensraum zu erhalten. Das bedeutet, dass unter keine Umständen Material im Wald oder an abgelegenen Orten unauffällig entsorgt werden sollte. Und das nicht nur aufgrund der möglichen Strafen, sondern vor allem deshalb, um unseren Kindern und Enkelkindern einen sauberen Planeten zu hinterlassen.

Punkt 4

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