Fertighaus Kosten: Was kosten Fertighäuser heute?
Was kostet der Bau eines Fertighauses? Klare und eindeutige Zahlen können natürlich nicht gegeben werden, denn Fertighaus ist nicht gleich Fertighaus und ohne die individuellen Wünsche des Bauherrn zu kennen, ist diese Frage ohnehin nicht zu beantworten. Dennoch lassen sich freilich bestimmte Anhaltspunkte geben, die Pi mal Daumen zutreffen. Dieser Artikel schaut sich diese Kostenseite einmal an.

Eine kurze Frage vorab:
Welchen Fertigbauhaus-Typ bevorzugst du?
Zu welcher Variante des Fertighauses tendierst du?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
Schlüsselfertiges Fertighaus | 402 Stimmen |
Ausbauhaus | 159 Stimmen |
Bausatzhaus | 26 Stimmen |
1. Kostenfaktoren für Fertighäuser
Ein Fertighaus entscheidet sich in der Bauweise, der Bauform, der Grundfläche und den Besonderheiten, die in ihm stecken. Hinzu kommen die Arbeitsschritte, die von der Baufirma gewünscht und somit beauftragt werden. All dies sind Kostenfaktoren. Aber was gilt?
1.1. Wohnfläche
Kurzum: Ein Tiny House ist günstiger als ein 200-Quadratmeterhaus. Wobei es sogar bei diesem Vergleich keine Garantie gibt, denn ist das Tiny House bis ins letzte Fleckchen hochmodern und technologisiert, das Fertighaus aber ein Rohbau, so könnte gar der Rohbau günstiger sein. Trotzdem entscheidet die Wohnfläche in vielen Beziehungen über den Preis:
- Standardgrößen – wer sich bei den Fertighausherstellern umsieht, der wird immer auf Wohnflächen zwischen 120 – 180 Quadratmeter stoßen. Nach unten gibt es einige Ausreißer, nach oben ebenfalls. Das Standardhaus bewegt sich jedoch in diesem Rahmen und ist dementsprechend geplant. Was vorab geplant ist, ist günstiger.
- Flächenaufteilung – diesbezüglich gibt es bei angehenden Hausbesitzern teils Ärgernisse. Die Standardwohnfläche ist meist auf ein Schlafzimmer plus zwei bis drei Kinderzimmer aufgeteilt, hinzukommen Wohnzimmer, offene Küche und, sofern kein Keller vorhanden ist, Hauswirtschafts- und Technikraum. Nicht selten ist das Hauptschlafzimmer kleiner als die Kinderzimmer. Wer hier wieder Änderungen wünscht, der muss mit Mehrkosten rechnen.
1.2. Die Lage
Grundsätzlich ist die Lage für das Fertighaus an sich nicht von großem Interesse. Ein Fertighaus kann am Strand von Wangerooge stehen, aber auch auf einer bayerischen Alm. Dennoch ist die Lage für die Gesamtkosten entscheidend:
- Grundstück – während in einigen Gebieten Deutschlands Grundstücke beinahe nachgeschmissen werden, kosten sie in anderen Gegenden viel Geld. Für ein Fertighaus ist das Grundstück jedoch notwendig. Wer ein Komplettpaket wünscht, der zahlt somit auch direkt für das Fertighaus mehr.
- Bauordnung – wer einmal durch bayerische Landschaften fuhr, der hat bemerkt, dass dort kein offenkundiges Architektenhaus steht. Die Häuser sind zwar alle unterschiedlich, vereinen aber einen gewissen Stil. Dies ist auch in vielen Neubausiedlungen der Fall. Mitunter kann das Fertighaus somit teurer werden, weil Ansprüche beachtet werden müssen, die vom Plan aus nicht inbegriffen sind. Ein Beispiel: Der massive Holzbalkon, der in bayerischen Gebieten oft umlaufend ist. Die Errichtung dieses kostet etliche tausend Euro zusätzlich, doch ist der eine Vorschrift.
Achtung: Geringe Grundstückskosten in Landbereichen können sich an anderer Stelle rächen: Müssen erst aufwendig Glasfaser- und Kabelleitungen in der Straße und zum Haus verlegt werden, so fallen hierfür schnell hohe Kosten an. Ohne diese Installation ist das Arbeiten zu Hause jedoch wieder unmöglich.
Abbildung 2: Bei Fertighäusern kommt es auch auf die gewählte Ausstattung an. Bildquelle: @ Charles Deluvio / Unsplash.com
1.3. Ausstattung des Fertighauses
Ein Fertighaus kann in mehreren Baustufen übergeben werden. Letztendlich entscheidet jede Stufe über den Preis. Ein Ausbauhaus ist praktisch der Rohbau, der schon Leerschächte für die Elektrik hat. Ein schlüsselfertiges Haus kann, wenn es vertraglich geregelt ist, einzugsfertig sein. Grundsätzlich gilt bezüglich der Ausstattung:
- Basisausstattung – das ist die, die vom Hersteller schon eingeplant wurde. Sie ist die günstigste Variante, wobei sich die Ausstattung zumeist an den aktuellen Gegebenheiten orientiert. So sind meist ebenerdige Duschen vorhanden.
- Gehobene Ausstattung – bei der Bestellung des Fertighauses können Hausbesitzer aus einem Katalog wählen. Die jeweiligen Ausstattungsbestandteile sind in Kategorien eingeteilt, sodass ohne Aufpreis beispielsweise ein anderer Boden gewählt werden kann, sofern er in derselben Preislage wie der Katalogboden ist. Wer mehr möchte, der zahlt letztendlich mehr, wobei immer nur der Preisunterschied zwischen Planausstattung und Wunschausstattung gilt. Wenn der übliche Boden je Quadratmeter 15,00 Euro kostet, der Wunschboden aber 25,00 Euro, so wird je Quadratmeter 10,00 Euro mehr gerechnet.
- Besonderheiten – auch diese kosten extra. Das können Terrassentüren sein, die geschoben werden. Das können auch besondere Türbeschläge sein, mehr Steckdosen oder besondere Steckdosen. Wer beispielsweise in jeder Ecke vier statt zwei Steckdosen will und diese eventuell noch mit USB-Steckplätzen oder WLAN-Verbindungen wünscht, der zahlt mehr.
1.4. Durch Eigenleistung das Fertighaus günstiger gestalten?
Dies ist absolut möglich und bei Fertighäusern gibt es mehrere Stufen. Das Ausbauhaus ist allerdings nur und ausschließlich für diejenigen gedacht, die selbst über hervorragende handwerkliche Erfahrungen verfügen und Fachleute in der Familie oder im Freundeskreis haben. Gerade die Elektrik darf nur von Fachleuten verlegt werden, alles andere ist zu riskant. Trotzdem:
- Böden – selbst mit inkludierter Fußbodenheizung ist es möglich, die Böden selbst zu verlegen. Die heutigen Fußbodenheizungen sind quasi selbsterklärend, sodass nur ein Fachmann für den Anschluss und die Installation der jeweiligen Heizung benötigt wird. Estrich lässt sich mit ein wenig Geschick gießen, Klicklaminat, Klickvinyl oder auch Fliesen sind eigenständig zu verlegen.
- Wände – auch das Verputzen und spätere Streichen der Wände kann in Eigenregie erfolgen. Das spart wieder viel Geld.
Heizungsinstallation, Strom und Wasser sollten hingegen nur in Eigenregie erfolgen, wenn eine fachmännische Ausbildung vorhanden ist oder wenn es in der Familie oder im Freundeskreis einen Fachmann gibt. Wer hier einen Fehler macht, der zahlt im besten Fall doppelt, im schlimmsten Fall brennt das Haus nieder.
Details und Spartipps im folgenden Artikel:
Was kann ich beim Fertighaus selber machen?
Was kann ich beim Fertighaus selber machen?
Ja, auch beim Fertighaus kann ich selber mit anpacken und mit meiner "Muskelhypothek" die Baukosten senken. Wenn man handwerklich versiert ist und über viel freie Zeit verfügt, können bis zu 20 Prozent der Baukosten eingespart werden. Doch es gilt auf einige Punkte zu achten.
1.5. Rechner im Internet
Die besten Baukostenrechner im Internet
Mit den hier vorgestellten Baukostenrechnern lassen sich die Gesamtkosten für einen Hausbau (und ev. auch der Bepflanzung des Grundstücks) vorab abschätzen. Wir haben die Angebote an Baukostenrechnern getestet und stellen hier unsere drei Favoriten vor.
Vorteile
- Viele Auswahlmöglichkeiten
- Aktuelle Preisdaten aus 2022
➔ Hier geht es zum Hausbau Rechner von Josef Homm
Vorteile
- Grundstückskauf integriert
- Nebenkosten integriert
- Laufende Aktualisierung
- Verteilung der Baukosten auf Gewerke
- Freie Eingabe der Eigenleistung je Gewerk
Nachteile
- Regionale Preisunterschiede werden nicht berücksichtigt
➔ Hier geht es zum Argisol Baukostenrechner
Vorteile
- Einfach zu bedienen.
- Bei Grundstückspreisen werden automatisch regionale Preise für Notar und Grundbucheintrag berücksichtigt
- Mit Maklergebühren für Grundstück
- Kostensatz für Außenanlagen, Neben- und Anschlusskosten kann angepasst werden
Nachteile
- Die Abfrage Keller ja/nein fehlt
- Möbelkosten werden nicht berücksichtigt
➔ Hier geht es zum Sparkasse-Baukostenrechner
Beispielhaus Kostenrechner Hausbau
Vorteile
- Übersichtlich aufgebaut
- Kostensatz für Außenanlagen, Neben- und Anschlusskosten kann angepasst werden
- Mit Maklergebühren für Grundstück
- Bei Grundstückspreisen werden automatisch regionale Preise für Notar und Grundbucheintrag berücksichtigt
Nachteile
- Recht hohe Kostensprünge zwischen den Ausstattungsvarianten
- Keine regionalen Preisunterschiede bei Baukosten berücksichtigt
➔ Hier geht es zum Beispielhaus-Baukostenrechner
Kennst du einen anderen guten Baukosten-Rechner?
Kannst du einen guten Baukostenrechner ergänzen?
Danke für deinen Hinweis!
2. Leserumfrage zu den Fertighaus Kosten
Wie viel wird dein/euer Fertighaus am Ende (vermutlich) kosten?
Nur der reine Hauspreis:
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
über 300.000 € | 12 Stimmen |
250.000 – 300.000 € | 5 Stimmen |
175.000 – 200.000 € | 2 Stimmen |
Unter 100.000 € | 1 Stimme |
200.000 – 225.000 € | 1 Stimme |
225.000 – 250.000 € | 1 Stimme |
100.000 – 125.000 € | 0 Stimmen |
125.000 – 150.000 € | 0 Stimmen |
150.000 – 175.000 € | 0 Stimmen |
3. Fazit – nicht allein auf Katalogpreise achten
Fertighäuser sind von ihrer reinen Bauweise her günstiger als herkömmliche Häuser. Die Katalogpreise beziehen sich jedoch oft auf die Ausbaustufe und somit auf einen relativen Rohbau. Günstig baut der, der sich an den Katalog hält und keine Sonderwünsche einbringt. Wer vom Plan abweicht, der muss immer mit Mehrkosten rechnen. Wer Smart Home Elemente eingliedern möchte, der kann, je nach Elementen, durchaus mit 100.000 Euro zusätzlich rechnen.
4. Ergänzung oder Frage von dir?
Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?
Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet.
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Mascha fragt:
Hallo liebe Heimwerker,
wir haben ein Fertighaus aus Liapor im letzten Jahr gebaut. Quasi von Anfang an hatten wir Probleme mit Schimmel.
Zunächst im Bad, vornehmlich am Fenster. Wir lüften und heizen wirklich ganz normal. Dann auch in der Speisekammer, diese hat leider kein Fenster zum Lüften und natürlich auf keine Heizung.
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