Tropfender Hahn

Osmoseanlage für Trinkwasser einbauen – diese Punkte gilt es zu beachten

Zwar unterliegt das Leitungswasser in Deutschland regelmäßigen Kontrollen. Dennoch schwören immer mehr Menschen auf Osmoseanlagen zur Trinkwasseraufbereitung. Vor allem Eltern, die bei der Säuglingsernährung auf Nummer sicher gehen wollen, versprechen sich von den Filteranlagen, dass auch der letzte Rest an Schadstoffen aus dem Wasser herausgefiltert wird. Feinschmecker sind zudem überzeugt, dass mit Osmosewasser gekochte Speisen und auch Kaffee und Tee besser schmecken.

Doch was ist dran an dem Trend? Wir zeigen in diesem Artikel, wie eine Osmoseanlage funktioniert, was sie leisten kann und was man beim Kauf einer Osmoseanlage beachten muss. ► Was ist eine Osmoseanlage? ► Wie funktioniert sie? ► Worauf kommt es beim Kauf an? ► Einsatzzweck ► Filterung ► Leistung ► Wasserdruck

Punkt 1

1. Der perfekte Wasserfilter für unser Trinkwasser

Eine Osmoseanlage ist ein System zur physikalischen Wasseraufbereitung. Im korrekt aufbereiteten Osmosewasser sind keinerlei Pestizide, Medikamentenrückstände, organische Stoffe oder Bakterien mehr vorzufinden. Osmosewasser ist dann H2O in seiner reinsten Form. Das gefilterte Wasser eignet sich zum Kochen, Putzen, zum Gießen von Pflanzen oder in der Aquaristik.

Ob das Osmosewasser gut für die Gesundheit ist, darüber streiten sich die Experten. Manche halten es für gesundheitsfördernd, andere für schädlich.

1.1. Was ist eine Osmoseanlage?

Es gibt verschiedene Arten von Osmoseanlagen, die sich unter anderem in der Montage, den eingesetzten Filtern und der Filterleistung unterscheiden. Was ihnen alle gemeinsam ist: Sie arbeiten mit osmotischem Druck.

Was ist Osmose eigentlich? Unter Osmose versteht man den Fluss molekularer Teilchen durch eine teilweise durchlässige Trennschicht. Die Teilchen befinden sich in einer Flüssigkeit, in der Regel Wasser. Die Trennschicht ist so beschaffen, dass sie nur Teilchen einer bestimmten Größe hindurch lässt. Im Gegensatz zu den gelösten Stoffen können die Wassermoleküle die Trennschicht immer passieren. Diese halbdurchlässige Eigenschaft nennt man semipermeabel.

Video: Osmose erklärt

Länge: 4 Minuten

Punkt 2

2. Unterschied zwischen Osmose und Umkehrosmose

Eigentlich müsste man die sogenannten Osmoseanlagen korrekterweise Umkehrosmoseanlagen nennen. Der Begriff ist im Alltag jedoch zu sperrig, weshalb er sich nicht durchgesetzt hat. Wie Osmose funktioniert, haben wir oben schon geklärt. Wichtig ist, zu verstehen, dass Wasser nach der Osmose auf beiden Seiten der Membran die gleichen Eigenschaften aufweist.

Bei der Umkehrosmose wird ein technisches Verfahren eingesetzt, das die Wirkungsweise der Osmose umdreht. Das Wasser wird mithilfe von Druck durch die halbdurchlässige Membran gepresst. Der Druck ist höher als der „natürliche“ osmotische Druck: Deshalb erfolgt eine Anreicherung von Molekülen auf einer Seite der Membran – Salz, Schwermetalle und Verunreinigungen verschieben sich von einer Seite der Membran auf die andere.

Ein Druckunterschied zwischen den beiden Seiten der Membran sorgt dafür, dass sich das zu filternde Wasser nur in eine Richtung bewegen kann. Das so gefilterte, saubere Osmosewasser lässt sich nun nutzen, wohingegen das verschmutzte Wasser über den Abfluss abgeleitet wird.

Punkt 3

3. Funktionsweise der Osmoseanlage

Osmoseanlagen müssen mit einem Wasseranschluss verbunden werden. Mit einem Mindestdruck von 2 Bar wird das Leitungswasser durch die Membran gepresst und folglich gefiltert. Liegt der Druck der Wasserleitung unter 2 Bar, ist eine Pumpe erforderlich. Das verschmutzte Wasser fließt über einen weiteren Schlauch ab.

Einige Umkehrosmoseanlagen bei filterzentrale.com können z. B. über 95 Prozent der Verunreinigungen aus dem Wasser entfernen. Häufig sind Umkehrosmoseanlagen überdies mit Vorfiltern, Aktivkohlefiltern und Nachfiltern ausgestattet, die eine zusätzliche Filterwirkung ermöglichen.

Punkt 4

4. Was gibt es beim Kauf einer Osmoseanlage zu beachten?

Möchte man sich eine Osmoseanlage anschaffen, sollte man einige Punkte berücksichtigen, damit die Filteranlage zu den eigenen Anforderungen und Bedürfnissen passt.

Wir zeigen im Folgenden, worauf es ankommt.

4.1. Einsatzzweck

Fragen Sie sich zuerst, wo und wie Sie die Osmoseanlage einsetzen möchten. Zuhause oder unterwegs? Täglich oder nur ab und zu? Modelle mit Tank sind ortsflexibel einsetzbar und ermöglichen eine Speicherung des gefilterten Wassers. Anlagen ohne Tank filtern das Wasser immer frisch aus der Leitung. Jede Art bietet ihre Vor- und Nachteile.

4.2. Die Filterung

Wie effektiv eine Osmoseanlage das Wasser filtert, hängt in erster Linie davon ab, mit welchen und wie vielen Filtern sie ausgestattet ist. Während Modelle der unteren Preisklasse häufig nur zwei oder drei Filter haben, bieten hochpreisige Anlagen bis zu sieben Filter.

Diese drei Arten von Filtern gibt es:

  • Sedimentfilter: Sie beseitigen als Vorfilter grobe Schwebstoffe und Partikel wie Sand, Schlamm oder Rost.
  • Aktivkohlefilter: Sie entfernen Schadstoffe, Geruchs- und Geschmacksstoffe, Staub, Schwermetalle und organische Substanzen. Die Schadstoffe sammeln sich im Filter und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Umkehr-Osmose-Membranen: Diese Filter sorgen für den entscheidenden Reinigungsprozess in der Osmoseanlage und ermöglichen das Abscheiden von Schadstoffen auch im molekularen Bereich.

Punkt 5

5. Der Wasserdruck

Wie schon oben erwähnt, braucht es für den Betrieb einer Osmoseanlage einen Wasserdruck von mindestens 2 Bar. Einige Geräte benötigen sogar einen noch höheren Druck. Wenn die Hauswasserleitung diesen Druck aufbringen kann, genügt eine günstigere Osmoseanlage ohne Pumpenunterstützung. Erreicht die Hauswasserleitung den erforderlichen Druck nicht, ist ein Wasseraufbereiter mit Pumpe erforderlich.

Wasserdruck ermitteln

Wenn Sie keinen Manometer zur Ermittlung des Wasserdrucks zur Hand haben, können Sie ganz einfach den Wasserdruck mit einem Eimer und einer Stoppuhr ermitteln: Positionieren Sie einen 10-Liter-Eimer unter dem Wasserhahn und drehen Sie den Hahn voll auf. Hat das Befüllen des Eimers länger als 60 Sekunden gedauert, liegt der Wasserdruck unter 2 Bar. Betrug die Dauer 40 Sekunden, haben die Wasserleitungen einen Druck von etwa 3,5 Bar. Hat es ungefähr 25 Sekunden gedauert, beträgt der Druck rund 5 Bar.

5.1. Verhältnis von Filterwasser zu Abwasser

Ein wichtiger Wert für die Effizienz einer Osmoseanlage ist das Verhältnis zwischen Filterwasser und Abwasser. Bei hochwertigen Anlagen liegt das Verhältnis bei 1:1: Das bedeutet, dass für einen Liter reines Osmosewasser 2 Liter Leitungswasser erforderlich sind. Andere Osmoseanlagen haben oftmals eine recht schlechte Effizienz von 4:1. Das bedeutet, dass man bei diesen Anlagen einen sehr hohen Wasserverbrauch hat.

5.2. Zusätzliche Funktionen

Die Filter und Membranen eines Wasseraufbereiters verschmutzen mit der Zeit: Deshalb kann es praktisch sein, wenn das Gerät mit einer Selbstreinigungsfunktion ausgestattet ist. Ebenfalls vorteilhaft ist eine Vorrichtung zum einfachen Herausnehmen und Auswechseln der eingebauten Filter. Bei einigen Osmoseanlagen ist es zudem möglich, über einen Wasserhahn gefiltertes sowie ungefiltertes Wasser zu nutzen.

Punkt 6

6. Was gibt es beim Einbau einer Osmoseanlage zu beachten?

Osmoseanlagen mit Stecksystemen sind in der Regel recht unkompliziert zu montieren. Bei Modellen mit Schraubsystem gestaltet sich die Montage aufwendiger. Nutzer, die keinerlei Erfahrung mit Wasserkreisläufen haben, sollten die Montage am besten in professionelle Hände geben.

Möchten Sie die Osmoseanlage selbst installieren, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Vor der Montage müssen Sie die Wasserzufuhr unterbrechen.
  • Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie die Ventile mit Teflonband abdichten.
  • Die Schlauchverbindungen sind entweder Steck- oder Schraubsysteme. Entsprechend der Bedienungsanleitung müssen sie an den Wasseranschluss angeschlossen werden. Hierzu sollten Sie das empfohlene Werkzeug benutzen.
  • Nach dem Verbinden mit dem Wasseranschluss muss die neue Osmoseanlage für einige Minuten durchgespült werden.

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