frau kunst tapete 564Postertapete mit Frau - an solche Tapeten sollten sich Anfänger erst nach einigen Übungsrunden wagen

Nach den Vorarbeiten und der Auswahl der Tapeten kommen wir nun zum eigentlichen Tapezieren. Wo soll ich mit dem Tapezieren anfangen? Wie geht es dann weiter? Was ist der Doppelschnitt? Darf ich beim Tapezieren zwischendurch lüften usw. Wir klären Sie auf! Vorab ein Video von Youtube zum Tapezieren, welches das Grundvorgehen auch für Anfänger veranschaulicht:

Video: Tapezieren für Anfänger

 

Weiter geht es mit der Schritt für Schritt-Anleitung:

Vorab: Damit Tapeten optimal trocknen können, sollte beim Tapezieren eine Raumtemperatur zwischen 18 und 20 °C eingehalten werden. Bei zu hohen Temperaturen trocknen die Tapeten zu schnell und die Nähte platzen auf. Auch Zugluft, durch offene Fenster sollte vermieden werden, da die Gefahr besteht, dass sich die Tapeten vom Untergrund lösen.

Fenster sind deshalb während des Tapezierens geschlossen zu halten!

 
 

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Schritt 1: Tapetenlänge messen

Zuerst messen Sie die Höhe des Raumes. Zu dem ermittelten Maß addieren Sie 5 bis 10 cm Verschnitt, um später einen sauberen Abschluss an der Decke und dem Fußboden gewährleisten zu können.

Verarbeitungshinweise auf der Tapetenrolle

Um eine einwandfreie Verarbeitung der ausgewählten Tapeten zu gewährleisten, sollten Sie zunächst einmal die Verarbeitungshinweise des Herstellers berücksichtigen. Hinweise des Herstellers finden Sie in der Regel auf den Produktverpackungen.

Farbunterschiede ausschließen

Wenn Sie sich für farbige Tapeten entschieden haben, dann sollten Sie ärgerliche Farbdifferenzen ausschließen, indem Sie schon beim Kauf auf identische Fertigungsnummern auf der Rolle achten. Zusätzlich können Sie alle Rollen aufgefächert nebeneinanderlegen und auf Farbunterschied achten.

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Tapezier-Richtung - Wo mit dem tapezieren anfangen?

Fangen Sie das Tapezieren immer am Fenster an und arbeiten sie davon weg. So können Sie unschöne Schatteneffekte vermeiden.

Es gilt die Faustregel: Immer vom Licht weg tapezieren!

Die letzte Bahn kommt also in die dunkelste Zimmerecke.

Ausnahme: Wegen der Symmetrie sollte Sie bei bestimmten, auffälligen Mustertapeten in der Mitte der Wand beginnen. Dies kann auch bei Wandvorsprüngen gelten, da sie den Blickfang des Zimmers bilden können.

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Keine Ecke ist 100 prozentig verputzt worden, deshalb ist es sinnvoll bei jeder neuen Wand mit dem Lot eine vertikale Anlegelinie für die erste Bahn auf die Wand zu zeichnen.

Der Abstand zur Ecke sollte die Tapetenbreite minus 1-2 cm betragen, denn die Tapete sollte ein bisschen um die Ecke geklebt werden, um einen einwandfreien Übergang zwischen den Ecktapeten garantieren zu können.

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Schritt 2: Zuschneiden der Tapeten

Zum schnellen Zuschneiden der Tapetenbahnen empfehlen wir eine Markierung mit einem Klebestreifen auf dem Tapeziertisch. Alle Bahnen werden dann an der markierten Stelle Kante auf Kante geknickt und  dann mit dem Tapetenmesser oder der Schere abgeschnitten.

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Schritt 3: Einkleistern der Tapeten

Den bereits früher angesetzten Kleister tragen Sie üblicherweise auf der Rückseite der zugeschnittenen Tapetenbahnen satt, gleichmäßig und von der Mitte kommend zum Tapetenrand verteilend auf. Wichtig ist, dass auch der Rand genügend Kleister abbekommt, da sonst der Stoß nicht richtig klebt und deshalb immer zu sehen ist.

Nur in wenigen Ausnahmefällen wird der Kleister auf die zutapezierende Wand aufgetragen.

Achten Sie auf Verarbeitungshinweise auf dem Beipackzettel!

Video: So gelingt das Einkleistern

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Schritt 4: Zusammenlegen der Tapetenbahnen zum Einweichen

Jetzt legen Sie die Bahnen zum Weichen zusammen. An dem einen Ende der Tapete schlägt 1/3 der Bahn ein und am anderen Ende 2/3, sodass eine lange und eine kurze Einschlagseite entstehen.

Wichtig ist, dass die Ränder exakt übereinander liegen, damit die Kanten nicht austrocknen.

Weichen Sie nur so viele Bahnen ein, wie Sie innerhalb der empfohlenen Weichzeit verarbeiten können. Die üblichen Weichzeiten betragen 10 bis 15 Minuten.

Achten Sie auch hier auf genaue Angaben auf dem Beipackzettel!

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Schritt 5: Das Tapetenkleben

Nach der vorgeschriebenen Weichzeit nehmen Sie das kürzere Ende der zusammengelegten Tapetenbahn und falten es oben auf der Leiter auf. Daraufhin richten Sie die Bahn mit etwa 3 cm Überstand zur Decke an der Anlegelinie oder dem Tapetenrand der letzten Tapete aus.

Sitzt die Bahn richtig, dann streichen Sie mit einer weichen Bürste von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten die Tapete glatt.

Das untere Ende der Bahn auseinanderfalten und ebenso verfahren.

Entstehen Blasen oder entfernt sich die Tapetenkante von der Lotlinie, dann lösen Sie die Bahn noch einmal und richten sie neu aus.

Andrücken der Tapetenkanten

Damit die Tapetenränder richtig kleben und optisch nicht auffallen, müssen die Ränder mit einem konischen Nahtroller zusätzlich gut angedrückt werden. Um das empfindliche Reliefmuster bei Prägetapeten nicht zu schädigen, benutzen Sie in diesem Fall eine weiche Tapezierbürste oder eine Lammfellrolle.

Tipp: Wischen Sie den herausquellenden Kleister sofort ab!

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Schritt 6: Decke und Fußboden beschneiden

Um an den Fußleisten und Decken einen sauberen Abschluss zu erhalten, gibt es verschiedene Methoden:

1. Den Tapeten-Überstand gegen die scharfe Kante eines Tapezierlineals abreißen.

2. Der saubere Schnitt mit Hilfe eines Lineals und eines Cutter-Messsers.

3. Markieren der Schnittlinie mit Hilfe eines Scherenrückens oder eines Bleistiftes, die Tapete abziehen und entlang der Markierung mit der Schere beschneiden.

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Schritt 7: Ecken tapezieren

Die nächsten Bahnen auf Stoß an die vorherige anlegen, bis die nächste Ecke erreicht wird. Die letzte Bahn überlappt die nur um Ecke 1-2 cm, damit sich keine Falten bilden.

Auf der nächsten Wand beginne Sie wieder mit einer ausgeloteten Bahn, die bis in die Ecke hineinreicht.

Dünnere Tapeten können sich im Eckbereich ruhig überlappen. Falls sich Falten bilden, muss der nicht sichtbare Tapetenüberstand mehrmals eingeschnitten werden.

Doppelnahtschnitt

Bei dicken Tapeten müssen auch die Ecken aus optischen Gründen auf Stoß geklebt werden. Hierzu müssen beide Tapetenbahnen die Ecke einige Zentimeter überlappen, damit durch den sogenannten Doppelnahtschnitt beide Bahnen sauber auf Stoß kleben.

Mithilfe eines an einer Schiene geführten Cutter-Messers werden beide Bahnen im Überlappungsbereich gleichzeitig durchtrennt. Der Doppelnahtschnitt heißt also so, weil er mit einem Schnitt zwei übereinanderliegende Tapeten durchschneidet.

Wenn Sie nach dem Schnitt die Verschnittstreifen entfernen und die Tapetenränder mithilfe eines Nahtrollers andrücken, dann haben Sie eine saubere Stoß-auf-Stoß Verklebung.

Nochmal der Tipp: Fenster schließen
Durchzug behindert den gleichmäßigen Trocknungsprozess, sodass vermehrte Blasenbildung oder sogar das komplette Ablösen von ganzen Tapetenbahnen eintreten kann. Wenn Sie sich unangenehme Überraschungen ersparen wollen, ist es deshalb wichtig, dass beim Tapezieren alle Fenster geschlossen sind. Eine normale Raumtemperatur um die 20 C° sind für die Trocknung der Tapeten optimal.

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