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Tapezieren oder streichen? Es hängt (auch) vom Untergrund ab

Mit der Frage „tapezieren oder streichen?“ sind viele Leute beschäftigt, die eine neue Wohnung oder ein neues Haus beziehen. Die Antwort darauf ist nicht immer eindeutig und von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Neben allen objektiven Kriterien ist es darüber hinaus auch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks, welcher Variante der Vorzug gegeben wird. Wir haben das Thema ein wenig näher analysiert und versucht, die wichtigsten Fragen zu beantworten.

Punkt 1

1. Welche Vorteile bietet das Streichen?

Für das Streichen spricht vor allem,

  • dass es günstig ist,
  • dass es von nur einer Person durchgeführt werden kann,
  • dass das Tapezieren enftällt :-) und
  • dass man nie Ärger mit einer sich lösenden Tapete hat.
  • Wenn die Wände glatt und ohne Risse verputzt sind, kann mit der Arbeit des Streichens sofort begonnen werden.
  • Auf den Wänden lässt sich damit nicht nur eine bestimmte Farbe aufbringen, sondern durch Schwämme oder andere Streichtechniken zusätzlich auch noch unterschiedliche Effekte erzielen.

Beitrag: So funktioniert die Wischtechnik

So funktioniert die Wischtechnik

wischtechnik video u 564

Auch die Wischtechnik gehört zu den uralten Malertechniken zur dekorativen Gestaltung von Wänden. Es handelt sich dabei um eine sehr einfache Technik, die mit ein bisschen Übung von jedem Interessierten praktiziert werden kann.

Wie die Schwammtechnik (Tupftechnik) funktioniert

Wie die Schwammtechnik (Tupftechnik) funktioniert

schwammtechnik farben eimer h 564

Die Schwamm- bzw. Tupftechnik ist eine einfache Art seine Wände kreativ und individuell zu gestalten. Auch der handwerklich Ungeübte kann mit Hilfe dieser Technik nach kurzer Übungsphase seine eigenen Wände dekorative gestalten.

  • Die gestrichenen Wände können zusätzlich gleich oder zu einem späteren Zeitpunkt auch noch mit entsprechenden Wandtattoos verschönert werden.

Wie ein Wandtattoo funktioniert: die unkomplizierte Verzierung meiner Wand

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wandtattoo dalmatiner 400

Wer gerne seine Wand einzigartig und unkompliziert gestalten möchte, für den ist die Wahl eines Wandtattoos sicherlich eine sehr interessante Alternative. Mit wenigen, einfachen Handgriffen ist ohne viel Ausrüstung eine schöne Gestaltung ihrer Wand möglich. Auch eine individuelle Gestaltung des Wandtattoos ist leicht umzusetzen, so erfreuen sich mittlerweile viele über interessante Sprüche und Bilder innerhalb ihrer Wohnung. Seien es nun ihre Lieblingssportler oder Filmzitate.

  • Gefallen einem die gestrichenen Wände nicht mehr, ist dieser Zustand ebenfalls einfacher zu korrigieren als bei Tapeten.  
  • Gerade in schlecht isolierten Altbauten können Tapeten zu Schimmelbildung führen, weil die Wände nicht atmen können. Deshalb ist es auch hier von Vorteil, lediglich Farbe auf die Wände aufzutragen.

Punkt 2

2. Was sind die Vorteile beim Tapezieren?

  • Tapezieren bietet sich vor allem bei Wänden an, in denen sich besonders viele Löcher befinden. Bei gestrichenen Wänden sind die Löcher immer noch zu erkennen, bei Tapeten sind die entsprechenden Stellen hingegen wirksam verdeckt.
  • Auch wenn es am Anfang recht schwierig aussieht, ist tapezieren mit ein wenig Übung eine sehr einfache Tätigkeit, bei der man vergleichsweise schneller vorankommt als beim Streichen. Wichtig dabei ist allerdings, dass man den Dreh raushat. Zahlreiche Anleitungen wie die folgende können dabei helfen.

Anleitung: Tapezieren für Anfänger

Tapezieren für Anfänger - Schritt für Schritt

frau kunst tapete 564Postertapete mit Frau - an solche Tapeten sollten sich Anfänger erst nach einigen Übungsrunden wagen

Nach den Vorarbeiten und der Auswahl der Tapeten kommen wir nun zum eigentlichen Tapezieren. Wo soll ich mit dem Tapezieren anfangen? Wie geht es dann weiter? Was ist der Doppelschnitt? Darf ich beim Tapezieren zwischendurch lüften usw. Wir klären Sie auf! Vorab ein Video von Youtube zum Tapezieren, welches das Grundvorgehen auch für Anfänger veranschaulicht:

Video: Tapezieren für Anfänger

 

Weiter geht es mit der Schritt für Schritt-Anleitung:

  • Tapeten gibt es in den unterschiedlichsten Mustern und Farben. Die Auswahl in Baumärkten, Spezialgeschäften und im Online-Handel sind nahezu unbegrenzt, siehe zum Beispiel auf https://www.photowall.de/tapeten.
  • Doch auch die klassische weiße Raufasertapete kann später immer noch übermalt werden, wenn der Anblick irgendwann zu langweilig wird.
  • Tapeten haben eine schalldämpfende und wärmeisolierende Wirkung. In vielen Fällen kann das ein zusätzlicher Vorteil sein.

Punkt 3

3. Die Kosten im Vergleich

Werden die Arbeiten selbst durchgeführt, steht nicht die Dauer der Tätigkeit beim Kostenvergleich im Vordergrund, sondern die Materialkosten.

Beim Tapezieren eines Raumes mit 20 Quadratmetern werden je nach Raumhöhe etwa 20 Euro-Rollen Tapeten benötigt. Eine Euro-Rolle ist 10,05 Meter lang und 0,53 Meter breit. Um den genauen Bedarf zu ermitteln, ist es sinnvoll, einen entsprechenden Rollenrechner im Internet zu verwenden.

Tapetenrechner: So ermittelst du den Tapetenbedarf

Tapetenrechner: So ermitteln Sie den Tapetenbedarf

Um nicht unnötig viele Tapetenrollen einzukaufen und die Kosten pro m2 so niedrig wie möglich zu halten, sollten Sie den genauen Tapetenbedarf ermitteln. Das macht sich besonders bei sehr hochwertigen und teuren Tapeten bezahlt.

Gerade Kosten für die Rollen variieren je nach Qualität und Design stark. Die Einstiegspreise günstiger Rollen im Baumarkt liegen bei etwa fünf bis sechs Euro pro Rolle. Wir kalkulieren deshalb mit etwa 120 Euro. Für Kleister, Werkzeug und Spachtelmasse sollten zusätzlich noch einmal etwa 50 Euro eingeplant werden. Die Kosten betragen somit insgesamt rund 170 Euro für den Raum.

Beim Streichen lässt sich der Bedarf mit einer einfachen Formel ermitteln. Sollen nur die Wände (Bedarf für die Decke analog ergänzen) im Raum gestrichen werden, lautet diese:

(Länge + Breite) x 2 x Höhe.

Für unseren Raum mit den 20 Quadratmetern (Breite 4 m, Länge 5 m) ergibt das bei einer Raumhöhe von 2,3 Metern einen Bedarf an Farbe für 41,4 Quadratmeter (ohne Decke!).

Wie viel Farbe braucht es dafür? Die Fausformel lautet:

Geht man davon aus, dass die Wand zwei Mal gestrichen werden muss, sind dafür pro Quadratmeter etwa 200 Milliliter Farbe erforderlich.

Für 41,4 Quadratmeter werden daher etwa 8 bis 10 Liter Farbe benötigt. Dabei handelt es sich selbstverständlich nur um Richtwerte. Die Einstiegspreise für weiße Wandfarbe im 10-Liter-Eimer im Baumarkt liegen bei etwa 30 Euro. Für die Streichutensilien sollten noch einmal etwa 20 Euro eingeplant werden.

Die Preisfrage fällt daher vor allem im Einstiegsbereich zu Gunsten des Streichens aus.

Punkt 4

4. Rigips, Gips beziehungsweise Unterputz: Welche Rolle spielt der Untergrund?

Bei Rigips ist es aufgrund der Glätte und Oberflächenbeschaffenheit des Gipskartons in den meisten Fällen vorteilhaft, zu tapezieren.

Denn für das Streichen sind in der Regel umfangreiche Vorarbeiten erforderlich, die vom Glattspachteln der Schrauben und Fugen über das Glattschleifen der Oberfläche bis zum Grundieren der Fläche reichen. Die Farbe selbst muss mit einer hochwertigen Rolle kreuzweise aufgebracht werden. Das ist eher ein Auftrag für Profis.

Die Tapete verdeckt hingegen großzügig alle Fugen und Schraublöcher und die aufwendigen Vorarbeiten entfallen.

Und wenn alles sauber geputzt ist?

Obwohl der Unterputz in vielen Fällen tapeziert wird, spricht auch nichts dagegen, direkt Wandfarbe darauf aufzutragen. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass die Farbe sich dabei durch die entstehende Diffusion auf das Raumklima auswirkt. Die Farbe sollte aus diesem Grund keine Bindemittel wie Latex oder Kunstharz beinhalten, da dann die Wand nicht mehr „atmen“ kann.

Punkt 5

5. Bei der Decke gelten andere Gesetze

Vor allem ist hier das Gesetz der Schwerkraft zu berücksichtigen. Deshalb sollte der Boden zur Vorbereitung zum Schutz vor herabtropfender Farbe oder Kleister mit Abdeckfolie ausgelegt werden.

Darüber hinaus sollte die Decke im Vorfeld mit Tiefengrund behandelt werden. Das sorgt dafür, dass sowohl Tapete als auch Farbe leichter angebracht werden können.

Tapezieren oder streichen? Bei der Decke empfiehlt sich meist, eine Tapete aufzubringen, da der Untergrund (Betonplatten mit Fugen) oft zerklüftet ist.

Beim Aufbringen der Tapeten ist vor allem die richtige Falttechnik erfolgsentscheidend. Dazu wird die aufgeweichte Tapete an einem Ende der Bahn zu zwei Dritteln und am anderen Ende der Bahn zu einem Drittel eingeklappt. Damit keine Knicke entstehen, dürfen die Falten keinesfalls glattgestrichen werden.

Vliestapeten sind für die Decke wesentlich besser zu verarbeiten als Raufasertapeten, halten aber mindestens genauso lange. Der Vorteil dabei ist, dass der Kleister nicht auf die Rückseite der Tapete, sondern direkt auf die Decke aufgetragen wird. Dadurch entfällt die Einweichzeit.

Da sich beim Streichen Farbspritzer kaum vermeiden lassen, empfiehlt es sich, zuerst die Decke zu bearbeiten und dann erst mit den Wänden fortzufahren. So können die entsprechenden Stellen noch übermalt werden.

Punkt 6

6. Kann der jeweilige Raum ausschlaggebend bei der Entscheidung sein?

Auch der Raum spielt bei der Wahl zum Teil eine wichtige Rolle.

In Feuchträumen wie dem Badezimmer entsteht viel Wasserdampf. Deshalb sollte das verwendete Material gut trocknen, damit es zu keiner Schimmelbildung kommt. Wichtig ist, dass der jeweilige Wandbelag abriebfest ist. Während Feuchtraumfarben diese Anforderung erfüllen, ist das bei den meisten Tapeten nicht der Fall. Wer trotzdem lieber tapezieren möchte, sollte zu einem Modell aus Vlies oder Glasfaser greifen. Im Bereich der Dusche ist weder tapezieren noch streichen eine gute Wahl. Dieser Bereich sollte idealerweise immer verfliest werden.

Auch in der Küche entsteht während des Kochens Feuchtigkeit. Deshalb handelt es sich auch hier im weitesten Sinne um einen Feuchtraum. Deshalb gelten hier ähnliche Kriterien wie im Badezimmer. Zusätzlich spritzt im engeren Kochbereich auch noch das Fett auf die Wände. Deshalb ist hier in den meisten Fällen auch ein Fliesenspiegel oder eine Wandverkleidung angebracht.

In Räumen wie dem Wohnzimmer, dem Schlafzimmer oder dem Home-Office ist die Entscheidung jedoch hauptsächlich Geschmackssache.

Viele entscheiden sich hier auch aus gesundheitlichen Gründen für eine dieser beiden Varianten. Das Pendel schlägt hier jedoch je nachdem, welcher Experte befragt wird, in unterschiedliche Richtungen aus. Mal ist es die Tapete, die mit Schadstoffen bedruckt wurde, dann sind es wieder die giftigen Stoffe in einer Farbe, die schädlich sein können.

Bei hoher Luftfeuchtigkeit in den Räumen ist die Wandfarbe jedoch auf alle Fälle vorzuziehen.

Punkt 7

7. Muss beim Auszug die Tapete entfernt oder die Wohnung neu ausgemalt werden?

Laut dem Deutschen Mietrecht sind Mietvertragsklauseln, die den Mietern die Entfernung der Tapeten bei Auszug aus der Wohnung vorschreiben, ungültig. Etwas anders ist die Rechtslage jedoch bei individuellen Vereinbarungen zwischen Mieter und Vermieter. Deshalb ist es im Streitfall immer wichtig, ob es sich um eine Individualvereinbarung oder um eine vorformulierte Bedingung handelt.

Laut dem Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins dürfen Mieter nicht mehr generell dazu verpflichtet werden, beim Auszug anteilige Renovierungskosten zu übernehmen. Allerdings kann der Vermieter laut der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) den Mieter dazu verpflichten, die Wohnung in hellen und neutralen Farben zurückzugeben, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass sie den potenziellen Nachmietern gefallen.

Der Rechtsanwalt Thomas Hannemann empfiehlt, etwa zwei bis drei Monate vor dem Auszug mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen und die Details zu klären, um Streitigkeiten zu vermeiden. Die Checkliste des Deutschen Anwaltvereins kann für zusätzliche Klarheit sorgen.

Beitrag: Was man in einer Mietwohnung verändern darf

Was man in einer Mietwohnung verändern darf

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Wenn wir uns eine Wohnung oder ein Haus mieten, dann gehen wir eigentlich davon aus, dass  dort handwerklich nicht mehr viel getan werden muss. Im Grunde ist es so, dass eine Mietwohnung bei der Übergabe schon fertig ist. In manchen Fällen muss zwar noch eine Küche eingebaut werden, doch meistens ist tatsächlich schon vor dem Einzug alles enthalten und fertig.

Dennoch kommt es immer wieder einmal zu Situationen, in denen man in der Wohnung gerne etwas ändern oder verbessern würde, vielleicht sogar verändern muss, weil es sich sonst dort nicht mehr gut leben lässt.

Die Frage lautet in einem solchen Fall: Wie weit darf ich als Mieter eigentlich gehen, was darf ich machen und was sollte ich lieber lassen?

Man sollte sich ausführlich mit dieser Frage befassen, wenn es denn soweit ist, sonst kann man nämlich sehr schnell Stress mit den anderen Mietern im Haus oder gar mit dem Vermieter bekommen. 

Renovierung der Mietwohnung - Kostenübernahme, Fristen ...

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In einer Mietwohnung ist man manchmal in der Gestaltungsfreiheit eingeschränkt. Nicht nur durch den Vermieter, sondern auch durch zahlreiche Gesetze. Was Sie über das Renovieren in einer gemieteten Wohnung beachten sollten und welche Kosten vom Vermieter übernommen werden, erfahren Sie in den nächsten Zeilen.

Punkt 8

8. Was ist speziell im Neubau besser: Streichen oder tapezieren?

Im Neubau existieren in den meisten Fällen glatte und saubere Wände. Die technischen Gründe wie Löcher oder Risse, die im Normalfall für das Tapezieren sprechen, entfallen hier also.

Deshalb handelt es sich auch hier primär um eine Frage des Geschmacks. Tapeten sorgen für Behaglichkeit und können jedem Raum schnell eine individuelle Note verleihen. Das ist allerdings auch beim Streichen mit Schablonen, Schwammtechnik oder Farbverläufen möglich.

Letztendlich muss diese Entscheidung auch nicht für die ganze Wohnung gleich getroffen werden, sondern kann von Raum zu Raum individuell ausfallen.

Punkt 9

9. Leserumfrage zum Thema

Tapezieren oder streichen – was favorisierst du?

 

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 Punkt 10

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