Renovieren vor dem Hausverkauf: Was lohnt sich wirklich?
Viele Eigentümer, die sich vorgenommen haben, ihr Haus zu verkaufen, sehen ihre eigenen vier Wände oft plötzlich mit anderen Augen. Auf einmal fällt auf, dass die Wand im Wohnzimmer einen neuen Anstrich vertragen könnte oder dass auch im Bad einige Gebrauchsspuren sichtbar geworden sind. In vielen Fällen dauert es dann nicht lange, bis eine Liste mit Arbeiten erstellt wird, die vor dem ersten Besichtigungstermin noch erledigt werden könnten.
Wer hierbei als Hobbyheimwerker Geld sparen möchte, entschließt sich oft dazu, selbst zu Werkzeug, Pinsel und Spachtel zu greifen. Schließlich ist es auf diese Weise möglich, bares Geld zu sparen. Gleichzeitig gilt es, im Hinterkopf zu behalten, dass aus einem geplanten Hausverkauf nicht zwangsläufig ein umfangreiches Renovierungsprojekt werden muss. Aber wo lohnt es sich, gegebenenfalls etwas genauer hinzuschauen?
Inhalt: Renovieren vor dem Hausverkauf: Was lohnt sich?
- Nicht jede Renovierung wirkt sich positiv auf den Verkaufspreis aus
- Kleine Schönheitsreparaturen in den Wohnräumen: Diese Optimierungen sind sinnvoll
- Zwei besonders wichtige Räume: die Küche und das Bad
- Eingang, Garten und Außenbereich als Visitenkarte
- Achtung! Diese Arbeiten gehören in die Hände von Profis
- Ergänzung oder Frage von dir?
- Im Zusammenhang interessant
Kurz zusammengefasst
- Aufwand gegen Nutzen abwägen: Eine Renovierung erhöht den Verkaufspreis nicht automatisch um ihre Kosten. Zustand, Alter, Preissegment und die Erwartungen der Käufer bestimmen, welche Arbeiten sinnvoll sind.
- Kleine Mängel beheben: Sichtbare Bohrlöcher, beschädigte Leisten, lockere Griffe und auffällig verschmutzte Wände lassen sich oft mit überschaubarem Aufwand verbessern. Ein Neuanstrich ist vor allem dort sinnvoll, wo Gebrauchsspuren deutlich stören.
- Küche und Bad gezielt auffrischen: Gründliche Reinigung und die Reparatur beschädigter Fugen können viel bewirken. Eine komplette Erneuerung ist teuer und hängt stark vom Geschmack der späteren Käufer ab.
- Außenbereich pflegen: Ein aufgeräumter Eingang, freie Wege und ein gepflegter Garten machen Grundstück und nutzbare Flächen besser erkennbar. Bei der Reinigung kommt es auf den jeweiligen Belag an.
- Schäden offen klären: Feuchtigkeit, Schimmel und auffällige Risse brauchen eine Ursachenprüfung. Sie nur zu überdecken, kann den Schaden verschlimmern und beim Verkauf rechtliche Folgen haben.
- Facharbeiten abgeben: Eingriffe in elektrische Anlagen und komplexe Heizungsarbeiten gehören in fachkundige Hände. Bei älteren Gebäuden sollten vor staubintensiven Arbeiten zudem mögliche Schadstoffe geprüft werden.
- Verkauf vorbereiten: Neben dem sichtbaren Zustand zählt ein gültiger Energieausweis. Auch Rechnungen und Nachweise über bereits ausgeführte Arbeiten helfen Interessenten, den Zustand des Hauses einzuordnen.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Nicht jede Renovierung wirkt sich positiv auf den Verkaufspreis aus
Eine umfangreiche Renovierung kann mit viel Aufwand verbunden sein. Bevor Verkäufer in spe daher mehrere Wochen Arbeit und eine größere Summe in ihr Haus investieren, ist es wichtig, herauszufinden, welche Vorteile ihnen die geplanten Maßnahmen bieten. Eine Investition von mehreren Tausend Euro führt schließlich nicht automatisch dazu, dass der Verkaufspreis um den gleichen Betrag steigt.
Details, die in Bezug auf die Frage „Renovieren oder nicht?“ daher eine wichtige Rolle spielen, sind unter anderem:
- das Alter
- der Zustand
- das Preissegment.
Ergänzend hierzu werden auch die Erwartungen der potenziellen Käufer relevant. Wenn es um ein älteres Haus geht, das ohnehin modernisiert werden muss, planen viele Interessenten bereits verschiedene Arbeiten ein.
Gleichzeitig gilt es, die Situation auf dem regionalen Immobilienmarkt zu berücksichtigen.
Was Käufer suchen und welche Eigenschaften eines Hauses besonders gefragt sind, kann sich je nach Standort unterscheiden. Dafür ist es sinnvoll, zum Beispiel mit einem Immobilienmakler in Landau zusammenzuarbeiten. Dieser kann vor größeren Investitionen in Renovierungen einschätzen, ob die entsprechenden Arbeiten für den Verkauf relevant werden.
Kleine Schönheitsreparaturen in den Wohnräumen: Diese Optimierungen sind sinnvoll
Wohn- und Schlafräume bieten Hobbyheimwerkern zahlreiche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Vor allem die Wände verdienen vor einem möglichen Verkauf Aufmerksamkeit.
- Auffällige Bohrlöcher sollten verspachtelt und nach dem Trocknen abgeschliffen werden.
- Kleinere Risse lassen sich (je nach Ursache und Beschaffenheit des Untergrunds) ebenfalls leicht ausbessern.
- Sind an den Wänden und an den Decken deutliche Gebrauchsspuren, Flecken oder starke Farbunterschiede zu erkennen, bietet sich ein neuer Anstrich an.
Wichtig
Kleine, seit Langem unveränderte oberflächliche Risse lassen sich häufig ausbessern. Neue, breiter werdende oder wiederkehrende Risse sollten dagegen vor dem Verspachteln fachlich beurteilt werden.
Auch kleinere Holz- und Montagearbeiten können dabei helfen, das Erscheinungsbild eines Wohnbereichs zu verbessern. Gegebenenfalls sollten beschädigte Fuß- oder Sockelleisten ausgebessert bzw. ausgetauscht werden.
Zusatztipp
Egal, ob am Boden oder am Türrahmen: Wer Holzoberflächen reparieren möchte, kann mittlerweile auf hochwertige Reparaturmasse zurückgreifen. Die entsprechenden Produkte lassen sich leicht anwenden und sorgen dafür, dass die jeweilige Fläche schnell wieder genutzt werden kann.
Zu guter Letzt lohnt es sich, auf Griffe und Beschläge zu achten. Ein lockerer Türgriff oder eine Zimmertür, die nicht mehr richtig schließt, fallen im Alltag irgendwann kaum noch auf. Auf jemanden, der ein Haus zum ersten Mal betritt, können solche „Kleinigkeiten“ abschreckend wirken. Um an kleinen Baustellen wie diesen zu arbeiten, braucht es weder viel Material noch Spezialwerkzeug.
Zwei besonders wichtige Räume: die Küche und das Bad
Die Küche und das Bad stellen Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen möchten, noch einmal vor andere Herausforderungen. Wer hier alles komplett erneuern möchte, wird schnell mit hohen Kosten konfrontiert. Hinzu kommt, dass es wenige Räume gibt, deren Gestaltung so sehr vom persönlichen Geschmack abhängig ist. Das bedeutet unter anderem, dass auch eine komplett neue Küchenfront oder bestimmte Badmöbel den späteren Käufern vielleicht nicht gefallen.
Anstatt die vorhandene Ausstattung komplett zu ersetzen, ist es daher sinnvoller, den Ist-Zustand zu verbessern. Typische Arbeiten, die für einen überzeugenden Effekt sorgen, sind unter anderem:
- das gründliche Reinigen der Fliesen
- das Entfernen von Ablagerungen, die sich vielleicht über einen längeren Zeitraum auf schwerer zugänglichen Bereichen gesammelt haben
- das Erneuern von Silikonfugen.
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann auch die Armaturen erneuern. Neue Wasserhähne, Duschköpfe und Co. können dafür sorgen, dass der komplette Raum moderner und gepflegter aussieht. Auf diese Weise ist es möglich, Küche und Bad aufzufrischen, ohne zwangsläufig viel Geld zu investieren.
Wichtig
Bei Häusern, die vor Oktober 1993 gebaut oder saniert wurden, sollte vor staubintensiven Arbeiten geprüft werden, ob die betroffenen Materialien Asbest enthalten könnten. Das kann auch Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber betreffen. Besteht ein Verdacht, sollten die Arbeiten bis zur Klärung ruhen.
Eingang, Garten und Außenbereich als Visitenkarte
Noch bevor Kaufinteressenten das Haus von innen sehen, nehmen sie das Grundstück und den Eingangsbereich wahr. Daher ist es sinnvoll, vor den ersten Besichtigungen auch einen Rundgang rund ums Gebäude durchzuführen. Sollte sich dann zeigen, dass die Oberfläche einer Haustür stark von der Witterung angegriffen wurde, ist es sinnvoll, diese zu reinigen bzw. aufzuarbeiten. Dasselbe gilt für Zäune und Geländer, bei denen im Laufe der Jahre die Beschichtung abgeplatzt ist.
Wer Wege und Terrassen von Verschmutzungen befreien möchte, sollte im ersten Schritt auf den jeweiligen Belag achten. Die empfohlenen Reinigungsmethoden unterscheiden sich von Oberfläche zu Oberfläche.
Typische Arbeiten, die dabei helfen können, den Garten „verkaufsfertig“ zu machen, sind das Schneiden der Hecken und Sträucher, das Mähen der Rasenflächen und das Befreien der Beete von Unkraut. Dabei bietet es sich an, auf eine strukturierte Optik zu setzen und umherliegendes Laub, leere Pflanzgefäße und andere Gegenstände, die nicht mehr benötigt werden, wegzuräumen. So sehen die potenziellen Käufer direkt, wie groß die nutzbaren Flächen sind.
Grundsatz
Bekannte Feuchte- und Bauschäden sollten vor dem Verkauf dokumentiert und gegenüber Kaufinteressenten offen angesprochen werden. Hilfreich sind außerdem Rechnungen und Nachweise zu Reparaturen und Modernisierungen. Ein vereinbarter Haftungsausschluss ersetzt die Offenlegung bekannter Mängel nicht.
Achtung! Diese Arbeiten gehören in die Hände von Profis
Als Hobbyhandwerker ist es wichtig, seine persönlichen Grenzen zu kennen. Besonders bei technischen und sicherheitsrelevanten Arbeiten reicht Geschick allein nicht immer aus.
Diese Grundregel gilt unter anderem in Bezug auf das Thema Elektroinstallationen. Defekte Leitungen, Arbeiten am Sicherungskasten oder andere Eingriffe in die elektrische Anlage stellen eine andere Herausforderung dar als klassische Reparaturen. Wenn hier Fehler passieren, kann dies erhebliche Gefahren mit sich bringen. Je nach Tätigkeit gelten zudem rechtliche und technische Vorgaben.
Ähnlich verhält es sich bei Heizungsanlagen und weiteren komplexen technischen Einrichtungen. Hier ist es wichtig, sich im Zweifel an einen Fachbetrieb zu wenden. Dies gilt auch dann, wenn kleinere Schäden gegebenenfalls auf ein größeres Problem am Gebäude, zum Beispiel auf Schimmel, hinweisen. Feuchte Stellen, auffällige Risse oder andere Indizien, die auf mögliche bauliche Probleme hinweisen können, sollten niemals nur oberflächlich überarbeitet werden. Wichtig ist es, zunächst die Ursache festzustellen, um dann alle weiteren Schritte planen zu können.

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