Wer in den eigenen vier Wänden Schimmelbildung entdeckt, ist zunächst erschrocken und möchte den Schimmel möglichst schnell wieder loswerden. Aber kann man die Entfernung selbst vornehmen oder muss sich ein Fachmann darum kümmern? Und was kann man tun, um Schimmelpilzbefall in Zukunft zu vermeiden? 

Wenig Schimmel kann selbst entfernt werden

In der Regel kann der Schimmel auf eigenen Faust entfernt werden, solange nur eine kleinere Stelle befallen ist. Zum Beispiel bei Flecken am Fenster, dunkel gefärbten Fugen am Badewannenrand oder wenn nur ein wenig Schimmel in einer Zimmerecke zu finden ist, können sich auch Laien an die Aufgabe heranwagen. Sollten jedoch große Flächen, wie etwa ganze Wände, vom Schimmelbefall betroffen sein, kümmert sich besser ein Experte darum. 

Da man nicht ausschließen kann, dass eine Gefahr für die Gesundheit besteht, sollten Heimwerker einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, bevor der Schimmel behandelt wird. So sollten beispielsweise die Türen zu anderen Räumen geschlossen sein und das Fenster geöffnet, damit die Schimmelsporen nach außen gelangen können. Auch auf Schutzkleidung wie Handschuhe oder eine Atemschutzmaske sollte nicht verzichtet werden. 

Dann wird der Schimmel mit einem in Alkohol getränkten Tuch abgewischt. Der bis zu 80-prozentige Alkohol, der dafür benötigt wird, ist in Apotheken erhältlich. Falls sich der Schimmel bereits auf Gegenstände, Gardinen oder Tapeten ausgebreitet hat, müssen diese entfernt werden. Möbel, die sich im gleichen Raum befinden, sollten anschließend gründlich gereinigt werden. 

Weitere Tricks im Beitrag über Schimmel von der Wand entfernen.

Immer ausreichend Lüften

Doch auch wenn der Schimmel danach nicht mehr zu sehen ist, sollte man unbedingt der Ursache auf den Grund gehen und diese beseitigen, da sonst die Schimmelbildung immer wieder auftritt. 

Ein häufiger Grund für Schimmelbefall ist, dass nicht richtig gelüftet wird. Ein paar Mal am Tag die Fenster für ein paar Minuten ganz zu öffnen, die verbrauchte Luft gegen frische zu ersetzen und vor allem die Feuchtigkeit (zum Beispiel im Badezimmer) „wegzulüften“ kann oftmals schon ausreichen. 

Der Eindruck, dass es nach dem Einbau neuer Fenster zu Schimmelbefall kommt, täuscht häufig nicht. Allerdings liegt das, laut den Experten des Umweltinstituts München e.V., auf keinen Fall an den besseren Scheiben, sondern am falschen Lüftungsverhalten.

Denn wenn zum Beispiel neue, gut gedämmte Kunststofffenster, wie es sie zum Beispiel bei fensterhandel.de gibt, eingebaut werden, sind diese so dicht, dass keine Zugluft mehr durch die Lücken ziehen kann. So gibt es keinen automatischen Luftaustausch mehr, und die Bewohner müssen dementsprechend häufiger das Fenster öffnen, um den Raum gründlich durchzulüften. 

Wenn neben dem Einbau neuer Fenster auch gleich die Außenwände gedämmt werden, ist die Gefahr von Schimmelbildung jedoch deutlich geringer. Denn so kann sich an der Innenseite der Wände keine Feuchtigkeit mehr sammeln und somit auch kein Schimmel bilden.

Ein gutes Mittelmaß finden

Der EnergieAgentur NRW zufolge sollte allerdings auch nicht zu lange gelüftet werden. Denn abgesehen von den so entstehenden Energieverlusten, droht der Raum auf diese Weise auszukühlen. Und zu viel Kälte kann wiederum die Entstehung von Schimmel begünstigen. 

Wichtig ist also, ein gutes Mittelmaß zwischen frischer Luft und ausreichender Wärme zu finden, um Schimmelbildung möglichst zu verhindern. Wer es sich besonders einfach machen möchte, kann sogar mechanische Lüftungsanlagen einbauen lassen, die automatisch für frische Luft und geringe Energieverluste sorgen. 

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