Werkzeuge: Welcher Hammer für welche Arbeit?

Jeder, der sich schon einmal handwerklich betätigt hat, weiß: Der Hammer ist nicht nur ein simples Werkzeug, sondern ein unverzichtbarer Begleiter für eine Vielzahl von Aufgaben. Seine Evolution hat eine Vielzahl von Formen und Varianten hervorgebracht, die jeweils für spezifische Jobs konzipiert sind. Doch welcher Hammer eignet sich am besten für welche Tätigkeit? Und wie beeinflusst das Material oder das Gewicht seine Funktionalität?

Dieser Artikel gibt Dir einen umfassenden Überblick und hilft Dir dabei, das richtige Werkzeug für Dein Vorhaben zu finden.

Hammer-Sortiment

Inhalt: Welcher Hammer für welche Arbeit?

1. Die verschiedenen Arten von Hämmern

Hammer ist nicht gleich Hammer. Ihre Form, ihr Gewicht und ihre Materialien können sich unterscheiden. Durch jeden dieser Faktoren eignen sich manche Hammerarten besser für spezifische Handwerksarbeiten als andere. Wenn Du professionelle Hämmer und mehr für Dein nächstes Projekt suchst, solltest Du deshalb gut auf ihre Eignung für das jeweilige Vorhaben achten.

Die bekanntesten Typen von Hämmern sind:

Schlosserhammer

1.1. Schlosserhammer

Der Schlosserhammer ist der am häufigsten vorkommende Hammer in regulären Haushalten. Dieser Hammer hat an einem Ende einen flachen Kopf und läuft am anderen Ende des Kopfes zu einem Keil zusammen. Wie der Name bereits andeutet, eignet er sich gut für Metallarbeiten, wie das Einschlagen von Nägeln. Er ist so konzipiert, dass er dabei eine hohe Präzision und Kraft bietet.

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Klauenhammer

1.2. Klauenhammer

Der Klauenhammer ist auch weit verbreitet. Er zeichnet sich ebenfalls durch eine zweigeteilte Kopfform aus: Eine Seite zum Einschlagen von Nägeln und eine gebogene Klaue mit Schlitz zum Herausziehen von Nägeln. Er eignet sich hervorragend für allgemeine Zimmerarbeiten und kleinere handwerkliche Tätigkeiten.

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Latthammer am Werkzeuggürtel

1.3. Latthammer

Speziell für das Zimmermannshandwerk entwickelt, unterscheidet sich der Latthammer vom Klauenhammer durch seinen geraden Kopf und die besondere Form der Klaue. Hier ist eine der Spitzen kürzer als die andere. Sie ist dafür ausgelegt, Latten zu greifen. Zusätzlich verfügt der Latthammer häufig über einen magnetischen Nagelhalter, um das Einschlagen mit einer Hand zu erleichtern.

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Vorschlaghammer / Fäustel

1.4. Vorschlaghammer

Mit einem deutlich schwereren Kopf als andere Hammerarten ist der Vorschlaghammer für Arbeiten gedacht, bei denen viel Kraft benötigt wird, wie das Durchbrechen von Wänden oder das Eintreiben von Pfählen. Sein langer Stiel ermöglicht einen effektiven Hebeleffekt und maximale Schlagkraft.

1.5. Fäustel

Ein Fäustel ähnelt einem Vorschlaghammer, hat dabei aber einen kürzeren Griff. Diese Sonderform des Hammers wird meist von Steinmetzen und Bildhauern genutzt, da er eine breite, schwere Schlagfläche mit hoher Kontrolle verbindet.

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Kunststoffhammer

1.6. Kunststoffhammer

Ein Kunststoffhammer ist ideal für Arbeiten, bei denen Materialien nicht beschädigt werden sollen, wie das Verlegen von Pflastersteinen oder das Zusammensetzen von Möbeln. Für besonders empfindliche Materialien wird ein Gummihammer genutzt, der weicher ist als andere Kunststoffarten.

1.7. Ausbeulhammer

Ein Ausbeulhammer ist oft auch als Karosserie- oder Schrumpfhammer bekannt. Wie diese Namen andeuten, wird diese Hammerart häufig für das Ausbeulen von Dellen in KFZ-Fahrzeugen genutzt. Zu diesem Zweck besitzen auch sie oft Gummiköpfe oder im Fall des Schrumpfhammers ein waffelförmiges Profil. Diese Struktur sorgt dafür, dass das bearbeitete Blech nicht ausgedehnt wird, da die Rillen im Kopf es beim Schlagen zusammenziehen.

1.8. Rückschlagfreie Schonhammer

Hammer dieses Typs werden manchmal auch als explosionsgeschützt bezeichnet. Sie besitzen eine Füllung aus Stahlschrot, die dazu führt, dass der Hammer beim Aufschlagen nicht zurückprallt. Dadurch wird die gesamte Schlagkraft auf das Material übertragen. Auch sie besitzen einen Gummikopf, um den bearbeiteten Gegenstand nicht zu beschädigen. Sie werden beispielsweise von Ingenieuren genutzt, die empfindliche oder weiche Maschinenteile ausrichten oder befestigen müssen.

Diese Liste der Hammerarten zeigt, wie vielseitig dieses Werkzeug ist. Das Wissen um diese Unterschiede und Anwendungsbereiche hilft Dir, effizienter und sicherer zu arbeiten. Allerdings können sich auch Hämmer innerhalb einer dieser Kategorien voneinander unterscheiden, etwa durch ihr Gewicht.

2. Das optimale Gewicht

Wie schwer ein Hammer ist, trägt ebenfalls zu dem Ergebnis des Hämmerns bei. Die Gewichtsklassen werden hier in drei Kategorien eingeteilt:

2.1. Leichtgewichtige Hämmer

Ein leichter Hammer liegt im Bereich von 200 bis 400 Gramm. Er eignet sich besonders für präzise und filigrane Arbeiten. Dazu zählen beispielsweise das Einrahmen von Bildern, das Arbeiten an Elektronik oder das feine Zusammensetzen von Modellen. 

2.2. Mittelgewichtige Hämmer

Mit einem Gewicht zwischen 400 und 800 Gramm sind diese Hämmer echte Allrounder. Ob im Haushalt, in der Werkstatt oder auf der Baustelle – sie sind vielseitig einsetzbar. Mit ihnen lassen sich sowohl Nägel als auch Dübel mit moderater Kraft einschlagen. Sie bieten eine gute Balance zwischen Kontrolle und Schlagkraft.

2.3. Schwere Hämmer

Ab einem Gewicht von 800 Kilogramm aufwärts sprechen wir von schweren Hämmern. Diese Kraftpakete sind unerlässlich für Arbeiten, bei denen es auf maximale Schlagkraft ankommt. Dazu gehören das Zerschlagen von Steinen, das Trennen von dicken Brettern oder das Eintreiben großer Nägel und Bolzen. 

Die Wahl des richtigen Hammergewichts kann einen erheblichen Unterschied in Deiner Arbeitseffizienz und -sicherheit machen. Ein zu leichter Hammer könnte beispielsweise dazu führen, dass Du unnötig viel Kraft aufwenden musst, während ein zu schwerer Hammer die Kontrolle erschwert.

Das richtige Gewicht sorgt also nicht nur für bessere Ergebnisse, sondern auch für ein angenehmeres Arbeiten. Das Gleiche gilt für das spezifische Material, aus dem der Hammerkopf besteht.

3. Das richtige Material

Der Kopf eines Hammers wird meist aus Metall oder Kunststoffen wie Gummi hergestellt. Auch diese Materialwahl beeinflusst die Handhabung und das Ergebnis, insbesondere auf der zu bearbeitenden Fläche:

3.1. Kunststoff

Kunststoffhämmer sind für Aufgaben konzipiert, bei denen die Oberfläche des Arbeitsmaterials nicht beschädigt werden soll. Sie eignen sich besonders gut für empfindliche Arbeiten wie das Fliesenlegen.

  • Ein Kunststoffhammer absorbiert den Großteil des Aufpralls und verteilt den Druck gleichmäßig, wodurch das Risiko von Abdrücken oder Schäden am Material minimiert wird. Außerdem sind sie leicht und daher besonders handlich für längere Arbeiten.
  • Weiche Gummiköpfe eignen sich für besonders empfindliche Flächen. Nägel lassen sich damit allerdings nur schlecht einschlagen.

3.2. Stahlsorten

Auch Metallhämmer können aus verschiedenen Materialien bestehen. Typische Varianten sind beispielsweise Hammer aus Karbon-, Edel- oder Werkzeugstahl:

  • Karbonstahl besitzt aufgrund des hohen Kohlenstoffanteils eine hohe Festigkeit und Haltbarkeit. Er kann viele Schläge absorbieren, ohne sich zu verformen, ist aber anfällig für Rost.
  • Edelstahl eignet sich für Arbeiten im Freien oder in feuchten Umgebungen, da das Material korrosionsbeständig ist, es ist aber weniger stark.
  • Werkzeugstahl wurde spezifisch für die Herstellung von Werkzeugen wie einem Hammer entwickelt und hält die damit zusammenhängenden Belastungen daher besonders gut aus. Das gibt ihnen eine außergewöhnliche Lebensdauer und Leistung.

Metallhämmer können obendrein mit spezifischen Lackierungen versehen werden, um sie und das zu bearbeitende Material zu schützen.

Ein Hammer aus dem falschen Stahl könnte sich beispielsweise bei starkem Gebrauch verformen oder brechen, wodurch das Verletzungsrisiko steigt. Daher lohnt es sich, sich über die verschiedenen Stahlsorten und ihre jeweiligen Vorteile in Bezug auf das Material, das Du damit bearbeiten möchtest, zu informieren, bevor Du Dich für einen Hammer entscheidest.

4. Fazit

Der Erfolg beim Hämmern ist nicht nur eine Frage der Kraft und Kontrolle, die eine Person ausübt, sondern auch des richtigen Hammers für die jeweilige Aufgabe. Seine verschiedenen Formen erfordern ein Verständnis von ihren speziellen Einsatzgebieten und passenden Materialien. Die Wahl des richtigen Hammers kann den Unterschied in der Effizienz, Präzision und Sicherheit der Arbeit ausmachen.

Ein bewusstes Wählen und Verwenden des richtigen Hammers garantiert Dir dabei nicht nur bessere Ergebnisse, sondern minimiert auch das Risiko von Materialschäden und Verletzungen.

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