Geschliffene DielenEine der häufigsten Renovierungsarbeiten in Altbauten ist das Abschleifen und versiegeln von Parkett bzw. Dielen. Aus gutem Grund: Kaum eine Renovierungsmaßnahme bringt solch frischen Glanz in alte Räume. Mit dem notwendigen Hintergrundwissen lässt sich diese Tätigkeit auch vom Heimwerker durchführen. Wir zeigen, wie beim Abschleifen und Versiegeln von Parkett und Dielen fachgerecht vorgegangen wird. 

Materialbedarf

Maschinen zum Abschleifen von Holzfußböden können in größeren Städten günstig beim Maschinenverleih (Achtung: Rechtzeitig einige Tage vorher reservieren!) gemietet werden. Dort bekommen Sie in der Regel auch die meisten der benötigten Kleinmaterialien wie Schleifpapier, Gehörschutz oder Staubmasken.

Notwendige Maschinen zum Abschleifen von Dielen und Parkett

Es wird benötigt:

  • Fußbodenschleifmaschine mit passendem Schleifpapier (Körnung 36, 60, 100, bei alten Fußböden bzw. hartnäckiger Lackierung kann auch Körnung 24 sinnvoll sein)
  • Randschleifer mit passendem Schleifpapier (Körnung 40, 60, 80, bei dicker Farbe auch gröber)
  • Exenterschleifer mit passendem Schleifpapier (Körnung 60 und 80)
  • Deltaschleifer für die Ecken mit passendem Schleifpapier (Körnung 36,60,100)
  • (Industrie-)Staubsauger
  • Hammer
  • Senkstift (im Notfall tut es auch ein dicker Nagel)
  • Gehörschutz, Staubmaske, eventuell Knieschoner
  • Fugenkittlösung (alternativ aus feinem Schleifstaub mit Lösung zusammenmischen)

Vor Arbeitsbeginn

Versenken der alten Nägel vor dem Abschleifen

  • Das Schleifen von Dielen/Parkett erzeugt Lärm. Gegebenenfalls sollten Sie umliegende Nachbarn informieren.
  • Die Arbeitsräume sind leer und gesäubert.
  • Staubempfindliches mit Folie abdecken.
  • Trotz Staubbeutel: Dielen/Parkett abschleifen ist eine staubige Angelegenheit. Innentüren zu Bereichen, in denen nicht geschliffen wird, sollten mit Klebeband staubdicht versiegelt werden. Völlig Staubfreies Schleifen wie unter parkett-schliff.de zu sehen, ist den Profis vorbehalten.
  • Bei Dielen: Nägel müssen vor Schleifbeginn mit einem Senkstift ins Holz getrieben werden (einige Millimeter), ansonsten werden die Walzen der Schleifmaschinen und/oder das Schleifpapier beschädigt.

Das Schleifen

Schleifpapier einfädeln

Alles fertig? Klasse! Nun kann es mit dem Schleifen losgehen. Bestücken Sie die Schleifmaschine mit dem gröbsten Schleifpapier und stellen Sie die höchste Druckstufe ein.

Der erste Schliff

Sie beginnen damit, die Maschine diagonal durch den Raum zu führen. Dabei werden Unebenheiten im Holz nivelliert. Schleifen Sie beide Diagonalen des Raumes.

 

Diagonal Schleifen

Es wird sich schnell eine gewisse Routine einstellen: 

  • Die Schleifwalze darf erst auf dem Boden aufsetzen, wenn mit der Vorwärtsbewegung begonnen wurde! Ansonsten gibt es leicht eine Delle im Boden.
  • Vor Erreichen des Raumendes - vor dem Stopp also - muss die Schleifwalze aus demselben Grund noch in der Vorwärtsbewegung angehoben werden.
  • Dann wird rückwärts geschliffen - in derselben Spur wie vorwärts.
  • Der nächste Vorwärtsschliff erfolgt ca. zwei Drittel der Schleifbreite versetzt.

Der Diagonalschliff ist beendet, wenn die Bodenunebenheiten ausgeglichen sind.

Der erste Parallelschliff


Der Parallelschliff an der WandAls nächstes wird parallel zur Holzfaser geschliffen, ebenfalls hin und zurück. Wir beginnen wieder mit grobem Schleifpapier. Damit sollten dann auch weitestgehend die diagonalen Schleifspuren beseitigt werden.

Im Anschluss erfolgt der Mittelschliff mit 60er Körnung. Die Druckstufe wird - wenn einstellbar - leicht reduziert. Hiernach sollten alle Schleifspuren aus dem Diagonalschleifgang verschwunden sein.

... die Ränder nicht vergessen

Der Randschleifer in Aktion

Nun werden die Ränder mit dem Tellerschleifer geschliffen. Die Schleifbewegung erfolgt kreisförmig, um saubere Übergänge zu erreichen und dunkle Schleifspuren zu vermeiden. Achtung: Auch mit dem Randschleifer nie auf einer Stelle verharren!

Zumeist sind zwei Schleifgänge erforderlich (Körnung 40 und 80), die unmittelbar hintereinander durchgeführt werden.

Fugen verschließen

Jetzt ist der Zeitpunkt für den Fugenkitt gekommen. Tragen Sie den Kitt mit einem Spachtel auf Risse und Fugen im Boden auf. Dies muss vor dem Feinschliff erfolgen.

Eckenarbeit mit Deltaschleifer

... Eckenarbeit

Die Zeit, in welcher der Kitt trocknet, kann sinnvoll zum bearbeiten der Ecken mit dem Deltaschleifer überbrückt werden.

Feinschliff

Nach dem Schleifen der Ecken und der Trocknung des Fugenkitts erfolgt der Feinschliff. Vorher wird der Raum gesäubert um ein sauberes Schleifbild zu erzielen. Für den Feinschliff wird 100er Körnung bei niedrigster Druckstufe verwendet. Arbeiten Sie hierbei besonders sorgsam, Sie freuen sich später über das schöne Schleifbild.

Für den abschließenden Feinschliff des Randes empfiehlt sich ein Exenterschleifer.

Optional, wenn es besonders hochwertig aussehen soll, kann der Fußboden nach dem Feinschliff mit einer Tellerschleifmaschine (mit Padund Schleifgitter) final fein nachgeschliffen werden. Deren Handhabung ist aber gewöhnungsbedürftig, lassen Sie sich darin besonders vom Verleiher einweisen.

Nach dem Feinschliff werden der Boden, Fensterbänke, Türrahmen, Schwellen usw. wieder besonders gründlich abgesaugt. 

Öl oder Lack zum versiegeln

Dielen/Parkett versiegeln

  • Öl oder Lack: Haben Sie sich für eines der beiden entschieden, muss das Material zunächst gut durchgerührt werden. 
  • Als nächstes wird der Rand mit einem Flachpinsel gestrichen.
  • Danach wird mit einer Lackierrolle das Öl bzw. der Lack auf der großen Fläche quer zur Holzfaser aufgetragen.
  • Danach erfolgt noch ein Anstrich in Längsrichtung des Holzes, bis überall das Öl/der Lack verteilt ist.
  • Nun warten Sie - in der Regel einen Tag - bis die Versiegelung getrocknet ist.
  • Dann können Sie noch einen feinen Zwischenschliff des bereits einmal versiegelten Boden durchführen.
  • Nach gründlicher Säuberung erfolgt die zweite, zumeist finale Endversiegelung des Bodens.

Damit heißt es: Herzlichen Glückwunsch zum edlen Boden!

Schlussanmerkung: Eine Öl-Wachs-Versiegelungen werden leicht variiert aufgetragen, zum Beispiel mit einer Tellerschleifmaschine. Details und weitere Versiegelungsarten finden Sie unter dem Spezialbeitrag "Parkettversiegelung".

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