Der regelmäßige Schnitt belohnt mit besserer FruchtAllgemein lässt sich sagen, dass die größeren Obstbaumformen zumindestens in ihrer Jugend, die Zwergbaumformen, die Schattenmorellen und Pfirsiche während ihres ganzen Lebens geschnitten werden müssen. Hauptsinn dahinter ist, dass der Obstbaum ein tragfähiges und kräftiges Astgerüst entwickelt und den Gleichgewichstzustand zwischen Wachstum und Fruchtbarkeit herzustellen.

Fruchtholzschnitt
Der Fruchtholzschnitt dient beim Kernobst dazu, die Entwicklung schwacher, fruchttragender Triebe zu begünstigen. Beim Steinobst soll hierdurch die Ausbildung zu zahlreicher Früchte entgegen gewirkt werden, damit die Einzelfrucht größer und schöner wird.

Timing
Die beste Zeit für den Obstbaumschnitt ist für die meisten Obsgtarten der Nachwinter.

Vorgehen
Das verwendete Werkzeug sollte sehr scharf sein. Stärkere Äste werden auf Astring ohne jeden Aststumpen geschnitten. Jungtriebe werden dicht über einem Auge geschnitten, weil dann die Wunde besser verheilt. Lassen sich beim Schnitt größere Sägewunden nicht vermeiden, so müssen die Ränder mit einem scharfen Messer glattgeschnitten und mit gutem Baumwachs verstrichen werden.

Pflanzschnitt
Dieser sollte im allgemeinen unmittelbar vor der Pflanzung vorgenommen werden. Man beläßt bei Kernobstbäumen einen geraden Mitteltrieb und drei, höchstens vier Seitentriebe. Bei schwach wachsenden Steinobstsorten kann man vier bis fünf Seitentriebe belassen. Der Schnitt richtet sich nach dem schwächsten und am weitest unten stehen Ast. Ihn kürzt man um die Hälfte, manchmal bis zu 2 Drittel. Die übrigen beiden Äste werden so gekürzt, dass Sie in der Höhe gleichlang mit dem untersten Ast sind. Der Stamm wird soweit gekürzt, dass er ungefähr 25 cm über die Seitenäste hinausragt.

Erziehungsschnitt
Der Erziehungsschnitt soll einen kräftigen und leistungsfähigen Kronenbau fördern. Bei größeren Baumformen werden alle Konkurrenztriebe zum Leitast (also die, welche dem Leitast am nächsten stehen) auf Astring gekappt. Dies sollte man 4-6 Jahre lang durchführen. Danach schneidet man alle Zweige, die sich kreuzen oder die nach innen wachsen. Man beachte, dass Triebe, die in der Kronenspitze austreiben von der Pflanze begünstigt werden. Durch den Schnitt sollen die weniger begünstigten Pflanzenteile gefördert werden. Auch beim Erziehungsschnitt sollte darauf geachtet werden, dass alle Leittriebe eine Höhe haben (sogenannte Saftwaage). Wie lange dieser Schnitt durchgeführt werden muss ist von Obstbaum zu Obstbaum unterschiedlich.

Auslichtungsschnitt
Dieser ist vor allem bei längerer Vernachlässigung notwendig. In das Innere der Baumkrone muss genügend Licht und Luft hinein. Deshalb werden alle zu dicht stehenden Äste, alle sich kreuzenden oder reibenden, alle in die Krone hineinwachsenden Äste solange sie zum Aufbau der Krone nicht gebraucht werden auf Astring zurück genommen. Achtung: Sollte der Baum lange Zeit vernachlässigt worden sein verteilen Sie den Auslichtungsschnitt bitte auf mehrere Jahre, damit der Baum nicht zu sehr auf einmal geschwächt wird.

Verjüngungsschnitt
Die ist notwendig, wenn nicht mehr genügend Jungtriebe austreiben und die Früchte zu klein bleiben. Zuerst werden etwa zu dicht stehende Haupt- und Nebenäste innerhalb der Krone beseitigt. Die verbleibenden Äste können bis ins drei- bis achjährige Holz zurück genommen werden. Die Zweige sollten daumenstark sein. Der Winkel zwischen Kronenbasis und Kronenspitze sollte ca. 100 Grad betragen. Gleichzeitig mit dem Verjüngungsschnitt empfiehlt sich eine kräftige Düngung des Bodens mit Stickstoffdünger, damit der Baum wieder kräftig austreiben kann. Die nächsten 4 Jahre erfolgt Nachbehandlung in Form normalen Rückschnitts der Triebe.

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